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La Vie en Rosé – die Bahamas: Pastellfarbenes Sehnsuchtsziel

Fünf Schlaglichter auf den Archipel im Atlantik: Günstig, abenteuerlich, gigantisch, romantisch, hot – hotter – Junkanoo!

Schlaglicht 1: Bahamas für Sparfüchse?

Achteinhalb Stunden Flugzeit von London – nach drei Spielfilmen und Stückelschlaf – landen wir in Nassau. In der Ankunftshalle begrüßt eine Band die Reisenden. Kaum jemand beachtet sie, alle wollen nur schnell die Formalitäten hinter sich bringen. Die ganze Taxifahrt über schmettert uns Whitney Houston ihre greatest Hits entgegen: „Reggae hören wir hier nicht so viel“, behauptet die Taxifahrerin. Und dann ist es einfach da, das Meer. Noch viel türkisblauer als wir es uns vorgestellt hatten, türkiser als jedes andere Meer. Rosarot dagegen sind sämtliche Regierungsgebäude. Das sind die Farben der Bahamas.

Bahamas: Unfassbar blaues Wasser und Traumstrände - ein fabelhaftes Ziel für Fernwehkranke!

Bahamas: Unfassbar blaues Wasser und Traumstrände – ein fabelhaftes Ziel für Fernwehkranke!

Unser Hotel ist einfach; wir wollten die Bahamas erleben, ohne uns in allzu hohe Unkosten zu stürzen. Das Orchard Garden Hotel sieht von außen sehr nett aus. Die Anlage liegt inmitten eines üppigen und gepflegten Gartens mit verwunschenen Bäumen. Es gibt auch einen Pool. Unser Zimmer ist geräumig, aber renovierungsbedürftig: Ein neuer Anstrich wäre fällig und die Armaturen im Bad müssten dringend erneuert werden. Besser sind vermutlich die Appartementhäuschen für Selbstversorger; ein Blick hinein wurde uns leider verwehrt. Vorteil neben dem günstigen Preis: Der Weg zum Strand ist kurz (400 Meter).

Die Conchfischer am Montagu Beach sind jeden Tag dort. Denzel zeigt uns wie man die großen Fechterschnecken aus ihrem Haus löst: Erst wird der Muskel durchtrennt, dann kann man die Schnecke herausziehen. Geschickt zerteilt er das Fleisch; die Pistol steckt er sich in den Mund und erklärt mit einem breiten Grinsen: „We call it bahamian viagra.“ Hinter ihm türmen sich leere Conchhäuser zu einem ansehnlichen Hügel. Solche Gebirgslandschaften finden wir später noch an vielen Orten auf den Inseln. In einigen Regionen der Karibik ist die große Fechterschnecke geschützt, weil sie vom Aussterben bedroht ist. Auf den Bahamas gilt das ganz offensichtlich nicht.

Die Conchfischer am Montagu Beach türmen die leeren Schneckenhäuser. In einigen Regionen der Karibik ist die große Fechterschnecke geschützt, weil sie vom Aussterben bedroht ist. Auf den Bahamas gilt das ganz offensichtlich nicht.

Die Conchfischer am Montagu Beach türmen die leeren Schneckenhäuser. In einigen Regionen der Karibik ist die große Fechterschnecke geschützt, weil sie vom Aussterben bedroht ist. Auf den Bahamas gilt das ganz offensichtlich nicht.

Wir lassen uns vor dem Fort Montagu nieder, trinken Sky Juice, den wir an einem Straßenstand gekauft haben und blicken auf die gegenüber liegende Insel, Paradise Island. Rosarot recken sich die Türme des Hotels Atlantis in den blauen Himmel. Hinter uns kreischen zankende Möwen, während aus den geöffneten Heckklappen der parkenden Autos Technomusik wummert. Wir sprechen nicht. Wir schauen nur.

Sky Juice ist so etwas wie die bahamaische Antwort auf Coco de Batida; er besteht aus Kokosnusswasser oder Kokosmilch, Kondensmilch und Rum oder Gin. Gewürzt mit Muskat und Zimt wird er auf Eis serviert. Ein weiterer Drink, den man sich nicht entgehen lassen sollte, heißt Bahama Mama. Dieser erfrischende Cocktail wird aus Ananassaft, Grenadinensirup, Kokoslikör, Orangensaft, braunem und weißem Rum sowie frisch gepresstem Zitronensaft gemixt.

Dass wir angekommen sind, merken wir vor allem an unserem gemächlichen Schritt. Wir schlendern den Strand entlang, vorbei an Familien, die den frühen Abend mit ihren Kindern beim Picknick genießen, und kleinen Grüppchen von Männern, die an Klapptischen sitzen und Domino spielen. An improvisierten Ständen werden lokale Speisen wie frittierte Hühnerbeine und Conch mit Tamarindensauce angeboten. Es gibt eiskaltes Kalik, das bahamaische Bier, und frisch gepresste Fruchtsäfte. Der Wind reißt uns beinahe das Essen aus der Hand. Tagsüber herrschen in Nassau etwa 27 Grad Celsius bei strahlendem Sonnenschein, aber es weht ständig eine Brise, die vor allem abends nach einer leichten Jacke verlangt.

Auf dem Rückweg zum Hotel passieren wir die Straße Breezy Hill – verwunschene Bäume schmiegen sich an Steinmauern und bilden ein Dach. Es würde mich nicht wundern, wenn uns plötzlich der Riese aus dem Film Big Fish entgegen trotten würde.

Das Frühstück wird in einem kargen Raum – nennen wir es mal „serviert“. Butter, Erdnussbutter und Marmelade sind in eimergroßen Tupperdosen abgefüllt. Wir toasten Weißbrot und essen auf der Veranda. Der Kaffee ist in Ordnung.

Der Blick auf die Straße - bunte Häuschen wie in der Karibik.

Der Blick auf die Straße – bunte Häuschen wie in der Karibik.

Wer genau hier die Gäste sind, ist nicht zu ergründen. Auch die bockige Servicekraft vermag dies nicht zu beantworten. Das Paar, das wir sehen, wirkt wie ein Ornithologe nebst Gattin. Die Lodges für Familien sind angeordnet wie ein kleines Dorf und wirken von außen wohnlich. Die Bushaltestelle liegt gleich gegenüber der Einfahrt zum Hotel. Damit der Jitney-Bus auch hält, muss man sich überdeutlich bemerkbar machen. Leichtes Winken reicht nicht. Der zweite Bus nimmt uns mit. Bei der Route ist man durchaus beweglich, für einen Extradollar ist mancher Fahrer bereit, einen Schlenker zu machen. Mit dem Jitney Bus kann man bequem und günstig die gesamte Insel erschließen, Flughafen ausgenommen.

Flug: Angebote ab rund 470 Euro
Unterkünfte:

Schlaglicht 2: Tauchen mit Haien

„Seid ihr wahnsinnig“, fragten einige Freunde, als sie hörten, was wir vorhatten. Mitnichten. Wir sind auch keine Spur lebensmüde. Und hier ist unsere Botschaft: Haie sind nicht die Fressmonster, als die sie im Film Jaws dargestellt werden! Sie sind anmutig, vorsichtig und sie essen lieber Fisch als Mensch. Wäre es anders, hätten wir nicht überlebt, was auf den Bahamas seit 40 Jahren angeboten wird! Haie sind aber durch den Menschen bedroht. Sie sind es wert, geschützt zu werden! Das Feeding, die Haifütterung, ist eine umstrittene Angelegenheit. Aber die Fütterung ist auch ein Beitrag zum Artenschutz; denn wenn Touristen Haie sehen möchten, werden die Tiere nicht ihrer Flossen wegen, die für mehr Geld und weniger Risiko gehandelt werden als Drogen, geschlachtet.

Unterwasser-Eindrücke von den Bahamas dürften viele Menschen aus Filmen speisen: Bereits im Jahr 1915 wurde in Nassau der erste Unterwasserfilm gedreht, der Stummfilm nach dem Buch 20.000 Meilen unter dem Meer von Jules Verne. Nassau gilt mittlerweile als Unterwasser-Hollywood: Das Meer ist warm, die Sicht ist spektakulär weit, es gibt Wracks, Riffe und Steilwände, und es gibt Haie! Viele James-Bond-Streifen wurden hier gedreht: Feuerball, Man lebt nur zweimal, Der Spion, der mich liebte, In tödlicher Mission, Sag niemals nie, Lizenz zum Töten, Die Welt ist nicht genug, Casino Royale.

Schau mir in die Augen, Kleines… Tauchen mit Hammerhaien in Bimini

Der Hafen von Bimini - Ausgangspunkt für die Tour zu den Hammerheads.

Der Hafen von Bimini – Ausgangspunkt für die Tour zu den Hammerheads.

Der Flug mit Western Air von Nassau nach Bimini dauert rund eine halbe Stunde. Bimini ist eine Inselgruppe der Bahamas mit den Hauptinseln Nord Bimini und Süd Bimini mit rund 2.000 Einwohnern, von denen sich alle kennen, und die alle irgendwie miteinander verwandt sind: „The tree is big“, erfahren wir von Elisabeth Rolle vom Bimini Tourist Office. Durch die geographische Nähe zu Florida entwickelte sich Bimini in der Zeit der Prohibition in den USA zu einem attraktiven Ziel für betuchte Amerikaner. Vor allem Sportfischer zog und zieht es hierher; der wohl bekannteste unter ihnen: Ernest Hemingway.

Bimini ist eine Inselgruppe der Bahamas mit den Hauptinseln Nord Bimini und Süd Bimini mit rund 2.000 Einwohnern.

Bimini ist eine Inselgruppe der Bahamas mit den Hauptinseln Nord Bimini und Süd Bimini mit rund 2.000 Einwohnern.

Mit dem Bus und dem Wassertaxi erreichen wir unser Ziel: Den Big Game Club in Alice Town, dem Hauptort von Bimini, am Südende der Nordinsel. Im dazugehörigen Hotel lebte der berühmte amerikanische Schriftsteller, wenn er mal wieder mit seinem Boot von Key West nach Bimini, seiner geliebten Insel im Strom, zum Hochseefischen kam. An den Wänden des Waterfront Dining erzählen viele Fotos von dieser Zeit. „Auch Martin Luther King kam hierher“, berichtet Pedro Miller, der Chef des Hotels. „Hier schrieb er seine Reden, auch die berühmte Zeile: I have a dream“, ist er überzeugt.

Im Hafenbecken des Big Game Club in Bimini lassen sich am frühen Abend gern Bullenhaie blicken.

Im Hafenbecken des Big Game Club in Bimini lassen sich am frühen Abend gern Bullenhaie blicken.

Auf dem Areal des Big Game Clubs betreibt Neal Watson seine Tauchbasis. Seine Spezialität: Tauchen mit Hammerhaien! Für mitteleuropäische Großstädter ist Nassau schon eine sehr relaxte Umgebung. In Bimini jedoch gehen die Uhren noch einmal ganz anders. „Laid back“ sei man hier, erklärte uns Elisabeth Rolle. Daran mussten wir wieder denken, als wir uns bei Neal nach dem Zeitplan erkundigten. Als deutsche Taucher sind wir es gewohnt, uns verlässlich an Zeiten zu halten. Neal jedoch winkt ab und sagt: „Esst erstmal etwas und wenn ihr fertig seid, dann kommt zum Boot.“ Bei unserer Rückkehr liegt er tiefenentspannt auf einer Matratze. Wir kleiden uns in Ruhe an, dann geht es ohne Neopren mit dem Boot nach Sands, wo zwei weitere Tauchgäste aufgepickt werden. Ein Amerikaner und ein Holländer, beide mit großen Kameras.

Das Feeding, die Haifütterung, ist eine umstrittene Angelegenheit. Aber die Fütterung ist auch ein Beitrag zum Artenschutz; denn wenn Touristen Haie sehen möchten, werden die Tiere nicht ihrer Flossen wegen, die für mehr Geld und weniger Risiko gehandelt werden als Drogen, geschlachtet.

Das Feeding, die Haifütterung, ist eine umstrittene Angelegenheit. Aber die Fütterung ist auch ein Beitrag zum Artenschutz; denn wenn Touristen Haie sehen möchten, werden die Tiere nicht ihrer Flossen wegen, die für mehr Geld und weniger Risiko gehandelt werden als Drogen, geschlachtet.

Im Briefing erfahren wir, dass die Haie nicht zwischen Fütterer und Tauchgast  unterscheiden können. Wir sollen uns also immer hinter einer bestimmten Markierung von weißen Stangen halten und die Haie keinesfalls anfassen. Wir werden aufgefordert, uns die aufdringlichen Ammenhaie, die auch ihr Stück vom Kuchen haben wollen, wenn es sein muss mit einem der bereit liegenden Eisenrohre vom Leib zu halten. Und weil wir wohl sehr ungläubig gucken, erzählen er und seine Crew auch noch ein paar Schauergeschichten über die Haisauger, die nicht so schnell loslassen, was sie erst einmal im Maul haben.

Ich betrachte Neal und seine Crew genauer: Alle ihre Gliedmaßen sind unversehrt. Auf Robins Brust prangt ein besonderes Tattoo, eine Tauchszene, die einen Haifeeder bei der Arbeit zeigt. Fröhlich und sorglos verrichten sie die Vorbereitungen: Sie wässern die Baitebox, in der sich gefrorener, verrotteter Fisch befindet. So entsteht eine Art Fish Chowder, das für Haie unwiderstehlich duftet. Robin und Carlton arbeiten seit ein paar Jahren bei Neal Watson. Was war denn die gefährlichste Situation, die die beiden mit den Hammerheads schon erlebt haben? „Man muss immer aufpassen“, sagt Robin. Aber passiert sei noch nie etwas. Und was sagen ihre Schwiegermütter zu ihrem Beruf? Beide lachen laut: „Die halten uns für verrückt!“

Auge in Auge mit dem Hammerhai.

Auge in Auge mit dem Hammerhai.

Dann sind wir am Tauchplatz angekommen. Neal steigt in seinen 7mm-Anzug und greift seinen Schnorchel. Einen Teil von dem Fischwasser schüttet er ins Meer, dabei achtet er sorgsam auf die Strömung. Dann springt er ins Wasser, bleibt aber in Schnorchelhaltung an der Oberfläche, mit den Füßen an der Leiter, den Grund fest im Blick. Während dessen schneidet Carlton den Fisch klein und wirft nach und nach die Stücke ins Meer. Diese Phase des Anlockens kann fünf Minuten dauern, sie kann sich aber auch Stunden hinziehen. Ammenhaie und Möwen sind die ersten Interessenten, die sich zeigen. Es dauert sehr, sehr lange, bis sich ein paar Hammerheads blicken lassen. Dann geht es endlich los.

Die Taucher machen sich schnell fertig und steigen an einer Leine entlang hinab. Auf einer Tiefe von nur knapp acht Metern setzen wir uns und beobachten das Treiben. Rund 25 Ammenhaie liegen und schwimmen kreuz und quer über- und untereinander. Für ihre Nasen verströmt die Baitebox, eine Metallkiste, deren kleine Löcher den Geruch des Inhalts freigeben, einen betörenden Duft. Aber für sie wurde dieses Mahl nicht angerichtet – auf diese Erkenntnis reagieren sie missvergnügt. Sie drängen sich immer näher an die Box und an die Taucher heran. Irgendwann wird es tatsächlich notwendig, sie mit dem Rohr zu bremsen. Ein Ammenhai schnappt nach einem Kamerablitz, ein anderer nach dem fliegenden Haar eines Tauchers. Wir haben verstanden: Ammenhaie mögen friedliche Gesellen sein, aber es sind immer noch Haie. Zu nah sollte man sie nie an sich heran lassen.

Die Hammerhaie wirken wie Wesen aus einer Mythenwelt.

Die Hammerhaie wirken wie Wesen aus einer Mythenwelt.

Dann erscheinen die Hauptdarsteller auf der Unterwasserbühne: drei Hammerheads. Mit deutlicher Körpersprache machen sie klar, wer die Chefs im Ring sind; die Ammenhaie sind es jedenfalls nicht. Ein wahnwitziges Getümmel entspinnt sich. Der Feeder, Neal, hält halbe Fische in der Hand und wirft sie den unglaublich nah heran schwimmenden Hammerhaien ins Maul. Wenn sie ihm zu nahe kommen, und das passiert nicht selten, packt er die flache, breite Kante ihres Kopfes, das Cephalophoil, und schiebt sie langsam beiseite. Sie kommen auch uns Tauchern unheimlich nahe; unsere großen Kameras sind dafür eine willkommene Barriere! Als sich einer der Taucher im fotografischen Eifer zu weit von der Gruppe entfernt, zieht Neal ihn mit Nachdruck an der Flosse zurück und gestikuliert deutlich, um zu zeigen, wo er sich aufhalten soll.

Die Szenerie mutet unwirklich an: Die Hammerhaie wirken wie Wesen aus einer Mythenwelt, sie sind neugierig wie alle Fische und betrachten uns ohne Furcht. Ihre enorme Größe scheint ihnen bewusst zu sein. Wenn sie an uns vorbei gleiten, werfen sie uns einen tiefen Blick aus ihren riesigen, kuhähnlichen Augen zu. Derweil robben die Ammenhaie immer näher an uns heran und wühlen dabei den Sand auf, so dass wir uns wie in einer Nebelkulisse befinden. Während des gesamten Tauchgangs umkreist ein stattlicher Bullenhai die Szenerie, hält sich aber im Hintergrund. Bullenhaie zählen zu den drittgefährlichsten Haien, aber mit drei Hammerhaien will er sich wohl besser nicht ums Futter streiten.

Nach einer Grundzeit von 100 Minuten wird es uns trotz der 27 Grad Wassertemperatur zu kühl. Wir steigen auf. Für den Feeder wird es am Ende noch mal kitzelig: Die Baitebox muss hochgebracht werden, wobei rund zehn Ammenhaie mit großem Interesse Box und Taucher umkreisen. Dann sind alle wieder an Bord – mit tollen Bildern auf den Kameras und unvergesslichen Bildern im Kopf.

 „Haie beißen nicht, Haie küssen“ – Tauchen mit Stuart Cove und 50 Riffhaien in Nassau

„Fischsuppe" beim Tauchgang mit Stuart Cove in Nassau.

„Fischsuppe” beim Tauchgang mit Stuart Cove in Nassau.

Wenn wir bei unseren Tauchgängen im Roten Meer oder in Asien mal einen Hai als Schattenriss in der Ferne erahnen konnten, waren wir schon begeistert. Ganz anders hingegen, wenn wir uns auf einen Tauchgang mit der Crew von Stuart Cove auf den Bahamas begeben: Das ist dann Haiflossensuppe mal ganz anders, nämlich mit putzmunteren Tieren, die sich ganz nach Haimanier um die besten Bissen balgen. Ein phantastisches Erlebnis, bei dem die Haie auch schon mal auf Tuchfühlung gehen… Von Andrea, unserem italienischen Sharkfeeder, stammt übrigens dieser Satz: „Haie beißen nicht, Haie küssen!“ Und dafür, dass sie das tun, ohne Menschen zu gefährden, sorgt Tauchlegende Stuart Cove mit seinem Unterwasser-Hollywood seit einigen Dekaden. Mit seiner Hilfe sind die Unterwasserszenen in Serien wie Flipper und einigen James Bond Streifen entstanden.

Die Tauchbasis von Stuart Cove in einer kleinen Bucht im Westen Nassaus greift die wichtigste Farbe der Bahamas auf: Pink. Pink sind die Gebäude gestrichen, die Boote und natürlich auch die T-Shirts der Crew. Dass hier VIPs ein und aus gegangen sind, dokumentieren die signierten Fotos an den Wänden, darunter Stars wie Daniel Craig, Sean Connery, Robert Redford, Heidi Klum. Stuart Cove unterstützte sie bei ihren Unterwasserbegegnungen mit Haien für den Film, aber auch für private Unternehmungen. „Sean Connery ist sogar mit Tigerhaien getaucht“, erinnert sich die Tauchlegende.

Ganz schön was los unter Wasser.

Ganz schön was los unter Wasser.

Wir wollen Riffhaie sehen. Mit dem pinkfarbenen Boot geht es los. Die Taucher machen sich fertig, wir werden aufgefordert, uns großzügig mit Blei zu bevorraten. Dann geht es abwärts. Wir werden zu einem mit Steinen markierten Kreis gelotst, ein gutes Dutzend Haie ist schon in der Nähe. Hinter uns halten einige Taucher aus der Crew von Stuart Cove eine Art Wache, in der Mitte positioniert sich der Feeder in einen Kettenanzug gewandet. Gefüttert werden Fischreste aus den ansässigen Restaurants. Inzwischen kreisen immer mehr Haie um uns, bei 50 höre ich auf zu zählen. Auch stattliche Zackenbarsche und kleinere Fische hoffen auf ein Stück vom Kuchen. Es herrscht eine nervöse Erwartungshaltung.

Endlich öffnet der Feeder, Andrea, den Deckel der Alubox. An einem langen Metallspieß präsentiert er den Haien einen Fischkopf. Jetzt sind die Haie außer Rand und Band. Sie kämpfen um den Köder, balgen sich, schnellen vor und zurück, weichen manchmal nur Zentimeter vor unseren Gesichtern aus, sind vor uns, neben uns, hinter uns. Eine Tauchregel besagt, dass man nichts unter Wasser anfassen soll. Die Haie wissen das offenbar nicht. Da flappt schon mal die eine oder andere Flosse über meinen Kopf oder an meine Kamera. Ein Hai stützt sich sogar kurzzeitig auf meiner Schulter ab. Im Briefing wurden wir angehalten, unsere Gliedmaßen bei uns zu behalten, vor allem Selfie-Sticks sollen wir nicht ausstrecken, denn die Haie könnten sie als den Stab identifizieren, mit dem das Futter angeboten wird. In all dem Getümmel bleiben die Haie doch immer vorsichtig, wenn auch neugierig. Sie scheinen uns genau so interessiert anzusehen wie wir sie.

„Einen Unfall gab es in all den Jahren nie“, sagt Stuart Cove, der bereits seit den 1980er Jahren Haitauchgänge anbietet. „Haie interessieren sich für tote und sterbende Fische, nicht für Menschen.“ Und leisten damit ihren Beitrag für das ökologische Gleichgewicht der Meere. 

„A rough ride, but a great dive!“ – Tauchen mit Tigerhaien auf Grand Bahama

Der Strand in Grand Bahama - hier sind Tigerhaie unterwegs, die zweitgefährlichsten Haie nach dem weißen Hai.

Der Strand in Grand Bahama – hier sind Tigerhaie unterwegs, die zweitgefährlichsten Haie nach dem weißen Hai.

Eine knappe halbe Stunde dauert der Flug von Nassau nach Grand Bahama. Von Freeport geht es mit dem Bus nach Westend ins Hotel Old Bahama Bay. Das Taxi vom Flughafen zum Hotel kostet 70 Dollar. Wir entscheiden uns für den Bus, der kostet 5 Dollar pro Kopf. Wir erhalten die Auskunft, dass der Bus um 15 Uhr kommt, und schließen daraus, dass er kurz darauf abfahren wird. Weit gefehlt. Der Bus kommt um 15 Uhr, aber er soll erst um 16 Uhr losfahren. Wir werden dennoch angehalten, schon Platz zu nehmen, und verstehen schnell warum: Der Bus füllt sich rasant schnell, ein Sitzplatz will ergattert werden. Als der Bus voll ist, geht es los. Es ist halb vier.

An der Marina des Hotels Old Bahama Bay betreibt Kenneth Livingstone Christie seit drei Jahren die Tauchbasis. Taucher aus aller Welt zieht es her, denn von hier aus geht es mit dem Schnellboot zum legendären Spot Tiger Beach: Tauchen mit Tigerhaien und Zitronenhaien wird hier angeboten. Tigerhaie sind die zweitgrößten Haie nach dem Weißen Hai; sie gelten als die zweitgefährlichsten Haie. Wenn ein Kamerablitz sie nervt, beißen sie schon mal hinein. Und der Zitronenhai genießt den Ruf, etwas zickig zu sein.

Haie sind nicht die Fressmonster, als die sie im Film Jaws dargestellt werden!

Haie sind nicht die Fressmonster, als die sie im Film Jaws dargestellt werden!

Etwa eineinhalb Stunden dauert die Fahrt von der Marina bis zu Spot. Das Wetter zeigt sich von seiner ruppigen Seite – der Himmel ist grau, es regnet, die Wellen schlagen hoch. Die Bedingungen sind nicht ideal, aber wir entscheiden uns trotzdem für einen kurzen Tauchgang. Die Crew beginnt, die Haie mit dem Baite anzulocken. Es dauert nicht lange und eine Gruppe von Zitronenhaien lässt sich blicken. Wir steigen ein.

Rund zwölf Lemonsharks umkreisen bereits die Baitebox, im Verlauf des Tauchgangs kommen immer mehr dazu, am Ende sind es circa 30 Zitronenhaie. Nach einer Weile erscheinen auch drei Tigerhaie auf der Bildfläche. Ohne Scheu nähern sie sich, umkreisen die Baitebox und uns und blicken uns aus ihren großen schwarzen Augen an. Sie kommen uns zum Teil hautnah – und wir tragen nur Shortys! Sie scheinen uns fünf Taucher jedoch nicht als Nahrung einzustufen, und auch nicht als Konkurrenten. Untereinander streiten sie sich um die größten Stücke, manchmal geht es ruppig zu. Eines ist sonnenklar: Wenn Haie Menschen fressen wollten, dann könnten sie es tun, wir fünf Taucher hätten ihnen herzlich wenig entgegenzusetzen. Lediglich ein Eisenrohr haben einige von uns, die Taucher mit Kameras haben gar nichts für ihre Gegenwehr. Aber die Haie essen lieber das, was die Baitebox serviert.

Die Sicht wird immer schlechter, schließlich gibt Rodney das Zeichen zum Auftauchen. Die Haie begleiten uns ein Stück an die Oberfläche(!) und beäugen uns weiter neugierig. Was für ein Erlebnis!

Zurück an Bord erfahren wir, dass Jamie der Bruder von Robin ist, den wir auf Bimini beim Hammerhai-Tauchgang kennengelernt haben. Was sagt denn ihre Mum dazu, dass beide Söhne Sharkfeeder sind? Jamie gackert laut los: „Sie hält wenig davon!“ Aber am wenigsten hält sie davon, dass der kleine Bruder der beiden in die Fußstapfen seiner großen Brüder treten will….

Schlaglicht 3: Rosarote Gigantomanie

Wahr oder nicht wahr? Der griechische Philosoph Platon beschrieb das Inselreich Atlantis als bedeutende Seemacht, die während eines Erdbebens in nur einer einzigen Nacht untergegangen sein soll. Dieser Mythos hat zahlreiche Wissenschaftler, Abenteurer und Künstler elektrisiert. An vielen Orten schon wurde der sagenhafte Kontinent vermutet – auf den Azoren, im Schwarzen Meer, sogar in der Region von Helgoland. Auch vor der Insel Nord Bimini wurden im Jahr 1968 im Meer Funde entdeckt, die „Straße von Bimini“, die als Teil der verlorenen Stadt Atlantis gedeutet wurden. Es handelt sich um Steinblöcke in fast rechteckigen Formationen, die eine gerade Linie bilden und mit einer Kurve enden. Intensive Untersuchungen konnten die Herkunft jedoch nicht eindeutig belegen.

Sicher jedoch ist, dass die mythische Welt von Atlantis auf Paradise Island, einer kleinen Insel, die der bahamaischen Hauptinsel New Providence vorgelagert ist, zum Leben erweckt wurde: Ein gigantisches rosarotes Märchenschloss mit Türmen und Erkern, marinen Kreaturen und Phantasiegeschöpfen, die Brunnen und Gebäude zieren. Jedes Detail in dieser gigantischen Anlage spielt mit dem Unterwasserthema – seien es die Säulen und Wandornamente in der gewaltigen Kuppelhalle, in der sich die Lobby befindet, die verspielten Treppengeländer, Lampen, Springbrunnen – hier durfte sich ein Team von Architekten augenscheinlich nach Herzenslust austoben, um das untergegangene Atlantis zu heben.

Der Cabbage Beach in Nassau - so geht Strand!

Der Cabbage Beach in Nassau – so geht Strand!

Das Atlantis Hotel ist ein Fantasieort der Superlative! Es bietet einen Wasserpark mit Freiwasserbecken für Rochen, Meeresschildkröten, Delfine, sogar Hammerhaie sind hier zu finden! Es gibt ein beeindruckend riesiges Meereswasseraquarium, eine große Aquavergnügungslandschaft, zu der ein Mayatempel in Originalgröße gehört einschließlich transparenter Rutsche, die durch ein Haifischbecken führt, ein umfangreiches Wassersport- und Fitnessangebot, kunstvolle Springbrunnen, Glasskulpturen, exquisite Einkaufspassagen, Restaurants, Bars, einen Nachtclub, ein riesiges Casino. An der hoteleigenen Marina machen die teuersten Privatjachten fest und die Strände vor den Gebäuden gehören zu den berühmtesten der Bahamas: Paradise Beach, Cove Beach, Cabbage Beach. Die Vergnügungslandschaft und viele weitere Angebote sind offen für alle Gäste, die Hotelbereiche sind abgetrennt und nur mit Hotelkarte zu betreten.

Um Zahlen zu nennen: Das Atlantis Hotel ist der weitaus größte Hotelkomplex auf den Bahamas. Es verfügt über 3.500 Betten und 21 Restaurants. Es bietet Arbeitsplätze für 7.500 Menschen und ist damit ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Region, in der ansonsten hohe Arbeitslosigkeit herrscht.

Günstig ist diese Unterkunft nicht, es gibt aber zu bestimmten Zeiten Angebote. Viele der zum Teil prominenten Gäste des Hotels haben es wohl nicht unbedingt nötig, auf den Preis zu gucken. Eine Woche in einem Zimmer in den Royal Towers kostet rund 3.000 Dollar. Eine Nacht in der „Michael Jackson Suite“ kostet 25.000 Dollar, bei einem Mindestaufenthalt von vier Nächten. Der King of Pop soll häufig hier geweilt und auch Konzerte gegeben haben.

Dolphin Encounter Nassau: Hier kann man Tieren wie Delfinen, Stachelrochen oder Seehunden hautnah begegnen.

Dolphin Encounter Nassau: Hier kann man Tieren wie Delfinen, Stachelrochen oder Seehunden hautnah begegnen.

Paradise Island trug nicht immer diesen klangvollen Namen. Früher lag auf dieser Insel Müll. Doch dann wurde „Hog Island“ aufgeräumt und das Atlantis Hotel errichtet. Nassau kann man bequem mit dem Wassertaxi erreichen. Außerdem gibt es zwei Brücken nach Downtown Nassau.

Von hier aus bietet sich ein Trip mit dem Boot an: Rund 20 Minuten dauert die Fahrt mit der Fähre zur Blue Lagoon. Sage und schreibe zweimal wird die Geburtstagshymne in dieser Zeit angestimmt, einmal für den kleinen Michael, der heute zehn Jahre alt wird, einmal für Charlotte, acht. Keine Frage, der Dolphin Encounter Nassau ist ein Kinderparadies: Hier kann man Tieren wie Delfinen, Stachelrochen oder Seehunden hautnah begegnen.

Clifton heißt das Delfinmännchen, das uns auf die fröhliche Art begrüßt, die man aus der Fernsehserie Flipper kennt. Aber bevor es zu ihm ins Becken geht, kommen wir in eine Art Klassenraum mit offenen Wänden, wo uns Rachel mit einigen Grundinformationen versorgt: Wie erkennt man das Geschlecht von Delfinen? Warum sollte man sie in freier Wildbahn nicht füttern? Wo sollte man sie nicht berühren? Und vor allem: Warum ist es so wichtig, dass wir unsere Meere sauber halten? Dann geht es nach unten zu den Becken. Wir legen Kleidung und auch Schmuck ab, denn auf keinen Fall wollen wir Clifton kratzen. Im Becken erklärt uns der Tiertrainer, wie wir uns positionieren und worauf wir achten sollen. Clifton drückt uns zur Begrüßung ein Küsschen auf die Wange. Ein Fotograf hält das Ereignis fest. Dann schwimmt Clifton, der sehr verspielt und kontaktfreudig ist, ganz langsam an uns vorbei und wie dürfen vorsichtig seine Oberfläche berühren. Wie ein prall gefüllter Gummiball fühlt er sich an. Es folgt noch ein Tänzchen, ein Küsschen auf den Mund, eine Umarmung, dann ist der Zauber vorbei.

Wer hier Beklemmungen bekommt, weil er es generell falsch findet, Tiere zu Zirkusattraktionen zu reduzieren, sollte diesen Ort nicht besuchen.

Wer hier Beklemmungen bekommt, weil er es generell falsch findet, Tiere zu Zirkusattraktionen zu reduzieren, sollte diesen Ort nicht besuchen.

Wer hier Beklemmungen bekommt, weil er es generell falsch findet, Tiere zu Zirkusattraktionen zu reduzieren, sollte diesen Ort nicht besuchen. Aber wer Kinder hat, die ganz vernarrt sind in Delfine, und wer ihnen über eine einmalige Begegnung hinaus auch noch ein besseres Verständnis für die Tierwelt im Ozean vermitteln möchte, ist hier richtig. Denn: Es gibt viele Informationen und den Tieren hier scheint es gut zu gehen. Sie werden in dem Becken nicht gefangen gehalten, sondern sie halten sich hier offenbar gern auf. Sie könnten nämlich einfach fern bleiben. “Ein Delfin macht nichts, was er nicht will”, verrät uns Rod, der Tiertrainer. “Wir ernähren die Delfine hier nicht”, erklärt Managerin Kelly Meister. Sie alle jagen auch selbst. Kratzer und Blessuren auf ihrer Haut erzählen Geschichten von Jagden und Kämpfen. Die Philosophie hier: Was man kennt und versteht und mag, das ist man auch bereit, zu schützen.

Das Kennenlernen und Verstehen mag für manche zu weit gehen: Beim Schwimmen mit Delfinen schieben zwei Delfine einen Menschen an den Fußsohlen an und lassen ihn so über die Wasseroberfläche heizen. Sieht lustig aus. Macht den Menschen tierischen Spaß. Und wie es scheint auch den Delfinen, jedenfalls wenn man ihrer Körpersprache glauben will. Für jeden Schieber holen sich die beiden ihr Leckerli ab. Diese toten Fischchen sind übrigens so klein, dass man kaum glauben kann, dass die Tiere sich deswegen auf das Spiel einlassen. Welcher Mensch würde schon das Sofa verlassen und auf einen Pfiff hin zwei, drei Salti schlagen, um zur Belohnung einen einzelnen Pommes abzustauben? Und sich dann fröhlich wieder in der Reihe anstellen, um weiterzumachen? Nein, diese Gesellen haben einfach Spaß an dem, was sie tun. Kelly bringt es auf den Punkt: „Delfine mögen Menschen – vielleicht weil man so gut mit ihnen spielen kann.“

Schlaglicht 4: Bahamas romantisch

Ja, es geht auch recht spontan, denn wer sich mindestens seit 24 Stunden auf den Bahamas aufhält, kann hier ohne viel Aufwand heiraten. Man macht einen Termin beim Standesamt, bei dem die Formalitäten geregelt werden und dann trifft man sich an einem schönen Ort, an dem die Zeremonie stattfindet. Das kann barfuß am Strand sein, mit einem Reverend, der einfühlsame Worte findet, und zwei Trauzeugen, die für ihre Mühe einen kleinen Obolus erhalten; oder es kann ein phantastisches Event mit der ganzen Familie werden, organisiert von Profis. Unvergesslich ist beides!

Viele Hotels auf den Bahamas bieten einen Rundum-Hochzeitsservice mit professioneller Planung. Denn für den schönsten Tag im Leben – und die Flitterwochen – kann man sich kaum eine romantischere Umgebung vorstellen. Die Sandals Hotels, die es auf vielen Inseln der Karibik und der Bahamas gibt, haben sich auf Paare spezialisiert. Hier können junge und ältere Verliebte ihre Zweisamkeit genießen – oder auch heiraten. Das Sandals Royal Bahamian in Nassau bietet einen romantischen wie exquisiten Rahmen. Direkt am Strand wird die Zeremonie ausgerichtet, die Gäste stehen Spalier, die Fotografen sind bereit. Und das glückliche Paar gibt sich vor traumhafter Kulisse einen filmreifen Kuss. Den Fototermin zum Sonnenuntergang verfolgen die anderen Gäste am Strand mit geduldigem Desinteresse. Schließlich gibt es das hier jeden Abend zu sehen…

Morgens um 7 Uhr erwacht der Tag im Hotel Sandals Royal Bahamian, Möwen nehmen ein erfrischendes Bad im Pool, während Angestellte das Becken reinigen und die Liegen für den Tag herrichten. Für uns geht es nach dem Frühstück zur Tauchbasis, die direkt am Hotelstrand liegt. Je nach Wetterlage wird direkt vom Anleger hier getaucht; wegen des Windes und des Wellenganges weicht das Team jedoch an diesem Tag auf die windgeschützte Seite der Insel aus. Mit dem Bus fahren wir mit einer kleinen Gruppe von Tauchern nach Harbor, von dort aus weiter mit dem Tauchboot. An Bord treffen wir auf eine fröhliche Crew, die lacht und scherzt. Sicherheit wird groß geschrieben: Vor dem Tauchgang erfolgt eine namentliche Anwesenheitsüberprüfung und jeder bekommt eine Nummer fürs Jacket. Schon beim Abtauchen sehen wir einen Ammenhai, später treffen wir noch auf zwei karibische Riffhaie, die uns neugierig beäugen. Der Fischreichtum sticht ins Auge und die schönen Unterwasserlandschaften. Wir inspizieren ein kleines Wrack. Und überall finden wir auch hier wieder die Invasoren aus dem Roten Meer, die hier keine Feinde haben, und die Gelege anderer Fische räubern: die Rotfeuerfische. Alle kommen fröhlich zurück an Bord.

Beim Aufenthalt in den Sandals Hotels ist alles inklusive: Jedes der Restaurants kann besucht werden, ohne dass zusätzliche Kosten entstehen, dasselbe gilt für die Freizeitangebote, auch Tauchgänge inklusive Leihequipment, oder die Barbesuche. Wer möchte, kann die Minibar in seinem Zimmer plündern, ohne dass Extra-Kosten entstehen. Lediglich der Besuch des Spa wird zusätzlich abgerechnet. Dennoch bleiben die Kosten für den Urlaub hier berechenbar.

Zur Dinnerzeit fällt die Wahl schwer: Zehn Restaurants bieten dem Gaumen französische, italienische, japanische oder karibische Küche. Besonders beliebt ist das Gordon’s auf dem Steg, von dem aus man auf die Privatinsel des Sandals blicken kann. Gäste können das stündlich fahrende Boot nehmen und ein paar Stunden an den beiden Stränden oder im Zen-Garten verbringen.

Wo es danach hingeht, ist für mich sonnenklar: In die Piano Bar, obwohl es noch sieben weitere Bars gibt. Aber die Piano Bar mit ihrer „history lane“ atmet die Atmosphäre früherer Zeiten, in denen Duke und Duchesse of Windsor auf den Bahamas zu Gast waren. Alte Fotografien und ein Zeitungsartikel von 1937, in dem es um die Aufsehen erregende Heirat des zurückgetretenen englischen Königs mit der bürgerlichen Wallis Simpson geht – hach, hier weht Geschichte! Und hier sitzen wir rund ums Piano auf Barhockern und schmettern die Lieder, die der Klavierspieler auf Zuruf spielt, lauthals mit: Good day, sunshine!

Schlaglicht 5: Hot hotter – Junkanoo!

Junkanoo: Die ausgelassene Party in Grand Bahama ...

Junkanoo: Die ausgelassene Party in Grand Bahama …

Hier spürt man wie das afrikanische Herz des Archipels schlägt: Junkanoo ist DAS kulturelle Ereignis auf den Bahamas! In Freeport, Grand Bahama, wird im April das große Kick-off-Junkanoo-Carnival-Festival veranstaltet. Dann findet sich auf dem Taino Beach alles ein, was Beine hat! Es ist ein riesiges Volksfest mit allem, was dazu gehört: Essen, Trinken, Musik und Tanz, schillernd bunten Kostümen mit Federn und Pailletten, Feuerwerk und 20 Künstlern, die sich dem Wettbewerb für das Finale, das einen Monat später in Nassau am Arawak Cay stattfindet, stellen.

... mit Live-Musik und Tanz, Rumcocktails und jeder Menge Spaß findet jedes Jahr statt!

… mit Live-Musik und Tanz, Rumcocktails und jeder Menge Spaß findet jedes Jahr statt!

Eines versteht man sofort, wenn man diese Kulisse und die Akteure betrachtet: Hier wird das Leben gefeiert. Das Leben und die Lebensfreude! Laut, bunt und fröhlich geht es zu. Die Tänzer machen keinen Hehl daraus, dass die Freude an der Körperlichkeit dazu gehört. Ethnologen würden das wohl Fruchtbarkeitstanz nennen. Touristen nennen es: sexy.

Goombay, der Rhythmus der Trommeln, offenbart die afrikanischen und indianischen Wurzeln der Musik. Es heißt, der Name, Junkanoo, stamme von dem französischen Ausdruck „gens inconnus“, also: „maskierte Leute“. Ins Leben gerufen wurde das Fest angeblich auf den Bahamas von den Sklaven, die an Weihnachten ein paar freie Tage bekamen. Die feierten sie singend und tanzend mit phantasievollen Masken, wobei sie auf Stelzen durch die Straßen zogen. Höhepunkt des Junkanoo ist noch heute der Straßenkarneval, der am zweiten Weihnachtstag und am Neujahrstag stattfindet. Aber das ganze Jahr über gibt es in den Touristenorten Junkanoo-Festivals.

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