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Teneriffa – Insel der Kontraste: Vom Hippie-Strand im Süden zu den Wandergebieten im Norden

Javier blickt nachdenklich in „seine“ Bucht und beobachtet die Handvoll Touristen, die über den steinigen Pfad an den Strand bei La Caleta im Süden von Teneriffa gekommen sind. Der Spanier, der auf Teneriffa geboren wurde, lebt dort mit seiner Freundin seit zwei Jahren in einer aus Palmwedeln gebauten Hütte abseits der Zivilisation. Einsam sind sie allerdings nicht. Gesellschaft leisten ihnen Aussteiger vieler Nationen, die in der Umgebung der Bucht in Höhlen oder selbst gebauten einfachen Behausungen Unterschlupf gefunden haben.

Am Aussteiger-Strand im Süden. Foto: Ursula Angelika Küffner

Am Aussteiger-Strand im Süden. Foto: Ursula Angelika Küffner

Von den Schönheiten der Kanareninsel Teneriffa bekommen die Bewohner des „Hippie-Strandes“ nicht viel mit. Bei Ihnen stehen hüllenloses Sonnenbaden und ein gelegentliches Bad im Meer auf dem Programm. Abends wird am Lagerfeuer oft gemeinsam gegessen und die rhythmischen Klänge der Bongos, mit denen einige der Aussteiger Musik machen, sind weithin hörbar.

Im Kontrast zum regenarmen südlichen Teil von Teneriffa präsentiert sich der Norden im üppigen Grün. Riesige Bananenplantagen bestimmen die Landschaft, immer wieder erhascht man einen Blick auf das tiefblaue Meer. Ab und zu führen von den hohen Klippen steile Pfade nach unten zu kleinen Stränden mit pechschwarzem Sand.

Unvergleichlich schöne Landschaft

Im Anaga-Gebirge. Foto: Ursula Angelika Küffner

Im Anaga-Gebirge. Foto: Ursula Angelika Küffner

Ganz im nordöstlichen Teil der Insel befindet sich eine unvergleichlich schöne Landschaft: das Anaga-Gebirge. In den schroffen Bergen hängen oft tief die Wolken und durch die Feuchtigkeit gedeihen seltene Pflanzen, verschiedene Farne und Moose. Hier findet man einen einzigartigen Lorbeerwald, durch den viele Wanderwege führen.

Bei Chinamada im Anaga-Gebirge. Foto: Ursula Angelika Küffner

Bei Chinamada im Anaga-Gebirge. Foto: Ursula Angelika Küffner

Auch in den heißen Sommermonaten ist es im „Nebelwald“ des Anagagebirges angenehm kühl und viele Einheimische kommen an den Wochenenden zum Wandern. Ein besonders schöner Wanderweg beginnt bei Chinamada: Von der Höhlensiedlung, in der heute nur noch etwa 30 Menschen leben, führt ein alter Handelsweg der Guanchen, der Ureinwohner Teneriffas, zum Punta del Hidalgo direkt ans Meer.

Ein ganz anderes Erlebnis ist eine Wanderung im Teide-Nationalpark. Rund um den mit 3.718 m höchsten Berg Spaniens gibt es fast 40 verschiedene Wanderrouten. Hier ist für jeden etwas dabei. Die ausgeschilderten Wanderstrecken führen durch den schattigen kanarischen Kiefernwald, über steinige Lavahügel oder Lavafelder. In der außergewöhnlichen Mondlandschaft wurden Filme wie „Planet der Affen“ oder „Krieg der Sterne“ gedreht. Auch ein Aufstieg auf den Gipfel ist möglich. Mit der Seilbahn kann man sich bequem nahe zum Gipfel bringen lassen.

Magnet für Wandertouristen

Bei Masca. Foto: Ursula Angelika Küffner

Bei Masca. Foto: Ursula Angelika Küffner

Im Nordwesten Teneriffas lockt auch das Teno-Gebirge mit hohen Bergen, wilden Schluchten und zahllosen Wanderwegen. Zu bescheidener Berühmtheit hat es das ehemals einsame Bergdorf Masca gebracht. Trotz seiner Abgeschiedenheit hat es sich zu einem Magneten für Wandertouristen entwickelt und um die Mittagszeit haben bereits mehrere Reisebusse über die schmale Serpentinenstraße den idyllischen Ort erreicht. Eine kleine Wanderung mit paradiesischen Aussichten bietet sich vom Mirador de la Cruz de Hilda hinunter in den Ort an. Wer vom Norden kommt, kann hier sein Auto direkt stehen lassen und auf dem schmalen Ziegenpfad hinunter in den kleinen Ort wandern. Unten angekommen kann man in den kleinen Restaurants oder Bodegas bei einem süßen Dessertwein aus Malvasia-Trauben die ambitionierten Wanderer beobachten, die ganz professionell aussehend, und mit festen Wanderschuhen ausgestattet, in die Masca-Schlucht absteigen.

Infos über Teneriffa:

In Icod-der älteste Drachenbaum der Insel. Foto: Ursula Angelika Küffner

In Icod-der älteste Drachenbaum der Insel. Foto: Ursula Angelika Küffner

Flug von Deutschland: z. B. ab Nürnberg etwa 4,5 Stunden.

Größe: Teneriffa ist die größte der Kanarischen Inseln mit einer Fläche von 2.034,38 Quadratkilometern. Die Länge von Teneriffa beträgt 80 Kilometer und die Breite 50 Kilometer.

Einwohner: Mit über 900.000 Einwohnern ist Teneriffa auch die bevölkerungsreichste Insel Spaniens.

El Teide. Foto: Ursula Angelika Küffner

El Teide. Foto: Ursula Angelika Küffner

Hauptstadt: Die Hauptstadt von Teneriffa ist Santa Cruz de Tenerife mit rund 220.000 Einwohnern.

Lage:  Teneriffa liegt 250 Kilometer vor der Küste Marokkos.

Klima: Teneriffa hat das Klima eines Mini-Kontinents. Im Süden herrschen auch im Winter Badetemperaturen, im Norden regnet es im Winterhalbjahr häufiger, während auf dem Teide im Winter sogar Schnee liegt.

Charco los Chochos - natürliche Badebecken bei Los Silos. Foto: Ursula Angelika Küffner

Charco los Chochos – natürliche Badebecken bei Los Silos. Foto: Ursula Angelika Küffner

Reisezeit: Auf Teneriffa ist das ganze Jahr Saison. Die Temperaturen über den Winter betragen zwischen 20 bis 22 Grad Celsius und im Sommer 26 bis 28 Grad Celsius.

Berg: Der höchste Berg Spaniens befindet sich auf Teneriffa, der Teide mit einer Höhe von 3.718 Metern.

Unterkunft: Ambassador Appartments, Puerto de la Cruz (kleine ruhige Appartmentanlage außerhalb des Zentrums von Puerto de la Cruz im Norden der Insel)

Sightseeing:

  • Pyramiden von Güimar (im Süden der Insel gibt es einen Park mit aus Steinen aufgeschichteten Pyramiden)
  • Bei Masca. Foto: Ursula Angelika Küffner

    Bei Masca. Foto: Ursula Angelika Küffner

    Teide-Nationalpark (einen atemberaubenden Anblick bietet der Teide zu jeder Jahreszeit). Der große Besucheransturm auf den Gipfel des Teide veranlasste die Nationalpark-Verwaltung von Teneriffa zur Einführung einer Sondergenehmigung. Seitdem muss jeder Besucher, der der Gipfel des Pico del Teide besteigen möchte, eine Teide-Genehmigung beantragen. Diese Erlaubnis gilt nur für einen bestimmten Tag und nur für den Weg zum Gipfelkreuz. Der Zugang zum inneren Vulkankrater bleibt auch mit Genehmigung untersagt. Man muss den Teide jedoch nicht unbedingt besteigen, im Nationalpark gibt es viele Wanderwege, immer mit Blick auf den Teide-Gipfel.

  • Anaga-Gebirge (auch im Hochsommer: kühles Wanderziel mit Lorbeer-Nebelwald, viele Wanderwege)
  • Teide Nationalpark. Foto: Ursula Angelika Küffner

    Teide Nationalpark. Foto: Ursula Angelika Küffner

    Teno-Gebirge (gigantische Ausblicke, viele Wanderwege)

  • Loro-Park in Puerto de la Cruz: Der Loro Park auf Teneriffa gilt als einer der schönsten Tierparks der Welt. Neben Papageien gibt es Delfine, Seelöwen, Orcas, Affen, Faultiere, Erdmännchen und viele weiter Tiere zu sehen. Der Park liegt in einer tropischen Gartenanlage.
  • Siam-Park: Der Siam Park liegt im Süden von Teneriffa und gilt als einer der besten Wasserparks der Welt. Entspannen kann man an künstlichen weißen Sandstränden, während man die Surfer im Wellenpalast beobachtet oder sich von der Strömung des Lazy River treiben lässt. Für Adrenalinjunkies bietet der Park nicht weniger als 29 atemberaubende Wasserrutschen. Die bekannteste Attraktion ist der Tower of Power, auf dem man mit einer schwindelerregenden Geschwindigkeit und einem beinahe freien Fall seine Nerven testen kann.

Für beide Parks gibt es ein vergünstigtes Kombi-Ticket. Für einen Aufpreis erhält man für den Siam-Park einen „Fast-Pass“, mit dem man die langen Schlangen an den Wasserrutschen umgehen kann.

Raushier-Reisemagazin

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