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Ullapool: Schottlands Norden zwischen Hafen und Highlands

Entlang des Loch Broom kündet eine weiße Häuserzeile von einer größeren Ansiedlung. Ullapool bietet Fischer-Romantik und versorgt Touristen mit Proviant und Benzin, bevor Reisende in die Einsamkeit der Highlands abtauchen oder sich mit der Fähre auf die Äußeren Hebriden beigegeben.

Natur pur

Auch wenn zahlreiche Touristen auf Rundreisen hier einen Halt einlegen, Ullapool hat seinen romantischen Charme behalten. Die Ortschaft liegt eingebettet in einem der schönsten Naturräume Schottlands. Urlaubern bieten sich vielfältige Möglichkeiten. So können Bootstouren durch das Loch Broom unternommen werden. Touristen können sich im Fliegenfischen anlernen lassen oder auf dem nahen Golfplatz ihr Handicap verbessern. Wanderer können zu anspruchsvollen Bergwanderungen aufbrechen oder sich auf kleineren Spaziergängen von der malerischen Landschaft inspirieren lassen.

Kleine große Stadt im Norden

Ullapool, Schottland. Foto: pixabay.com | Schmid-Reportagen

Ullapool, Schottland. Foto: pixabay.com | Schmid-Reportagen

Ullapool ist eine kleine Ansiedlung. Gerade einmal 1.300 Menschen leben hier. Doch im dünn besiedelten Nordwesten der schottischen Highlands verschieben sich die Relationen. Der Küstenort ist die größte Ansiedlung weit und breit und damit ein gefragter Anlaufpunkt für Reisebusse und Urlauber mit Pkw oder Wohnmobil. Der kleine Supermarkt verkauft den nötigen Reiseproviant. Für Reisende besonders wichtig – hier gibt es auch eine Tankstelle. Die Reise in die Einsamkeit des schottischen Hochlandes sollte gut geplant werden.

Emma Müller von Travelspring empfiehlt, sich nicht allein auf das Navigationssystem zu verlassen, sondern für den Notfall auch Landkarten einzupacken: “Auch wenn Navigationssysteme immer zuverlässiger und genauer werden, so ist es gerade in abgelegenen Gegenden durchaus empfehlenswert, als Notlösung auch noch Landkarten mit sich zu führen, da diese unter allen Bedingungen funktionieren.”

Heimat der Fischer

In Ullapool haben sich Siedler nicht zufällig niedergelassen. Die britische Fischerei-Vereinigung gründete Ullapool im Jahre 1788 als Fischereihafen. Entworfen wurde das Areal vom berühmten schottischen Architekten und Visionär Thomas Telford.

Bis in das 20. Jahrhundert hinein wurden vorrangig Makrelen und Heringe gefischt. Mit der Zeit gingen die Bestände zurück und heute liegen noch etwa zehn größere Fischerboote im Hafen. Der Krabbenfang stellt mittlerweile die Haupteinnahmequelle der Fischer von Ullapool dar.

Berühmte Fowlers Uhr

Bei einem Rundgang durch Ullapool führt kein Weg an der Fowlers Uhr vorbei. Urlauber erreichen das Wahrzeichen der Ortschaft entlang der Quay Street, welche vom Hafen in Richtung Norden führt. Der reich verzierte Zeitmesser wurde im Jahre 1899 von Sir John Fowler of Braemore erbaut und diente als Erinnerung an dessen vier gefallenen Söhne und Enkel. Bis Mitte der 1990er Jahre wurde die Uhr von Hand aufgezogen, heute besitzt sie ein elektrisches Werk.

Ab in die Wildnis

Ullapool ist ein beliebter Stopp und eine willkommene Abwechslung entlang der North Coast 500, welche nur von wenigen Häusern und kleineren Ansiedlungen gesäumt wird. Hat man sich mit Lebensmitteln versorgt, das Auto betankt und die Füße vertreten, geht es meist direkt weiter und zurück in die schottische “Wildnis”. Hinter Ullapool erwartet Reisende ein besonders schöner Streckenabschnitt. Es lohnt immer wieder, an den Küsten und Lochs Halt zu machen. Beispielsweise am Little Loch Broom Aussichtspunkt oder der Gruinard Bay.

Der Weg führt durch Gras- und Heideland. Die nächste Abwechslung kann der Inverewe Garden & Estate darstellen. Der Park zeigt eine außergewöhnliche Pflanzenvielfalt aus allen Teilen der Welt. Hier lassen sich mehrere Stunden verbringen. Gegen Ende der Tour entlang der North Coast 500 wartet mit dem gigantischen Torridon Bergmassiv ein wahrer Höhepunkt auf Besucher von Ullapool und dem schottischen Hochland.

Raushier-Reisemagazin

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