Reisegeschichten

Thailand: Unvergessliche Naturerlebnisse im Regenwald

Mod Dang genießt ein Schlammbad. – Foto: Anke Sieker

Ein Selfie vom Rücken eines Elefanten aus mag das ultimative Urlaubssouvenir eines jeden Snapchatters sein. Auch im Süden Thailands gehört der Ritt auf dem asiatischen Elefanten zur beliebten Touristenattraktion. Nicht so für uns. In dem von uns angesteuerten und als besonders tierfreundlich zertifizierten Urlaubs- und Naturparadies dürfen sich die vom Aussterben bedrohten liebenswerten Dickhäuter noch in ihrem natürlichen Lebensraum frei und artgerecht bewegen, müssen keine Kunststückchen aufführen und auch nicht, wie am Fließband, Touristen-Massen durch die Gegend tragen. Weiterlesen

Garmisch-Partenkirchen: Hier wächst der Likör auf der Bergwiese

Historisches Ensemble – die Ludwigstraße im Ortsteil Partenkirchen. - Foto: Markt Garmisch-Partenkirchen / Marc Hohenleitner

Wer Garmisch-Partenkirchen nur auf Wintersport, Sommerfrische, die Zugspitze und Olympia 1936 reduziert, der wird ziemlich unwissend die Heimreise antreten. Denn die Marktgemeinde mit ihren 29 000 Einwohnern und 10 000 Gästebetten hat weit mehr zu bieten als nur Wandern, Skifahren, urige Wirtshäuser oder sonnenüberflutete Straßencafés. Weiterlesen

Fremdes Japan: Wie ich versuchte, 88 Tempel zu erobern, und mich dabei verlor

Impression.

≫Itadakimasu*≪, sagt Herr Matsugami und lächelt unergründlich. Erfolglos suche ich im Gesicht meines Gastgebers nach einem Hinweis, wie ich mich verhalten soll. Hat er gerade einen Witz gemacht? Soll ich lachen oder wäre das unangebracht? Ich probiere es mit einem freundlichen Augenaufschlag und senke gleich darauf den Blick auf das vor mir stehende Tablett. Herr Matsugami hat Köstlichkeiten der japanischen Küche zu einem Gesamtkunstwerk komponiert. Schälchen mit rohem und gebratenem Fisch grenzen an andere mit Reis und Algen. In der Mitte steht eine dampfende Schüssel Miso-Suppe, auf der zwei hölzerne Essstäbchen liegen. Weiterlesen

Finnmark: Die nördlichste aller Herausforderungen

Nord-Norwegen ist durchaus reizvoll und lädt zur einen oder anderen Wanderung ein.

Wenn man die Finnmark, den nördlichsten Zipfel von Norwegen besucht, muss man schon einiges an Masochismus und Fatalismus mitbringen, denn einfach wird einem das nicht gemacht. Abgesehen von der Strecke, die man da zurückzulegen hat (von Oslo sind es weitere zwei Stunden Flug) ist vieles an diesem Land gewöhnungsbedürftig. Wer es gerne warm und sonnig – oder wenigstens schneefrei und klar – mag, ist hier meist fehl am Platz: Bei 14 Grad und bedecktem Himmel würden sich die Norweger am liebsten alle Kleider vom Leib reißen (was sie aber nicht tun, nicht einmal in der Sauna) und freuen sich über den herrlichen Sommertag. Bei einer sommerlichen Durchschnittstemperatur von elf Grad irgendwie verständlich. Weiterlesen

Im Herbstfarbenrausch per Rad durch den Nordosten der USA

Herbstfarbenrausch in den Adirondack Mountains im Bundesstaat New York. Die Herbstlaubverfärbung im Oktober wird als Fall Foliage bezeichnet.

Das Timing könnte kaum schlechter sein. Über Nacht ist aus den Tropfen ein Dauerregen geworden. Die White Mountains sind unter einer Wolkendecke begraben, und wenn der Mount Washington, mit seinen 1917 Metern der höchste Berg in New Hampshire wie auch den Neuengland-Staaten, irgendwo dort draußen sein soll, dann muss man das halt einfach glauben. Zu sehen ist wenig bis gar nichts. Jedenfalls nicht von diesem oder anderen Bergen. Aber die Natur spielt nach ihren eigenen Regeln. Rücksicht nehmen auf Touristen, die denken: Indian Summer, das klingt doch nach einer launigen Tour, pardon Radtour? Vergiss es. Immerhin: Das Laub ist bunt und bringt Farbe ins Grau.  Weiterlesen

Im Weinviertel wird eingeschenkt und aufgetischt

Besonders gemütlich geht es bei den vielen Kellergassenfesten zu, die in jedem Dorf oder größerem Ort zur Zeit der Weinlese stattfinden. - Foto: Weinviertel Tourismus / Lahofer

Der Name Weinviertel sagt es ja schon: In dieser Region dreht sich alles um Wein, Weißwein, in erster Linie um den Grünen Veltliner (und mit Abstrichen Welschriesling und Weißburgunder). Die Weinbauern im Osten Österreichs verdanken Auskommen und Wohlstand ihrem kostbarsten Gut – dem ertragreichen Löss- oder Lehmboden. Denn, das ist ja hinlänglich bekannt, ist der Boden, auf dem die Rebstöcke gedeihen, die Grundlage jeglichen Weinbaus. Die mineralreichen, dominanten Lössböden und das milde Klima bilden die perfekten Bedingungen, um kräftige, füllige Weine hervorzubringen, unter anderem den Grünen Veltliner. Auf weit über 90 Prozent der gesamten Weinbaufläche wird hier Weißwein angebaut, für die rote Traube bleibt da nicht mehr viel übrig.

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Unterwegs im Wattenmeer: einmal Abenteuer und zurück!

Und dann passiert es: Bei wenig bewölktem Himmel versinkt die rotglühende Sonne langsam im Wattenmeer. Was für ein Anblick!

„Da, ein Seehund!“, ruft plötzlich einer der Teilnehmer. Was? Wo denn? Ja, da! – schallt es durch die Gruppe und alle zücken ihre Kameras. „Ja, ja, ein Seehund“, wiederholt Gerke Ennen mit gepielter Begeisterung. Schließlich hat der erfahrene Wattführer für die Teilnehmer seiner Wattwanderung gerade einen Schlangenseestern aus der Nordsee gefischt. Dafür ist er tief in die Nordseewellen gestapft, um seinen kleinen Kescher immer wieder durch das auflaufende Wasser zu ziehen. Er wird am Ende nicht der einzige mit nasser Hose sein. Weiterlesen

Osttirol: „Dem Süden näher“

Regenbogen in Innergschlöß. - Foto: Anneliese Senfter

Noch bis vor 50 Jahren musste sich die Bevölkerung Osttirols ziemlich abgehängt vorgekommen sein. Wollte man beispielsweise von der Bezirkshauptstadt Lienz oder der Gemeinde Matrei aus in die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck kommen, mussten etliche Strapazen auf sich genommen werden. Denn eine direkte Straßenverbindung gab es nicht, man musste umständlich mit der Eisenbahn, der Tauernbahn, reisen, und zwar über Kärnten und Salzburg. Und auch das erst mit Beginn des 20. Jahrhunderts. Eine wahrlich zeitintensive Anreise. Aber eine andere Möglichkeit gab es nicht. Weiterlesen

Fès: Letzte Ausfahrt Mittelalter

Die Altstadt erstreckt sich auf hügeligem Gebiet. Hier die alte Stadtmauer von Fes / © Foto Georg Berg.

Links baumeln abgetrennte Kamelköpfe am Haken, rechts duftet Safran. Auf den Ständen  türmt sich eine Melange exotischer Gewürze. Es riecht nach Getreide, Seifen, nach süßen Backwaren und duftendem Couscous. Und immer wieder der Geruch eines scharfen Suds in einer Tajine, einem aus Lehm gebrannten Schmorgefäß mit gewölbtem Deckel. Die Talaa Kebira, die große Steige, ist die Hauptader der Medina von Fès. Es herrscht drangvolle Enge. Es türmen sich Bananen, Feigen und Datteln zu waghalsigen, farbenfrohen Pyramiden. Und die Luft vibriert von den aufgeregten Stimmen der Händler.

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„Da soll noch einer sagen, ich mach‘ keine eigenartigen Sachen“

Zu Lebzeiten schon in Holz verewigt: Sepp Maier, rechts das Original. - Foto: Dieter Warnick

In Bad Bayersoien steht das größte hängende Museum Deutschlands und sein Initiator ist sogar im Guinnessbuch der Rekorde verewigt. Der Altbayer sagt auf seine unnachahmlich herzliche Art „A oids Glump“ und der oft vorlaute Franke „Su a Graffl“. Der Norddeutsche dagegen würde sich nicht ganz so despektierlich ausdrücken, es vielleicht mit „ziemlich alte Sachen“ umschreiben, aber genau dasselbe meinen und genauso darüber denken. Wer also auf „Raritäten“ der vergangenen 170 Jahre steht, der muss den Maier Sepp besuchen und dem größten hängenden landwirtschaftlichen Museum Deutschlands einen Besuch abstatten. Weiterlesen