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Niedersächsische Nordsee: Den „Sound of Silence“ erforschen

Bei tief stehender Sonne das Wattenmeer und den „Sound of Silence“ erforschen. Die Entstehung einer neuen Salzwiese miterleben und den heimlichen Star unter den Zugvogelarten kennenlernen. Oder erfahren, wie verwaiste Kegelrobben-Heuler aufgepäppelt werden. An der niedersächsischen Nordseeküste gibt es im Winter viel zu entdecken für Urlauber, die den Nationalpark Wattenmeer und seine einzigartige Natur erkunden möchten. Doch egal, ob man draußen oder drinnen unterwegs war: Nach einem Tag an der Küste gehört die „Teetied“ auf ostfriesische Art einfach dazu.

Vielfältige Naturgeräusche im Watt

Steife Brise, lange Schatten: Die niedersächsische Nordseeküste hat in den Wintermonaten jede Menge zu bieten. – Foto. Dieter Warnick

Steife Brise, lange Schatten: Die niedersächsische Nordseeküste hat in den Wintermonaten jede Menge zu bieten. – Foto. Dieter Warnick

Das Wattenmeer ist als Feuchtbiotop einzigartig in der Welt. An ruhigen Wintertagen lässt sich die weite Landschaft besonders intensiv genießen, und die tief stehende Sonne sorgt für eine besondere, fast mystische Atmosphäre. Überall entlang der niedersächsischen Nordseeküste lässt sich das Watt auch im Winter bei einer Führung gefahrlos erkunden, Familienwattwanderungen gibt es schon für Kinder ab vier Jahren. Wer erleben will, wie Stille klingt, nimmt an der Wattführung „Sound of Silence“ auf der Halbinsel Butjadingen teil. Dabei soll kein Wort gesprochen werden und die Mobiltelefone bleiben aus, sodass die Teilnehmer die vielfältigen Naturgeräusche im Watt noch intensiver wahrnehmen.

Salzwiesen bilden den Übergang zwischen Watt und Festland; eine ganze Reihe von Lehrpfaden und Beobachtungspunkten sind hier auch in der kalten Jahreszeit begehbar. Ein nordseeweit einmaliges Naturprojekt gibt es seit drei Jahren bei Langwarden: Auf dem Naturerlebnispfad Langwarder Groden können Besucher miterleben, wie eine Salzwiese wächst. Über einen Rundweg mit Aussichtsstegen und Infotafeln durchqueren Wanderer trockenen Fußes die Wattflächen. Einer der Stege führt in die entstehende Salzwiese hinein, sodass man die Tier- und Pflanzenwelt im Wechsel der Gezeiten beobachten kann.

Starbesetzung

Salzwiesen bieten eine große Nahrungsvielfalt. – Foto: Dieter Warnick

Salzwiesen bieten eine große Nahrungsvielfalt. – Foto: Dieter Warnick

Die Salzwiesen sind ein bevorzugter Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, auch in der kalten Jahreszeit – oder gerade dann: Für den heimlichen Star unter den Zugvögeln, den Strandpieper, ist das Niedersächsische Wattenmeer das wichtigste Überwinterungsgebiet. Bis zu 15 000 Exemplare des etwa bachstelzengroßen Vogels dürften sich im Winter in den naturbelassenen Salzwiesen und an der Wattkante tummeln.

Einmal wie einst die Leuchtturmwärter ganz oben auf der Turm-Galerie stehen und Ausschau nach Schiffen halten: Auf zwei Leuchttürmen an der Wurster Küste nördlich von Bremerhaven ist das möglich. Der gut 37 Meter hohe „Obereversand“ und der zehn Meter niedrigere „Kleine Preuße“ am Wremer Kutterhafen öffnen auch im Winter für Führungen.

Seehunde und Kegelrobben

Das Wattenmeer ist der Lebensraum von Seehunden und den als stark gefährdet geltenden Kegelrobben. Anders als Seehunde bringen Kegelrobben ihre Jungen zwischen Ende November und Januar zur Welt. Wenn Robbenbabys verwaisen, werden sie in der Seehundstation in Norddeich aufgepäppelt. Besucher können den „Heulern“ dort beim Tauchen und Spielen zusehen und bei der Fütterung dabei sein.

Nachtsafari

Was machen die Tiere bei Nacht im Watt? Das Wattenmeer Besucherzentrum in Wilhelmshaven verrät es bei Führungen der besonderen Art: Bei den Nachtsafaris erkunden große und kleine Besucher die Ausstellung im Schein ihrer Taschenlampen. So können beispielsweise die scheuesten Bewohner des Wattenmeeres in Aquarien von Nahem beobachtet werden. Infos unter www.wattenmeer-besucherzentrum.de.

Teetied mit Krintstuut

Nach einem erlebnisreichen Tag an der Nordsee kommen Gäste und Einheimische bei der Teetied zusammen. Die ostfriesische Art, den Tee mit leise knisterndem Kluntje und Sahne, dem „Wulkje“, zu genießen, hat Tradition und wurde sogar als immaterielles Kulturerbe in die UNESCO-Liste für Deutschland aufgenommen.

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