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Lungau: Wo feiern so richtig Spaß macht

Hört man sich im Bekanntenkreis um, und fragt nach dem Lungau, dann ziehen die meisten die Schultern nach oben und blicken ungläubig drein. Den Pongau, ja den kenne man, auch mit dem Pinzgau können noch ein paar Wenige etwas anfangen, aber Lungau? Da sind die meisten mit ihrem Latein am Ende.

Noch liegt leichter Nebel im Tal. Auch im Herbst hat der Lungau seine Reize. - Foto: Ferienregion Lungau

Noch liegt leichter Nebel im Tal. Auch im Herbst hat der Lungau seine Reize. – Foto: Ferienregion Lungau

Dabei ist die Spur, der die Befragten folgen, richtiggehend heiß. Denn, wie der Pongau und der Pinzgau, liegt auch der Lungau im Salzburger Land, und kann, das mag möglich sein, vom Bekanntheitsgrad mit den beiden anderen Gebieten nicht ganz mithalten. Das jedoch ist jammerschade. Denn der Lungau hat jede Menge zu bieten, den Gästen stehen 10 000 Betten aller Kategorien, vom Vier-Sterne-Hotel bis zur Almhütte zur Verfügung.

Zur genauen Orientierung: Der Lungau ist ein Hochplateau in den Niederen Tauern, liegt etwa 100 Kilometer südlich von Salzburg, grenzt im Westen an den Pongau, im Norden und Osten an die Steiermark und im Süden an Kärnten, wo der Katschberg die unsichtbare Grenze bildet. Vom Norden kommend erwartet uns der Lungau unmittelbar nach dem Tauerntunnel.

Zwischen den Radstädter Tauern und den Nockbergen

Der Lungau hat zu allen Jahreszeiten – besonders durch seine windgeschütze Lage zwischen den Radstädter Tauern und den Nockbergen – seinen Reiz. Im Winter Skifahren, logisch, im Frühling die ersten Sonnenstrahlen genießen, im Sommer wandern, biken und baden, und im Herbst neben wandern vor allem auch feiern, das heißt, den Bauernherbst genießen, der von Ende August bis Ende Oktober viele Veranstaltungen bereit hält.

Das Wanderangebot ist riesig; neben vielen herrlichen Ausflugszielen gibt es im Lungau auch 60 Bergseen zu erkunden. - Foto: Ferienregion Lungau

Das Wanderangebot ist riesig; neben vielen herrlichen Ausflugszielen gibt es im Lungau auch 60 Bergseen zu erkunden. – Foto: Ferienregion Lungau

In den 15 idyllischen Orten (alle bis auf einen liegen über 1000 Meter hoch) mit den Marktgemeinden Mauterndorf (1740 Einwohner), St. Michael (3500) und Tamsweg (5750) hat der Bauernherbst eine Menge zu bieten. Bei angenehmen Temperaturen sind Bergtouren bis in den Oktober hinein noch möglich, auch wenn die eine oder andere Hütte schon geschlossen ist. Drum ist es ratsam, die eigene Brotzeit dabei zu haben. Das ist nie verkehrt.

60 kristallklare Bergseen

Ein besonderer Leckerbissen – vor allem im Sommer – sind Wanderangebote, bei denen es gilt, die 60 Lungauer Bergseen zu erkunden. Kristallklar liegen sie oft versteckt hinter Bergen und Hügeln, oder sind eingebettet auf den weiten Almen. Ob Tagestour oder Drei-Tages-Tour, ob eine Fünf-Seen-Tour in den Niederen Tauern oder eine Sechs-Seen-Wanderung von Muhr bis ins Riedingstal – der Wanderfreund wird hellauf begeistert sein.

Eine deftige Lungauer Delikatesse ist das Schafaufbratln oder auch Schöpsernes genannt; es findet traditionell alljährlich im Herbst nach dem Schafabtrieb statt. - Foto: Ferienregion Lungau

Eine deftige Lungauer Delikatesse ist das Schafaufbratln oder auch Schöpsernes genannt; es findet traditionell alljährlich im Herbst nach dem Schafabtrieb statt. – Foto: Ferienregion Lungau

Auch von den Festlichkeiten, die die Orte und Gemeinden im Lungau zu bieten haben. Dabei ist es für die Einheimischen eine Selbstverständlichkeit, ihre Feste noch wie früher zu begehen, nichts ist aufgesetzt oder eigens für Touristen “konstruiert”. Die Feierlichkeiten sind bodenständig und unverfälscht, der Gast erlebt das Brauchtum so hautnah es geht, und die Lungauer Leckerbissen, von süß bis deftig, munden vorzüglich. Ein buntes Bauernherbst-Treiben herrscht auch beim Almabtrieb, beim Erntedankfest, beim Sennerinnen- und Sennertreffen, beim Schafabtrieb, beim Weinlesefest oder beim Samsonumzug.

Biblische Riesen

Dabei werden große, bis zu 80 Kilogramm schwere Figuren, die vorwiegend aus Holz bestehen, von einem einzigen Mann getragen. Die Figuren stellen biblische und mythologischen Riesen dar, und sind zwischen 4,5 und sieben Metern hoch. Gerade im Lungau haben diese Umzüge eine lange Tradition, ihr Ursprung reicht zurück bis zur ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Wer sich gerne auf zwei Rädern fortbewegt, für den ist das Streckennetz äußerst vielfältig. Sternförmig, wie die Speichen eines Rades, breiten sich die Lungauer Seitentäler aus. Die Region verfügt über 560 Mountainbikerouten und 550 Kilometer Familienradwege.

Samsonumzug werden bis zu 80 Kilogramm schwere Holzfiguren von einem einzigen Mann getragen. - Foto: Ferienregion Lungau

Samsonumzug werden bis zu 80 Kilogramm schwere Holzfiguren von einem einzigen Mann getragen. – Foto: Ferienregion Lungau

Nicht ganz so viele Kilometer haben die Lungauer Pisten im Winter zu bieten. Dennoch kann sich das Angebot für den Skifahrer sehen lassen. Die Skischaukel Katschberg-Aineck (Seehöhe zwischen 1100 und 2200 Meter) verfügt über 70 Pistenkilometer, der Erlebnisberg Großeck-Speiereck (1100-2400 Meter; hier ist auch Nachtskilauf möglich) über 47 Kilometer und der Familienberg Fanningberg (1500-2400 Meter) immerhin noch über 30 Kilometer. Schier grenzenloses Skifahren ist mit dem “Lungo-Skipass” möglich. Mit diesem stehen 300 Pistenkilometer vom Katschberg über den Lungau bis nach Obertauern zur Verfügung. Und wer sich gern auf Langlaufskiern fortbewegt, der hat bei über 150 Kilometern gespurten Loipen die Qual der Wahl.

Rahmkoch – ein süße Leckerei

Eine Wahl hat man allerdings nicht, wenn man einen Rahmkoch vorgesetzt bekommt, eine süße Spezialität, die man einfach probieren muss. Der “Dickmacher” der Extraklasse erinnert im Geschmack und Aussehen an Marzipan, deshalb auch der Name Lungauer Marzipan oder Alpenmarzipan. Die Herstellung ist ganz einfach:

Man nehme 500 Gramm Butter, 500 Gramm Mehl, 250 ml Sahne, 200 Gramm Zucker, eine Handvoll kleiner Weintrauben, ebenso viele dunkle  Rosinen und als Aromen Zimt Anis und Rum. Zuerst die Butter zerlassen. Dann Mehl mit der Sahne abbröseln und langsam in die zerlassene Butter einrühren. Etwa 45 Minuten auf kleiner Stufe kochen lassen. Dann den Zucker einrühren und 15 Minuten unter ständigem Rühren kochen lassen. Mit den Aromen würzen und die Beeren dazugeben. In eine Rehrückenform füllen und im Kühlschrank mindestens zwölf Stunden abkühlen lassen. Zum Verzehr nicht allzu dick aufschneiden.

Informationen: Ferienregion Lungau, Rotkreuzgasse 100, A-5582 St. Michael im Lungau, Tel.: (0043 6477) 89 88 13; info@lungau.at

Raushier-Reisemagazin

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