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Indian Gaming Regulatory: Betrieb legaler Online Casinos in Reservaten

Die Vereinigten Staaten von Amerika gelten allgemein hin als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Und so unterscheiden sich etliche Dinge von denen, wie wir sie hierzulande kennen. So können Amerikaner zwar ihren Führerschein zum Beispiel bereits mit 16 machen, dafür ist es diesen allerdings mit 21 gestattet Alkohol zu trinken.

Ebenso unterschiedlich verhält sich die Sachlage in den USA zudem auch noch in vielen anderen Bereichen, so unter andrem auch, wenn es um Glücksspiel oder Sportwetten geht.

Denn während man in Deutschland in nahezu jeder Stadt eine Spielbank oder ein Casino finden kann, sieht dies in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten gänzlich anders aus.

Glücksspiel und Sportwetten in den USA

Wenn es um Glücksspiel oder Sportwetten geht, dann herrschen in den USA bereits seit jeher deutlich striktere Vorgaben als in vielen Ländern Europas. Dies ist unter anderem auch den Betreibern der vier großen amerikanischen Sportligen NBA, NFL, NHL und MLB geschuldet, welche die große Angst vor Manipulationen und Wettskandalen umtreibt.

Zudem ging es der Regierung mit den geltenden Vorgaben allerdings auch darum, die US-amerikanischen Bürger vor der Gefahr durch Glücksspiel zu schützen. In Europa haben dagegen etliche Menschen mit dem Suchtpotenzial von Glücksspielen zu kämpfen, was das Vorgehen in den USA nur umso verständlicher wirken lässt.

Dennoch haben natürlich auch die Menschen in Nordamerika die Möglichkeit, legal an Glücksspielen teilzunehmen, jedoch bis zum März 2018 ausschließlich in bestimmten Städten und Territorien.

Wo kann man in den Vereinigten Staaten an Glücksspielen teilnehmen?

Denkt man in den Vereinigten Staaten an Glücksspiele, dann kommt einem wahrscheinlich in der Regel als erstes Las Vegas in den Sinn, denn die Stadt in Nevada gilt allgemein hin als Glücksspielparadies.

War die Stadt zu früherer Zeit noch ein Anziehungspunkt für Schürfer, die in den Blei- und Silberminen ihr Glück suchten, wurde 1931 die erste Glücksspiellizenz an das Hotel „El Rancho“ vergeben.

Somit ist das Glücksspiel in Nevada bereits seit den 30er Jahren legalisiert, was allerdings zur Folge hatte, dass in der Stadt über viele Jahre hinweg kein professionelles Sportteam beheimatet sein durfte, was vor allem der Angst vor Wettmanipulationen geschuldet war.

Erst seit der Saison 2017/18 nimmt mit den Vegas Golden Knights wieder ein Team aus Las Vegas am offiziellen Spielbetrieb Teil, was auch einer Lockerung der Gesetze in Bezug auf das Glücksspiel geschuldet ist.

Die neue Gesetzeslage in Bezug auf Sportwetten in den USA

Nachdem der Bundesstaat New Jersey Sportwetten bereits im Jahr 2011 legalisieren wollte, entwickelte sich ein Disput, der letztendlich vor dem US-Bundesgericht geklärt werden musste. Die Klage von New Jersey richtete sich dabei vor allem gegen den sogenannten „Professional and Amateur Sports Protection Act“, der im Jahre 1992 verabschiedet worden war.

Denn hierdurch waren Sportwetten seitdem, mit einigen wenigen Ausnahmen, flächendeckend verboten.

Im Juni 2017 nahm sich dann der Supreme Court in den Vereinigten Staaten schließlich der Sache an und entschied im Mai 2018, dass der „Professional and Amateur Sports and Protection Act“ gegen die geltende Verfassung verstoße.

Seitdem obliegt die Legalisierung und Regulierung von Sportwetten-Angeboten allein den Bundesstaaten, woraufhin Wetten in einigen Staaten sofort legal genutzt werden konnten. Es wird damit gerechnet, dass Sportwetten in den kommenden fünf bis zehn Jahren nahezu flächendeckend in den USA genutzt werden können, womit sich die Situation eher der in Europa annähern würde.

Doch was klassische Glücksspiele wie Slot-Maschinen, Blackjack, Roulette oder Poker betrifft, so gelten auch weiterhin ziemlich unterschiedliche Gesetze, die sich je nach Bundesstaat stark voneinander unterscheiden können.

Die Gesetzeslage in Bezug auf Glücksspiele

Vor allem was die Gesetzeslage in Bezug auf Land-basierte Casinos angeht, existieren in den Vereinigten Staaten äußerst individuelle Regelungen unter den einzelnen Bundesstaaten.

Und während in Bundesstaaten wie Nevada und einigen anderen sehr liberale Gesetze gelten, sind Glücksspiele in anderen Staaten wiederum komplett verboten.

Zumindest mit Ausnahme der Indianer Casinos, in denen Glücksspiele stets legal genutzt werden dürfen. Denn diese Casinos stellen eine Besonderheit und eine Ausnahme, im Bereich der Glücksspiel-Gesetze, dar, was auf einem geschichtlichen Hintergrund basiert.

Denn Ende der 70er Jahre begannen einige der Indianerstämme damit, Glücksspiele anzubieten. Um die letzten verbliebenen Ureinwohner Nordamerikas ein wenig zu unterstützen, verabschiedete die US-Regierung im Jahre 1988 den sogenannten „Indian Gaming Regulatory Act“. Dieser erlaubt den Indianerstämmen in Nordamerika das Errichten von Spielcasinos in ihren Reservaten.

Da zudem auch die Einnahmen dieser Casinos nicht versteuert werden müssen, um hiervon die häufig maroden Infrastrukturen innerhalb der Reservate zu sanieren, fanden sich derartige Casinos schnell in vielen Reservaten.

Insgesamt existieren die Indianerstämme in den USA heute über 247 Spielcasinos, wie das Pala-Casino bei San Diego. Hinzu kommen außerdem etwa 223 Indianerstämme, die verteilt über das gesamte Land, über 160 kleinere Spielhallen betreiben.

In einigen Bundesstaaten, wie in Alabama, Kalifornien, Arizona, Idaho, Texas, Connecticut, Minnesota, Nebraska, North Carolina, Wyoming, Washington, Oklahoma, Wisconsin oder New Mexico, existieren sogar ausschließlich Casinos, die von Indianerstämmen betrieben werden.

Wer in diesen Bundesstaaten außerhalb eines Reservats beim Glücksspiel erwischt wird, dem drohen in einigen dieser Staaten mitunter hohe Strafen. So läuft man in Alabama beispielsweise Gefahr durch illegales Glücksspiel sein Wahlrecht zu verlieren und muss zudem eine Strafe in Höhe von 15.000 US-Dollar entrichten.

Dagegen ist in anderen Staaten das Glücksspiel außerhalb des Festlandes, zum Beispiel auf Schiffen, erlaubt, allerdings auch nur dann, wenn diese in Richtung ausländischer Gewässer fahren. Denn dort besitzt das Gesetz der Vereinigten Staaten kein Gewicht, weshalb Glücksspiele in dieser Form unter anderem in Texas, Missouri, Mississippi, Georgia, Illinois und South Carolina angeboten werden.

In Bundesstaaten wie Montana, Rhode Island, Oregon, West Virginia oder South Dakota findet man wiederum sogar Spielautomaten in Bars oder Pubs, an denen man jedoch keine Gewinne ausgezahlt bekommt. Stattdessen erhalten erfolgreiche Spieler einen Gewinnbeleg, den sie an der Kasse der jeweiligen Location eintauschen können.

Weitere gesetzliche Sonderfälle

Bürger in Arkansas haben in zwei offiziellen Casinos ebenfalls die Möglichkeit an Slot-Automaten zu spielen und das, obwohl Glücksspiel in dem Bundesstaat eigentlich verboten ist. Benötigt es allerdings „Geschick und Urteilsvermögen“, um Gewinne mit einem Spiel zu erzielen, dann handelt es sich nach dem Gesetz hierbei nicht mehr um ein Glücksspiel.

Zu diesem Zweck haben sich die Casino-Betreiber in Arkansas etwas ganz besonderes einfallen lassen. So können Spieler nach dem ersten Dreh ein Symbol auswählen, welches sie in der kommenden Runde behalten. Auf diese Weise könnte man sich in der Folge die Chance auf einen Gewinn ungefähr errechnen, was nach dem Gesetz bereits ausreicht, damit es sich nicht mehr um ein Glücksspiel handelt.

Außerdem stammt das Gesetz, welches in Arkansas in Bezug auf Glücksspiele gilt, bereits aus dem Jahr 1967 und wurde seitdem nicht mehr überarbeitet. So zahlt man beispielsweise für die Teilnahme an illegalem Glücksspiel zwischen 10 und 25 Dollar, was jedoch nicht für Glücksspielangebote gilt die online angeboten werden. Denn das Internet existierte noch nicht einmal im Ansatz, als das Gesetz in Arkansas 1967 verabschiedet wurde.

Raushier-Reisemagazin

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