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Mit Yacht und Rad die Adriaküste entlang

Was für ein stolzes, maritimen Charme ausstrahlendes Schiff, auf dem wir die kroatische Adriaküste entlang südwärts schippern. Gerade haben wir die mächtigen Mauern der Altstadt von Dubrovnik passiert und fahren jetzt, meist immer ein wenig unter Land, montenegrinischen Gewässern zu.

Der „Traum der Träume“ legt ab, es kann losgehen.

Der „Traum der Träume“ legt ab, es kann losgehen.

Wir, das sind 25 zufällig zusammengewürfelte Passagiere, Paare, Freundesgruppen, Familien – uns alle eint die Neugierde auf die  von uns gebuchte Kombi-Reise: Inselhüpfen – mit Schiff und Fahrrad ein Land, seine Küste, aber auch einen Teil seines Hinterlandes erleben – genau das haben wir in Montenegro vor.

Schifffahrt unter Land

Doch da nach der kleinen, der kroatischen Hafenstadt Dubrovnik vorgelagerten Insel Lokrum erst mit dem griechischen Korfu das nächstes Eiland kommt, ist unser Törn eine Art Küstenschifffahrt – doch eine ganz wundervolle. Das spüren wir mit allen Sinnen spätestens, als wir in die große Bucht von Kotor einlaufen – ein großer Fjord, dessen Wasserfinger tief hinein ins Landesinnere greifen.

Die Räder stehen bereit, jetzt heißt es „umsteigen“.

Die Räder stehen bereit, jetzt heißt es „umsteigen“.

Bald lässt Kapitän Tonci die Maschine nur noch halbe Kraft voraus laufen, wir wollen demnächst anlegen – auf geht´s  zur ersten Radetappe.  Die „San Snova“ setzt uns im kleinen Hafen von Zelenika ab. Bis zu unserem Ankerplatz in Kotor sind es gemütliche 25 Kilometer, stets begleitet von herrlichen Ausblicken auf die Bucht von Kotor und die hohen Berge, die sich im Hinterland abzeichnen.

Ein Land im Aufbruch

Wir radeln an einem kleinen Restaurant nach dem anderen vorbei, sogenannten „Konobas“, eine Bezeichnung, die von der Verballhornung des englischen „corner bar“ kommt. Was uns auffällt: Überall wird  gewerkelt, gehämmert, gesägt, kleine Betonmischer laufen die ganze Bucht entlang – ein ganzes Land ist im Aufbruch: Dieser Eindruck drängt sich uns auf den späteren Radtouren immer wieder auf.

Rasant geht es bergab, und es gibt immer wieder Punkte mit herrlichen Ausblicken.

Rasant geht es bergab, und es gibt immer wieder Punkte mit herrlichen Ausblicken.

Und wer bei der ersten Radetappe das Badezeug in die Satteltasche stopfte, der lag goldrichtig. Immer wieder laden kleine Kiesbuchten zum Sprung in die klare Adria ein, willkommene Abkühlung bringend. Abends dann geht´s zum ersten Landgang hinein in die Altstadt von Kotor mit ihren Gassen und Gässchen, Restaurants, Bars, schönen kleinen Plätzen und immer wieder geschmackvoll restaurierten Häusern.

Weltkulturerbe

Auf jeden Fall lohnt sich ein Blick in die orthodoxen Kirchen, die mit kunstvoll gearbeiteten Ikonen geschmückt sind. Die Bucht und die Stadt von Kotor zählen inzwischen zum Unesco-Weltkulturerbe. Wer hier früher das Sagen hatte, zeigt an einer alten Palazzo-Fassade das Löwen-Wappen von Venedig.

Diese Rast haben wir uns redlich verdient.

Diese Rast haben wir uns redlich verdient.

Am zweiten Tag führt die Radtour von der Küste ins Landesinnere. Die ersten zwölf Kilometer sind die reinste Kletterei. Da heißt es, den eigenen Tritt zu finden und sich nicht kirre machen zu lassen von den Pedaleuren aus der Gruppe, die eines der fünf E-Bikes gemietet haben – scheinbar mühelos ziehen sie an uns mit unseren Trekking-Rädern vorbei.

Von Tag zu Tag besser im Tritt

Von Tag zu Tag kommen wir besser in Tritt und sind so in Form, als es auf die Etappe auf der westlichen Seite des großen Skutari-Sees geht. Der See, eine der größten in Europa, ist zwei Mal im Jahr Paradies und Zwischenhalt für Zugvögel. Die Tour ist ein stetes Auf und Ab – von einem Sattel, einer Anhöhe zur nächsten, unterbrochen von schönen,  Kühlung bringenden Abfahrten. Auf den Höhen hoch über dem See bekommen wir beim Blick auf die Bergmassive am Horizont ein Erahnen dieser gewaltigen Landschaft, der „Crna Gora“, der schwarzen Berge, die Montenegro seinen Namen gegeben haben.

Unterwegs lohnt immer ein kurzer Stopp.

Unterwegs lohnt immer ein kurzer Stopp.

Abends zurück an Bord ist Josip, Restaurant-Chef, Barmann, zweiter Kapitän und überhaupt die Liebenswürdigkeit in Person, ebenso auf 25 hungrige Mäuler gefasst, wie die Küchencrew mit Milan und Jelena: Als Entrée kommen grüne Nudeln mit Seafood, Muscheln, Krabben und kleinen Krebsstücken auf den Tisch. Als Hauptgang serviert Josip einen Drachenkopffisch mit Kartoffeln und Gemüse. Zum Nachtisch, von vielen heimlich ersehnt, gibt´s einen von Jelenas selbst gebackenen Kuchen – welch ein Gedicht!

Protzige Yachten

Einen Tag später gehen wir morgens um 9 Uhr auf eine unserer letzten Radetappen. Von der Marina von Budva aus, einem  lebendigen  Hafenstädtchen mit malerischer Altstadt, geht´s immer an der Bucht entlang, an der ein Badestrand am anderen liegt, hinüber nach Sveti Stefan. Die kleine Halbinsel ist nichts als Hotel, nur gut betuchte Gäste haben Zutritt. Im Hotel-Hafen liegen protzige Yachten. Da ist uns unser „Traum der Träume“,  nichts anderes bedeutet „San Snova“, um ein Vielfaches lieber – dieses Schiff hat mehr Grandezza als jede noch so komfortable Yacht.

Kapitän Tonci hat alles im Griff.

Kapitän Tonci hat alles im Griff.

Infomationen: Die vorgestellte Reise bietet das Internehmen „Inselhüpfen“ mit Sitz in Konstanz am Bodensee an. Die Reise mit Schiff und Fahrrad umfasst eine achttägige Reise auf der Motoryacht „San Snova“, sieben Übernachtungen in Doppelkabinen auf oder unter Deck mit jeweils Dusche/WC, sieben Mal halb Halbpension an Bord, geführte Radtouren, Stadtführung in Dubrovnik und deutschsprachige Reiseleitung.

Für die Idee kombinierter Schiffs- und Radreisen erheilt „Inselhüpfen“ im Jahr 2010 den Touristikpreis der Zeitung „Sonntag aktuell“, die als Sonntagszeitung etlicher Tageszeitungen in ganz Südwestdeutschland  erschient. – www.inselhuepfen.de

Fotos: Heiner Keller

LANDESINFOS MONTENEGRO:

Montenegro: Kleines Land mit viel Natur

Montenegro oder auch „Crna Gora“, beide Bezeichnungen dieses jungen und doch gleichzeitig alten Staates bedeuten „schwarze Berge“ oder auch „dunkles Gebirge“.
Der von der Sonne verwöhnte und von mediterranem Klima geprägte Küstenstreifen ist nur eine Seite dieses Balkanstaats. Keine 300 Kilometer lang ist die montenegrinische Küste, davon sind etwa 70 Kilometer Badestrände. Das andere Gesicht Montenegros sind die schwarzen Berge, die auf mehr als 1000 Meter aufragen.

620 000 Einwohner

Die Küstenregion kann auf eine katholisch-venezianische Tradition zurückblicken, die gebirgige Mitte des Landes ist geprägt von der serbisch-stämmigen, orthodoxen Bevölkerung  – Montenegro hat insgesamt 620 000 Einwohner.

Wechselvolle Geschichte

Montenegro ist bis heute geprägt  von einer wechselvollen Geschichte: Als Tito nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 die „Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien“ ausrief, war Montenegro mit dabei in diesem Staatenbund. Wirtschaftlich befand sich das Land immer am Schluss der sechs jugoslawischen Republiken, was zu einer nennenswerten Auswanderung führte.

Erst als Montenegro in den 1960er-Jahren vom Tourismus entdeckt wurde, ging es steil bergauf. Doch der Aufschwung währte nicht allzu lange. Durch die Jugoslawien-Kriege in den 1990er-Jahren lag die Wirtschaft bald darnieder. Zwar kam es innerhalb Montenegros zu keinen kriegerischen Auseinandersetzungen, doch montenegrinische Truppen innerhalb der jugoslawischen Armee waren an der Bombardierung der kroatischen Küstenstadt Dubrovnik beteiligt.

Die Touristen blieben aus

Die unsichere politische Situation auf dem Balkan ließ die Touristenströme schnell wieder versiegen. Der Bund mit Serbien erschien vielen Montenegrinern als Hindernis auf dem geplanten Weg in die Europäische Union. Premierminister Milo Dukanovic ließ nichts unversucht, sich von Serbien zu lösen: 2006 schließlich votierten die Montenegriner per Volksentscheid für die Trennung von Serbien – ein neuer, junger europäischer Staat erschien auf der Landkarte.

Raushier-Reisemagazin

Ein Gedanke zu „Mit Yacht und Rad die Adriaküste entlang

  1. Hallo alle!
    interessanter Artikel,
    2009 war ich in Dubrovnik mit meiner Familie und Kindern. Es war eine wirkliche wunderbare Oase reich an schönheit also bitte nicht verpassen! super phantastisch 🙂
    Ich habe auch die Romagna besucht, hier finden Sie einen anderen interessanten Artikel ueber seine Strände, wenn Sie interessiert sind: http://www.bravoreisen.com/rimini.html

    hab spaß!

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