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Aida-Kreuzfahrt: Mit fast 50.000 PS durch den Persischen Golf

Von wegen 1001 Nacht! Vom Reiz der Vergangenheit ist nicht mehr viel übrig geblieben. Es sind jetzt ganz andere Verlockungen, mit denen die Vereinigten Arabischen Emirate verzaubern. Licht und Glamour, wie Pilze aus dem Boden sprießende Wolkenkratzer, unfassbar große Moscheen und Einkaufszentren, riesige, hypermoderne Paläste, und vieles mehr – die Region am Persischen Golf kennt (scheinbar) keine Grenzen. Und die Kreuzfahrt-Gesellschaften haben Dubai und Co. für sich vereinnahmt.

Das ist die „Aidadiva“: Länge: 252 Meter; Breite: 32 Meter; Gästekabinen: 1025; Restaurants: 7; Bars: 11; Leistung 36 000 KW (50 000 PS), Besatzungsstärke: 587. - Foto: Aida Cruises

Das ist die „Aidadiva“: Länge: 252 Meter; Breite: 32 Meter; Gästekabinen: 1025; Restaurants: 7; Bars: 11; Leistung 36 000 KW (50 000 PS), Besatzungsstärke: 587. – Foto: Aida Cruises

Wir sind eine Woche lang mit der „Aidadiva“ unterwegs im Persischen Golf. Mit 50 000 Pferdestärken geht es von Dubai aus über Muscat, Abu Dhabi und Bahrain zurück nach Dubai. 1246 Seemeilen, das entspricht 2307 Kilometer, liegen vor uns. Es warten auf uns wunderbare Einblicke in die Kultur, Architektur und Gesellschaft des Mittleren Ostens. Sieben unvergessliche Tage. Ein Tagebuch.

Unsere Ankunft

Schon der Flughafen von Dubai ist riesig, aber dennoch ausgesprochen übersichtlich. Mit 57,7 Millionen Passagieren im Jahr 2012 – das entspricht einem Plus von 13,2 Prozent gegenüber 2011 – liegt er im weltweiten Vergleich an Position zehn. Er ist nur wenige Kilometer vom Zentrum entfernt und so von jedem Punkt der Stadt aus bequem und in kurzer Zeit zu erreichen.

Nach der Passkontrolle führen weite Wege zu zahlreichen großräumigen Aufzügen, die den Besucher zwei Stockwerke nach unten bringen. Dort wartet die Metro, die ohne Umschweife zur Gepäckausgabe fährt, wo Koffer und Taschen bereits auf die Abholung warten. Entspannter kann ein Urlaub nicht beginnen.

Platz für vier Kreuzfahrtschiffe

Eine Balkonkabine ist 17 m² groß und damit relativ geräumig. - Foto: Aida Cruises.

Eine Balkonkabine ist 17 m² groß und damit relativ geräumig. – Foto: Aida Cruises.

In einem der beiden Häfen von Dubai – dem Port Rashid – nur eine gute Viertelstunde mit dem Bus entfernt, wartet schon unser Schiff, die „Aidadiva“. Das neue Cruise Terminal bietet genügend Platz für vier Kreuzfahrtschiffe; zwei davon können gleichzeitig abgefertigt werden. Nach dem Check-In begeben wir uns an Deck. Nur kurze Zeit später ist das Gepäck bereits in unserer Kabine. Es könnte losgehen. Doch ehe unser Kreuzfahrtschiff am nächsten Morgen die Leinen losmacht, verschaffen wir uns in Dubai erste Eindrücke. Von Bord aus ist die Skyline auf jeden Fall schon zum Greifen nah.

Ein Spektakel: Dubai bei Tag

Für den frühen Abend haben wir uns eine (Lichter)fahrt durch das nächtliche Dubai vorgenommen. Auch der Kreuzfahrthafen liegt nicht mehr als 20 Minuten vom Zentrum entfernt.

Mit seiner besonderen Architektur, die an ein aufgeblähtes Segel erinnert, ist das Burj Al Arab eine der großen Sehenswürdigkeiten von Dubai. - Foto: Dieter Warnick

Mit seiner besonderen Architektur, die an ein aufgeblähtes Segel erinnert, ist das Burj Al Arab eine der großen Sehenswürdigkeiten von Dubai. – Foto: Dieter Warnick

Als Erstes steuern wir das Jumeirah-Viertel an. Die siebenspurige Stadtautobahn führt kerzengerade vorbei an gigantischen Hotelanlagen, Wolkenkratzern, an Mega-Einkaufszentren und unzähligen Vergnügungsmeilen sowie an Bauwerken, die arabischen Palästen nachempfunden sind. Die Wohndichte in Jumeirah ist enorm, obwohl das Viertel zu den Teuersten in Dubai gehört. Die Beach Road führt direkt am Meer vorbei, und der kilometerlange weiße Sandstrand ist ein beliebtes Ausflugsziel der Einheimischen, aber auch der vielen Urlaubsgäste. Ein richtiger Stadtstrand – Barcelona lässt grüßen! Das bekannteste Gebäude und somit das Wahrzeichen Dubais ist unbestritten das Burj Al Arab. Mit seinen 331 Metern ist es das vierthöchste Hotelgebäude der Welt, und strotzt vor Marmor, Glas und Gold. Die Außenfront erinnert an ein überdimensionales, aufgeblähtes Segel und gibt dem Gebäude seinen unverwechselbaren Charakter.

Dem „Turm der Araber“ in nichts nach steht das Burj Al Khalifa, im Gegenteil. Mit 828 Metern und 162 Stockwerken ist es das höchste Bauwerk der Welt. Dort befindet sich nicht nur die höchste Aussichtsplattform „At the Top“ in der 124. Etage auf 440 Metern, sondern auch das höchste Restaurant. Doch viele Räume des voluminösen „Stachels“ stehen leer.

und bei Nacht

Auch das ist Dubai: Jedes Blumenbeet wird mit großem Aufwand bewässert. - Foto: Dieter Warnick

Auch das ist Dubai: Jedes Blumenbeet wird mit großem Aufwand bewässert. – Foto: Dieter Warnick

Mit einem Mal ist die Nacht hereingebrochen. Die pompösen Bauwerke erstrahlen in einem Lichtermeer, das nicht in Worte zu fassen ist. In den modernen Einkaufszentren sind so viele Menschen, dass der Eindruck entsteht, es gäbe etwas umsonst; in den Souks (Souk = Markt) geht es nicht weniger lebhaft zu. Der Stadtteil Jumeirah hat zwei große Shopping-Malls (Ibn Battuta Mall und Mall of the Emirates). Insgesamt hat Dubai 52 dieser Malls. Das gigantischste Einkaufcenter ist die Dubai Mall unweit des Burj Al Khalifa. 1200 Geschäfte machen dieses Shopping-Zentrum zum Größten der Welt – selbst die Einkaufswütigsten werden große Augen machen. Es gibt alles im Überfluss. Und wer in der Wüste Ski fahren will – kein Problem: in der Mall of the Emirates gibt es eine Ski-Indoor-Arena.

Der kilometerlange weiße Sandstrand ist ein beliebtes Ausflugsziel, nicht nur für Einheimische. - Foto: Dieter Warnick

Der kilometerlange weiße Sandstrand ist ein beliebtes Ausflugsziel, nicht nur für Einheimische. – Foto: Dieter Warnick

Ein Spektakel ist die größte Wasserfontäne der Welt, die Dubai Fountain. Die Brunnenanlage erstreckt sich auf einem 30 Hektar großen See direkt vor dem Burj Al Khalifa, mitten in Downtown. Seine „Choreographie“ ist einzigartig. Alle halbe Stunde setzen sich zu musikalischen Klängen, ob klassische, moderne oder arabische, 1000 einzelne Fontänen in Bewegung, die alle gleichzeitig arbeiten, und somit 100 000 Liter Wasser nach oben katapultieren, bis zu 150 Meter hoch. 6600 Lichtquellen und 25 Farbprojektoren sorgen für ein Ambiente, das seinesgleichen sucht.

Ein Seetag zum „Akklimatisieren“

Um die ersten Eindrücke zu verarbeiten, kommt uns der erste Seetag sehr gelegen. Um 11 Uhr geht es los Richtung Muscat, der Hauptstadt des Omans.

Zuvor findet allerdings noch die obligatorische Seenotübung statt, bei der sich alle Passagiere zu einem bestimmten Zeitpunkt mit angelegter Schwimmweste an einem vorgegebenen Punkt an Deck 5 einzufinden haben. Nach dem tragischen Unglück der Costa Concordia am 13. Januar 2012 mit 32 Toten sind die Vorschriftsmaßnahmen noch einmal verschärft worden. Und ganz wichtig: die Seenotübung findet noch im Hafen statt, und nicht, wie es früher schon mal üblich war, auf hoher See.

Starts im Minutentakt

Danach beobachten wir bei einem ausgedehnten Frühstück auf der Terrasse des „Weite Welt Restaurants“, wie fast im Minutentakt die Passagier-Flugzeuge des nahe gelegenen Airports in den Himmel steigen. Die meisten gehören der Fluggesellschaft Emirates.

Wenn die Offiziere Cocktails mischen, dann sind die Gäste an Bord Feuer und Flamme. - Foto: Dieter Warnick

Wenn die Offiziere Cocktails mischen, dann sind die Gäste an Bord Feuer und Flamme. – Foto: Dieter Warnick

Vergnügungen an Bord gibt es reichlich, und auch Liegen an Deck. Gut, dass die Crew der Unart vieler Gäste, einfach Liegen zu reservieren und sich dann aus dem Staub zu machen, Einhalt gebietet, und nach einer „Schonfrist“ die Handtücher beiseite räumt.

Die See ist ruhig, und schon bald wartet das Mittagessen auf uns. Insgesamt stehen dem Gast sieben Restaurants zur Verfügung, über Mittag sind allerdings nicht alle geöffnet. Nach einem Nickerchen rufen schon Kaffee und Kuchen, und zum Abendessen ist es auch nicht mehr allzu lange hin. Nicht wenige Gäste sind an Bord, die die lukullischen Genüsse mehr genießen als etwaige Ausflüge. Wir können uns dieses Eindrucks auf jeden Fall nicht verwehren.

Zehn Bars und zwei Live-Bands

Abends stehen dem Urlauber zehn Bars zu Verfügung, um den einen oder anderen Kontakt zu knüpfen oder den einen oder anderen Drink einzunehmen. Zwei Live-Bands versuchen für gute Stimmung zu sorgen, einige Paare schwingen das Tanzbein. Die Stimmung ist ausgelassen. Im Theater, das sich über drei Stockwerke erstreckt, wird auf der großzügigen Bühne ein Varieté -Programm geboten, anschließend werden die Offiziere vorgestellt, danach gibt es eine Art Musical („Rock me Baby“). Trotz aller Abwechslung kommt das „Sandmännchen“ schneller als wir denken. Wir gehen frühzeitig in unsere Kabine und träumen von „1001 Nacht“.

Mystisches Muscat

Der Souk von Muttrah in Muscat ist ein überaus lebhafter, farbenprächtiger Markt inmitten faszinierender Handelshäuser aus dem 18. Jahrhundert. Hier lässt es sich nach Herzenslust stöbern und handeln. - Foto: Dieter Warnick

Der Souk von Muttrah in Muscat ist ein überaus lebhafter, farbenprächtiger Markt inmitten faszinierender Handelshäuser aus dem 18. Jahrhundert. Hier lässt es sich nach Herzenslust stöbern und handeln. – Foto: Dieter Warnick

Muscat, oft auch Maskat oder Masqat genannt, bedeutet Ankerplatz, und empfängt uns mit offenen Armen. Die Hauptstadt des Omans verspricht faszinierende Eindrücke und verbindet das Traditionelle mit der Moderne. Das Land bietet endlose Wüsten und Sandlandschaften und ist voller Überraschungen. Muscat hat nur 30 000 Einwohner, beherbergt aber wichtige Ämter und den futuristischen Sultanspalast. Im engeren Hauptstadtbereich leben 370 000 Menschen und mit den Einwohnern in der benachbarten Region sind es zusammen etwa 800 000. Die Stadt besticht durch ihre Lage am Golf von Oman in einer von Bergen geschützten natürlichen Bucht. Muscat ist im Übrigen neben dem Sultanat von Brunei das einzige Sultanat (Sultan = Herrscher) weltweit.

Unser erstes Ziel ist die Große Sultan-Qabus-Moschee. Insgesamt gibt es im Oman 14 000 dieser Kuppelbauten, die Größte steht in Muscat und bietet 20 000 Gläubigen Platz. Sie ist eine der wichtigsten Bauwerke des Landes und eine der weltweit größten Moscheen. Benannt ist sie nach ihrem Erbauer. Seine fünf Minarette symbolisieren die fünf Säulen des Islam (siehe Ende des Artikels). Am Gesamtkomplex wurden 300 000 Tonnen indischer Sandstein verbaut.

Der Prunk kennt keine Grenzen

Im Inneren kennt der Prunk keine Grenzen. Handgeknüpfte Gebetsteppiche, reichhaltig verzierte Holzdecken und extravagante Lampen sind die optischen Leckerbissen. Über dem Raum wölbt sich eine 50 Meter hohe Kuppel, in deren Mitte einer der größten Lüster der Welt hängt. Seine Grundkonstruktion besteht aus vergoldetem Metall. Er trägt 1122 Lampen, ist reich mit Swarovski-Kristallen behängt und wiegt acht Tonnen.

Der relativ kleine Souk von Muttrah, direkt gegenüber der malerischen Hafenpromenade, lädt zu einem kleinen Bummel ein. Große und kleine Geschäfte bieten für jeden etwas – Gewürze aller Art, Weihrauch, Datteln (im Oman gibt es drei Millionen Dattelbäume), Tücher, Kleider, Schmuck, Antiquitäten. Aber auch jede Menge Touristen-Kitsch.

Sehenswert: Das Bait-Al-Zubair-Museum

Einen Besuch sollte man auch dem Bait-Al-Zubair-Museum abstatten, und vor allem dem Al-Alam-Palast.

Immer auf dem neuesten Stand - die arabische Bevölkerung will bestens informiert sein. - Foto: Dieter Warnick

Immer auf dem neuesten Stand – die arabische Bevölkerung will bestens informiert sein. – Foto: Dieter Warnick

Der Museumskomplex, der in Alt-Muscat liegt, besteht aus vier separaten Gebäuden sowie einem sehenswerten Garten. Das Hauptgebäude war ursprünglich das Wohnhaus von Scheich Al Zubair bin Ali. Gezeigt werden Ausstellungsstücke der Al-Busaidi-Dynastie mit Porträts von Seiner Majestät Sultan Qaboos bin Said Al Said und verschiedenen anderen Herrschern. Die sehenswerte Privatsammlung der alten omanischen Handelsfamilie Zubair umfasst historische Fotografien, Dokumente, Schmuck, Alltagsgegenstände und eine wertvolle Kollektion alter Dolche, sogenannter „Khandjary“. Gezeigt werden außerdem traditionelles Handwerk und ein Einblick in die frühere Lebensweise der Menschen im Land.

und der Al-Alam-Palast

Der Al-Alam-Palast von Sultan Qaboos ibn Said steht in Alt-Muscat. - Foto: Dieter Warnick

Der Al-Alam-Palast von Sultan Qaboos ibn Said steht in Alt-Muscat. – Foto: Dieter Warnick

An der Stirnseite der Bucht von Muscat liegt der neue Palast von Sultan Qaboos, der Al-Alam-Palast. Seine moderne Architektur verrät, dass er in den 1970er Jahren gebaut worden ist. Er dient ausschließlich repräsentativen Zwecken, wie beispielsweise dem Empfang von Staatsgästen. Der Palast ist umrahmt von den gewaltigen Festungen Mirani und Jalali, die im 16. Jahrhundert von den Portugiesen errichtet wurden zum Schutz vor türkischen Invasoren.

Der rasante Aufstieg von Abu Dhabi

Der rasante Aufstieg Abu Dhabis zum größten und reichsten der Scheichtümer begann 1971 mit der Gründung der VAE durch Scheich Zayed bin Sultan al Nahyan. Als er 2004 starb, verloren die Emirate nicht nur ihren Staatsgründer, sondern auch eine Vaterfigur. Am Tag seiner Beerdigung übernahm der älteste seiner 19 Söhne, Scheich Khalifa bin Zayed al Nahyan, die Staatsgeschäfte. Es war einer der letzten Wünsche seines Vaters, dass in der Hauptstadt seines Emirats eine wirklich große Moschee gebaut werden sollte. Die schneeweiße Sheikh-Zayed-Grand-Mosque, wo Scheich Zayed in einem kleinen Mausoleum beigesetzt ist, gehört zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der neuesten Prunkmetropole.

Hoch, höher, am höchsten; die Wolkenkratzer in Abu Dhabi schießen wie Pilze aus der Erde. Da wirkt das Hotel Hilton (Mitte) wie ein kleines Einfamilienhaus. - Foto: Dieter Warnick

Hoch, höher, am höchsten; die Wolkenkratzer in Abu Dhabi schießen wie Pilze aus der Erde. Da wirkt das Hotel Hilton (Mitte) wie ein kleines Einfamilienhaus. – Foto: Dieter Warnick

Ein wahrer Palast ist das Emirates Palace, das zu den luxuriösesten und teuersten Hotels der Welt zählt. Hier wird beispielsweise die aufgeschäumte Milch eines Cappuccino mit Blattgold serviert – die Tasse für zirka zehn Euro. Mit seinen mehr als 20 Kuppeln verfügt das Hotel über 20 Restaurants; mehr als 1000 Bedienstete sorgen sich um das Wohl der Gäste.

Vom Hafen aus fahren wir die acht Kilometer lange Corniche Road (das „Manhattan am Golf“), die Pracht- und Vorzeigestraße Abu Dhabis, entlang. Vorbei geht es an einem makellosen Strand, an Kinderspielplätzen, separaten Rad- und Fußgängerwegen, chicen Cafés und eleganten Restaurants.

Interessante Einblicke in die Vergangenheit

Die Sheikh-Zayed-Moschee (Weiße Moschee) in Abu Dhabi ist auf ihre Art einzigartig auf der Welt.- Foto: Dieter Warnick

Die Sheikh-Zayed-Moschee (Weiße Moschee) in Abu Dhabi ist auf ihre Art einzigartig auf der Welt.- Foto: Dieter Warnick

Unseren ersten Stopp legen wir im Heritage Village ein. Es ist ein Nachbau eines traditionellen Oasendorfs und gewährt einen interessanten Einblick in die Vergangenheit des Emirats. In dem Freiluftmuseum wird der Besucher zuück versetzt in vergangene Tage, als das Öl noch nicht sprudelte, die mehrspurigen Straßen sandige Trampelpfade waren, Kamele die Nobel-Karossen von gestern waren und das Perlensuchen die Einnahmequelle Nummer eins war. Denn vor zirka 80 Jahren war ein Großteil der Menschen dort einfache Perlentaucher, die – natürlich – ohne Sauerstoffgerät und oft stundenlang am Tag nach dem kostbaren Gut suchten, um durch den Verkauf ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Abu Dhabi war damals ein wichtiger Handelsplatz der Perlenfischerei.

Die Moschee der Moscheen

Das Innere der Weißen Moschee ist an Prunk nicht zu überbieten. - Foto: Dieter Warnick

Das Innere der Weißen Moschee ist an Prunk nicht zu überbieten. – Foto: Dieter Warnick

Die „Weiße Moschee“ ist ein architektonisches Kunstwerk und das größte Gotteshaus ihrer Art weltweit. 41 000 Gläubige finden dort Platz. Der Prunk aus Gold und Marmor ist unermesslich. Der Bau verfügt über 80 Kuppeln, 1000 Säulen, 24 Karat vergoldete Kronleuchter, vier Minarette, die sich 107 Meter in den Himmel erheben, und den mit 5700 m² weltgrößten handgeknüpften Teppich. 1200 Frauen waren zwei Jahre lang tagtäglich damit beschäftigt, dieses „Wunderwerk“ fertigzustellen. Die zentrale Gebetshalle wird von einem der größten Kronleuchter der Welt dominiert. Mit einem Durchmesser von zehn und einer Höhe von 15 Metern wiegt er über neun Tonnen.

Die außergewöhnliche und beeindruckende Moschee ist von mehreren Wasserbecken umgeben, um durch die Spiegeleffekte des Wassers die Pracht dieses gigantischen Monumentes noch mehr zu unterstreichen. Die atemberaubenden weißen und goldenen Farben, die tagsüber in der Sonne glänzen, werden bei Nacht von einem einzigartigen Beleuchtungssystem ersetzt, das die Mondphasen widerspiegelt. Ein Traum in Blau!

Bahrain: Der einzige Inselstaat Arabiens

Bahrain, das auch das Land der 100 000 Palmen genannt wird, ist ein Königreich, das nicht zu den Vereinigten Arabischen Emiraten gehört, und besteht aus 33 Inseln in einer Bucht im Persischen Golf, östlich von Saudi-Arabien und westlich des nur 35 Kilometer entfernten Katar. Seine Fläche ist etwas kleiner als das Hamburger Stadtgebiet.

In Bahrain dürfen sich die kreativsten Architekten der Welt nach Lust und Laune austoben. - Foto: Dieter Warnick

In Bahrain dürfen sich die kreativsten Architekten der Welt nach Lust und Laune austoben. – Foto: Dieter Warnick

Der einzige Inselstaat Arabiens fasziniert durch seine unglaublichen Kontraste. Die Königsgräber von A’ali, der größten prähistorischen Grabstätte der Welt, entführen in das 2. und 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Die Skyline der Hauptstadt Manama dagegen ist geprägt von modernen Hochhausfassaden. Einen Superlativ ganz anderer Art kann man in der Wüste Al Khatim erleben; bis zu 300 Meter hoch türmen sich hier die höchsten Dünen der Welt auf.

Architekten dürfen sich austoben

Manama mit seinen 200 000 Bewohnern ist eine der aufstrebendsten Kapitale am Persischen Golf. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Metropole in den Wettlauf um die höchsten Gebäude und spektakulärsten Fassaden mit den anderen Golfstaaten längst eingetreten ist, und dabei nicht die schlechteste Rolle spielt. Hier dürfen sich, so scheint es, Architekten nach Herzenslust austoben, wie natürlich in den anderen auf unserer Reise angesteuerten Metropolen ebenso. Auch Bahrain kann vom Geltungsbedürfnis scheinbar nicht genug bekommen. Jeden Tag wird das Meer etwas kleiner, die Insel etwas größer. Um die Bauvorhaben zu verwirklichen, braucht Bahrein Platz, und nimmt ihn sich auf drastische Weise, indem das Meer aufgeschüttet wird.

Die Heimat ist ganz nah

Das Fort von Bahrain war über lange Zeit der Hauptort der Insel. Seit 2005 ist die Festungsanlage UNESCO-Welterbe. - Foto: Dieter Warnick

Das Fort von Bahrain war über lange Zeit der Hauptort der Insel. Seit 2005 ist die Festungsanlage UNESCO-Welterbe. – Foto: Dieter Warnick

Dazu gibt es Gegensätze, die überhaupt nicht zum Glanz und Gloria des Inselstaates passen: Touristen werden nämlich in ausrangierten Bussen deutscher und österreichischer Busunternehmen herumchauffiert. Die Namen verraten Betriebe in Orten wie zum Beispiel Aurach, Viersen oder Lienz. Bei uns zu alt, oder nur mehr mit großem Aufwand fahrtüchtig zu halten, erfüllen sie in Bahrein wohl noch viele Jahre ihre Zwecke. Nicht überall ist der TÜV so streng wie in unseren Breitengraden. Und dass man nicht mit dem Fahrer sprechen soll, wird uns im Inneren des Busses auf deutsch mitgeteilt. Zumindest Schilder mit diesem oder ähnlichem Inhalt könnte man schon abmontieren. So nah der Heimat zu sein ist dann auch nicht nötig!

Erstes Hochhaus mit integrierter Windkraftanlage

Das Bahrain World Trade Center hat eine Besonderheit – drei an den Querstreben montierte Windkraftanlagen. - Foto: Dieter Warnick

Das Bahrain World Trade Center hat eine Besonderheit – drei an den Querstreben montierte Windkraftanlagen. – Foto: Dieter Warnick

In Manama ist das Bahrain World Trade Center der „Hingucker“ schlechthin. Das BWTC besteht aus zwei Haupttürmen, die mittels drei Querstreben miteinander verbunden sind. Jedes der beiden segelförmigen Gebäude erreicht eine Höhe von 240 Metern. Eine Besonderheit des Wolkenkratzers sind drei an den Querstreben montierte Windkraftanlagen. Damit ist das Bahrain WTC weltweit das erste Hochhaus mit einer integrierten Windkraftanlage.

Die Wurzeln Bahrains liegen in der Bronzezeit, bei Al Qalah unweit von Manama. Archäologen graben und suchen seit Jahrzehnten und bringen die Vergangenheit ans Tageslicht. Hier stand einst die Hauptstadt des Dilmun-Reiches: Qal at al-Bahrain. Die über 170 000 prähistorischen Grabhügel bilden die größte Totenstadt der Welt und zeugen von der über 5000 Jahre zurück liegenden Zivilisation der Insel. 2005 wurde der gesamte Bereich zum UNESCO-Welterbe erklärt. Über allem thront die stolze Festung, das Fort Qal at al-Bahrain. Dieses Bauwerk wird auch portugiesisches Fort genannt, weil sich die Portugiesen diesen Teil der Insel im 16. Jahrhundert einverleibten.

Ein Mysterium: Der Baum des Lebens

Der Baum des Lebens, eine mehr als 400 Jahre alte Riesen-Akazie, gedeiht mitten in der Wüste. Woher sie ihr Wasser bezieht, gibt bis heute als Mysterium. - Foto: Dieter Warnick

Der Baum des Lebens, eine mehr als 400 Jahre alte Riesen-Akazie, gedeiht mitten in der Wüste. Woher sie ihr Wasser bezieht, gibt bis heute als Mysterium. – Foto: Dieter Warnick

Von der Mitte der Insel bis zu seiner Südküste, also mitten in der Wüste, wird Erdöl gefördert. Zum erstenmal sprudelte es am 2. Juni 1932 unterhalb des 134 Meter hohen Berges Jebel Dukhan, der höchsten Erhebung Bahrains. Damit war der Grundstein für den wirtschaftlichen Aufschwung von der armen Fischerinsel zum prosperierenden Königreich gelegt, das Ende der Perlentaucherei vorprogrammiert. Ein Öl-Museum unweit der Quelle zeigt diese Entwicklung anhand von altertümlicher Technologie, Fotos und Dokumenten.

Eine schier unbegreifliche Geschichte liefert der „Baum des Lebens“. Die 400 Jahre alte Riesen-Akazie gilt als Naturwunder und ist eine der wichtigsten Touristenattraktionen des Landes. Es ist nämlich bis heute nicht geklärt, woher der Baum sein Wasser bezieht; die nächstgelegene Wasserstelle liegt 1,2 Kilometer entfernt.

Nicht annähernd so alt, aber genauso ein großer Blickfang ist der Bahrain International Circuit (BIC). Die 5,417 Kilometer lange Formel-1-Rennstrecke wurde mitten in die Wüste gebaut – für 150 Millionen Dollar – und 2004 eröffnet. Erster Sieger war damals Michael Schumacher.

Unser letzter Tag

Nach so vielen Eindrücken kehren wir zurück nach Dubai und haben uns vorgenommen, den historischen Teil dieses berühmten Handels- und Wirtschaftszentrums am Persischen Golf zu erkunden. Denn es gibt nicht nur spektakuläre Bauten, königliche Paläste oder künstlich angelegte Inseln wie „Palm Jebel Ali“, „Palm Islands“ oder „The World“. Nein, es gibt auch das alte Dubai.

Die Abras erfreuen sich bei Einheimischen und Touristen großer Beliebtheit. - Foto: Dieter Warnick

Die Abras erfreuen sich bei Einheimischen und Touristen großer Beliebtheit. – Foto: Dieter Warnick

Im Herzen der Stadt stößt man unwillkürlich auf den Dubai Creek, eine der ältesten und aufregendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Auf dem 16 Kilometer langen Meeresarm herrscht immer ein geschäftiges Treiben. Gedanken an die Wasserstraßen Venedigs werden wach. Der Kanal hält quasi die beiden Stadtteile Burj Dubai (historischer Teil) und Deira (moderner Teil) zusammen. Hier treffen sich Geschichte und Neuzeit.

Der Besucher trifft hier alle Arten von Wasserfahrzeugen an: kleinere und größere Ausflugsschiffe, Fischerboote und Barkassen. Vor allem aber: alte, herrlich anzusehende, hölzerne Handelsschiffe, die sogenannten Dhaus. Diese waren in früheren Zeiten das Transportmittel im arabischen Raum überhaupt. Sie waren so wichtig, dass sie sogar einen Platz im Wappen der Vereinigten Arabischen Emirate bekamen. Noch häufiger zu sehen sind Abras (Wassertaxis). Diese sehen zwar nicht immer Vertrauen erweckend aus, aber der Schein trügt. Ein überaus sicheres Verkehrsmittel.

Im farbenprächtigen Gewürz-Souk

Wer auf Gerüche aller Art steht, der ist im traditionellen und farbenprächtigen Gewürz-Souk mit seinen engen Gassen am richtigen Ort. Hier gibt es einfach alles! Von Kreuzkümmel bis Safran, von Kardamom bis Kurkuma, von getrockneten Minzblättern bis zu superscharfen Peperoni und allerlei Nüssen – in offenen Säcken wird nichts feilgeboten, was es nicht gibt. Überall riecht es nach Weihrauch, weil fast vor jedem Geschäfts-Eingang das luftgetrocknete Gummiharz vor sich hinglimmt. Dazwischen steigt einem der Duft von parfümiertem Öl in die Nase, ein paar Schritte weiter kann man sich mit Heilkräutern eindecken. So etwas Großartiges findet man in Europa nicht.

Der Gold-Souk bleibt unvergesslich

Unvergesslich wird auch der Besuch im überaus lebendigen Gold-Souk bleiben, der nicht weit vom Gewürz-Souk entfernt ist, und in dem es glitzert und blinkt, funkelt und glänzt, dass man vor Staunen den Mund nicht mehr geschlossen bekommt. Der Gold-Souk ist der größte Goldmarkt der Welt und ein Schaufenster des Reichtums. Brillanten, Diademe, Uhren, Ketten, Ringe, Armbänder und vieles mehr – jeder einzelne Laden ist Luxus pur. Angst vor Fälschungen braucht man nicht zu haben, alles, was in den Geschäften angeboten wird, ist reines Gold. Wer Gold kauft, kauft dies nach Gewicht, egal wie das jeweilige Schmuckstück aussieht. Es geht also nicht um das Design, sondern ausschließlich um das wertvollste Metall, das es gibt.

Die Dubaier importieren ihr Gold aus der ganzen Welt, 500 Tonnen jährlich werden nicht reichen. Bei solch großen Mengen ist natürlich der Preis relativ günstig. Nicht weniger als 400 Geschäfte mit ihren auslandenden Schaufenstern bringen jeden Besucher mit Sicherheit zum Staunen.

Das historische Dubai

Im Heritage Village von Dubai werden die Touristen mit allerlei süßen Köstlichkeiten und Kaffee überrascht. - Dieter Warnick

Im Heritage Village von Dubai werden die Touristen mit allerlei süßen Köstlichkeiten und Kaffee überrascht. – Foto: Dieter Warnick

Im Heritage Village kann sich der Besucher in die Zeit zurück versetzen lassen, in der es noch beschaulich zuging. Nachgebaut wurde ein Dorf, das früher aus kleinen, sandfarbenen Steinhäusern bestand, und natürlich aus Beduinenzelten. Gezeigt werden auch die traditionellen Windtürme, die den Bewohnern als eine Art Klimaanlage dienten und vor den glutheißen Wüstenwinden schützten. Neben anderen spannenden Exponaten bietet das „Village“ ferner Marktstände mit Kunsthandwerk und Gewürzläden sowie reizende Cafés und Restaurants, die direkt am Wasser des Dubai Creek liegen, und typische arabische Küche anbieten. Auch Tanz und Gesang werden geboten.

Wann platzt diese Blase?

Dem neutralen Betrachter stellt sich wegen des Größenwahnsinns in den Metropolen Dubai, Abu Dhabi und Manama die Frage: Wer soll den Wohnraum, der hier in den letzten Jahren entstanden ist und noch entstehen wird, nutzen? Die Preise sind hoch, nicht jeder kann sich eine teure Eigentumswohnung oder eine kostspielige Mietwohnung leisten. Die Gastarbeiter und Migranten, die in hoher Zahl hier leben, schon gleich gar nicht. Büroräume gibt es anscheinend auch noch viel zu wenig, sonst würden nicht so viele riesige Geschäfts- und Bankkomplexe entstehen. Allein im Bahrein World Trade Center sind 34 von 50 Stockwerken Büros. Auch die vielen neu errichteten Hotels geben Rätsel auf. Nicht vorstellbar, dass die Auslastung der Zimmer zufriedenstellend ist. In Manama gibt es, so unbestätigte Quellen, insgesamt einen Leerstand von 65 Prozent!

Die Uferpromenade entlang des Dubai Creeks ist sehenswert und lädt jederzeit zu einem ausgedehnten Bummel ein. - Foto: Dieter Warnick

Die Uferpromenade entlang des Dubai Creeks ist sehenswert und lädt jederzeit zu einem ausgedehnten Bummel ein. – Foto: Dieter Warnick

In Dubai ist jedoch alles ein bisschen anders gelagert: Zur Expo 2020 erwartet das Emirat 25 Millionen Gäste. Und die müssen untergebracht werden. Dass Dubai diesbezüglich expandieren muss, ist klar. Aber was wird sein, wenn die Weltausstellung zu Ende ist? Irgendwann wird die Blase am Persischen Golf wohl platzen… Auf jeden Fall stößt der Dubaier Großflughafen an seine Grenzen. Ein neuer Airport ist im Bau. Platz gibt es ja genug! Der Dubai Al Maktoum International Airport soll der größte der Welt werden und wird bereits von Frachtflugmaschinen angeflogen.

Länderkunde: VAE

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind eine Föderation von sieben Emiraten. Luxus und Wüste treffen hier wie sonst nirgends auf der Welt aufeinander. Der Zusammenschluss erfolgte am 2. Dezember 1971. An der Küste des Persischen Golfes gelegen, grenzt das Land an Saudi-Arabien und den Oman. Es besteht aus den Emiraten Abu Dhabi, Adschman, Dubai, Fudschaira, Ra’s al-Chaima, Schardscha und Umm al-Quwain. Die Hauptstadt der VAE ist Abu Dhabi, nach Dubai die zweitgrößte Stadt des Landes; es ist ein wichtiges Industrie- und Kulturzentrum. Die VAE besitzen die siebtgrößten Ölvorkommen der Welt.

* Abu Dhabi: Abu Dhabi ist nicht nur das größte der sieben Scheichtümer, sondern auch das Reichste. Es befindet sich auf einer 70 Quadratkilometer großen Insel im Persischen Golf. Von den 1,4 Millionen Einwohnern leben 630 000 im Kern der Stadt. Diese zählt aufgrund des rasanten Wachstums zu einer der modernsten der Welt.

* Adschman: Adschman ist das kleinste der sieben Emirate. Das Hauptgebiet liegt nur rund 22 Kilometer nordöstlich von Dubai entfernt.

* Dubai: Dubai, die Stadt der Superlative, ist mit über zwei Millionen Einwohnern die größte Metropole der VAE. In Dubai-Stadt mit den beeindruckenden Bauprojekten leben 85 Prozent der Gesamtbevölkerung; hier spielt sich dementsprechend fast das gesamte wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Leben des Emirats ab. Die Stadt stellt quasi Woche für Woche – in jeder Hinsicht – neue Rekorde auf.

* Fudschaira: Namensgebend für das Emirat mit seinen 145 000 Einwohnern ist die Hafenstadt Fudschaira, die auch dessen Hauptstadt ist. Ihr Ballungsgebiet zählt knapp 108 000 Einwohner.

* Ra’s al-Chaima: Ra’s al-Chaima macht 2,17 Prozent des Gebietes der VAE aus. Es leben dort etwa 240 000 Einwohner. Das Emirat trat 1972 als siebtes und letztes den VAE bei. Ra’s al-Chaima lebt heute hauptsächlich von Tourismus, Handel und Landwirtschaft.

* Schardscha: Schardscha war bis Mitte der 1950er Jahre das bedeutendste Emirat der VAE, konnte aber wegen der vergleichsweise geringen Erdölvorkommen nicht mit dem Wachstum Abu Dhabis und Dubais mithalten. Heute ist Schardscha mit etwa 950 000 Einwohnern das von der Einwohnerzahl drittgrößte Emirat. Viele Einheimische arbeiten im unmittelbar südwestlich angrenzenden Dubai, wohnen allerdings der geringeren Miete wegen in Schardscha.

* Umm al-Quwain: Das Emirat hat etwa 55 000 Einwohner und ist damit das mit der geringsten Bevölkerung aller sieben Emirate. Traditionell leben die Menschen vom Fischfang, Bootsbau und von der in der Oase Faladsch al-Mulla betriebenen Dattelkultur.

Die fünf Säulen des Islam

* Schahada: Das Glaubensbekenntnis: „Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Gott gibt und dass Mohammed der Gesandte Gottes ist.“

* Salaat: Gebetet wird fünfmal am Tag. Bei Sonnenaufgang, zum Mittagszeit, am Nachmittag, bei Sonnenuntergang und vor dem Schlafengehen. Der Zeitpunkt wird vom Muezzin vom Minarett der Moschee verkündet. Der Gläubige wendet sich gen Mekka für ein vorgeschriebenes Gebet.

* Zakat: Eine vorgeschriebene Form der Spende, eine Art Vermögenssteuer, die Witwen, Waisen und Armen einer Gemeinde zugute kommt. Die religiöse Pflicht gebietet, besonders während des Ramadan, zirka zehn Prozent seines Vermögens an Bedürftige zu geben.

* Ramadan: Alle Muslime müssen während des Heiligen Monats Ramadan fasten. Der Ramadan verschiebt sich jährlich um etwa elf Tage, da er nach dem Mondjahr berechnet wird. Zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang sind allen Gläubigen Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr verboten. Nach Einbruch der Dämmerung wird das Fasten mit einem ausgedehnten Festmahl unterbrochen.

* Hadsch: Wallfahrt nach Mekka. Jeder gläubige Muslim sollte diese Pilgerfahrt einmal in seinem Leben unternehmen. Der Pilger umrundet siebenmal die Kaaba (schwarzer Stein im Hof der Heiligen Moschee) und beschreitet siebenmal die Strecke zwischen den Hügeln Safa und Marwah in der Nähe von Mekka. Am neunten Tag beten die Pilger gemeinsam auf dem Berg Ararat.

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