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Eine Wanderung, die fast nie stattgefunden hätte

Schlaglöcher zwar, aber der Kleinbus rollt auf der Schotterpiste flott dahin. Es sind ja nur wenige Kilometer weg von der asphaltierten Kenepuru Road, hinunter zur Mistletoe Bay. Sie ist eine der unzähligen Buchten in den Marlborough Sounds, verwinkelte Meeresarme mit grünen Uferhängen an der Nordspitze der Südinsel.

Über dem Queen Charlotte Sound steigt ein Regenbogen in den Himmel.

Über dem Queen Charlotte Sound steigt ein Regenbogen in den Himmel.

Nach der nächsten Kurve kommt bestimmt ein Parkplatz. Falsch gedacht! Der Weg mündet direkt in einen hölzernen Bootssteg. Nur gut, dass uns nie in den Sinn gekommen ist, dass wir uns einen Wohnwagen kaufen. Ein beherzter Tritt in die Eisen, das Fahrzeug steht. Vorne Wasser, hinten Böschung, grün, dicht und undurchdringlich – beinahe typisch Neuseeland. Was nun? Etwas breiter wird die Schotterpiste vor dem Steg. Könnte zum Umdrehen reichen. Die Vorderräder rollen langsam auf die Holzkonstruktion. Ganz schön steil. Aber bloß nicht zu weit. Wer weiß, wie viele automobile Kilo so ein Anleger verträgt.

Der Schotter spritzt

Beim Zurücksetzen drehen die Reifen durch, der Schotter spritzt. Ruhe bewahren! Schon ist es passiert: Ein Schlag, nichts geht mehr. Das japanische Fabrikat steckt fest. Dass vor der Böschung noch ein etwa 50 Zentimeter breiter Graben ist, erweist sich für die Hinterräder als Überraschung der unangenehmen Art. Nicht nur für sie.

Das Campingmobil kommt allein mit seiner Motorkraft hier nicht mehr heraus. So viel steht fest. Und dann geht es ganz schnell: Fahrer und Beifahrerin stürmen nach hinten, taxieren die Lage. Wenn überhaupt, jetzt hilft nur mehr schieben. Kurzentschlossen zwischen Böschung und Heckklappe gezwängt. Und hepp. Die Kraft reicht, die Räder greifen, und die vormalige Beifahrerin beweist viel Gefühl mit Kupplung und Gas. Zu viel Schwung hätte den Camper in der Bucht versenken können. Der Bus ist wieder frei – kaum eine Minute ist seit den fatalen Metern im Rückwärtsgang vergangen.Und: Es ist nichts beschädigt. Ein Stein an der falschen Stelle; wir hätten wohl die Scherben des linken Blinkers aufsammeln müssen.

Raushier-Reisemagazin

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