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Notizen aus Bangladesch – Teil 7

Bei einem weiteren Ausflug besuchten wir den Friedhof in Banani, einem nördlichen Stadtteil Dhakas. Der Friedhof war beeindruckend: Sehr gepflegt, wenn auch auf andere Art wie hier in Deutschland, wohl aufgrund der Hitze. Um dort beerdigt zu werden, muss man einen gewissen Grad an Berühmtheit erlangt haben. Die Plätze sind heiß begehrt.

Friedhof in Dhaka.

Friedhof in Dhaka.

Auf den Grabsteinen standen teils lange Auszüge aus dem Koran, teils lange Berichte über die Todesumstände, was ich interessant fand. Auch Reihengräber gibt es, in denen ganze Familien begraben liegen, die durch Attentate an einem Tag starben, . Beeindruckend fand ich auch das Fahrrad des Friedhofgärtners, an dem Weihwasserpinsel zweckentfremdet als Felgenputzer befestigt waren.

Der Unterschied zwischen Frauenhaaren und Männerhaaren

Familiengrab - alle Mitglieder sind durch ein Attentat umgekommen.

Familiengrab – alle Mitglieder sind durch ein Attentat umgekommen.

Glücklicherweise hatte ich ein Sweatshirt mit Kapuze an, da von Frauen erwartet wird, dass sie ihre Haare bedecken, aus Respekt den Toten gegenüber. Der Wärter des Friedhofs wies mich höflich auf diese Verhaltensregel hin. Ich habe mich aber schon gefragt, was denn der Unterschied zwischen Frauenhaaren und Männerhaaren ist, weil für Männer diese Regel nicht gilt.

Auf dem Friedhof.

Auf dem Friedhof.

Danach ging es weiter zum katholischen Priesterseminar zum heiligen Geist, auch in Banani. Das Priesterseminar ist ein großzügiger ruhiger Ort mitten in Dhaka, fast wie ein kleines Paradies. Die Geistlichen haben ihr eigenes Nutzvieh, Gärten, in denen viel Gemüse angebaut wird und natürlich eine sehr gepflegte Kirche, eine Bibliothek, usw. In der Bibliothek trafen wir einen Schweizer, der schon 30 Jahre im Seminar lebt. Die angehenden Priester waren allesamt sehr nett, sympathisch und gelassen.

Badezimmer so groß wie eine Dusche

Angehender Priester (r.).

Angehender Priester (r.).

Wir besuchten auch die Familie eines Verwandten von Khukie. Die Familie lebt in Dhaka in einer kleine Wohnung mit einem Garten (und somit besser als die meisten Menschen in Dhaka). Im Wohnzimmer stand das Elternbett, ein Schrank, eine Couch und Tisch. Übrig waren dann noch höchstens zwei Quadratmeter freie Lauffläche. Die Küche war ein winziger Raum mit Minischränkchen und einer kleinen Kochstelle. Das Badezimmer war insgesamt nur so groß wie unsere Dusche in Deutschland, mit lediglich einem Ablauf in der Mitte und einer Brause an der Wand. Dann gab es noch ein winziges Zimmerchen mit dem Bett der beiden Töchter. Die Große hatte an diesem Tag ihr Abitur mit 1,0 abgeschlossen. Die Familie ist sehr sympathisch und die Töchter sind extrem ehrgeizig in der Schule. Sie werden ihren Weg machen. Die meisten Kinder, die eine Chance auf einen Schulbesuch haben, sind ehrgeizig und erkennen ihre Chance.

New Market.

New Market.

Die Familie bot uns nur das Beste an, was sie ihm Haus hatten. Die Gastfreundschaft von Menschen, die selbst nur wenig haben, finde ich immer wieder sehr beeindruckend. Kleider bekommen die Mädchen oft von Khukies Schwestern. Der Vater arbeitet als Elektriker für die Stadt, die seine Wohnung mietfrei zur Verfügung stellt.

Leckeres Essen für kleinen Preis.

Leckeres Essen für kleinen Preis.

Zwischendurch war es auch immer wieder schön einfach nur zu bummeln. Es gibt in Dhaka eine Ladenkette mit dem Namen “Aarong”. Dort gibt es Souvenirs in Massen, Kleidung, Accessoires und vieles mehr. Absolut sehenswert ist auch der New Market im Stadtteil Azimpur, der mit seinen vielen kleinen Geschäften und dem bunten Treiben einen Hauch von altem orientalischen Flair verbreitet.

An die Preise in Restaurants könnt ich mich schnell gewöhnen. Ein leckeres Essen inklusive Getränk kostet oft gerade einmal 1.50 €. Da könnte man des öfters mal locker seine Freunde ins Restaurant einladen.

Fotos: Margit Ebert

Hier geht’s zu Folge 6

Weiter geht’s mit Folge 8

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Ein Gedanke zu „Notizen aus Bangladesch – Teil 7

  1. Hallo Margit,
    schön wieder etwas von Dir zu lesen. Interessant wie immer.
    Das Essen würde mir auch zusagen, hätte nichts dagegen, wenn
    mir jemand ein kleines Tellerchen hinstellen würde, wenn ich heim komme.
    Liebe Grüsse

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