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Lords of Backpacking: Singapur

Es war durchaus Überforderung, die sich breit machte, als ich nach zweieinhalb Monaten einfachem und ruhigem Inselleben in Nordsumatra wieder einen Schritt in Richtung Zivilisation machte. Wenn das so ausgedrückt werden darf. Schließlich ist Zivilisation überall auf der Welt vorhanden, nur in verschiedenen Ausprägungen. 

Singapur, Marina Bay Sands. Foto: Markus Obstmeier

Singapur, Marina Bay Sands. Foto: Markus Obstmeier

Um neun Uhr abends landete ich in Singapur, nahm den Skytrain zu Terminal Zwei und von dort den MRT, um China Town zu erreichen. China Town ist immer eine gute Option, wenn man nicht im Vorfeld eine Unterkunft gebucht hat, was ich so gut wie nie mache. Die Fahrt mit dem MRT, was einer U-Bahn gleich kommt, war interessant. Merkte man sofort, dass es zum guten Ton in Singapur gehört, sich mit seinem Smart-Phone zu beschäftigen. Der ganze Zug war voll mit Menschen unterschiedlichster Nationen, die allesamt genau das taten.

Nach einer Stunde in China Town habe ich eine bezahlbare Unterkunft gefunden, geduscht und mich ins Nachtleben gestürzt. Es war Samstag und ich landete in der Club Street. Der Name ist definitiv Programm! Die Kneipen waren gut besucht und die wunderschönen Singapur-Damen wurden meist von trink- und feierfreudigen Männern eingeladen. Wenn der kundige Leser jetzt noch weiß, dass ich für mein chinesisches Asah-Bier zehn Euro gezahlt habe, überkommt einen rasch das Gefühl, dass Geld dort keine große Rolle spielt. Glücklicherweise traf ich Senjaay, der seinen Geburtstag feierte. Der Gruppe angeschlossen tigerten wir in den Home Club, ein angesagter Szeneclub mit Underground-Touch. Wir hatten eine verdammt gute Nacht, die mich keinen müden Cent gekostet hat.

Singapur, Haw Par Villa. Foto: Markus Obstmeier

Singapur, Haw Par Villa. Foto: Markus Obstmeier

Am nächsten Tag machte ich mich auf den Weg zu einem holländischen und einem kanadischen Freund im Woodleigh Park. Eine riesige Parkanlage mit elitären Wohnhäusern mitten in Singapur, der grünen Stadt. Nach einer einstündigen Suchaktion unter sengender Sonne und komplett durchgeschwitzten Klamotten, haben mein Rucksack und ich die Hausnummer gefunden. Ein Traumhaus in einer fantastischen Gegend. Ich fühlte mich in der Schriftsteller-Kommune mehr als wohl. Haw Par Villa (Park der auf einzigartige Weise von der Geschichte erzählt), Orchard Road (kilometerlanges unterirdisches Einkaufsparadies mit teuren Boutiquen), Little India und Marina Bay Sands (berühmtes Hotel mit einem Aussichtspunkt in Schiffsform auf dem Dach) waren Ziele meines nächsten Tages und alles war einen Besuch wert.

Singapur, Little India. Foto: Markus Obstmeier

Singapur, Little India. Foto: Markus Obstmeier

Lediglich Little India war weniger sympathisch, als die Little India-Areas in anderen Städten. Die Stadt ist super sauber und gänzlich grün. Sogar ein ursprünglicher Dschungel befindet sich immer noch in der Mitte der Stadt, genannt Graveyards, da dort überall alte chinesische Gräber zu finden sind. In den kommenden Monaten soll allerdings eine Straße durch dieses Areal gebaut werden, was schlichtweg eine Schande ist. Den letzten Abend verbrachten wir gemütlich im Haus. Für die verspeiste Nahrung, Bier und andere Getränke und für den Schlafplatz an sich, durfte ich keinen Dollar zahlen, was mich mit meinem kleinen Budget natürlich über die Maßen gefreut hat. Alleine die Übernachtungskosten sind in Singapur normalerweise in horrender Höhe.

So bin ich also guter Dinge am nächsten Morgen in den Flieger nach Bali, wo ich gerade immer noch bin und Erfahrungen für meinen nächsten Blog sammle. Singapur ist bislang die interessanteste und schönste Stadt, die ich besucht habe und ich kann sie nur ans Herz legen. Essen und Getränke sind nicht so teuer, wenn man nicht abends in Restaurants und Bars geht. Trotz der Größe wirklich grün, viel High-Tech und in so manchen Punkten vermutlich westlicher als der Westen. Das ist Singapur!

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