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Engelberg in der Schweiz: Entschleunigen mit Gletscherblick

 Jeder, der schon mal beim Wandern seinen Gedanken freien Lauf lassen konnte, weiß: Von den Bergen geht eine spezielle Energie aus. Einige Plätze rund um Engelberg in der Zentralschweiz sind jedoch besonders spirituell. Bedeutendster Kraftplatz ist das 1120 gegründete Benediktinerkloster Engelberg, die Option auf ein kurzzeitiges Mitleben gehört dort sogar zur jahrhundertealten Tradition. Doch auch entlang der Wege und Sträßchen verleihen kleinere Heiligtümer dem Tal ihren eigenen Reiz – mit immerwährenden Blick auf den Titlis-Gletscher.

Auf alten Pfaden: Jakobs- und Benediktusweg

Das Benediktinerkloster Engelberg in der Zentralschweiz ist umgeben von hochalpiner Landschaft und ein Ort der Begegnung und Inspiration. - Foto: Engelberg-Titlis/Christian Perret

Das Benediktinerkloster Engelberg in der Zentralschweiz ist umgeben von hochalpiner Landschaft und ein Ort der Begegnung und Inspiration. – Foto: Engelberg-Titlis/Christian Perret

Besuch bei den Brüdern: Über Engelberg führt eine Nebenroute zum berühmten Jakobusgrab in Santiago de Compostela. Den mühevollen Abstecher ins 1000 Meter hoch gelegene Tal nahmen Pilger seit jeher gerne in Kauf, um sich für einige Tage bei freier Kost und Logis im Benediktinerkloster zu stärken. Noch heute steht eine kleine Jakobuskapelle aus dem 17. Jahrhundert am Taleingang – zu Ehren des heiligen Schutzpatrons und  zum Schutz der Wallfahrer, bevor sie über den Jochpass zur Hauptroute in Flueli-Ranft weiterzogen.

Besuch bei den Schwestern: Der 21 Kilometer lange Benediktusweg verbindet die Klöster von Engelberg und dem Wallfahrtsort Maria-Rickenbach. Rund acht Stunden dauert die Tour zum Benediktinerinnenstift, die konditionell recht anspruchsvoll ist – zwischen abwechslungsreichen Aussichten auf wilde Bergweiden und zerklüftete Felsen müssen immer wieder teils kräftige Zwischenanstiege bewältigt werden.

Lernen von Benediktiner-Mönchen: Kloster auf Zeit

Auf dem Weg zur Arbeit – die Bewohner des Benediktinerklosters Engelberg in der Zentralschweiz sind keineswegs in der alten Zeit hängen geblieben. - Foto: Engelberg-Titlis/Christian

Auf dem Weg zur Arbeit – die Bewohner des Benediktinerklosters Engelberg in der Zentralschweiz sind keineswegs in der alten Zeit hängen geblieben. – Foto: Engelberg-Titlis/Christian

Placidus Mart., B. Frowinus Abbas, B. Adelhelmus Abb.: Statt Zimmernummern lauten so die Bezeichnungen für die Unterkünfte im öffentlichen Teil des Klosters von Engelberg – nach den Namen der Mönche, die hier einst gewohnt haben. Wer dabei an karge Klosterzellen denkt, irrt: Die original erhaltenen, teils stuckverzierten Räume sind schlicht, doch durchaus komfortabel ausgestattet und spiegeln das geschichtsträchtige und geistige Leben vergangener Jahrhunderte wider. Noch heute leben, arbeiten und lehren hier die Mönche. Gäste, die sich für einen begleiteten Aufenthalt entscheiden, können von ihnen lernen: In Einzelgesprächen bieten sie die Möglichkeit des Reflektierens oder helfen bei der Orientierung in Lebensfragen. Das Benediktinerkloster prägt die Geschichte des Bergdorfs seit mehr als 800 Jahren und hat auch heute noch erheblichen Einfluss auf seine Bewohner. Herz und Mitte des Komplexes ist die barocke Klosterkirche mit dem Hochaltarbild Spieglers und der größten Orgel der Schweiz.

Raushier-Reisemagazin

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