Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Ein Sommerurlaub im eigenen Land offenbart nicht selten ungeahnte Höhepunkte: Als perfektes Ziel für eine kurze Auszeit präsentiert sich die Festspielstadt Bayreuth im Herzen Oberfrankens.
Das Richard-Wagner-Museum

Das Festspielhaus auf dem Grünen Hügel wurde in den Jahren 1872–1875 von Otto Brückwald nach Entwürfen von Richard Wagner im Stil der hellenistischen Romantik errichtet. – Foto: Bayreuth Marketing & Tourismus / Kratzer
Kein Bayreuth ohne Wagner: Wer die oberfränkische Stadt zum ersten Mal besucht, kommt an einem Besuch des Richard-Wagner-Museums kaum vorbei. In seinem ehemaligen Wohnhaus, die Villa Wahnfried, gelegen, bietet das sorgsam kuratierte Museum tiefe Einblicke in das Leben und Schaffen des Komponisten. Im angrenzenden Neubau finden BesucherInnen zudem eine Ausstellung, die die großen Opernwerke Wagners in den Vordergrund rücken – mit Audio-Stationen, Original-Kostümen und Bühnenbildern.
Eremitage, Altes Schloss und Orangerie
Oberhalb der Stadt lockt die Eremitage als grüne Oase zu entspannten Stunden im Freien. Das ehemalige Jagdareal der damaligen Markgrafen, wurde von Markgräfin Wilhelmine in einen großzügigen Park mit Wasserspielen, Blumengärten und schattenspendenden Alleen umgestaltet. Früher den Adeligen vorbehalten, erfreuen sich BayreutherInnen und BesucherInnen heute dem kleinen Paradies. Gekrönt wird die Eremitage mit dem Alten Schloss, einer kleinen Grotte sowie der Orangerie und ihrem Sonnentempel.
Markgräfliches Opernhaus und Opernhausmuseum

Die Eremitage ist eine ab 1715 entstandene historische Parkanlage mit Wasserspielen und Bauwerken, die zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört. Dort befinden sich auch das sogenannte Alte Schloss, das Neue Schloss sowie weitere kleinere Gebäude. – Foto: Bayreuth Marketing & Tourismus / Kratzer
Barocker Schatz: Das Markgräfliche Opernhaus zählt zu den bedeutendsten und besterhaltenen Bauwerken aus der Barockzeit. Das ganz aus Holz erbaute Opernhaus, mit bemalten Leinwänden, reichhaltigem Stuck und detailgetreuen Schnitzereien, gilt in dieser Form als weltweit einzigartig. Die UNESCO nahm das Markgräfliche Opernhaus 2012 in ihre Liste der Welterbestätten auf und würdigte damit dieses Meisterwerk der Fest- und Musikkultur des barocken Europas. Noch heute wird das Theater als Spielstätte für klassische Konzerte genutzt. Gäste erwartet in den Sälen eine unvergleichliche Akustik – unverändert, wie vor 275 Jahren. Seit 2023 tauchen sie im Welterbe-Informationszentrum und Opernhausmuseum tiefer in diese Zeit ein.
Festspiele am Grünen Hügel
Alle Jahre wieder – und das bereits zum 150. Mal: In diesem Jahr (25. Juli bis 27. August) feiern die weltbekannten Bayreuther Festspiele ihr 150. Jubiläum. Seit jeher locken diese besonderen Wochen im Jahr tausende Opern-Fans aus aller Welt in die Stadt. In diesem Jahr stehen, neben dem klassischen Opernzyklus Der Ring des Nibelungen auch noch Rienzi, Der fliegende Holländer und Parsifal auf dem Spielplan. Für alle, die den Opernklängen nicht lauschen wollen, bietet Bayreuth in diesem Jubiläumsjahr im Rahmen des Jahresprogramms Festival 150 ein breites Angebotsspektrum aus Musik, Kultur und Kunst, das den Künstler Wagner und sein Vermächtnis auf moderne Weise interpretiert und ehrt.