zurück



Lanzarote – Die Eigenwillige

Die nordöstlichste der kanarischen Inseln fällt mit ihrem eigenwilligen Landschaftsbild im Vergleich zu Teneriffa oder Gran Canaria aus dem Raster – auf eine wunderschöne Art und Weise. Dies wurde bereits 1993 von der UNESCO mit der Erklärung zum Biosphärenreservat anerkannt. Lanzarote liegt lediglich 140 Kilometer entfernt von der marokkanischen Küste, und rund 1000 Kilometer vom spanischen Festland. Auf 845 Quadratkilometern sind circa 143.000 Menschen zuhause, allein 56.000 davon in der Hauptstadt Arrecife.

Lanzarote ist bekannt für seine Lavastrände.

Lanzarote ist bekannt für seine Lavastrände.

Um auf die Eigenwilligkeit der Insel zurück zu kommen: Dichte Wälder und Grünflächen sucht man hier vergebens. Stattdessen dominieren Vulkanlandschaften und Gebirgszüge. Doch die Lanzaroteños haben gelernt, mit den speziellen Gegebenheiten umzugehen. Im Inselnorden werden vor allem Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch und Tomaten angebaut. Im Inselinnern findet man Süßkartoffeln, Melonen und Kürbis. Besonders bekannt ist Lanzarotes hochwertiger Wein. Die meist genutzten Rebsorten sind die süße, kräftige Malvasia und der frische, sanfte Listán Negro. Im Zentrum der Insel befindet sich das größte Weinanbaugebiet der Kanaren, das Naturschutzgebiet La Geria. Ein Besuch lohnt sich, um die Weinfelder zu bestaunen und den Wein zu verkosten. Ebenfalls empfehlenswert ist ein Besuch der Bodega El Grifo, dem ältesten Weinkeller der Kanaren.

Ein Muss ist zudem der Parque Nacional de Timanfaya. Hier befinden sich über 30 Vulkankegel, teilweise über 500 Meter hoch. Man kann den Park bei einer Rundfahrt entdecken, mit Blick auf die weitläufigen Aschefelder und Feuerberge, vorbei an schroffen Lavabrocken und Gestein. Oder man entscheidet sich für die unkonventionellere Variante und macht einen Kamelritt rund um einen Vulkankrater. Zur Stärkung kann man im Restaurant El Diablo einkehren, wo das Fleisch auf einem aus Lavastein gemauerten Grill zubereitet wird, der mit der Vulkanhitze aus dem Erdinneren betrieben wird.

Auf Lanzarote gibt es neben schwarzen Lavastränden auch traumhafte, helle Sandstrände.

Auf Lanzarote gibt es neben schwarzen Lavastränden auch traumhafte, helle Sandstrände.

Entgegen der Erwartungen gibt es neben schwarzen Lavastränden auch traumhafte, helle Sandstrände. Sehr beliebt sind die südlichen Strände Playa de Papagayo, Playa Dorada und Playa Flamingo. Ein besonderes Erlebnis für Wasserratten ist ein Bad in einem der steinigen Naturpools. Ein gutes Beispiel hierfür ist Los Charcones in der Nähe von Playa Blanca, jedoch ist hier aufgrund starken Wellengangs stets Vorsicht geboten. Der Kratersee Charco de los Clicos ist mit seinem grellgrünen Wasser zwar imposant anzusehen, zum Baden allerdings ungeeignet.

Ebenfalls sehr beeindruckend ist die Cueva de los Verdes im Inselnorden. Sie gehört zu einem rund 7 Kilometer langen Höhlensystem, das einen der längsten Lavatunnel der Erde bildet. An einigen Stellen brach die Höhlendecke ein, was die sogenannten Jameos (Bruchstellen) entstehen ließ. Die bekannteste nennt sich Jameos del Agua, was auf den Salzsee in der Lavahöhle zurückzuführen ist, in dem die seltenen weißen Krebse leben. Neben dieser natürlichen Erscheinung wurden Teile des Höhlensystems unter anderem zu einer Café-Terrasse, einer Poolanlage und sogar einem Auditorium ausgebaut. Diese Visionen kamen von niemand geringerem als César Manrique.

Wer Lanzarote besucht, kommt um Manrique nicht herum. Aber das will auch niemand. Der spanische Visionär trug enorm zur kulturellen, sozialen und landschaftlichen Entwicklung der Insel bei. Bis heute ist er überall präsent. In Tahiche befindet sich die Fundación César Manrique im ehemaligen Wohnhaus des Künstlers. Der gesamte Komplex wurde von ihm selbst umgebaut, um den Zweck eines Museums besser zu erfüllen. Hier kann man nun neben Ausstellungen von Bildern und Skulpturen vor allem auch die beeindruckende Architektur auf sich wirken lassen. Errichtet wurde das Gebäude auf einem insgesamt 30 Hektar großen Grundstück mit Garten und Terrasse. Als Wohnraum dienen große, vulkanische Blasen, die durch Höhlengänge miteinander verbunden sind.

Im Jardín de Cactus, kreisförmig angelegt und kunstvoll gestaltet, findet man über 7.200 Exemplare von mehr als 1.100 Kaktusarten.

Im Jardín de Cactus, kreisförmig angelegt und kunstvoll gestaltet, findet man über 7.200 Exemplare von mehr als 1.100 Kaktusarten.

Wer von dieser beeindruckenden Bauweise noch nicht genug bekommen hat, kann sich noch das Lag-O-Mar ansehen, das ehemalige Wohnhaus Omar Sharifs. Es ist in Fels gebaut und bietet einen herrlichen Ausblick über Arrecife bis hin zum Atlantik. Dieses Wohnkunstwerk, wo sich heute neben den Wohnräumen auch ein Restaurant und eine Höhlenbar befinden, wurde ebenfalls ursprünglich von Manrique entworfen. Ein weiteres architektonisches Werk, das sich der Landschaft anpasst, ist der Jardín de Cactus. Kreisförmig angelegt und kunstvoll gestaltet findet man über 7.200 Exemplare von mehr als 1.100 Kaktusarten aus aller Welt, unter Anderem aus Peru, Mexiko, Kenia und Madagaskar.

Kunstvolle Bauten, Vulkanlandschaften, weitläufige Strände und lieblicher Wein – hinter Lanzarotes schroffer Schönheit steckt mehr, als man vielleicht vermuten mag. Doch gibt man der „Eigenwilligen“ eine Chance, kann man so einiges entdecken, was man so sonst nirgendwo finden wird.

Raushier-Reisemagazin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.