zurück



Eine Wanderung, die fast nie stattgefunden hätte

Glück gehabt und weiter gehts. Wir wollen ja schließlich ein Stück des Queen Charlotte Tracks gehen, ein beliebter Mehrtageswanderweg den gleichnamigen Sound entlang. Wir fahren zum Start der zweiten Etappe und stiefeln los – eine Wanderung, die beinahe nie stattgefunden hätte, wäre der Vorfall am Steg nicht so glimpflich abgelaufen.

Ein neuer Freund auf vier Hufen: Dieses Pferd hat vielleicht die beste Aussicht Neuseelands.

Ein neuer Freund auf vier Hufen: Dieses Pferd hat vielleicht die beste Aussicht Neuseelands.

Der Regen am Vormittag, wir haben uns längst daran gewöhnt, hat den Pfad in ein lehmiges Rinnsal verwandelt. Noch immer tröpfelt es. Der Weg führt durch grünen, lebendigen Wald, große, abgestorbene Bäume modern vor sich hin, und auch hier geht es nicht ohne die typischen Farne. Immer wieder gibt das dichte Gestrüpp den Blick nach unten frei, auf die blauen Buchten des Queen Charlotte Sounds.

Nach etwa einer Stunde wird es lichter, wir erreichen das neuseeländische Äquivalent einer Almwiese. Ein Pferd trabt an den Zaun und bettelt. Wahrscheinlich bekommt es von den zahlreichen Wanderern, die hier vorbeikommen, immer etwas. Wir sind ganz alleine mit dem Braunen. Schokokekse wollen wir keine geben, sonst haben wir nichts dabei. Aber ich reiße ihm immer wieder saftiges Gras ab, auf seiner Seite des Zaunes ist alles kurzgefressen. Schon habe ich einen neuen Freund.

[wp_campaign_3]

Spektakuläre Landschaft am Queen Charlotte Sound

Der Tag verabschiedet sich mit einem dramatischen Sonnenuntergang.

Der Tag verabschiedet sich mit einem dramatischen Sonnenuntergang.

Unter uns zeigt sich der Queen Charlotte Sound spektakulär. Vier verwinkelte Buchten tun sich auf, ihr Wasser ist einmal mehr beinahe so türkis wie im Malkasten. Von einem der Strände steigt ein Regenbogen empor. Malerischer könnte es kaum sein. Einem, der wohl gar nicht weiß, welche Aussicht er jeden Tag genießen darf, ist das egal. Er tritt mit den Hufen gegen den Zaun und gibt erst Ruhe, wenn er wieder ein Büschel Gras zermalmen darf.

Auch der Steg, der unserem Heim auf vier Rädern beinahe zum Verhängnis geworden wäre, ist in der Ferne zu erahnen. Die ganze Aufregung ist bei dieser Kulisse jedoch längst vergessen. Auf dem Weg zurück ins Örtchen Havelock verabschiedet sich der Tag mit einem dramatischen Sonnenuntergang.

Fotos: Kathrin Schierl

Dieser Artikel wurde bereits 42724 Mal gelesen.

Raushier-Reisemagazin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.