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Mehr als Oper und Harbour Bridge

Canberra und die Blue Mountains liegen zwar bis zu 300 Kilometer von Sydney entfernt, trotzdem ist das für australische Verhältnisse noch Umgebung. Viel Trubel war weder in der Stadt noch in den Bergen. Canberra ist für eine Hauptstadt recht fad, dafür war die Natur in den Blue Mountains umso imposanter.

Felsenlandschaft in den Blue Mountains.

Felsenlandschaft in den Blue Mountains.

Als wir beinahe knöcheltief im Morast standen, war die Weltmetropole plötzlich ganz weit weg. Wir kämpften uns durch unwegsames Gelände voran und mussten immer wieder Büsche und Gestrüpp beiseite schieben. Teilweise glich der Weg einem Moorgebiet und ich musste – weil über 1,80 Meter – bei einigen Felsvorsprüngen den Kopf einziehen. Doch nach gut zwei Stunden Fußmarsch lag er vor uns, der in düsteres, fast magisches Licht getauchte Wasserfall.

Die Wanderung zu einem der Wentworth Falls war unser erster Ausflug, der uns über die Stadtgrenzen Sydneys führte und unseren australischen Horizont über Opernhaus und Harbour Bridge hinaus erweiterte.

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Einen Tag lang ließen wir den Großstadtdschungel hinter uns und tankten Natur und Ruhe in den eineinhalb Autostunden westlich von Sydney gelegenen Blue Mountains. Auch das darauffolgende Wochenende, das uns in die australische Hauptstadt Canberra führte, war von so etwas wie Abgeschiedenheit und Ruhe geprägt und ließ uns die Bekanntschaft mit Sydneys Umgebung – denkt man in australischen Kategorien, gehört die etwa 300 Kilometer entfernte Hauptstadt sicherlich noch dazu – vertiefen. Dennoch könnten beide Ziele unterschiedlicher nicht sein.

Irgendwo im Nirgendwo

Die Gartenstadt Canberra gilt als nicht besonders spannend.

Auf dem Reißbrett geplant: Die Gartenstadt Canberra gilt als nicht besonders spannend.

Beginnen wir mit Canberra. Die Hauptstadt hat keinen guten Ruf und gilt als langweilig. Leider müssen wir das bestätigen. Und auch die Schuldigen daran, dass keine aufregendere Stadt als Australiens Regierungssitz und Verwaltungszentrum fungiert, sind leicht auszumachen: Melbourne und Sydney. Beide Städte konnten sich nach dem Zusammenschluss der einst unabhängigen Kolonien zum Common­wealth of Australia, also dem, was wir heute als Australien kennen, im Jahr 1901 nicht einigen, welche Metropole denn Hauptstadt spielen sollte.

So plante man einfach auf dem Reißbrett eine neue (Haupt-)Stadt – irgendwo im Nirgendwo, etwa auf halber Distanz zwischen beiden Streithähnen. So entstand Canberra und kam nach der Fertigstellung der wichtigsten Bauten 1927 auch zu Hauptstadt-Ehren.

Wie aber so häufig in Städten, die nicht natürlich gewachsen sind, wirkt auch Canberra aufge­setzt und leblos. Die als Gartenstadt an einem künstlichen See angelegte Siedlung gilt als Paradies für Radfahrer, für Besucher sind die weiten Wege aber zeitraubend und nervtötend.

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