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Gasthaus und Hotel „ZUM HIRSCHEN“ in Scheidegg: Eine geschätzte Adresse unter Liebhabern der regionalen Küche

Um es gleich vorweg zu nehmen: Wer am Hotel und Gasthof „ZUM HIRSCHEN, Hotel & Gasthaus beim Stöckeler“, in Scheidegg (Landkreis Lindau) etwas auszusetzen hat, der kann Gastlichkeit und gute Küche nicht wertschätzen. Und wer von Tradition auch nicht viel hält, der sollte sich anderweitig umsehen.

„Weinwirt ohne Schild“

Gemütlichkeit und feine Küche werden groß geschrieben. – Foto: Dieter Warnick

Gemütlichkeit und feine Küche werden groß geschrieben. – Foto: Dieter Warnick

Apropos Tradition: Der Gaststättenbetrieb wurde 1698 als „Weinwirt ohne Schild“ erstmals namentlich erwähnt, also ohne eine sogenannte Schildgerechtigkeit. Das bedarf natürlich einer genauen Erklärung:

Bilden das Hirschen-Dreigestirn: Thomas Stöckeler, Yannick Stöckeler und sein Vater Markus Stöckeler (von links). – Foto: Dieter Warnick

Bilden das Hirschen-Dreigestirn: Thomas Stöckeler, Yannick Stöckeler und sein Vater Markus Stöckeler (von links). – Foto: Dieter Warnick

Schildgerechtigkeit bezeichnete zu Beginn der Neuzeit (das war die Zeit der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert) das vergebene Recht, eine Gastwirtschaft mittels Anbringung eines Schildes als solche kenntlich zu machen und zu betreiben. Diese „Aufwertung“ bekam der „Hirsch“ erst im Jahr 1900. Wenn man die Erlaubnis dazu erlangt hatte, also ein „Gasthaus-Schild“ an das Gebäude anzubringen (die örtliche Verwaltung war dafür zuständig), hatte man die Schildgerechtigkeit zugesprochen bekommen, das hieß die Berechtigung, dem Gastgewerbe (Gastgerechtigkeit) mit Speisen und Getränken sowie Beherbergung nachzugehen. Dafür bestand sogar eine Verpflichtung.

Ein reiner Familienbetrieb

Der Kachelofen in „Ludwigs guter Stube“ strömt schon beim Hinschauen wohlige Wärme aus. – Foto: Dieter Warnick

Der Kachelofen in „Ludwigs guter Stube“ strömt schon beim Hinschauen wohlige Wärme aus. – Foto: Dieter Warnick

Seit 1932 ist der Betrieb im Besitz der Familie Stöckeler. Markus (Jahrgang 1965) ist seit 1995 der Inhaber und für die Gastronomie verantwortlich, sein zwei Jahre jüngerer Bruder Thomas ist Leiter des Hotels. Und die nächste Generation steht quasi schon in den Startlöchern: Markus` jüngster Sohn Yannick (Jahrgang 1999) wird den Betrieb, wenn die Zeit dazu reif ist, übernehmen. Seine Ausbildung zum Gastronomiefachmann erhielt der 24-Jährige unter anderem im Almhof Schneider in Lech am Arlberg und im Restaurant Mangold in Lochau am Bodensee. Mit seinen neuen Ideen, modernen Anschauungen und innovativen Vorstellungen gilt er für seinen Vater und seinen Onkel als junger Querdenker, profitiert natürlich auch von deren jahrelanger Erfahrung. Dass es untereinander bisweilen zu Meinungsverschiedenheiten kommt, bleibt nicht aus, „aber“, so Markus Stöckeler, „das sind immer konstruktive Differenzen, die zu positiven Ergebnissen führen“.

Tradition trifft auf Moderne

Blitzeblank: Die Küche ist das Reich von Markus Stöckeler; sein Sohn Yannick wird dort in (unbestimmter) Zukunft das Sagen haben. – Foto: Dieter Warnick

Blitzeblank: Die Küche ist das Reich von Markus Stöckeler; sein Sohn Yannick wird dort in (unbestimmter) Zukunft das Sagen haben. – Foto: Dieter Warnick

Markus Stöckeler arbeitete in diversen erstklassigen Häusern (auch in der Schweiz) und übernahm vor 28 Jahren das Haus von seinen Eltern Ludwig (1936-1997) und Cilly (1939-2015). Er trägt die Hauptverantwortung, dass der „Hirsch“ eine geschätzte Adresse weit über das Westallgäu hinaus war und ist. 2014 stieg sein Bruder in den Betrieb mit ein; ein Jahr später wird das Wirtshaus um das Hotel erweitert.

„Schmecken muss es“

Holz spielt bei der Inneneinrichtung, hier einer der Gaststuben, die dominierende Rolle. – Foto: „ZUM HIRSCHEN“

Holz spielt bei der Inneneinrichtung, hier einer der Gaststuben, die dominierende Rolle. – Foto: „ZUM HIRSCHEN“

Was den „Hirschen“ ausmacht und auf was die Familie den Schwerpunkt legt, ist schnell geschildert unter dem Oberbegriff „heimelige Wohlfühlatmosphäre“: Überzeugung und viel Herzblut sowie die Verbindung zwischen Tradition und Moderne. Das betrifft die Ausstattung (schlicht, gediegen, modern) aller Räumlichkeiten, die Großzügigkeit der Hotel-Zimmer (viele offene Elemente, Vorhänge aus Loden, Filz als Wandverkleidung, Parkettböden aus Buche, Zimmerdecken vom Holz der Weißtanne) sowie die einfache, deftige, regionale Küche mit Allgäuer Spezialitäten, bei der auf frische Produkte penibel geachtet und diese mit Finesse, aber ohne Schnickschnack, verfeinert wird. Authentisch und zeitlos gut. Mitverantwortlich dafür sind auch Martin Schwärzler als stellvertretenden Küchenchef und Köchin Regina Gomm-Steffek. Fast jedes Gericht kann auch glutenfrei zubereitet werden. Markus Stöckeler bringt es auf den Punkt: „Schmecken muss es!“

Fein und klein

Schwein gehabt: Diese beiden possierlichen Exemplare erwarten den Besucher am Hoteleingang. – Foto: Dieter Warnick

Schwein gehabt: Diese beiden possierlichen Exemplare erwarten den Besucher am Hoteleingang. – Foto: Dieter Warnick

Markus Stöckeler hat sein Handwerk also von der Pike auf gelernt, ist Küchenchef und gelernter Küchenmeister – kurz: ein Koch der Extraklasse. Sein Bruder Thomas absolvierte die Hotelfachschule bei Otto Koch (überregional bekannt als Fernsehkoch in der Sendung ARD-Buffet), eignete sich Kenntnisse in Vertrieb und Marketing an und ist im Haus auch als Bier-Sommelier unterwegs.

Markus Stöckeler bei seiner Lieblingstätigkeit – dem Zubereiten schmackhafter Speisen. – Foto: „ZUM HIRSCHEN“

Markus Stöckeler bei seiner Lieblingstätigkeit – dem Zubereiten schmackhafter Speisen. – Foto: „ZUM HIRSCHEN“

Der Betrieb in der Ortsmitte, unmittelbar neben der Pfarrkirche St. Gallus, ist fein und klein: Das Hotel vefügt „nur“ über elf Zimmer (mit bis zu 27 Betten), „aber das reicht und das ist gut so“, sagt Thomas Stöckeler. Räumlichkeiten für Familien- und Betriebsfeiern gibt es im Gasthaus zur Genüge.

Beliebt sind auch Bier-Abende und Kochkurse (auf Anfrage).

Informationen: ZUM HIRSCHEN, Hotel & Gasthaus beim Stöckeler, Kirchstraße 1, 88175 Scheidegg, Tel.: (08381) 2119; Internet: : www.zumhirschenscheidegg.de; E-Mail: info@zumhirschenscheidegg.de

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