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Londoner U-Bahn mal anders: ein Netz von Sehenswürdigkeiten

Die Londoner U-Bahn ist die älteste U-Bahn der Welt. Und jeder verbindet etwas mit dem Namen von Stationen wie Baker Street, Tottenham Court Road oder Canary Wharf. Die Kulturexperten von The London Pass haben sich deshalb die Stationen der Londoner U-Bahn einmal unter einem anderen Gesichtspunkt angesehen – als wichtige Zeugnisse ihrer jeweiligen Zeit und als Werke namhafter Architekten und Künstler, an denen man nicht achtlos vorbeilaufen sollte.

Das Mosaik zum Hitchcock-Film "Saboteur" in der Leytonstone Station. Foto: George Rex, flickr.com, CC BY-SA 2.0

Das Mosaik zum Hitchcock-Film „Saboteur“ in der Leytonstone Station. Foto: George Rex, flickr.com, CC BY-SA 2.0

Von Anfang an war die U-Bahn nicht nur eine technische Glanzleistung, denn auch Architekten und Künstler wurden und werden mit ihrer Gestaltung beauftragt. Deshalb ist die U-Bahn nicht nur für Besucher wichtig, die bequem zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten gelangen wollen, sondern auch für Architektur- und Kunstinteressierte. Viele Stationen sind nämlich selbst einen Besuch wert. Die Initiative Art in the Underground sorgt zudem regelmäßig für spannende Kunstprojekte in den Stationen.

Zunächst jedoch noch ein kurzer Blick auf eine Innovation, die weltweit übernommen wurde: der Streckennetzplan. Er wurde 1933 von dem technischen Zeichner Harry Beck erstellt, der damals in der Signalabteilung der U-Bahn arbeitete. Inspiriert von seinen Stromlaufplänen schuf er ein einfaches, übersichtliches Diagramm, das bis heute die Orientierung in dem riesigen Netz ermöglicht.

Stationen vom Beginn des 20. Jahrhunderts

Der englische Architekt Leslie William Green (05.02.1875 – 31.08.1908) wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem Bau von Dutzenden von Stationsgebäuden beauftragt. Er konnte den Auftrag innerhalb von vier Jahren abschließen. Zahlreiche seiner Werke sind noch erhalten, zum Beispiel Belsize Park und Russel Square Station. Ihnen gemeinsam sind die typischen rot gekachelten Fassaden, die halbrunden Fenster im ersten Stock sowie das Fliesendesign im Inneren mit den Stationsnamen.

Der Architekt Charles Holden

Gants Hill Station. Foto: shirokazan, flickr.com, CC BY 2.0

Gants Hill Station. Foto: shirokazan, flickr.com, CC BY 2.0

Charles Holden (12.05.1975 – 01.05.1960), ein Zeitgenosse Greens, ist vor allem durch seine von der Moderne beeinflussten Gebäude bekannt. Auch er hat mehrere Stationen entworfen, eine der bekanntesten ist Southgate. Diese Station ist wohl die futuristischste unter ihnen, da sie aussieht, als wäre eine fliegende Art-déco-Untertasse an der Piccadilly Line gelandet. Gants Hill Station, die erst nach dem Krieg 1947 fertiggestellt werden konnte, erinnert stark an die Sowjetarchitektur der Moskauer Metro.

Baker Street und Sherlock Holmes

Die älteste U-Bahn-Station ist Baker Street, sie wurde 1863 für die Metropolitan Railway gebaut. Als wichtiger Knotenpunkt verschiedener Linien musste sie jedoch immer wieder umgebaut und erweitert werden. Natürlich denkt bei Baker Street jeder zuerst an Sherlock Holmes und so ist das Profil des pfeifenrauchenden, von Conan Doyle geschaffenen Detektivs überall auf den Kacheln zu sehen. 1980 wurde der älteste Teil dieser riesigen Station restauriert und erinnert wieder an die Zeit von 1863.

Leytonstone Station – Gedenken an Alfred Hitchcock

Auch diese Station erinnert an eine berühmte Persönlichkeit (wenn auch keine literarische): Anlässlich des 100. Geburtstags des weltberühmten Meisters der Spannung Alfred Hitchcock, der 1899 in Leytonstone geboren wurde, erhielt der Greenwich Mural Workshop den Auftrag, eine Reihe von Mosaiken über Hitchcocks Leben und Werk für die Leytonstone Station zu erstellen. Sie sind seit 3. Mai 2001 dort zu bewundern.

Pop-Art an der Tottenham Court Road Station

Wer sich für Kunst interessiert, sollte unbedingt die Tottenham Court Road Station besuchen. In den 80er-Jahren erhielt der weltberühmte schottische Pop-Art-Künstler Eduardo Paolozzi den Auftrag, Tausende von Quadratmetern mit bunten Mosaiken zu schmücken. Sie spiegeln das kulturelle Leben über der Station wieder, von den Jazzclubs von Soho bis hin zu den Schätzen des Britischen Museums.

Zeitgenössische Architektur

Die Entwicklung ist aber natürlich nicht stehen geblieben. Auch zeitgenössische Architekten wie Michael Hopkins (Westminster Station), der allgegenwärtige Norman Foster (Canary Wharf Station) und Richard MacCormac (Southwark Station) konnten sich anlässlich der Erweiterung der Jubilee Line mit den Herausforderungen des U-Bahnhof-Baus beschäftigen und dem U-Bahn-Netz ihren Stempel aufdrücken. Michael Hopkins schuf mit der Westminster Station unter dem ebenfalls von ihm für das britische Parlament entworfenen Portcullis House ein futuristisch anmutendes Gebilde aus Beton und Stahl. Canary Wharf Station ist durch die gewölbten Überdachungen der beiden Eingänge im Osten und Westen sofort zu erkennen. Das Innere ist riesig und wird oft mit einer Kathedrale verglichen. MacCormac hingegen bezog sich interessanterweise bei der Gestaltung von Southwark Station ausdrücklich auf den genialen preußischen Baumeister und Architekten Karl Friedrich Schinkel.

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