Costa Rica ist eines der Länder mit dem höchsten Anteil geschützter Flächen: Etwa ein Viertel des Staatsgebiets steht in Form von Nationalparks und Reservaten unter Schutz. Trekkingreisende haben so die Möglichkeit, auf meist gut markierten Wegen Vulkane, Nebelwälder und Küstenökosysteme zu durchwandern.
Vielfalt der Nationalparks und Trekkingregionen
Zu den bekanntesten und sehenswertesten Schutzgebieten gehören der Nationalpark Arenal um den gleichnamigen Vulkan, der Rincón-de-la-Vieja-Nationalpark im Nordwesten, die Nebelwälder von Monteverde und der weitläufige Corcovado-Nationalpark auf der Osa-Halbinsel, der noch eher einsam ist. Diese Gebiete unterscheiden sich erheblich in ihrer Geländebeschaffenheit, ihren Etappenlängen und ihrer Infrastruktur. Dadurch lassen sich sowohl kürzere Tageswanderungen als auch mehrtägige Trekkingtouren (z. B. auf den Zubringerwegen der Costa-Rica-Trails) verwirklichen. Küstennahe Parks wie Manuel Antonio und Tortuguero bieten eher kürzere Wege mit gleichmäßiger, kaum nennenswerter Steigung, stehen aber für hohe Artenvielfalt auf kleinstem Raum und kombinieren Trekking mit Bootsfahrten oder Strandwanderungen. Hochlagen wie der Cerro Chirripó (3.819 m), die höchste Erhebung Costa Ricas, verlangen natürlich mehr Kraft und Vorbereitung, da längere Anstiege und tiefere Temperaturen zu bewältigen sind. Wer bei Reisen in Costa Rica unsicher ist, wie sich Nationalparks, Höhenprofile und Klimafaktoren so kombinieren lassen, dass die Anforderungen dem eigenen Leistungsstand entsprechen, kann auch geführte Programme in Anspruch nehmen, die meist Etappenlängen, Transfers und lokale Guides enthalten. Das ist gerade in Parks mit Zugangsauflagen von Vorteil.
Höhenmeter und körperliche Anforderungen
Die meisten Trekkingstrecken in Costa Rica verlaufen in Mittelgebirgslagen zwischen etwa 800 und 2500 m, sodass bei vielen Routen mehrere Hundert Höhenmeter pro Tag zu bewältigen sind. In Gebirgen wie dem Talamanca oder auf dem Weg zum Cerro Chirripó ist man auch mit etwas längeren Anstiegen zu rechnen, die sowohl Ausdauer als auch Trittsicherheit fordern.
Die Etappenprofile werden unterschiedlich sein, je nach dem, ob es sich um Rundwege, Punkt-zu-Punkt-Routen mit Hüttenübernachtung oder Tagestouren handelt, bei denen täglich zum Ausgangspunkt zurückgekehrt wird.
Eine realistische Einschätzung der eigenen Kondition und der etwa geplanten Gehzeit pro Tag werden bei der Reservierung von Hütten, beim Transport und bei der Ausrüstung helfen.
Tropenklima, Ausstattung und Sicherheit
Costa Rica liegt in den Tropen und hat je nach Region ausgeprägte Regen und Trockenzeiten, die sich auf Wegzustand und Planbarkeit der Touren auswirken. An der Pazifik und Karibikküste ist das Wetter heiß und feucht, in höheren Lagen wird man es kühler und mit rasch wechselnden Wettersituationen zu tun haben.
Für Trekkingtouren ergeben sich somit Anforderungen an Ausstattung und Zeitplanung, wie leichte, schnell trocknende Kleidung, zuverlässiger Regenschutz, Sonnenschutz, ausreichende Trinkwasserversorgung und Mückenschutz. In einigen Parks sind zertifiziertw Guides vorgeschrieben (z. B. in Corcovado); hier ist der Guide dann für die Orientierung und Tierbeobachtung, aber auch für die Einhaltung von Schutzregeln verantwortlich.
Rolle des Tourismus
Für Costa Rica ist der Tourismus ein wichtiges Standbein. Das Land hat eine besonders große Tradition im Bereich Natur- und Ökotourismus. Nationale und internationale Studien belegen, dass jährlich Millionen von Reisenden in das Land strömen, ein großer Teil von ihnen auch die Schutzgebiete besucht, die hier zu entrichtenden Eintrittsgelder und Gebühren fließen in den Unterhalt der Parks und Infrastruktur. Trekking in Costa Rica bewegt sich also im Spannungsfeld von Naturerlebnis, körperlicher Herausforderung und reguliertem Zugang zu sensiblen Ökosystemen. Wer bei seiner Planung Nationalparks, Höhenmeter, Tropenklima im Auge hat und die offiziellen Vorgaben beachtet, wird gute Voraussetzungen für sichere und verantwortungsvolle Touren im zentralamerikanischen Tropenland finden.