Das Erfreuliche vorneweg: Jenesien bekommt wieder eine Seilbahn, die das Hochplateau des Tschögglbergs mit Bozen verbindet. Und noch dazu eine Weltneuheit! Technisch setzt das Projekt einen Meilenstein: Erstmals weltweit wird eine Pendelbahn mit Direktantrieb ausgestattet, also vollständig ohne Getriebe. Zusätzlich wird der Verschleiß und Wartungsaufwand reduziert und ein energieeffizienter Betrieb ermöglicht. Vor allem aber sinken die Schallemissionen deutlich, da getriebebedingte Geräusche entfallen. Ergänzend wird der Antriebsraum mit schallabsorbierenden Paneelen ausgestattet, um die Emissionen zu minimieren – ein zentraler Aspekt im sensiblen Umfeld angrenzender Wohngebiete.
Die Inbetriebnahme ist für 2027 vorgesehen

Eingebettet in eine zauberhafte Landschaft, idyllisch und ruhig am Hochplateau des Salten gelegen, erwartet den Urlauber hoch über Bozen fast schon ein bisschen Magie. – Foto: TV Jenesien / Michael Guggenberg
Die neue Seilbahn wird über eine höhere Kapazität, eine dichtere Taktfrequenz und eine höhere Fahrgeschwindigkeit verfügen als die Vorgängerbahn. Baubeginn soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 sein. Die Bahn kostet voraussichtlich 40 Millionen Euro. Geplant ist eine Zweiseil-Pendelbahn mit zwei Kabinen für rund 45 Personen und einer maximalen Förderleistung von rund 350 Personen in der Stunde. Die Fahrzeit soll zwischen fünf und sechs Minuten betragen. Die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant.

Die sanftmütigen Haflinger fühlen sich auf dem Salten pudelwohl; ein Ausritt auf Europas höchstem Lärchenhochplateau, im Sattel der trittsicheren Vierbeiner, ist ein herrliches Erlebnis. – Foto: TV Jenesien / Michael Guggenberg
Auch bei den Kabinen setzt das Projekt neue Akzente. Geplant sind Panoramakabinen mit über 80 Prozent Verglasungsanteil in neuem Design. Durch eine Schicht, die in die Fensterflächen der Kabinen eingebaut wird, werden die Fenster bei Bedarf milchig und dadurch undurchsichtig, um Einblicke in private Bereiche zu verhindern, wenn es über bebautes Gebiet geht. Nach dem „Überflug“ werden sie wieder transparent. Die Kabinen können, je nach Bedarf, vom reinen Personentransport auf kombinierte Nutzung – etwa mit Fahrrädern – angepasst werden.
Die alte Bahn war im Mai 1937 eröffnet und deren Betrieb im November 2020 eingestellt worden.
Bozen-Urlauber profitieren

Wenn die Krokusse ihre ganze Pracht herzeigen, dann ist die warme Jahreszeit nicht mehr weit. – Foto: TV Jenesien / Michael Guggenberg
Die neue Verbindung stellt natürlich auch eine Erleichterung für Bozen-Urlauber dar. In kurzer Zeit ist man nämlich in einer herrlichen Landschaft und einem prächtigen Wandergebiet. Idyllisch und ruhig am Hochplateau des Salten gelegen, erwartet den Besucher eine stille Welt fernab der Alltagshektik, gekrönt durch einen atemberaubenden Rundblick auf die majestätischen Berge der Dolomiten.

Und wenn der Frühling nicht mehr weit ist, dann kommt auch der Osterhase aus seinem Versteck. – Foto: Dieter Warnick
Der Salten ist das größte zusammenhängende Lärchenhochplateau Europas. Die unberührte Landschaft mit ihren sanften Anstiegen und weitläufigen, ebenen Wegen begeistern Jung und Alt zu jeder Jahreszeit. Im Frühling verwandelt sich das Hochplateau in ein weiß-violettes Krokusmeer, wenig später beginnen auch die Lärchen purpurrot zu blühen. Einen Ausflug wert sind die Erdpyramiden, die sich in Nobls, in der Wieser Lahn auf 1270 Meter Höhe befinden. Und die Haflinger, die auf den Wiesen und Koppeln sein dürfen, finden schlichtweg paradiesische Zustände vor.
Ursprungsort der Haflinger-Pferde

Auf dem Salten und dem Tschögglberg sind mehrere Erdpyramiden beheimatet: jene von Nobls bei Jenesien und jene von Mölten. – TV Jenesien / Michael Guggenberg
Jenesien gilt als Ursprungsort der berühmten Haflinger-Pferde. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts prägen die charakteristischen „blonden“ Vierbeiner das Landschaftsbild von Jenesien und dem Tschögglberg. Um 1900 wurde hier die erste Haflingerzucht gegründet und damit der Grundstein für die Erfolgsgeschichte dieser besonderen Pferderasse gelegt. Typisch für den Haflinger sind seine blonde Mähne, sein sanftes und freundliches Wesen sowie seine hohe Leistungsfähigkeit.
Die Lärche genießt eine besondere Bedeutung

Nur wenigen Menschen ist es vorbehalten, den Lärchen Harz zu entnehmen. Das wird dann zu wohltuenden Salben und Ölen verarbeitet. – Foto: LaRicina
Die Lärche hat auf der Hochfläche eine besondere Bedeutung, kann man doch ihrem Stamm Harz entnehmen und zu Pflegeprodukten verarbeiten. „Pecher“, „Pechklauber“, oder „Lörgetbohrer“ wurden die Menschen genannt, die sich die Entnahme des Lärchenharzes vor einigen hundert Jahren zum Beruf gemacht haben. Heute wird das Lärchenharz nur noch von wenigen Interessierten „geerntet“, die eigene Lärchen zum Anbohren besitzen.

Idylle pur – der Salten ist das größte zusammenhängende Lärchenhochplateau Europas; und mittendrin: urige Hütten. – TV Jenesien / Michael Guggenberg
Zur Gewinnung des kostbaren Goldes wird der Baum im Herbst mit einem Hohlbohrer, dem sogenannten „Lörgetbohrer“, zirka 30 Zentimeter über dem Boden in einem Winkel von 15 bis 20 Grad angebohrt. Dann kann man das Harz mit dem „Lörgetlöffel“, einer eingeschobenen Rinne, ausheben, in einem Eimer sammeln und schließlich weiterverarbeiten. Die Bohrlöcher werden anschließend mit einem Holzzapfen verschlossen und erst im Hochsommer wieder geöffnet.
Informationen: Elisabeth Unterhofer Gasser, Tel.: (0041 329) 131 80 22; E-Mail: info@laricina.it; Internet: www.laricina.it
Weitere Informationen: Tourismusverein Jenesien, Schrann 7a, I-39050 Jenesien, Tel.: (0043 0471) 35 41 96; Internet: www.jenesien.net; E-Mail: info@jenesien.net
Ausflugstipp
Haflingermuseum, Flaaser Straße, I-39050 Jenesien, Tel.: (0039 0471) 35 41 96; mobil: (0039 331) 624 1968; E-Mail: haflingermuseum.jenesien@gmail.com
Gastrotipps
Hotel & Gasthof Zum Hirschen, Schrann, 9c, I-39050 Jenesien, Tel.: (0039 0471) 354 194; Internet: www.hirschenwirt.it; E-Mail: info@hirschenwirt.it
Gasthaus Wieser, Noblser Weg 36. I-39050 Jenesien, Tel.: (0039 0471) 155 0722 mobil: (0039 333) 59 55 037; Internet: www.gasthof-wieser.com; E-Mail: info@gasthof-wieser.com