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Sellaronda mit dem Auto: Vier Pässe für einen unvergesslichen Dolomiten-Tag

Wer die Dolomiten wirklich verstehen will, sollte sich hinters Steuer setzen und die Sellaronda fahren. Die Rundstrecke verbindet vier Pässe rund um die Sellagruppe: Sellajoch, Grödner Joch, Campolongopass und Pordoijoch. Rund 55 Kilometer liegen zwischen Start und Ziel, dazu etwa 1780 Höhenmeter, verteilt auf endlose Serpentinen, die sich durch Wiesen, Wald und schroffes Felsgestein winden.

Wer früh am Morgen aufbricht, hat die Straße oft fast für sich allein, und das Licht der aufgehenden Sonne taucht die schroffen Felstürme in ein Rosa, das kein Foto ganz einfangen kann.

Bild von vaiunruh auf Pixabay

Das Sellajoch markiert mit 2244 Metern den höchsten Punkt der Runde und bildet zugleich die Grenze zwischen Südtirol und Trentino. Von hier aus blickt man auf Langkofel und Plattkofel, zwei der bekanntesten Gipfel der gesamten Dolomiten. Wenige Kilometer weiter führt das Grödner Joch auf 2121 Metern hinüber ins Grödnertal, bekannt für seine jahrhundertealte Holzschnitzkunst. Der Campolongopass, mit 1875 Metern der niedrigste der vier, verbindet das Gadertal mit Arabba, während das Pordoijoch auf 2239 Metern einen der spektakulärsten Ausblicke der gesamten Route bereithält. Von der Passhöhe aus lässt sich die gewaltige Nordwand des Sellastocks nahezu in ihrer gesamten Breite überblicken.

An allen vier Pässen laden kleine Berggasthäuser zur Rast ein. Ein Cappuccino auf der Sonnenterrasse des Rifugio Sella, ein Teller Graukäse mit Röstzwiebeln auf dem Pordoijoch oder ein kurzer Fußweg zu einem der Aussichtspunkte oberhalb des Grödner Jochs gehören für viele Reisende genauso zur Sellaronda wie das Fahren selbst. Wer Zeit mitbringt, sollte diese Stopps bewusst einplanen, denn gerade in den frühen Morgenstunden wirken die Hütten fast menschenleer, während sich die umliegenden Gipfel in wechselndem Licht verfärben.

Am besten lässt sich die Strecke im Frühsommer oder frühen Herbst fahren, wenn der Verkehr auf der Passhöhe spürbar nachlässt und die Almwiesen entweder frisch grün oder golden gefärbt sind. Im Hochsommer dagegen stauen sich an schönen Tagen Wohnmobile, Motorräder und Rennradfahrer gleichermaßen auf den engen Kehren, sodass Geduld gefragt ist. Wer nach der Passfahrt noch Zeit und Appetit mitbringt, findet im Gadertal übrigens einige der besten Küchen der Alpen: Die Gourmetküche der Dolomitenhütten im Gadertal hat sich in den vergangenen Jahren zu einem echten Anziehungspunkt für Genussreisende entwickelt.

Eine gewisse Vorbereitung zahlt sich bei einer solchen Tour aus. Weil einige Pässe je nach Wetterlage und Schneefall erst spät im Frühjahr öffnen und im Herbst wieder gesperrt werden, lohnt sich vor der Abfahrt ein Blick auf die aktuellen Öffnungszeiten der Passstraßen. Auch eine sorgfältige Routenplanung im Vorfeld hilft dabei, Baustellen, enge Tunnelpassagen oder gesperrte Streckenabschnitte gar nicht erst zum Problem werden zu lassen.

Nicht zu unterschätzen ist außerdem, wie stark das Licht in den Bergen wechselt. Innerhalb weniger Minuten geht es von schattigen Tunneldurchfahrten in gleißende Höhensonne, und gerade auf den engen Kehren kann kurzzeitige Blendung gefährlich werden. Wer viel mit dem Auto unterwegs ist, tut daher gut daran, seine Augen ernst zu nehmen: Eine passende Sonnenbrille mit Sehstärke oder spezielle Gläser für ungetrübte Sicht bei wechselndem Licht machen einen spürbaren Unterschied. Eine Beratung bei eyes and more zeigt, welche Gläser sich für lange Autofahrten mit häufigem Hell-Dunkel-Wechsel besonders eignen, und ein kostenloser Sehtest gibt zusätzlich Sicherheit, bevor es in die Kurven geht.

Abseits des Autos lässt sich die Sellaronda inzwischen auch mit dem E-Bike bewältigen, was besonders im beginnenden Herbst, wenn die Lärchenwälder golden leuchten, seinen ganz eigenen Reiz entfaltet. Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, findet an mehreren Passhöhen Einstiege zu Wanderwegen, die zu Schutzhütten mit Panoramablick führen. Manche Reisende kombinieren die Runde deshalb über zwei Tage, übernachten auf halber Strecke in einer der urigen Berghütten und lassen sich am nächsten Morgen von der aufgehenden Sonne über den Gipfeln wecken, bevor sie die zweite Hälfte der Pässe in Angriff nehmen. Wer dabei früh genug unterwegs ist, hat gute Chancen, einem Gämsenrudel auf einer der hochgelegenen Weiden zu begegnen, lange bevor die ersten Motorräder die Stille der Passhöhen durchbrechen.

Raushier-Reisemagazin

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