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Studie: Gesundheitswandern ist gesünder als gedacht

Bislang war es eine Vermutung. Jetzt ist wissenschaftlich belegt: Gesundheitswandern ist gesund. Sogar gesünder als gedacht. Schon nach einer vergleichsweise kurzen Phase, in der Menschen sich regelmäßig bewegen, verringern sich Körpergewicht, Body Mass Index, Blutdruck und Körperfett signifikant. Auch die Ausdauerleistungsfähigkeit und Koordinationsfähigkeit werden verbessert.

Gesundheitswandern: Auflockerung durch physiotherapeutische Übungen

Grödnertal: Bestens geeignet für gesundes Wandern, Foto: Heiner Sieger

Grödnertal: Bestens geeignet für gesundes Wandern, Foto: Heiner Sieger

Gesundheitswandern nach dem zertifizierten Konzept des Deutschen Wanderverbandes verringert die Hauptrisikofaktoren für die Gesundheit deutlich. Das ist ein Ergebnis der vom Deutschen Wanderverband (DWV) initiierten Studie zum Gesundheitswandern. Die Untersuchung wurde vorgenommen von Professor Kuno Hottenrott vom Institut für Leistungsdiagnostik und Gesundheitsförderung e.V. (ILUG) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg durchgeführten Studie zum Gesundheitswandern. Professor Hottenrott untersuchte neben einer Reihe von gesundheitsbezogenen Parametern, die Entwicklung der körperlichen Leistungsfähigkeit sowie das Wohlbefinden von Personen, die sieben Wochen regelmäßig an so genannten Gesundheitswanderungen teilnahmen. Diese Gesundheitswanderungen sind durch physiotherapeutische Übungen aufgelockerte Wanderungen, die von eigens dafür zertifizierten Gesundheitswanderführern angeboten werden. Die Ergebnisse der aktiven Gruppe verglich Hottenrott mit den Untersuchungen an einer Personengruppe, die nicht gewandert war.

Verbesserung von Ausdauer, Kondition und Wohlbefinden

Die aktive Gruppe verbesserte im Untersuchungszeitraum nicht nur die Ausdauerfähigkeit, sondern auch Koordination, Blutdruck und köperbezogene Daten wurden positiv durch das Wandern beeinflusst. Der Body Mass Index (BMI), der die Relation des Körpergewichts eines Menschen zu seiner Körpergröße angibt und das Körpergewicht nahmen signifikant ab. Bei Studienbeginn lag das Gewicht im Schnitt bei 91,8 Kilo, am Ende waren es im Mittel 1, 3 Kilo weniger. Annika Lösche aus dem Forscherteam um Hottenrott ergänzt: „In der Kontrollgruppe hatte sich hier nichts getan.“

Pulsfrequenz geht spürbar zurück

Dem Wissenschaftler zufolge war auch die Verringerung des Blutdrucks in der Wandergruppe so deutlich nicht zu erwarten. Hottenrott: „Der systolische Wert fiel durchschnittlich von 151 auf 142, der diastolische Wert von 92 auf 84. Diese Veränderung hat positive Wirkungen auf die Gesundheit.“

Einfluss auf das Ergebnis hatte vor allem die Abnahme der Herzfrequenz. Für das gleiche Wandertempo verringerte sich der Wert von 131 auf 122 Schläge pro Minute. Nicht zuletzt bemerkt der Forscher, dass sich den Untersuchungsergebnissen zufolge auch das Anstrengungsempfinden deutlich zum Positiven verändert hat. Das heißt, dass dieselbe Belastung nach der Intervention als weniger anstrengend empfunden wird. Auch dieses Ergebnis ist statistisch belegt. In der Kontrollgruppe änderte sich das Anstrengungsempfinden nicht.

Unterm Strich ist Studienleiter Hottenrott von der Wirksamkeit des Gesundheitswanderns überzeugt: „Die Wanderungen sind eine wirklich erfolgreiche Intervention.“ Zudem beweise die Studie, dass die Gesundheitswanderkurse die Kernziele des Präventionsprinzips „Reduzierung von Bewegungsmangel durch gesundheitssportliche Aktivität“ des Paragraph 20 SGB V erreichen.

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