zurück



Las Vegas für Nostalgiker: Auf den Spuren der Vergangenheit

Die Wüstenmetropole Las Vegas hat eine lange Geschichte hinter sich. Die offizielle Gründung erfolgte am 15. Mai 1905, also vor weit mehr als 100 Jahren. Gut, manch andere Stadt ist deutlich älter, allerdings ist dieser Ort ein echter Sonderfall, weil er trotz lebensfeindlicher Umgebung explosionsartig wuchs und dabei teilweise heftige Phasen durchlebte. Heute zeigt sich die große Stadt der Spiele von ihrer schillernden, hochmodernen Seite mit prächtigen Casino-Resorts und spektakulären Attraktionen. Doch tief im Herzen dieser grandiosen Kulisse schlummert noch immer das nostalgische Las Vegas mit seinen Retro-Slots und der historischen Leuchtreklame.

Das Mob Museum setzt der Gangster-Ära ein Denkmal

"Welcome to Fabulous Las Vegas" – dieses Schild grüßt seit 1959. Foto: pixabay.com | skeeze

“Welcome to Fabulous Las Vegas” – dieses Schild grüßt seit 1959. Foto: pixabay.com | skeeze

Spätestens ab den 40er Jahren lag Las Vegas für eine ganze Weile in der Hand der Mafia, von den Amerikanern auch Mob genannt. In jenen Zeiten geschahen zwar zahlreiche finstere Dinge, aber es war auch eine Phase des kriminalistischen Heldenmuts und der Abenteuer. Das Mob Museum entführt den Besucher in jene Epoche, als noch Maschinengewehre und eiskalte Berechnung in der Mojave Wüste regierten. Es liegt in Downtown Las Vegas und hat sich in einem ansehnlichen historischen Bau angesiedelt, der abends durch Spotlights in Szenen gesetzt wird.

Drinnen treffen Gäste auf die aus zahlreichen Filmen bekannte Unterwelt mit all ihren Abgründen. Auch die Bekämpfung des organisierten Verbrechens wird in Bild und Ton dargestellt, sodass jeder Besucher die alten Zeiten noch einmal hautnah miterlebt – allerdings ganz gefahrlos. Markante Ereignisse erhalten eine Extra-Portion Rampenlicht, zum Beispiel das berühmte St. Valentine’s-Day-Massaker. Auch der älteste Lift von Las Vegas befindet sich ausgerechnet in diesem Bauwerk, er überwindet ganze zwei Stockwerke und war lange Zeit der höchste Aufzug der gesamten Stadt. In diesem Gebäude liegt also an jeder Ecke Geschichte in der Luft, der auch in modernen Zeiten auf Las-Vegas-Urlaub erfahrbar ist.

Auf den Spuren der Retro-Slots: Sightseeing mit offenen Augen

Schon seit das erste Las-Vegas-Casino eröffnete, locken die Spielautomaten zum kurzweiligen Zeitvertreib. Waren dies anfangs noch die wirklich klassischen “Einarmigen Banditen”, so sind alle modernen Anlagen heute auf aktuellstem Stand der Technik. Die Auszahlungsrate ist elektrisch einstellbar, Ton und Grafik wirken realitätsnah. Dabei geht aber keineswegs das Flair verloren, denn in den heutigen Casinos sorgen bewusst platzierte Retro-Automaten dafür, dass das Vegas der 70er Jahre noch immer präsent ist. Wer also die Augen offenhält, der muss in kein Museum gehen, um immer wieder einen Schuss Nostalgie zu spüren. Der Vintage-Trend ist übrigens auch in unseren heutigen Online Casinos immer wieder anzutreffen: Beim digitalen Automatenspiel lässt sich derselbe Mix aus Retro und Moderne erkennen, unklar ist jedoch, ob zuerst die Online-Anbieter diesen Trend starteten und Las Vegas nachzog oder umgekehrt. Im Grunde spielt die Antwort auch keine Rolle, wichtig ist eigentlich nur, dass der Neu-und-Alt-Mischmasch nach wie vor begeistert. Es wäre auch zu schade, gingen die berühmten Einarmigen Banditen einfach sang- und klanglos in der digital-elektronische Welle unter.

Im Neon Museum lebt die alte Leuchtreklame wieder auf

Noch ein zweites Museum entführt uns auf anschauliche Weise in alte Zeiten, als in Las Vegas noch ein etwas anderes Lüftchen wehte. Das Neon Museum verströmt echten Vintage-Charme, es präsentiert ausrangierte Leuchtreklame aus vergangenen Jahrzehnten – hauptsächlich aus den 30er bis 60er Jahren. Im Jahr 1996 kam jemand Schlaues auf die Idee, Spendengelder für den Erhalt der Uralt-Leuchtschilder zu sammeln und eine Non-Profit-Organisation zu gründen, die wiederum das besagte Museum eröffnete. Platziert hat sich dieser wunderbare Ort des Erlebens ganz am Anfang des Las Vegas Boulevards in Downtown City.

Mit der Eintrittskarte bucht der interessierte Sightseeing-Tourist eine ungefähr einstündige Führung mit. Das geht auch tagsüber, doch am Abend, nach einsetzender Dunkelheit, beginnen einige der Reklameschilder tatsächlich noch zu leuchten: ein guter Grund, diesen Termin auf eine etwas spätere Uhrzeit zu verlegen. Der Guide erzählt allerlei spannende Stories rund um die Ausstellungsobjekte und lässt so das nostalgische Las Vegas wiederaufleben – zumindest in Gedanken der Besucher. Richtig schön ist die Kreativität, die in den Retro-Reklametafeln liegt: Zu sehen sind zum Beispiel auch eine Kamelfigur, ein Kaktus und das 60 Meter hohe Stardust-Schild, das im Jahr 1958 den Las Vegas Strip zierte. Zehn Jahre lang durfte es sich mit Fug und Recht die höchste Leuchtreklame der Welt nennen. Erst dann wurde es übertroffen.

Die Pinball Hall of Fame für alle, die klassisches Flippern lieben

Auch der klassische Flipperautomat, wie wir ihn aus den 70er und 80er Jahren kennen, lässt ein beinahe vergessenes Lebensgefühl wieder aufflammen. In der Pinball Hall of Fame in Las Vegas gesellen sich zu den guten, alten Flippern auch noch bekannte Arcadespiele, wie die etwas Älteren unter uns sie noch aus den längst geschlossenen Spielhallen kennen. Auch in der glamourösen Wüstenstadt hatten diese Geräte einst ihren festen Platz, nun haben sie sich aufs Altenteil zurückgezogen und glänzen nur noch im Museum mit ihren Reizen. Doch ihren Job haben sie damit noch lange nicht an den Nagel gehängt, denn hier dürfen die Besucher weiterhin Hand anlegen und nach Herzenslust flippern oder Donkey Kong und Frogger zocken.

Die pixelige Grafik auf den Displays und die etwas holprige musikalische Untermalung gehören einfach mit dazu, sie fügen sich wie ein wichtiges Puzzlestück in unseren kleinen Nostalgie-Trip ein. Auf ungefähr 10.000 Quadratmetern Grundfläche hält die Hall of Fame ungefähr 200 unterschiedliche Retro-Automaten bereit, neben den genannten Koryphäen sind auch Space Jam, Ghostbusters und His Excellent Ray mit an Bord. Sogar die Preise scheinen wie aus ferner Vergangenheit importiert: Ein Spiel kostet einen Quarter, das heißt also nur einen Vierteldollar.

Downtown – das Herzstück der alten Stadt Las Vegas

Hier in der Freemont Street mit ihren verschiedenen Nebenstraßen fing alles an: Die Eisenbahnwaggons der Union Pacific karrten regelmäßig Frischwasser in die Wüste, während um sie herum die ersten Spielbanken das Licht der Welt erblickten. Die Keimzelle der Stadt erwachte, breitete sich aus, entwickelte ihr eigenes Flair – und wurde vom Las Vegas Strip mit seinen glamourösen Casino-Resorts und den spektakulären Shows überholt. Bald schon entstand in Downtown eine Art Sammelbecken für diejenigen, die sich die teuren Hotels nicht leisten konnten oder an der schönen, neuen Glitzerwelt kein Interesse fanden. Doch bald schon erfolgte eine angenehme Aufwertung: Die Stadt entschloss sich, den Bereich um die Freemont Street in eine überdachte Passage umzuwandeln, noch immer ohne übertriebenen Glitzer, sondern eher auf bewahrende, behütende Weise.

Noch immer befinden sich hier die kleineren Casinos, jetzt angenehm rundum-klimatisiert und mit einer spektakulären Zugabe: Sobald die Nacht hereinbricht, mutiert das etwa 450 Meter lange Dach zu einem Großbildschirm, aus Lautsprecherbäumen dröhnt ein irrer Sound. Showgirls tanzen über den Köpfen der Menschen, Würfel rollen, die Nacht erwacht! Schnell wird klar: Downtown Las Vegas hat die Zeiten überdauert, das alte Ambiente mischt sich mit hochmodernen Features und wird zu einer herrlichen Melange, die nicht nur Nostalgiker begeistert.

Nevada State Museum: Schusswaffen müssen draußen bleiben!

Ein größerer Rundumschlag gelingt beim Besuch des Nevada State Museums, das in einem Park in der Nähe des Twin Lake Drives außerhalb von Las Vegas liegt. Schon von Weitem signalisiert ein Warnschild, dass Schusswaffen vor dem Betreten des Gebäudes abzulegen sind. Ein bisschen Naturgeschichte ist im Inneren mit dabei, ausgestopfte Klapperschlangen und Fledermäuse lugen uns aus Schaukästen entgegen. Im Erdgeschoss steht eine alte Münzpresse und im Obergeschoss warten zahlreiche Alltagsgegenstände aus dem 18. und 19. Jahrhundert darauf, entdeckt zu werden. Natürlich sind auch einige historische Spielautomaten darunter, denn was wäre Nevada schon ohne sein Las Vegas? In einem Extra-Raum haben die Ausstellungsmacher eine alte Westernstadt nachgestellt, liebevoll arrangiert und voll spannender Details. Ein bisschen fühlt sich der Besucher zurückversetzt in jene ferne Epoche, als in der Mojave-Wüste die ersten Steinbauten aus dem sandigen Boden wuchsen, während die Menschen im Goldrausch versanken. Und als Klapperschlangen und Maschinengewehre noch die Oberhand hatten, unter der sengenden Sonne Nevadas.

Raushier-Reisemagazin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.