Nah-Reisen

„Da soll noch einer sagen, ich mach‘ keine eigenartigen Sachen“

Zu Lebzeiten schon in Holz verewigt: Sepp Maier, rechts das Original. - Foto: Dieter Warnick

In Bad Bayersoien steht das größte hängende Museum Deutschlands und sein Initiator ist sogar im Guinnessbuch der Rekorde verewigt. Der Altbayer sagt auf seine unnachahmlich herzliche Art „A oids Glump“ und der oft vorlaute Franke „Su a Graffl“. Der Norddeutsche dagegen würde sich nicht ganz so despektierlich ausdrücken, es vielleicht mit „ziemlich alte Sachen“ umschreiben, aber genau dasselbe meinen und genauso darüber denken. Wer also auf „Raritäten“ der vergangenen 170 Jahre steht, der muss den Maier Sepp besuchen und dem größten hängenden landwirtschaftlichen Museum Deutschlands einen Besuch abstatten. Weiterlesen

Hospitalschiff Gil Eannes: Im Dienste der Stockfisch-Flotte

Die Gil Eannes ankert als Museumsschiff im Hafen von Viana do Castelo im Norden Portugals.

Eitrige Schnittwunden, faulige Zähne und Knochenbrüche: Für die Mediziner an Bord des Hospitalschiffs Gil Eannes waren das die harmloseren Malaisen; bei heftigem Seegang mussten die Ärzte schon mal einen Blinddarm entfernen. Von 1955 an kreuzte die Gil Eannes für drei Jahrzehnte im Dienst der portugiesischen Kabeljau-Flotte durch den Nordatlantik. Heute ankert sie als Museumsschiff im Hafen von Viana do Castelo im Norden Portugals und gibt staunenden Touristen Einblick in die raue Welt des Stockfisch-Fangs. Weiterlesen

Ammergauer Alpen: Wo Fledermäuse Fußball spielen könnten

Morgenstimmung im Ammergauer Land. - Foto: Oberammergau Tourismus

Mit Markus Gerum auf einer Wanderung zu sein, ist ein ganz besonderes Erlebnis. Der gebürtige Oberammergauer ist genau das, was man sich unter einem „Naturburschen“ vorstellt. Dieses Attribut wird dem 51-Jährigen allerdings nur sehr ungenügend gerecht. Denn Gerum ist Vogelkundler und Fledermausschützer, Naturschutzwächter und Biberbetreuer. Weiterlesen

Als Frau alleine über die Alpen: Von Konstanz nach Verona

Idyllisches Timmelstal.

Was für ein Moment: Ich stehe ganz alleine auf dem knapp 3.000 Meter hohen Rettenbachjoch und habe damit meinen höchsten Punkt auf dem Fernwanderweg E5 erreicht. 400 Höhenmeter unter mir liegt das Weltcup-Skigebiet von Sölden mit seinem großen Parkplatz, den Liftanlagen und der Besuchertribüne. Um mich herum eine Welt aus Schnee und Eis. In den vergangenen Tagen hat ein Tiefdruckgebiet mitten im Juli für Schneefall unter 1.500 Metern gesorgt und mir damit ziemlich kniffelige Verhältnisse beim heutigen Aufstieg beschert. Doch nun habe es tatsächlich geschafft! Ein riesiges Glücksgefühl durchströmt mich, ich könnte jubeln und tanzen vor Freude. Ich schließe die Augen, hole tief Luft und fühle ganz intensiv diesen besonderen Moment. Weiterlesen

Olympiaregion Seefeld will nichts Besonderes sein

Idylle pur – der Wildsee. - Foto: Dieter Warnick

Wer sich im Wintersport auskennt – und derjenige muss nicht einmal ein großartig fundiertes Fachwissen haben – wird, wenn er den Namen Seefeld hört, diesen unweigerlich mit Hochleistungssport in Verbindung bringen. Der kleine Ort in Tirol war während der Olympischen Winterspiele in Innsbruck (1964 und 1976) zweimal Austragungsort der nordischen Skidisziplinen, und sogar ein drittes Mal, als im Januar 2012 die Olympischen Jugend-Winterspiele auf dem weitläufigen Hochplateau stattfanden. Außerdem trafen sich hier 1985 die „Nordischen“ zu ihren Weltmeisterschaften. Wegen Schneemangels in Innsbruck wurden die nordischen Disziplinen der Paralympics 1988 in Seefeld ausgetragen. Weiterlesen

Taganana – das Idyll eines längst verlorengeglaubten Teneriffas

In den Bergen rund um Tagana.

Wer an Teneriffa denkt, der hat vermutlich Sonne, Meer, Palmen und Kakteen vor Augen, große klimatisierte Hotelanlagen, ein buntes Gewimmel aus Touristen aller Nationen, vielleicht auch Attraktionen wie den Loro Parque. Doch im Norden der Insel, im Anagagebirge, kann man ein völlig anderes Teneriffa kennenlernen: Abgeschieden, idyllisch, grün, mit spektakulären Bergen und wie aus einem vergangenen Jahrhundert. Weiterlesen

Kufstein: 4948 Pfeifen intonieren „Gute Kameraden“

Nicht nur ein optischer Leckerbissen ist die Römerhofgasse mit der Traditionsgaststätte Auracher Löchl, die ihren Namen durch die alte Kufsteiner Bürgerfamilie namens "Auracher" bekam. 1448 wurde dort eine Bierschenke errichtet, die den heute noch gültigen Namen Auracher Löchl trägt. - Foto: TBV Kufsteinerland

Wenn es um die Perle Tirols geht, dann kann es sich nur um das Städtchen Kufstein handeln. Das jedenfalls behauptet Karl Ganzer (1920 – 1988). Der Musikant holte im Jahr 1946 durch Zufall zum großen Wurf aus, als ihm beim Üben auf seiner neuen Harmonika eine Melodie einfiel und nicht mehr aus dem Kopf ging – das Kufsteiner Lied. Dieser Ohrwurm hat den Namen der 20 000-Einwohner-Stadt in die ganze Welt hinausgetragen und zu einem Inbegriff alpenländischer Kultur gemacht. In der Altstadt hat man dem Komponisten daher ein Denkmal gesetzt. Und dass das Städtchen am grünen Inn in der Tat eine Perle ist – daran hat sich seitdem nichts geändert. Denjenigen, die an den Gardasee oder an die Adria reisen oder von dort zurückkommen sei ans Herz gelegt: Ein Kufstein-Besuch lohnt immer. Weiterlesen

Brixen: Die älteste Stadt Südtirols

Optischer Leckerbissen: Der Domplatz mit Rathaus.

Wer zum ersten Mal in der alten Bischoftsstadt Brixen Station macht, wird schier erschlagen. Von den gewaltigen Baudenkmälern, die den Betrachter in seinen Bann ziehen. Beispiele gefällig? Vom mächtigen Dom, dem großartigen Kreuzgang, der mittelalterlichen Hofburg mit seinem herrlich angelegten Hof- oder Herrengarten oder dem Weißen Turm. Das imponierendste Bauwerk steht allerdings vor der Stadt, etwa drei Kilometer nördlich: das Kloster Neustift. Weiterlesen

Bierwallfahrt: Gut gelaunt in Altötting ankommen

Das Ziel der Bierwallfahrt: - Altötting. - Foto: Inn-Salzach-Tourismus

Als Wallfahrtsort ist Altötting weltbekannt. „Von jeder Haustür aus geht ein Weg nach Altötting“, sagt der Volksmund. Gemeint ist damit: Jedes Jahr machen sich ungezählte Wanderer, Wallfahrer und Pilger auf den Weg in die 20.000 Einwohner zählende Kreisstadt und besuchen das bayerische Nationalheiligtum. Sei es aus alter Tradition, aus tiefem Glauben oder aus sportlichem Ehrgeiz. Weiterlesen

Unterwegs auf der Deutschen Fachwerkstraße

Schmalkalden: Das 19.000-Einwohner-Städtchen ist eine Stadt im fränkisch geprägten Süden des Freistaats Thüringen. Die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern am Altmarkt ist äußerst sehenswert. – Foto: Nestler

Dem Reiz der Deutschen Fachwerkstraße kann sich keiner entziehen. Sie verläuft über 3000 Kilometer und erstreckt sich von der Elbe im Norden bis zu den Gestaden des Bodensees im Süden der Republik. 1990 gegründet, schließt sie heute hundert Fachwerkstädte zusammen – allesamt historische Orte, randvoll mit alter  Bausubstanz und reich an Geschichte. Weiterlesen

Wattenmeerinsel Texel: Rotweißblaues Juwel der Nordsee

Das Texeler Paracentrum hat sich in seiner 35-jährigen Existenz auf dem Flugplatz Texel einen guten Ruf erworben. Sie können hier ruhigen Gewissens den First Jump Course buchen, der eine eintägige Grundausbildung umfasst, an dessen Ende Ihr erster Fallschirmsprung steht.

Möwen umschwärmen das Aussichtsdeck der Autofähre. Nach der Überfahrt von Den Helder an die Nordspitze Hollands zur größten der westfriesischen Inseln: salziger Wind, eine feuchte Brise – und eine unglaublich vielfältige Natur: Wälder, Heide, Polder, Strand, Watt, Hügel. Einmalig – und deshalb zum Nationalpark erklärt – sind die Texel Dünen, die immense Sandfläche De Hors und das Dünental Der Slufter, wo das Nordsee Wasser bei Flut Inland strömt und viele salzliebende Pflanzen wachsen. An schönen Tagen blendet der Sand wie Schnee. Und über urigen Bretterbuden, die in Holland „Pavillons“ heißen, knattert die abgewetzte rotweißblaue Flagge im Wind. Weiterlesen

Canazei: Jeden Tag auf einer anderen Piste

Abendstimmung im Fassatal.

Geographisch ist es ein Gebirgseinschnitt, doch das weitläufige, von eindrucksvollen Bergen umgebene Tal im Norden Italiens von Molina bis Canazei hat sich zwei Namen gegeben: Von Molina bis Moena erstreckt sich das Fleimstal (Val di Fiemme) mit den Orten Cavalese und Predazzo, und von Moena bis Canazei das Fassatal (Val di Fassa). Der typisch trientinische Landstrich bildet die Grenze zu Südtirol, hier geht es vom Deutschsprachigen ins Italienische über. Vor allem aber pflegen die Einheimischen dort die ladinische Sprache. Weiterlesen

Von furios bis kurios: Der Wilde Kaiser

Noch leuchtet der Mond über dem Wilden Kaiser, doch bald übernimmt die Sonne und wird das Gebirgsmassiv und die Ortschaft Going anleuchten. - Foto: Ferienregion Wilder Kaiser

Das Kaisergebirge, zwischen Kufstein und St. Johann in Tirol gelegen, ist ein wahrlich majestätischer Gebirgszug. Es besteht aus dem markanten Felsmassiv des Wilden Kaisers, der durch seine schroffen Zacken seinem Namen alle Ehre macht – die höchste Erhebung ist die Ellmauer Halt mit 2344 Metern –, und seinem kleinen Bruder, dem Zahmen Kaiser, dessen höchster Punkt gerade einmal die 2000-Meter-Grenze erreicht. Weder durch Straßen noch durch Seilbahnen erschlossen, ist der größte Teil des Kaisergebirges ein über 100 Quadratkilometer großes, unberührtes Naturschutzgebiet, und das seit über 50 Jahren. Weiterlesen