Reisegeschichten

Abwarten und Tee trinken – Tagebuch einer Wüstentour

Dünendunst III.

In der Wüste heiße ich Hamadi. Den Namen haben mir Mohammed, Mustapha und Khalid geschenkt, gleich nach der Ankunft im Camp und der Tee-Zeremonie zur Begrüßung. Die drei jungen Männer arbeiten für Ali Mohammed Banane, der mich in das Camp in die Dünen der Erg Chegaga gebracht hat. Das Lager liegt etwa eineinhalb Stunden Autofahrt entfernt von M’ Hamid, ganz im Süden Marokkos. Kurz nach dem Städtchen mit seinen knapp 10.000 Einwohnern wird aus der Asphaltstraße eine Schotterpiste, um sich wenig später als Spur in der Wüste zu verlieren. Hier ein Autowrack, da ein alleinstehender Baum und Sand. Weiterlesen

Brixen: Die älteste Stadt Südtirols

Optischer Leckerbissen: Der Domplatz mit Rathaus.

Wer zum ersten Mal in der alten Bischoftsstadt Brixen Station macht, wird schier erschlagen. Von den gewaltigen Baudenkmälern, die den Betrachter in seinen Bann ziehen. Beispiele gefällig? Vom mächtigen Dom, dem großartigen Kreuzgang, der mittelalterlichen Hofburg mit seinem herrlich angelegten Hof- oder Herrengarten oder dem Weißen Turm. Das imponierendste Bauwerk steht allerdings vor der Stadt, etwa drei Kilometer nördlich: das Kloster Neustift. Weiterlesen

Zwischen Himmel und Erde. Notizen aus Südafrika

An der Strandpromenade von Hermanus kennen die Touristen nur eine Blickrichtung: Hinauf aufs Meer. Ab August bringen in der geschützten Bucht die Südkaper, eine Walart, dort ihre Jungen zur Welt und sind gut zu beobachten. Hermanus ist die Wal-Metropole Südafrikas.

„Shosholoza, shosholoza / Ku lezontaba / Stimela siphum’ eSouth Africa“, sangen unüberhörbar etwa dreißig farbige Mädchen und Jungen am Flughafen Johannesburg und tanzten dazu ausgelassen. Sie zogen die Aufmerksamkeit aller weißen Mitflieger auf sich, die dem lebhaften Schauspiel wohlwollend zusahen. Das ist Südafrika, Lebensfreude und Aufgeschlossenheit , urteilten wir als Neuankömmlinge spontan. Südafrika, ein Land, in dem es möglich ist, fröhlich und hoffnungsvoll zu leben und auch Eigenheiten zu bewahren. Ein Land, in dem alle, ob schwarz oder weiß, gerne und friedlich miteinander zusammen leben. Weiterlesen

Bierwallfahrt: Gut gelaunt in Altötting ankommen

Das Ziel der Bierwallfahrt: - Altötting. - Foto: Inn-Salzach-Tourismus

Als Wallfahrtsort ist Altötting weltbekannt. „Von jeder Haustür aus geht ein Weg nach Altötting“, sagt der Volksmund. Gemeint ist damit: Jedes Jahr machen sich ungezählte Wanderer, Wallfahrer und Pilger auf den Weg in die 20.000 Einwohner zählende Kreisstadt und besuchen das bayerische Nationalheiligtum. Sei es aus alter Tradition, aus tiefem Glauben oder aus sportlichem Ehrgeiz. Weiterlesen

Unterwegs auf der Deutschen Fachwerkstraße

Schmalkalden: Das 19.000-Einwohner-Städtchen ist eine Stadt im fränkisch geprägten Süden des Freistaats Thüringen. Die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern am Altmarkt ist äußerst sehenswert. – Foto: Nestler

Dem Reiz der Deutschen Fachwerkstraße kann sich keiner entziehen. Sie verläuft über 3000 Kilometer und erstreckt sich von der Elbe im Norden bis zu den Gestaden des Bodensees im Süden der Republik. 1990 gegründet, schließt sie heute hundert Fachwerkstädte zusammen – allesamt historische Orte, randvoll mit alter  Bausubstanz und reich an Geschichte. Weiterlesen

Wattenmeerinsel Texel: Rotweißblaues Juwel der Nordsee

Das Texeler Paracentrum hat sich in seiner 35-jährigen Existenz auf dem Flugplatz Texel einen guten Ruf erworben. Sie können hier ruhigen Gewissens den First Jump Course buchen, der eine eintägige Grundausbildung umfasst, an dessen Ende Ihr erster Fallschirmsprung steht.

Möwen umschwärmen das Aussichtsdeck der Autofähre. Nach der Überfahrt von Den Helder an die Nordspitze Hollands zur größten der westfriesischen Inseln: salziger Wind, eine feuchte Brise – und eine unglaublich vielfältige Natur: Wälder, Heide, Polder, Strand, Watt, Hügel. Einmalig – und deshalb zum Nationalpark erklärt – sind die Texel Dünen, die immense Sandfläche De Hors und das Dünental Der Slufter, wo das Nordsee Wasser bei Flut Inland strömt und viele salzliebende Pflanzen wachsen. An schönen Tagen blendet der Sand wie Schnee. Und über urigen Bretterbuden, die in Holland „Pavillons“ heißen, knattert die abgewetzte rotweißblaue Flagge im Wind. Weiterlesen

Barbados: Sinnliche Genüsse für die Augen und den Gaumen

Magisch: Der Sonnenuntergang über dem Atlantik.

„Woh! I’m going to Barbados, backa to the palm trees…“ – Der 70er-Jahre Hit der britischen Studioband „Typically Tropical“ macht bis heute Sommerlaune. Auch der musikalische Empfang der Calypso-Band, zu deren Rhythmen zwei dunkelhäutige Schönheiten am „Grantley Adams International Airport“ in Bridgetown ihre Hüften schwingen, macht Lust auf Me(h)er. Wir sind eingestimmt und bereit – zum Eintauchen ins karibische Lebensgefühl! Weiterlesen

Weit abseits ausgetretener Pfade – eine Reise durch Tadschikistan

Trekking mit Pferd.

4.00 Uhr früh, Flughafen Duschanbe: verschlafene Fluggäste, Anstellen am Schalter zur Passkontrolle für die Einreise. Aber an welchem Schalter? Vier Schalter sind für Tadschiken geöffnet und nur einer für „all passports“. Der aber ausschließlich für Inhaber des kürzlich eingeführten e-Visums – das hat keiner. So bleibt der Schalter eben frei. Endlich haben wir es geschafft, und draußen empfängt uns warme Luft und der Fahrer, der uns zum Green House Hostel bringt. Vier große Koffer werden im Kofferraum der Limousine verstaut – kein Problem, viel Schnur hält die Koffer auch bei geöffnetem Deckel sicher fest. Nach kurzer Fahrt hält das Auto vor einem unscheinbaren Blechtor. Dahinter eine schöne alte Villa mit Vorgarten und altem Baumbestand. Weiterlesen

Canazei: Jeden Tag auf einer anderen Piste

Abendstimmung im Fassatal.

Geographisch ist es ein Gebirgseinschnitt, doch das weitläufige, von eindrucksvollen Bergen umgebene Tal im Norden Italiens von Molina bis Canazei hat sich zwei Namen gegeben: Von Molina bis Moena erstreckt sich das Fleimstal (Val di Fiemme) mit den Orten Cavalese und Predazzo, und von Moena bis Canazei das Fassatal (Val di Fassa). Der typisch trientinische Landstrich bildet die Grenze zu Südtirol, hier geht es vom Deutschsprachigen ins Italienische über. Vor allem aber pflegen die Einheimischen dort die ladinische Sprache. Weiterlesen

Namaste Nepal!

Gebetsfahnen sind heute im Buddhismus übliche Fahnen in meist kleiner rechteckiger Form. Sie werden von den Gläubigen bis zur vollständigen Verwitterung dem Wind ausgesetzt, damit nach ihrer Überzeugung die Gebete dem Himmel zugetragen werden. Foto: Gebeco.

Vor dem Landeanflug taucht die Kette der schnee- und eisbedeckten Gipfel des Himalaya auf. Kathmandu – wir kommen! Sobald wir den Flughafen verlassen und von unserem freundlichen Guide im Empfang genommen werden, finden wir uns in einem Wirrwarr aus fremden Eindrücken, Gerüchen und Hupkonzerten wieder. Der chaotisch wuselnde Verkehr auf den größeren Straßen scheint undurchdringlich. Zwischen hupenden Autos quetschen sich Moped- und Fahrradfahrer. Mädchen in dunkelblauer Schuluniform, die Haare artig mit roten Schleifen zu Schaukeln geflochten, überqueren todesmutig die Straße. Weiterlesen

Von furios bis kurios: Der Wilde Kaiser

Noch leuchtet der Mond über dem Wilden Kaiser, doch bald übernimmt die Sonne und wird das Gebirgsmassiv und die Ortschaft Going anleuchten. - Foto: Ferienregion Wilder Kaiser

Das Kaisergebirge, zwischen Kufstein und St. Johann in Tirol gelegen, ist ein wahrlich majestätischer Gebirgszug. Es besteht aus dem markanten Felsmassiv des Wilden Kaisers, der durch seine schroffen Zacken seinem Namen alle Ehre macht – die höchste Erhebung ist die Ellmauer Halt mit 2344 Metern –, und seinem kleinen Bruder, dem Zahmen Kaiser, dessen höchster Punkt gerade einmal die 2000-Meter-Grenze erreicht. Weder durch Straßen noch durch Seilbahnen erschlossen, ist der größte Teil des Kaisergebirges ein über 100 Quadratkilometer großes, unberührtes Naturschutzgebiet, und das seit über 50 Jahren. Weiterlesen

Waikiki – das Herz von Hawaii

Ein ganz normaler Strandtag am Waikiki Beach.

Die erste Station meiner unzähligen Hawaii-Reisen ist immer Oahu. Am „Gathering place“ landen alle großen Maschinen am Flughafen von Honolulu. Oahu ist die drittgrößte der Hawaii-Inseln und macht mit seiner knappen Million an Einwohnern 75 Prozent der Bevölkerung des 50. Bundesstaates aus. Wie auch alle anderen Inseln ist Oahu das Ergebnis zweier Vulkane, dem Waianae und dem Koonau. Mit seinen Wolkenkratzern und fast 40.000 Hotelzimmern allein in Waikiki erinnert Honolulu an die großen Metropolen des amerikanischen Festlandes. Auf den ersten Blick hat das so gar nichts mit Paradies zu tun, doch schon nach wenigen Autominuten von Honolulu entfernt, erreicht man einsame Täler, Regenwald und üppige Vegetation. Weiterlesen

Biathlon-Schnupperkurs: 50 Meter können verdammt weit weg sein

Und los gehts: Kimme – Korn und Schuss. - Foto: Dieter Warnick

Wie angenehm es doch ist, daheim im Fernsehsessel zu sitzen und sich Biathlon anzusehen. Eine Sportart, die sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Event gemausert hat, das die Massen anzieht, egal ob an den Fernsehgeräten oder live vor Ort. Eine Sportart begeistert Millionen. Die TV-Quoten sind stabil hoch, das Zuschaueraufkommen in den Weltcup-Orten kaum zu überbieten. Ob in Ruhpolding oder Oberhof, ob in Oslo oder Trondheim, ob in Chanty-Mansijsk, Antholz, Pokljuka, Hochfilzen, Östersund, Kontiolahti oder an einem anderen Weltcuport – Biathlon erfreut sich nach wie vor einer äußerst großen Wertschätzung. Aber erst derjenige, der es ausprobiert hat, wie es ist, diesen Sport zu betreiben, kann ein wenig nachvollziehen, was jeder einzelne dieser Sportler leistet. Ein Schnupperkurs ist da genau das Richtige. Weiterlesen