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Zwei neue UNESCO-Welterbestätten für Dänemark

Nur ein Jahr, nachdem die Steilküste von Stevns Klint und Dänemarks Wattenmeer UNESCO-Weltnaturerbe wurden, kann sich Dänemark erneut über zwei neue Kulturerbestätten von Weltformat freuen. So „adelte“ die zuständige UNESCO-Kommission zum einen die ungewöhnlich gut erhaltene Siedlung der Herrnhuter Brüdergemeinde im südjütländischen Christiansfeld.

Die Moravian Kirche im südjütländischen Christiansfeld. - Foto: VisitDenmark

Die Moravian Kirche im südjütländischen Christiansfeld. – Foto: VisitDenmark

Das städtebauliche Ensemble aus dem Jahr 1773 ist eines der am besten erhaltenen Beispiele für die Handwerkstradition und die Prinzipien der Stadtplanung und Architektur der Herrenhuter Brüdergemeinde in ganz Skandinavien. Sichtbar sind die Ideale der evangelisch-lutherischen Glaubensgemeinschaft: Die auffällig schlichte Kirche in der Mitte der Stadt und das noch heute intakte Gebäudeensemble mit großen Gemeinschaftshäusern für Witwen und unverheiratete Mitglieder der Brüdergemeinde veranschaulichen die Idee der Gleichheit und Harmonie und den einfachen Lebensstil der Gemeinschaft.

Ungleich prunkvoller, aber ebenso klar gegliedert zeigt sich Dänemarks zweites neues Welterbe nördlich von Kopenhagen. Mit der Parforcejagdlandschaft in Nordseeland wurde beispielhaft eine Landschaftsgestaltung im Europa des 17. und 18. Jahrhunderts ausgezeichnet. Die damals übliche höfische Jagdmethode der Parforcejagd erforderte eine radiale Einteilung des Reviers. Um das Gelände vollständig überblicken zu können, wurden in den Wäldern sternförmig Schneisen angelegt. Ausgehend von einem Rondell konnte die königliche Jagdgesellschaft über geradlinige Wegachsen das Gebiet rasch und bequem passieren. Der sogenannte Jagdstern – mit einem Jagdschloss als Zentralbau – verweist zudem auf die ästhetischen Ideale des Barock und die Herrschaftsvorstellungen des Absolutismus. Repräsentative Beispiele für die Parforcejagdlandschaft in Nordseeland sind die historischen Jagdreviere Store Dyrehave und Gribskov und die ehemaligen königlichen Jagdparks Jægersborg Dyrehave und Jægersborg Hegn.

Raushier-Reisemagazin

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