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Urlaub vom Urlaub: Vom Zentrum Roms an den Lido

Es ist heiß. Brechend heiß. Dennoch wollen wir die zwei Tage Rom voll auskosten. Vatikan Stadt, Kolosseum und die Engelsburg standen gestern auf dem Programm. Heute sollen es die spanische Treppe, der Trevi-Brunnen und schließlich das nahe gelegene Pantheon werden. Doch wir entscheiden uns kurzerhand um…

„Go right, then look uppp…“

„Alle Wege führen nach Rom“, sagt der Volksmund. Und er scheint recht zu haben: Es wirkt, als hätte sich in der ewigen Stadt die ganze reisevernarrte Welt an diesem Freitagnachmittag vor dem Kolosseum getroffen. Jeder will ein Selfie vor dem imposanten Gebäude haben – wäre da nur nicht die pralle Mittagssonne, die einen immer wieder in den Schatten zwingt, um nachzusehen, ob der letzte Schuss auch etwas geworden ist. Herren aus Tamil verkaufen Selfiesticks für all diejenigen, die ihre zu Hause vergessen haben und gekühltes Wasser zur Abkühlung. Wir finden heraus, dass es dieses ein paar Meter neben dem Kolosseum auch kostenlos an einem Trinkbrunnen gibt. Die meisten sind jedoch so mit ihren Fotos beschäftigt, dass sie das nicht mitkriegen. Wir jedenfalls haben an diesem Tag die Schnauze voll. Klar, Rom ist schön. Wunderschön. Doch wir brauchen eine echte Abkühlung.

Morgen geht es an den Strand. Zumindest beschließen wir das kurzerhand am Abend. Am frühen Samstagmorgen fragen wir uns am Bahnhof Termini durch, wo der nächstgelegene „spiaggia“ liegt. Die meisten italienischen Touristen in Rom, die wir eigentlich für Römer gehalten haben, wissen es nicht und führen uns in die Irre. In Italien, das wird uns klar, gibt man nicht gerne zu, dass man keine Ahnung hat. Ein Touristenführer, der Stadtrundfahrten anbietet – übrigens die besten Auskunftgeber der Stadt –, hilft uns schließlich weiter. „Go right, then look uppp…“ hören wir ihn mit starkem italienischen Akzent sagen. Danach sollten wir den Zug in Richtung des nächstgelegenen Strandes zu Rom erreichen, den Lido di Ostia!

Eine Zugrichtung benannt nach dem größten Weltentdecker

Wir haben unsere Badesachen nicht dabei, weil wir eigentlich Sightseeing in Rom geplant hatten. Sei’s drum. Als wir mit dem Zug umsteigen müssen und „uuupp“ schauen, wissen wir nicht wohin und orientieren uns einfach daran, wohin die geballte Menschenmenge mit Badesachen geht. Zugrichtung Cristoforo Colombo. Ganz dem italienischen Weltentdecker nach. Ja, hier sind wir richtig. An der Haltestelle Lido Centro steigen fast alle aus. Drei Mädchen stehen rauchend an der nahe gelegenen Bushaltestelle, und wir fragen sie nach der richtigen Busnummer. Wir haben Glück, denn die Einheimischen wissen, wie es zum kostenfreien „ingresso libera“ Strand geht. Wir steigen in den Bus Nummer 62 und landen direkt dort, wo wir seit gestern hin wollten: an einen nahe Rom gelegenen Strand. Wir kaufen Badeshorts und Bikini von einem Strandhändler, dessen Auswahl es zwar nicht mit Shops wie Van Graaf aufnehmen kann, die aber ihren Dienst für einen Tag tun. Am Ende haben wir Abkühlung und tolle Fotos – ohne Kolosseum, dafür aber mit breit grinsenden, glücklichen Gesichtern.


Bildrechte: Flickr Lido di Ostia Dr. Norbert Heidenbluth CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Raushier-Reisemagazin

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