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Urlaub mit Wohmmobil: Logenplatz für den Sternenhimmel

Die Gespräche sind verstummt, das Lagerfeuer heruntergebrannt. Die warme Augustnacht der Haute-Provence ist erfüllt vom Konzert der Zikaden. Ehepaar Maier und ihr siebenjähriger Sohn Alex schauen versonnen in die verlöschende dunkelrote Glut. Bald wird der Himmel zeigen, was er zu bieten hat.

Galaxie NGC 1232. Foto: ESO

Galaxie NGC 1232. Foto: ESO

Die gemütlichen Kojen ihres Wohnmobils, dessen Umrisse drüben auf der Wiese gerade noch zu erahnen sind, ziehen sie an. Morgen soll die Fahrt durch die duftenden Lavendelfelder möglichst früh weitergehen.

Da ruft Alex: “Was ist denn das? So eine merkwürdige Wolke“. Alle recken die Köpfe nach oben. In der Tat, von Horizont zu Horizont erstreckt sich über das mit funkelnden Sternen übersäte pechschwarze Firmament ein diffus glimmendes nebelartiges Band. Der Vater klärt auf: “Alex, das ist die Milchstraße“. Wären das wirklich Wolken, würden sie sich in dieser Gegend als schwarze Flecken vor dem Sternenhimmel bemerkbar machen.

Wegen zu viel Licht sehen wir die Sterne nicht

Hantel-Nebel. Foto: ESO

Hantel-Nebel. Foto: ESO

Waren Sternenhimmel und Milchstraße für unsere Vorfahren  noch eine alltägliche, besser: eine allnächtliche Erfahrung, so ist für die meisten heutigen Stadtbewohner die Milchstraße nur mehr ein abstrakter Begriff. Zum einen trübt die Dunstglocke über den großen Städten die freie Sicht ins Weltall, zum anderen werden die Ausdünstungen der Zivilisation auch noch von der Straßenbeleuchtung und den grellen Neonreklamen angestrahlt. Geht man in einer Großtadt an einem klaren Abend ins Freie, können deshalb mit dem freien Auge nur noch wenige hundert Sterne gezählt werden und der Himmel ist viel zu hell um die Milchstraße hervortreten zu lassen.

Findet sich der Zivilisationsmensch jedoch unter einem ungetrübten, wirklich dunklen Sternhimmel wieder, so kann er an die 3.000 Sterne funkeln sehen und ist über das hell leuchtende Band der Milchstraße verblüfft, das sich über das Sternenzelt zieht. Nichts ist besser geeignet als ein Wohnmobil, um an einem entlegenen Ort gemütlich Details des Weltall zu entdecken.

Unsere Galaxie – nachts kostenlos zu bestaunen

Milchstraße. Foto: S. Brunier/ESO

Milchstraße. Foto: S. Brunier/ESO

Die Milchstraße ist unsere eigene Galaxie, eine Galaxie wie sie die großen Teleskope zu Milliarden am Himmel zeigen. Etwa 100 Milliarden Sterne bilden eine flache Scheibe mit einem Durchmesser von rund 100.000 Lichtjahren. Da wir mitten in der Galaxie stecken, erscheint sie als Band, das den ganzen Himmel umspannt. Die uns bekannten Konstellationen bilden dabei die näheren Sterne, die typischerweise einige Dutzend bis hundert Lichtjahre entfernt liegen, nur ganz wenige Riesensonnen sind tausend und mehr Lichtjahre entfernt. Die weiter entfernten Sterne verschmelzen für das bloße Auge zur Milchstraße.

Omega-Nebel. Foto: ESO

Omega-Nebel. Foto: ESO

Ein exklusiver Logenplatz für Wohnmobilisten

Hotelanlagen liegen in der Regel in der Nähe größerer Ansiedlungen, dort kommen die meisten Zeitgenossen auch im Urlaub nicht aus dem Streukreis der zivilisatorischen Lichtverschmutzung heraus. Den Besitzern von Wohnmobilen bietet sich jedoch ein exklusiver Logenplatz für Naturerkenntnis und -erlebnis, dessen sie sich bewusst werden sollten.

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