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Raushier-Serie Bozen: Die Museen der Stadt – Teil 3

Bozen ist die Stadt der Museen. Hier eine kleine Auswahl: Magnetischer Mittelpunkt für alle Bozentouristen ist der Ötzi. Die 5400 Jahre alte Mumie aus der Kupferzeit wird im Südtiroler Archäologiemuseum aufbewahrt. Die Gletschermumie ist eine der bekanntesten Bozner Sehenswürdigkeiten. Über 300 000 Menschen pro Jahr bestaunen die unglaublich gut erhaltenen Fundstücke aus dem Ewigen Eis und die originalgetreuen Reproduktionen, unter anderem die erstaunlich lebend wirkende Ötzi-Nachbildung auf der Grundlage von anatomischen 3D-Modellen.

Die erstaunlich lebend wirkende Ötzi-Nachbildung wurde auf der Grundlage von anatomischen 3D-Modellen rekonstruiert. - Foto: Verkehrsamt der Stadt Bozen

Die erstaunlich lebend wirkende Ötzi-Nachbildung wurde auf der Grundlage von anatomischen 3D-Modellen rekonstruiert. – Foto: Verkehrsamt der Stadt Bozen

Vor Jahrmillionen gingen auf der Erde große Veränderungen vor sich. Die Meere gingen zurück und aus dem Wasser tauchten die Korallenriffe auf. Die Dolomiten entstanden. Dokumentiert wird diese faszinierende Entstehungsgeschichte im Naturmuseum Bozen, wo es außerdem eines der schönsten und größten Aquarien Europas zu sehen gibt, neben interaktiven Anschauungsobjekten, die jeden Museumsbesuch auch für Kinder zur Freude werden lassen.

Im Merkantilpalast unter den Lauben ist ein überaus schönes und lehrreiches Museum eingerichtet. - Foto: Verkehrsamt der Stadt Bozen

Im Merkantilpalast unter den Lauben ist ein überaus schönes und lehrreiches Museum eingerichtet. – Foto: Verkehrsamt der Stadt Bozen

Im Merkantilpalast unter den Lauben, wo einst die Bozner Kaufleute ihren Sitz hatten, ist heute ein überaus schönes und lehrreiches Museum eingerichtet. Auf einem Rundgang durch die prachtvollen Räume erfährt man Wissenswertes über die erste Wechselstube Europas, über das Geschäftsgebaren der mittelalterlichen Kaufleute und über die von Claudia de Medici der Stadt Bozen verliehenen Handelsprivilegien.

Eine gewaltige Glasfassade ziert das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst. - Foto: Dieter Warnick

Eine gewaltige Glasfassade ziert das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst. – Foto: Dieter Warnick

Das Museion, das Bozner Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, ist ein Projekt des Berliner Architekturbüros KSV Krüger, Schubeth, Vandreike, und hat sich mit seinem Gebäude einen Nischenplatz unter den europäischen Museen erobert. In großartigen Wechselausstellungen werden Kunstwerke der internationalen und nationalen Szene gezeigt. Die bildende Kunst hat hier ebenso ihren Platz wie Architektur, Musik, Performance, Film oder Theater. Dank eines breitgefächerten Angebots mit wertvollen Hintergrundinformationen zu Künstlern und deren Werken können sich die Besucher mit der zeitgenössischen Kunst vertraut machen. Das Museum, von außen ein futuristisch wirkender Glaskubus, wurde 2008 eröffnet.

Zeugnisse mittelalterlicher, gotischer und barocker Kunst, eine bedeutende Ausstellung von traditionellen Trachten und Objekten der Tiroler Volkskultur erwarten den Besucher im ältesten Museum Südtirols, dem Stadtmuseum.

Dokumentations-Ausstellung im Siegesdenkmal

Die vor einem Jahr, im Juli 2014, eröffnete Dokumentationsausstellung “BZ 18-45. Ein Denkmal, eine Stadt, zwei Diktaturen” ist die neueste “Errungenschaft” der Bozner. Im Sockel des Siegesdenkmals erinnern zahlreiche Zeugnisse an die Zeiten zwischen 1918 und 1945. Das vom Architekten Marcello Piacentini entworfene Denkmal auf dem Siegesplatz ist eines der bedeutendsten  Monumente aus der Zeit des Faschismus in Südtirol. Das Siegesdenkmal ist ein 19 Meter breiter, 20,5 Meter hoher und acht Meter tiefer Triumphbogen, der mit antiker, faschistischer und christlicher Symbolik ausgestaltet ist.

Im Sockel des Siegesdenkmals wird der Besucher auf eine Zeitreise von 1918 bis 1945 mitgenommen. - Foto: Dieter Warnick

Im Sockel des Siegesdenkmals wird der Besucher auf eine Zeitreise von 1918 bis 1945 mitgenommen. – Foto: Dieter Warnick

Besonderes Augenmerk wird auf die tiefgreifenden städtebaulichen Umgestaltungen gelegt, die Bozen seit den späten 1920er-Jahren erfuhr. Der Faschismus beabsichtigte, eine neue “italienische” Stadt zu errichten, und förderte massiv die Ansiedlung großer nationaler Industrieunternehmen und den damit verbundenen Zuzug aus den anderen italienischen Regionen.

Die unterirdischen Räumlichkeiten bestehen aus einem Vorraum (dort werden mittels einer Tonspur zeitgenössische Ansprachen und Kläge bewusst verzerrt wiedergegeben), einer Krypta (sie wird von den allegorischen Fresken Guido Cadorins bestimmt), vier Eckräumen und mehreren anderen Räumen. Die vier Eckräume greifen das Denkmalsmotiv in Form eines M-förmigen Modells auf und dienen der Vertiefung und der Reflexion der von der Ausstellung aufgeworfenen Fragestellungen.

Der innere Parcour illustriert mithilfe von zahlreichen Abbildungen die Geschichte des Denkmals im Detail. Der Rundgang nimmt seinen Ausgang von der Zerstörung des Vorgängerbaus, des Kaiserjäger-Denkmals, und reicht bis in die unmittelbare Gegenwart.

Der äußere Parcour greift die Basisdimensionen der Geschichte Bozens und Südtirls von 1918 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges auf und stellt sie in den größeren italienischen wie internationalen Zusammenhang. Jedes Einzelthema wird auf drei Ebenen vertieft.

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