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Langeweile im Harz? Fehlanzeige!

Wir fahren jetzt schon viele Jahre lang in verschiedenen Jahreszeiten mit unseren Kindern in den Harz und dennoch wird es ihnen wie auch uns nie langweilig. Der Harz hat vieles zu bieten: Unberührte Natur, alte und berühmte Burgen und Schlösser, viel Geschichte, aber vor allem – für Familien mit Kindern ganz wichtig – auch viel Action. So langsam bekommen wir unsere Kinder (heute 13 und 17) dazu, sich auch für Geschichte und Literatur zu interessieren. (Gerade unsere Große liest in der Schule im Moment Johann Wolfgang von Goethes Faust, der Tragödie zweiter Teil. Das für sie ansonsten trockene Buch lässt sich so etwas spannender gestalten, da Faust selbst auf den Blocksberg (alter Begriff für den Brocken) zur Walpurgisnacht wandert.) Den ganzen Tag bekommen wir aber selbst sie nicht dazu, ruhig die Natur zu genießen und den Geschichtenerzählern zu lauschen – Action muss her!

Der Nationalpark Harz ist auch für sport- und bewegungsbegeisterte Urlauber etwas – für Erwachsene und Kinder. Die traumhafte Kulisse im Hintergrund ist dabei nur ein weiterer Pluspunkt. Die im Sommer am häufigsten ausgeübten Sportarten sind Nordic Walking und Wandern, gefolgt von Rad fahren, aber in jedem Sommerurlaub haben wir bis jetzt auch ein oder zwei mutige Fallschirmspringer oder Downhill-Fahrer oder Freeclimbing-Kletterer live erlebt. Der Nationalpark ist mit zahlreichen Wanderwegen bestens für einen Ausflug mit der Familie geeignet. Die Natur um einen herum und die vielen Tiere, die einem zum Teil ohne Scheu über den Weg laufen, machen das Wandern und Rad fahren im Harz im Frühling, Sommer und Herbst zu einem ganz besonderen Erlebnis. Auch Reiterfans kommen auf ihre Kosten, denn die Wanderwege dürfen auch von Pferden mit Reitern genutzt werden. Ab Winter fängt es dann ganz oben bereits an zu schneien, die Tiere ziehen sich in ihren Bau zurück und die Wintersportsaison beginnt.

Doch auch im Winter konnten wir Wanderer beobachten, die sich den schweren Weg durch den Schnee gebahnt haben. Wir selber standen aber lieber auf den Skiern bzw. unser Sohn auf dem geliehenen Snowboard. Die Strecken im Harz sind nicht die Größten und nicht mit den Skipisten in Österreich oder Italien zu vergleichen, das muss ich zugeben, sie reichen jedoch gerade für Anfänger vollkommen aus und sind für Familien mit kleineren Kindern ideal. Wir konnten unsere Kinder als sie noch kleiner waren bereits nach einigen Tagen schon mal alleine eine kleine Piste fahren lassen, um uns selber auf einer der Hütten eine kleine Auszeit zu gönnen. Für die, die nicht eine Woche lang die gleichen Skiabfahrten fahren wollen, können auch Langlaufskier gemietet werden. Auf den flachen Pisten rund um den Brocken sind zahlreiche Langläufer an zu treffen.

Ein oder zwei Tage Skilanglauf bringt Abwechslung in den sonst nach einiger Zeit vielleicht eintönigen und für die Muskeln anspruchsvollen Skiurlaub. Man kann jedoch auch einzelne Tagesskipässe kaufen und einen entspannten Winterurlaub im Harz mit Sport verbinden. Mit unseren Großeltern haben wir uns zum Beispiel im Jagdschloss Walkenried eingerichtet. Das kleine Schloss liegt unberührt in einem 1,6 Hektar großen Schlosspark mit Bachlauf, Wäldern und Wiesen. Die Idylle, Ruhe und die einmalige Atmosphäre im Schloss bieten Entspannung pur und viel Geschichte. Hier kann man sich vom anstrengenden Ski- oder Wandertag ausruhen oder bei schlechterem Wetter ohne Probleme den ganzen Tag verbringen. Gerade das Atrium mit seinen gemütlichen Sitzmöglichkeiten und den beiden Kaminen lädt zum Verweilen ein. Oft ist unser kleiner Junge im Sessel eingeschlafen – ob es an der gemütlichen Atmosphäre oder am anstrengenden Skitag lag, vermag ich nicht zu sagen.

Raushier-Reisemagazin

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