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Fässerrennen mit Schädelsprenger: Festa delle cantine in Manciano

Manciano ist nicht unbedingt Touri-Ziel Nummer eins der Maremma. Bis auf die hübsche Altstadt gibt’s in dem nicht ganz 8.000-Seelen-Dorf eigentlich wenig zu sehen. Anfang September herrscht jedoch drei Tage lang Ausnahmezustand: Das “festa delle cantine”, das “Fest der Weinkeller” findet statt.

Die Fanclubs machen sich auf den Weg zur Austragungsstätte des Fässerrennens.

Die Fanclubs machen sich auf den Weg zur Austragungsstätte des Fässerrennens.

Freitagabend geht’s los mit einer gehörigen Portion Maremma-Folklore: Die Butteri (die toskanische Version der Cowboys) reiten mit Fackeln durch die Dorfstraßen – gefolgt von einer Kehrmaschine, die den Pferdemist beseitigt. Wenn man auch Trommler und Fahnenwerfer über sich hat ergehen lassen, kann man endlich zur Hauptattraktion des Abends übergehen: den speziell für das Fest produzierten Rotwein, der in den Weinkellern der Altstadt in Plastikbechern verkauft wird . Der fällt zwar eher unter die Kategorie “Schädelsprenger” statt “edler Tropfen”, dafür kostet er auch nur 50 Cent pro Becher.

Den Samstag kann man auf den Dorfstraßen bei den Ständen vertrödeln, die regionale Spezialitäten und vor allem Schmuck verkaufen, bevor man später am Abend überprüft, ob man sich inzwischen vielleicht doch schon an den derben Rotwein gewöhnt hat.

Stadionatmosphäre beim Weinfässer-Rollen

Am Sonntagnachmittag lockt dann das Highlight des Festes endgültig alle Mancianesi auf die Straßen: der “Palio delle botti”, das “Fässerrennen”, das zwischen den einzelnen Vierteln des Dorfes ausgetragen wird. Schon gut eine Stunde vor Beginn des Wettbewerbs ziehen die Fanclubs von “Mulinello”, “Le Fonti” und den anderen vier mancianesischen “rioni” stilecht mit Fankleidung ausgestattet vom Kreisverkehr zum Rathaus hinauf, um ihre Mannschaft mit Tröten und Gesängen anzufeuern.

Team “Monumento” gibt alles.

Team “Monumento” gibt alles.

Die Piazza Garibaldi beim Rathaus gleicht einem Fußballstadion, wenn zwei starke Männer aus “Cassero” gegen zwei Rivalen aus “Monumento” je ein (mit Wasser, Wein wäre dann doch zu teuer) gefülltes Weinfass zwei Runden um das Rathaus und um die Wette rollen. Damit der Spaß nicht zu schnell vorbei ist, gibt’s eine Vorrunde, Halbfinale und Finale.

Am Abend wird dann selbstverständlich ein Becher des besagten herben Tropfens (inzwischen schmeckt er richtig gut) auf die Gewinner getrunken und bei Live-Musik auf den engen Altstadt-Straßen weitergefeiert.

Fotos: Max Fleschhut

Diese und andere Sehenswürdigkeiten der Südtoskana auf Maremma Geheimtipp.

Raushier-Reisemagazin

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