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Kitzbühel: Urlaub zwischen Hauben und Hütten

Kaum eine Stadt prägt das Bild von Tirol so sehr wie die alte Kupferstadt Kitzbühel. Die bunten Häuser der Altstadt, die bodenständige bis hervorragende heimische Küche und Tausende Kilometer an Wander- und Fahrradwegen in den Kitzbüheler Bergen machen den alpinen Urlaubsgenuss perfekt.

Den Wohlstand spürt man in Kitzbühel auf Schritt und Tritt. Im 16. Jahrhundert, zur Zeit des Kupferbergbaus brachten Händler und fahrende Kaufleute den Reichtum in die Tiroler Stadt. Heute kommen die Schönen und Reichen aus aller Welt – zum Ski fahren, Golfen, und um die vielfältige Haubenküche zu genießen. Denn Kitzbühel pflegt seinen Ruf als die legendärste Sportstadt der österreichischen Alpen mit der ebenso legendären Abfahrt „Streif“, vier Golfcourses und der höchsten Dichte an Haubenlokalen – und natürlich überdurchschnittlich vielen Luxushotels. Um die zu genießen, muss man schon mehr als ein wenig Kleingeld mitbringen.

Mischung aus gepflegter und gelebter Tradition, Natur und Zeitgeist

Kitzbüheler Urgesteine´mit großen Geschichtskenntnissen; Stadtführer Peppi Treichl, Foto: Heiner Sieger

Kitzbüheler Urgestein mit großen Geschichtskenntnissen; Stadtführer Peppi Treichl, Foto: Heiner Sieger

Doch der Reichtum verleiht der Stadt auch eine besondere Note. Die Mischung aus gepflegter und gelebter Tradition, Natur und Zeitgeist versprüht einen Charme, der jeden Besucher vom ersten Moment an gefangen nimmt. „Die Prominenten haben uns nie besonders beeindruckt. Die waren schon immer da“, erinnert sich das Kitzbüheler Urgestein Peppi Treichl. Schon als kleiner Bub hat der heute über 60-Jährige für Grafen und Schauspieler die Golfbälle aufgesammelt und damit sein eigenes Geld verdient. Und auch für die Normalsterblichen sind die vielen Prominenten, denen man in Kitzbüheler Gassen, den In-Lokalen oder den angesagten Hütten in den Kitzbüheler Bergen begegnen kann, eher interessante Anschauungsobjekte, von denen man daheim erzählen kann. Tatsächlich hat Kitzbühel für Urlauber eine Menge mehr zu bieten als nur das Promi-Flair. Biken, Wandern, zünftig Einkehren und gut Essen, lassen den Urlaub hier zum erfüllenden Erlebnis werden.

Allein die Innenstadt ist eine Show für sich: Voller Stolz führt der Peppi durch die 700 Jahre alte Altstadt von Kitzbühel. „Hier erleben Sie Tirols wohl schönstes „Outdoor-Einkaufszentrum“, verweist der Einheimische voller Stolz auf die Gassen mit ihren bunten Häusern und Shops. Hier laden internationale Designerboutiquen wie Bogner Haus, Moncler Flagship Store und Louis Vuitton und die Kitzbüheler Modeoriginale Kaspar Frauenschuh, Franz Prader oder Helmut Eder zum Bummeln, Schaufensterln und Shoppen. In den typisch österreichischen Kaffeehäusern und der internationalen Nightlife-Meile treffen das gesamte Jahr über nette Menschen aus aller Welt zusammen, zum Trinken, Essen, Tanzen, Feiern und Kennenlernen. Zu den Insider-Adressen, die Peppi empfiehlt, zählen das Hinterstadt 24, Lois Stern, die Sonnbergstub’n, die Alte Wacht, der Egger-, der Haller- und der Tischlerwirt, das Restaurant Neuwirt und Hansi Hinterseers Lieblingscafé Beluna. Die farbgetupften Häuser verleihen der Innenstadt einen fröhlichen Flair. „Jede Farbe steht für einen anderen Besitzer. Manche Häuser haben zwei Farben, woran zu erkennen ist, dass sie auch zwei verschiedene Eigentümer haben“, klärt Peppi auf.

Biken je nach Kondition – steil bergan oder flach am Bach entlang

Wer kein Golfer ist und es trotzdem gerne sportlich mag, den verweist der Stadtführer auf die umliegenden Kitzbüheler Alpen. Von April bis Oktober besteht dort ausreichend Gelegenheit sich zu tummeln – entweder mit dem Drahtesel, der heute sogar elektrisch getunt daherkommt, oder ganz tirolerisch auf Schusters Rappen. Um die 1000 Kilometer Radwege und 800 Kilometer Mountainbike-Trails kennenzulernen, braucht man schon einen etwas längeren Urlaub. Die sanften grünen Grasberge und die breiten Täler um Kitzbühel, das Brixental, die Ferienregion Hohe Salve, St. Johann in Tirol, der Wilde Kaiser und das Pillersee-Tal, sind auch für weniger konditionsstarke Genussradler mühelos erfahrbar. Wer sich noch nicht so stark in den Waden fühlt, dem stehen 275 E-Bikes an 75 Verleihstationen in der weltweit größten E-Bike-Destination „Kitzbüheler Alpen und Kaisergebirge“ zur Verfügung. Für ungleiche Paare, bei denen ein Partner gern per Mountainbike an seine körperlichen Grenzen geht, der andere lieber „mit Elektroantrieb“ zum Ziel gelangt, tragen Urlaubspackages mit Routenempfehlungen zu einem ausgeglichenen Urlaubserlebnis bei. So wird manche urige Hütte wie Rosi`s Sonnbergalm, die Bärenbadalm, die Jochstubn oder die Wurz-Alm für beide Partner erreichbar.

Aber auch flach am Bach entlang kommt Spaß auf: Ein landschaftlicher Hochgenuss ist der Flusserlebnisweg von St. Johann in Tirol über Kirchdorf nach Erpfendorf mit seinen Aussichtsplattformen, Buchten und Kinderspielbereichen für kleine Pausen zwischendurch. Streckenabschnitte wie der Brixentalradweg bis hinein in das Windautal, die kaum entdeckten Ecken der Kelchsau, die Tour zum Gieringer Weiher im Naturidyll Bichlach oder die Pillerseetalrunde (36 km), sind empfehlenswerte elektrischen Radschläge unserer Redaktion. Zu einem erfrischenden Bad lädt der warme Schwarzsee an Kitzbühels Stadtrand ein.

Wandervögeln sind kaum Grenzen gesetzt

Nach Herzenslust wandern lässt sich hier natürlich auch: 2.500 Kilometer Wanderwege durchziehen die Landschaft zwischen dem Wilden Kaiser im Norden und dem Nationalpark Hohe Tauern im Süden. Aktivurlaubern eröffnen täglich geführte Wanderungen ganz kostenlos die Faszination der Berge. Ihre Wander-Akkus können Wandervögel direkt am Weg aufladen – an mehr als 250 Berghütten und Gasthöfen mit köstlichen Almschmankerln. Eines von vielen beliebten Zielen – bei Wanderern wie Radfahrern – ist das Kitzbüheler Horn in Kitzbühel, der auch als steilster Radberg Österreichs gilt. Hier darf man keinesfalls den Alpenblumengarten mit mehr als 300 Pflanzenarten verpassen.

Zu den besten Wanderzielen für Familien zählen das Naturschutzgebiet Kaiserbachtal, die Griesbachklamm, die Teufelsgasse und die „Moor & more“-Erlebniswelt am Wilden Kaiser. Auch für „Dauergeher“ werden die Kitzbüheler Alpen zum grenzenlosen Ge(h)nuss – mit zehn Höhenwanderungen, Mehrtageswanderungen von Hütte zu Hütte sowie Weitwanderwegen wie dem Adlerweg und dem Tiroler Jakobsweg. Jetzt, zur Zeit der Schneeschmelze von Mitte April bis Mitte Juni, lohnt sich ein Ausflug zu den Wasserfällen in Jochberg. Mit einer Fallhöhe von 165 Metern zählen sie zu den imposantesten Wasserfällen Tirols. Wer sich den Aufstieg oder den Einstieg in zahlreiche Wanderungen erleichtern möchte, kann das bequem mit der Kitzbüheler Alpen Sommer Card tun – damit lassen sich über 29 angeschlossene Bergbahnen 13 Gipfel leichter erschließen. Oben angekommen eröffnet sich das beeindruckende Panorama vom Wilden Kaiser über die Loferer und Leoganger Steinberge bis zu den Giganten der Hohen Tauern.

Heimische Küche zwischen Krautrouladen und Zanderfilet

Im Haubenrestaurant Petit Tirolia sind aiuch die Süßspeisen ein Gedicht, Foto: Heiner Sieger

Im Haubenrestaurant Petit Tirolia sind auch die Süßspeisen ein Gedicht, Foto: Heiner Sieger

Ob hochklassig kulinarisch oder bodenständig tirolerisch: In Kitzbühel und Umgebung lässt sich auch je nach Geldbeutel fürstlich bis deftig speisen. Neun Gourmettempel, darunter das Petit Tirolia – noch bis Oktober mit dem Koch des Jahres 2012, Bobby Bräuer. – oder der  urgemütliche Schwarze Adler von Spitzenkoch Andreas Wahrstätter in Jochberg, lassen Gourmets mit der Zunge schnalzen, wie etwa bei seinem Zanderfilet in Pommerysenf-Sauce auf Sauerkraut und Kartoffelpüree. Immer mehr Gäste haben inzwischen ihren Gaumen der „Brixentaler KochArt“ verschrieben. Diese Vereinigung von Wirten in den Kitzbüheler Alpen verwendet weitgehend bis ausschließlich Produkte von heimischen Bauern. In den Brixentaler Kupferstub`n der charmanten Mitinitiatorin Hildegard Ebner zum Beispiel schmecken die Tiroler Krautrouladen in feiner Rahmsauce mit Speckkrusterl und Petersilkartofferl zum Niederknien gut. Da braucht es anschließend schon einen selbst gebrannten Hollerschnaps oder Obstler zur guten Verdauung.

Wohnen mit Alpenflair und Lifestyle

Hinterher schläft es sich um so besser. Egal ob eher herrschaftlich in einem der zahlreichen 5- und 4-Stern-Betriebe oder gemütlich die eine oder andere Klasse niedriger. Denn auch die Privatquartiere und Ferienwohnungen auf dem Bauernhof werden bei aller Urigkeit immer komfortabler.

Der Tipp unserer Redaktion, etwa für einen verlängerten Wochenende-Aufenthalt, ist der neu gestaltete Kitzhof. Sein ungezwungener Alpenflair verströmt eine unaufdringliche Behaglichkeit – von der Eingangshalle bis zur großzügigen Bar, über die holzbedielten Flure bis in die äußerst geschmackvoll gestylten Zimmer und den schönen Sommergarten. „Unsere Gäste suchen einen persönlichen Service auf gehobenen  Niveau, Lifestyle und eine gute Produktqualität bis hin zum kostenlosen WLan, Spa, Wellness und Fitness,“ sagt Hotel-Direktor Jens Gmiat über sein Haus. Der besondere Stil des Designhotels wurde inzwischen teilweise sogar von größeren Häusern am Ort kopiert. Die menschliche Großzügigkeit sowie die Herzlichkeit des Personals des Kitzhofes sind indes unnachahmlich. Und einen besonderen Vorteil hat es auch noch: In weniger als fünf Minuten erreicht man die auch am Abend pulsierende Innenstadt mit ihren vielen In-Locations– und kann dem Reichtum der Kitzbüheler je nach Lust und Feierlaune noch denen einen oder anderen Euro hinzufügen.

Raushier-Reisemagazin

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