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Karongi – Der wohl schönste Ort Ruandas

Eine dreistündige, holprige Busfahrt über unzählige Hügel in einem der beliebten Minibusse trennt Karongi von der Hauptstadt Kigali. In der Kleinstadt angekommen, fällt vor allem eins auf: Stille. Die malerische Kleinstadt Karongi (bis 2006 Kibuye) liegt im Westen Ruandas an der Küste des Kivu-Sees. Mit einer beschaulichen Größe von ca. 50.000 Einwohnern ist sie ein beliebtes Reiseziel für in- und ausländische Touristen.

Unterwegs auf dem Kivu-See - los geht's.

Unterwegs auf dem Kivu-See – los geht’s.

Während in der Innenstadt Kigalis reges Treiben herrscht, Menschen sich aneinander vorbei drängen und die Straßen mit Autos, Minibussen und Moto-Taxis nur so überhäuft sind, findet man im Zentrum von Karongi nur wenige Passanten und PKWs. Lediglich Moto-Taxifahrer sprechen hin und wieder vorbeilaufende Personen an, ob sie ihre Dienste in Anspruch nehmen wollen. Diese Ruhe ist nicht weiter verwunderlich, schließlich hat Karongi, außer der Lage am Kivu-See, wenig zu bieten. Lediglich ein paar kleine Läden und ein Wochenmarkt säumen die Straßen der Stadt. Besonders die Einwohner Kigalis schätzen diese Ruhe, 90 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, sehr.

Übernachten mit Seeblick

Der Blick von der Terasse der Pension Home Saint Jean auf den Kivu-See.

Der Blick von der Terasse der Pension Home Saint Jean auf den Kivu-See.

Aufgrund dieser Beliebtheit  bei Touristen haben sich einige Hotels, Lodges und Pensionen am Ufer des Kivu-Sees angesiedelt. Die meisten dieser Hotels haben einen eigenen Strandabschnitt und bieten verschiedene Boots- und Wandertouren für die Reisenden an.

Der Ausblick vom Restaurant der Pension Home Saint Jean auf den Kivu-See

Auch vom Restaurant der Pension Home Saint Jean bietet sich ein toller Blick auf den See.

Durch die große Auswahl an Unterkünften ist für jeden Geldbeutel und jeden Anspruch das Richtige dabei. Während ein einfaches Zweibettzimmer mit Gemeinschaftsbad in der Pension „Home Saint Jean“ bereits für 27 US-Dollar zu haben ist, bieten die Holzhäuser der „Cormoran Lodge“ für den stolzen Preis von 180 US-Dollar pro Nacht Luxus im Überfluss. Wer sich eine solche Übernachtung nicht leisten kann, ist dennoch als Gast in den Restaurants und an den Privatstränden der gehobenen Hotels gern gesehen.

Von Kühen, Affen und Ruinen

Die Aussicht von der Napoleon-Insel.

Die Aussicht von der Napoleon-Insel.

Um die Touristen während ihres Aufenthalts zu beschäftigen, werden neben Wassersport wie Kajak fahren oder Wasserski, einige Bootstouren auf dem Kivu-See angeboten. Bei diesen Touren werden in Kleingruppen eine oder mehrere Inseln besucht, auf denen der Reiseführer über die Geschichte der Inseln informiert. Bis auf die große Insel „Idjiwi“, die bereits zum Kongo gehört, sind die meisten anderen Eilande recht klein und unbewohnt.

Auf der Napoleon Insel leben Rinder. Man sollte ihnen nicht zu nahe kommen.

Auf der Napoleon Insel leben Rinder. Man sollte ihnen nicht zu nahe kommen.

Eine der beliebtesten Bootstouren führt über drei Inseln. Der erste Halt ist die sogenannte „Napoleon Island“. Dort werden die Besucher auf den höchsten Punkt der Insel geführt und können von dort einen atemberaubenden Blick über den Kivu-See genießen. Doch Vorsicht: Es ist nicht unüblich, dass man auf dem Weg auf Kühe, Rinder und sogar Schlangen trifft, die wenig Begeisterung für die Besucher übrig haben.

Vom höchsten Punkt der Napoleon-Insel schweifen die Augen bis zum Horizont.

Vom höchsten Punkt der Napoleon-Insel schweifen die Augen bis zum Horizont.

Den Namen hat die kleine Insel übrigens wegen ihrer Form, die an den Hut Napoleons erinnert. Der zweite Stopp ist die „Monkey Island“. Auf dieser unbewohnten Insel leben einige Ziegen und Meerkatzen, eine Affenart, die besonders durch ihre knallblauen Genitalien auffällt.

Eine männliche Meerkatze freut sich über eine Banane.

Eine männliche Meerkatze freut sich über eine Banane.

Damit die Affen auch aus der Nähe beobachtet werden können, haben die Reiseführer Bananen dabei, mit denen die Primaten von den Besuchern gefüttert werden können. Der letzte Halt der drei- bis vierstündigen Tour ist die „Peace Island“. Hier gab es noch vor einigen Jahren ein kleines Restaurant mit Bar, das jedoch wegen zu geringen Besucherzahlen schließen musste. Heute zeugt nur noch die Ruine von der Existenz der Gastronomie. Die dritte Insel ist ebenfalls sehr klein, bietet aber mit einem ruhigen, idyllischen Strand, der seicht ins Wasser führt, die perfekte Gelegenheit zum Schwimmen. Zeitdruck gibt es auf dieser Bootsfahrt nicht. Lediglich der Preis variiert ja nach Dauer der Tour. So kostet eine Stunde 15.000 Ruanda Franc (etwa 16 Euro) und alles über vier Stunden 45.000 RFW (etwa 50 Euro). Dabei spielt es jedoch keine Rolle ob man allein oder zu fünft an der Bootsfahrt teilnimmt. Der Preis wird immer pro Fahrt gerechnet.

Eine malerische Landschaft im Herzen Afrikas

Die Peace Island.

Die Peace Island.

Der Kivu-See ist ein Muss für jeden, der Ruanda oder die Demokratische Republik Kongo bereist. Besonders Karongi ist mit seinen vielen schönen Unterkünften und einem atemberaubenden Blick auf den See ein zu empfehlendes Reiseziel. Für alle, die viel Stress im Alltag haben, wird die Kleinstadt zur Wohlfühloase mit Seeblick, angenehmen Klima und vielen afrikanischen Köstlichkeiten in den Restaurants der Hotels.

Foto: Jana Ruminger und Nathanael Meyer

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