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Landidyll Landhaus Liesetal: Hier kocht der Chef höchstpersönlich

Einer der beliebtesten Wintersportorte in Nordrhein-Westfalen ist die Urlaubsmetropole Winterberg, die vor allem über die Grenzen Europas hinaus bekannt ist als Austragungsort von internationalen Bob- und Rodelveranstaltungen.

Hotelchef Thorsten Dollberg – auch mit großen Gabeln ein Meister seines Fachs. – Foto: Dieter Warnick

Hotelchef Thorsten Dollberg – auch mit großen Gabeln ein Meister seines Fachs. – Foto: Dieter Warnick

Der Weltcup macht hier Jahr für Jahr Station. Die Stadt mit ihren 14 000 Einwohnern liegt im Rothaargebirge und gehört zum Hochsauerlandkreis.

Nur etwa 15 Kilometer weiter südöstlich davon liegt das historische Fachwerkstädtchen Hallenberg – von dort sind es nur wenige Kilometer nach Hessen. Gemessen an der Einwohnerzahl (4500) ist Hallenberg die kleinste westfälische Gemeinde und die zweitkleinste Stadt von NRW, also eine ganze Ecke kleiner als der große und bekannte Bruder Winterberg.

Liesen: Eine Ruheort für Körper und Geist

Ankommen und sich wohlfühlen – die Zimmer im Landhaus Liesetal sind großzügig, das eine oder andere Bad dagegen sehr klein. – Foto: Landidyll Landhaus Liesetal / Michael Meyer

Ankommen und sich wohlfühlen – die Zimmer im Landhaus Liesetal sind großzügig, das eine oder andere Bad dagegen sehr klein. – Foto: Landidyll Landhaus Liesetal / Michael Meyer

Zu Hallenberg gehört auch die Gemeinde Liesen (staatlich anerkannter Erholungsort) im beschaulichen Naturschutzgebiet Liesetal mit ihren nicht einmal 800 Seelen. Dort zu urlauben ist nicht das Verkehrteste, ein Ruheort für Körper und Geist.

Und wer im Landidyll Landhaus Liesetal von Thorsten und Iris Dollberg Quartier bezieht, der macht als naturverbundener Gast so gut wie alles richtig, denn das Drei-Sterne-Haus schmiegt sich an die natürliche Umgebung etwa so an wie ein Kätzchen an die Beine seiner Besitzerin in der warmen Herbstsonne.

Von deftig erdig…

Idyllisch und abgeschieden gelegen ist das Landhaus der Familie Dollberg im gleichnamigen Liesetal. – Foto: Dieter Warnick

Idyllisch und abgeschieden gelegen ist das Landhaus der Familie Dollberg im gleichnamigen Liesetal. – Foto: Dieter Warnick

Hotelchef Thorsten Dollberg ist ein umtriebiger Mann. In der Küche tritt er meist als Einzelkämpfer auf (immer wieder unterstützt von seiner Frau Iris), für seine Gäste hat er immer ein offenes Ohr (Iris Dollberg natürlich auch), und er geht, sofern es seine Zeit erlaubt, mit Urlaubern hin und wieder wandern.

Iris Dollberg beim Saftabfüllen. – Foto: Landidyll Landhaus Liesetal / Michael Meyer

Iris Dollberg beim Saftabfüllen. – Foto: Landidyll Landhaus Liesetal / Michael Meyer

Auf seinem Speiseplan stehen deftige, erdige Gerichte, wie zum Beispiel Kartoffeln, die samt Schale für eine knappe Stunde in glühend heißer Asche gar werden (er nennt diese Spezialität aus der Gegend „Kartoffeln braten“, obwohl sie gar nicht gebraten werden).

Zur Spezialität werden die „Erdäpfel“ aber erst, wenn dazu eine gehörige Portion Zwiebelsalat (klein geschnitten und mit ordentlich Schmand verrührt), gut durchwachsener Räucherspeck und kalte Butter gereicht wird. Und natürlich ein Pils. Oder auch zwei… Überhaupt steht die Kartoffel in der Küche des 50-Jährigen hoch im Kurs. Seine Kartoffelsuppe mit Majoran und sauerländischen Bockwürstchen ist ein Gedicht.

…bis aromatisch fein

„Natürlich genießen“ – dafür stehen die Gastgeber ohne Wenn und Aber. – Foto: Dieter Warnick

„Natürlich genießen“ – dafür stehen die Gastgeber ohne Wenn und Aber. – Foto: Dieter Warnick

Der gelernte Koch kann aber auch anders. Zum Beispiel stellt er  wunderbar gewürzte Blut- und Leberwürste her, reicht als „Gruß aus der Küche“ Basilikumbutter als Dip oder selbstgemachtes Apfel-Zwiebel-Schmalz, verfeinert seine Apfel-Senfcremesuppe mit einer gehörigen Portion Honig seines örtlichen Imkers Manfred Hornig, und parfümiert sein gebratenes Lachsforellenfilet auf bunten Bandnudeln in einer aromatischen Salbeibutter, um darin ganz leicht dahin zu schmelzen. Das Sous vide (im Vakuum) gegarte Ossobuco auf Rahmwirsing mit einer Scheibe Potthucke (ein  typisches Kartoffelgericht aus dem Sauerland; wörtlich bedeutet es: „das, was im Topf hockt“) rundet ein perfektes Dinner ab.

Fast alles ist regional

Das rote Sauerländer Höhenvieh fühlt sich im Liesetal sichtlich wohl. – Foto: Dieter Warnick

Das rote Sauerländer Höhenvieh fühlt sich im Liesetal sichtlich wohl. – Foto: Dieter Warnick

Die Eltern zweier erwachsener Kinder legen kulinarisch größten Wert auf Abwechslung und höchste Qualität. Fast alles, was auf den Tisch kommt, hat einen regionalen Hintergrund, wie bei allen Häusern, die sich der Landidyll-Kooperation angeschlossen haben. Die Rindfleischspezialitäten stammen vorwiegend vom robusten Roten Höhenvieh (das selbstverständlich artgerecht gehalten wird) des benachbarten Großbauern, die fangfrischen Forellen aus dem Liese- und dem nahe gelegenen Nuhnetal oder der Fischzucht Auetal, der Honig vom örtlichen Imker, das Gemüse und das Obst vom heimischen Bauernhof und die Kräuter aus dem hauseigenen Kräutergarten; Thorsten Dollberg ist auch bekannt für seine delikaten Pestos. Iris Dollberg macht die köstlichen Marmeladen selbst – und natürlich auch die Kuchen, die auf dem Frühstückstisch landen.

Einst eine touristische Hochburg

Hallenberg ist die kleinste westfälische Gemeinde sowie die zweitkleinste Stadt von Nordrhein-Westfalen. Am Südrand des Marktplatzes des historischen Fachwerkstädtchen bildet der Petrusbrunnen einen optischen Kontrapunkt zur St.-Heribert-Kirche, deren Entstehung ins 13. Jahrhundert zurückreicht. – Foto: Dieter Warnick

Hallenberg ist die kleinste westfälische Gemeinde sowie die zweitkleinste Stadt von Nordrhein-Westfalen. Am Südrand des Marktplatzes des historischen Fachwerkstädtchen bildet der Petrusbrunnen einen optischen Kontrapunkt zur St.-Heribert-Kirche, deren Entstehung ins 13. Jahrhundert zurückreicht. – Foto: Dieter Warnick

Liesen, so verrät Thorsten Dollberg, war in den 1950er-Jahren bis hinein in die 80er, im Gegensatz zu heute, wo es nur noch wenig Gastronomie gibt, eine touristische Hochburg. „65 000 Übernachtungen im Jahr waren keine Seltenheit, 98 Prozent der Gäste kamen aus dem Ruhrpott, vor allem Knappschaftsrentner.“

In den Jahren danach, als die Kohlegewinnung immer weiter zurückging, blieben auch die Touristen weg. „Früher hatten wir hier in Liesen einen Bahnhof und ganz viele Stammgäste, die oft zweimal im Jahr anreisten. Das Gepäck der Gäste wurde mit Handkarren abgeholt, die Vollverpflegung kostete damals 4,60 Mark am Tag.“

Es gab nur eine Alternative

Kühe und Rinder führen im Liesetal ein beschauliches Dasein. – Foto: Dieter Warnick

Unmittelbar vom Hotel aus hat der Gast die Möglichkeit, vier Rundwanderwege in Angriff zu nehmen. – Foto: Dieter Warnick

Im Jahr 1953 errichteten dort, wo heute das Landidyll Landhaus steht, Robert und Irmgard Dollberg, beide gebürtige Liesener und Thorstens Eltern, ein Einfamilienhaus; Robert war Schmied und verdingte sich als Sensenhändler. Weihnachten 1958 vermietete seine Frau Irmgard ein erstes Zimmer. Mit der Zeit wurde das Haus um- und ausgebaut, so dass immer mehr Räumlichkeiten vermietet werden konnten. Eine Pension war entstanden. 1969 gab es die ersten Zimmer mit Dusche und WC, fünf Jahre später entstand ein Anbau mit sechs Doppelzimmern.

1999, mit erst 30 Jahren, übernahm Thorsten Dollberg das Haus, um es auf neue Beine zu stellen. “Es gab nur eine Alternative: entweder aufgeben oder umstrukturieren.“ Dollberg entschied sich für Letzeres und schuf neue Anreize, um Gäste zu sich und ins Liesetal zu locken. 2009 wurde erneut umgebaut (unter anderem neuer Eingangsbereich, neue Rezeption, neue Küche), wurden Konzepte erarbeitet, „aber oft auch umgeschmissen; es war eine harte, aber auch schöne Zeit“, und die Entscheidung getroffen, ganz auf Regionalität zu setzen. Mit seinem Konzept stieß er bei der Landidyll-Wertegemeinschaft auf offene Türen mit der Folge, dass sich die Dollbergs mit ihrem Haus im Jahr 2014 der Kooperation Landidyll-Hotels & Restaurants angeschlossen haben.

Wanderung im Liesetal

Vom Waldsterben ist noch nicht allzu viel zu sehen. – Foto: Dieter Warnick

Vom Waldsterben ist noch nicht allzu viel zu sehen. – Foto: Dieter Warnick

Unmittelbar vom Hotel aus hat der Gast die Möglichkeit, vier Rundwanderwege in Angriff zu nehmen. In der Gegend rund um Hallenberg sind es sogar 18! Zuvor kann er sich jedoch auf eine morgendliche Barfuß-Wiesenwanderung begeben.

Der 4,5 Kilometer lange Naturweg Liesetal beispielsweise zieht sich oberhalb Liesens als Band in die romantische Heidelandschaft hin und ins bewaldete Rothaargebirge hinauf. Wer den Liesetal-Hilmesberg-Weg in Angriff nehmen will, muss 13 Kilometer durchhalten. Er wird dadurch belohnt, dass die Aussicht vom Hilmesberg (634 Meter) oder dem Hasenkopf nicht schöner und der Blick nicht weitläufiger sein könnten.

Und den Urlauber erwarten nicht nur eine würzige Luft und ein mild schimmerndes Licht, sondern auch artenreiche und blühende Wiesen sowie Schatten spendende Wälder. Außerdem der Mehrbrüderbaum. So werden mehrstämmige Bäume bezeichnet; Jungpflanzen, die zusammen in ein Pflanzloch gesetzt werden, entwickeln sich im Laufe der Zeit zu einem vielstämmigen Baum. Einige dieser Exemplare gibt es auch im Liesetal.

Hirsche röhren um die Wette

Wer den Gipfel des Hasenkopfes, einen der höchsten Berge der Region, „erklommen“ hat, darf ruhig mal ein Päuschen einlegen. – Foto: Dieter Warnick

Wer den Gipfel des Hasenkopfes, einen der höchsten Berge der Region, „erklommen“ hat, darf ruhig mal ein Päuschen einlegen. – Foto: Dieter Warnick

In dem reizvollen Mittelgebirgstal findet der Gast auch, je nach Jahreszeit, die Trollblume, das breitblättrige Knabenkraut, die Schwarze Teufelskralle, Hahnenfuß, die Kuckucks-Lichtnelke oder Herbstzeitlosen vor. Bekannte und seltene Schmetterlinge schwirren durch die Lüfte, die Vogelarten des Baches Liese sind die Gebirgsstelze, die Wasseramsel, der Neuntöter und sogar der Schwarzstorch. Gelegentlich lässt sich auch das Rotwild bei Tageslicht beobachten, und in den Abend- und Nachtstunden des Herbstes röhren die Hirsche, weil Brunftzeit ist, in den Wäldern um die Wette. Auf dem Rückweg kühlt man die Füße im vom Hotel nur 300 Meter entfernten Kneippbecken oder im Liesebach.

Natur pur, ohne auf Kultur und Kulinarik verzichten zu müssen, das alles bietet das Landidyll Landhaus Liesetal! Naturverbundene Gäste verbringen ihren Urlaub ganz im Zeichen von Grüner Wellness, auch als Waldbaden bekannt.

Einige Preisbeispiele

Das Landhaus Liesetal hat drei Sterne, verfügt über 15 Doppelzimmer (DZ) und eine Ferienwohnung/Appartment (80 m²). Die Preise verstehen sich pro Zimmer (Doppelbelegung und Nacht) incl. Sauerländer Frühstücksbuffet; Halbpension kann dazu gebucht werden.

Standard-DZ, ca. 20 m², ab 96 Euro; Landhaus-DZ, ca. 22 m² ab 100 Euro; Landhaus-DZ mit Balkon, ca. 23 m², ab 110 Euro; Landhaus-DZ Komfort (Familienzimmer, ca. 35 m² mit getrenntem Wohn- und Schlafraum, ab 120 Euro; Komfort-DZ Haupthaus, ca. 25 m², ab 100 Euro; Komfort-DZ Gästehaus, ca. 30 m², ab 100 Euro.

Informationen: Landidyll Landhaus Liesetal, Thorsten & Iris Dollberg, Liesetal 9, 59969 Hallenberg-Liesen, Tel.: (02984) 9 21 20: Internet: www.landhaus-liesetal.de/landidyll-landhaus-liesetal.html; E-Mail: info@landhaus-liesetal.de

Tourist Information Hallenberg, Petrusstr. 2, 59969 Hallenberg, Tel.: (02984) 8203; E-Mail: info@hallenberg-tourismus.de

Lindenhof: Alles dreht sich um die Linde

Der Lindenhof hat 14 Themenzimmer, hier ein Blick ins Birkenzimmer. – Landidyll Hotel Lindenhof / Michael Meyer

Der Lindenhof hat 14 Themenzimmer, hier ein Blick ins Birkenzimmer. – Landidyll Hotel Lindenhof / Michael Meyer

Ein zweites Haus, das zur Landidyll-Familie im Sauerland gehört, ist das Restaurant & Hotel Lindenhof (3 Sterne) von Stephanie Cordes in Bad Laasphe-Hesselbach. Auf einer kleinen Anhöhe gelegen, bildet ein stattlicher Lindenbaum (daher der Name) den Mittelpunkt des beschaulichen Anwesens. Hesselbach ist einer von 21 Stadtteilen des Kneipp- und Kurortes Bad Laasphe (Kreis Siegen-Wittgenstein) am Rande des Rothaargebirges.

Die Geschichte des Hauses geht bis ins 18. Jahrhundert zurück; 1745 wurde mit dem Bau begonnen. 1936 entstand daraus eine Pension, die 1972 von den Großeltern der heutigen Besitzerin übernommen wurde. Zehn Jahre später rückten die Eltern von Stephanie Cordes, Karl und Annegret Cordes, als Besitzer nach und führten das Hotel bis 2008; seitdem schwingt die jetzige Chefin das Zepter.

14 Themenzimmer

Stefanie Cordes, Besitzerin vom Hotel Lindenhof in Bad Laasphe-Hesselbach, ist immer gut gelaunt.

Stefanie Cordes, Besitzerin vom Hotel Lindenhof in Bad Laasphe-Hesselbach, ist immer gut gelaunt.

Mehr denn je spürt man heute in den Gemäuern mit seinen 14 Doppelzimmern die Leidenschaft für das Landleben, und zwar in jedem Winkel. Die Themenzimmer (Stephanie Cordes: „Jedes hat ein anderes Motto“) beziehen sich allesamt auf die Region und ihre Menschen („Bauernzimmer“, „Gutsherrenzimmer“, „Schieferzimmer“, „Kupferzimmer“, „Wittgensteinzimmer“). Sie sind modern-individuell gestaltet und spiegeln Tradition, Landschaft und Natur wider.

Auf der Speisekarte dreht sich auch viel um die Linde und deren Blüten. Ob als Lindenblüten-Honigsoße, als Lindenkartoffeln, im Kürbis-Schaumsüppchen (mit Lindenblütentee) oder als Lindenblütenkeks – dem Einfallsreichtum der Küche sind diesbezüglich keine Grenzen gesetzt.

Informationen: Landidyll Restaurant & Hotel Lindenhof, Stephanie Cordes, Zum Spreit 9, 57334 Bad Laasphe-Hesselbach, Tel.: (02752) 5402, Internet: www.lindenhof-cordes.de/; E-Mail: info@lindenhof-cordes.de

Raushier-Reisemagazin

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