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Huelva – Andalusischer Geheimtipp

Historische Sehenswürdigkeiten, kulinarische Köstlichkeiten, bezaubernde Naturschutzgebiete – und feinkörniger Strand: die andalusische Provinz Huelva bietet eine einmalige Kombination. Grüne, schattige Wälder mit Kork- und Steineichen. Aber auch exklusive Hotelanlagen sowie einen feinen weißen Sandstrand. Diese Kombination ist ein Geheimtipp: die Provinz Huelva, gelegen im äußersten Westen Andalusiens.

Einer der besten Schinken der Welt

Dünen, Pinienhaine, Lagunen, Marschgebiete – und jede Menge exotische Tiere: der Nationalpark Doñana bietet eine grandiose Naturlandschaft. Foto: TURESPAÑA-Frankfurt

Dünen, Pinienhaine, Lagunen, Marschgebiete – und jede Menge exotische Tiere: der Nationalpark Doñana bietet eine grandiose Naturlandschaft. Foto: TURESPAÑA-Frankfurt

Während an der Küste die Meeresfrüchte ganz oben auf der Speisekarte stehen, ist der kulinarische Höhepunkt im Hinterland der luftgetrocknete iberische Landschinken (Real Iberico), hergestellt aus dem schwarzen iberischen Schwein. Besondere Merkmale sind seine dunkle Färbung, die mittelgroße, gut proportionierte Figur, der lange, spitz zulaufende Rüssel, die schlanken, kräftigen Beine und schwarze Hufe (pata negro) Hufe. Doch vor allem besitzt ‚el cerdo iberico‘ ein so saftiges und aromatisches Muskelfleisch, dass aus seinen Schenkeln einer der besten Schinken der Welt gemacht wird. Kenner sagen, selbst die Prosciutto-Spezialisten aus dem italienischen Parma könnten sich davon eine Scheibe abschneiden. Manche vergleichen den ‚jamon iberico‘ mit Delikatessen wie Trüffel oder Kaviar.

Das kulinarische und exklusive Produkt wird nur in wenigen Regionen Spaniens hergestellt. Die Dörfer, die in diesen Regionen liegen, haben eine ganz eigene und interessante Kultur hervorgebracht. Diese Orte liegen an der Route des Jamón Ibérico, einem gastronomisch-touristischen Angebot für Reisende.

In Spanien gibt es 4 Herkunftsbezeichnungen für den von der EU anerkannten iberischen Schinken. Unter denjenigen, die zum Produktions- und Herstellungsgebiet in Andalusien gehören, sticht die geschützte Herkunftsbezeichnung Jabugo (GHB Jabugo) besonders heraus.

Informative Führungen in Deutsch

Denn dort, wo der Schinken aus Jabugo produziert wird, herrschen einzigartige  Klimabedingungen für die Schweinehaltung, wie man z.B. bei Jamones Eíriz in Corteconcepción sehen kann.

Dort vermitteln interessante und informative Führung Einblicke in die Aufzucht und das Leben der Tiere, bis hin zu der Vermarktung. Die Betriebsbesichtigungen sind in Deutsch, Englisch und Spanisch möglich und werden von einem Spanier, der in Berlin aufgewachsen ist, durchgeführt.

Auf dem Gelände von Eiriz  tollen 20 Schweine den ganzen Tag auf den weitläufigen Wiesen und Weiden. Umgeben von Stein- und Korkeichen, fressen sie sich die Bäuche mit Kräutern, Eicheln, Oliven und Früchten voll. „Das ist gut, das gibt Geschmack“, sagt Schweinehirt Juan.

Aracena: Altstadtbauten aus Barock und Renaissance, umgeben von einer Berglandschaft. Foto: TURESPAÑA-Frankfurt

Aracena: Altstadtbauten aus Barock und Renaissance, umgeben von einer Berglandschaft. Foto: TURESPAÑA-Frankfurt

Der Höhepunkt im Lebens seines Schweinelebens – die ‚montanera‘ – die Eichelmast beginnt zur Reifezeit im Oktober und dauert bis Januar. In dieser Zeit futtern sich die Tiere, bis dahin nur 80 bis 115 Kilo schwer, mit Hilfe der fetten ‚bellotas‘ fast noch einmal so viel Gewicht an. Dass sie bei aller Verfressenheit ständig in Bewegung sind, macht ihr Fleisch ganz unvergleichlich saftig.

Erst mit der Eichelmast füllen sich die Fettzellen des bereits ausgewachsenen Iberico-Schweins, es sind gesunde Fette mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren.

Ein sanfter Tod erwartet die potentiellen Leckerbissen nach dem Transport in Spaniens Schinkenhochburgen, die Gegend um das andalusische Dorf Jabugo. Es liegt fast 1000 Meter hoch und hat das für die Reifung der Schinken erforderliche besondere Mikro-Klima. In den  dortigen Schlachthöfen erwartet die Tiere ein kleiner Elektroschock zum Betäuben, dann ein schneller, tiefer Schnitt durch die Kehle, damit das Tier sauber ausblutet.

Schinken ist ein Kultobjekt

Stunden später sind die Schenkel schon in den Pökelkammern verschwunden. Einen Tag pro Kilo Gewicht stecken sie unter Bergen dicken Meersalzes, so will es die Regel der Schinkenmacher. Auf Waschen und Trocknen folgt das Reifen. Die fettschwitzenden Schätze, die dichtgehängt an ihren Hufen von den Decken der Trockenkammern baumeln, verlieren bis zu 35 Prozent in den zwei Jahren zwischen Schlachtung und Verzehr.

Für den Andalusier ist Schinken ein Kultobjekt, und Herstellung wie Schnitt sind Kunstformen. „Das Schneiden muss gekonnt sein“, erklärt Experte Jose bei Cinco Jotas in Jabugo. Der Schinkenvermarktungs-Betrieb, der seit 1879 unverändert ist, respektiert die Weisheit der Einwohner von Jabugo, die seit fünf Generationen ihre Tradition beigetragen haben. Jose und schneidet mit dem langen, scharfen Spezialmesser zuerst die ledrige Haut und die oberen Schichten Fett ab.

Bei Zimmertemperatur frisch und hauchdünn aufgeschnitten, in gerade mal gabellangen Stücken mit einem fingerbreiten Fettrand wird der Naturschinken z.B. im Restaurant Jacaranda in Higuera de la Sierra serviert. So zergeht er fast auf der Zunge und füllt den Gaumen mit seinem vollen Aroma.

Aracena hat viel zu bieten

Auf diese Weise gestärkt sollte man die Hauptstadt Aracena besuchen. Vom nahe gelegenen maurischen Castillo eröffnet sich dem Betrachter ein faszinierender Blick auf die Altstadtbauten aus Barock und Renaissance, umgeben von einer in Grün, Braun und Ocker getauchten Berglandschaft.

Aracena hat aber noch mehr zu bieten. In den engen Gassen befinden sich zahlreiche Läden mit Keramik und Ateliers der Kunsthandwerker. Aracena ist auch eine Hochburg kulinarischer Köstlichkeiten. Nicht nur die scharfen Chorrizos und die gepfefferten Salchichones schmecken herrlich. Köstlichkeiten hat auch die Konditorei Rufino zu bieten. Gegründet 1875, ist sie für ihre Handwerkstradition berühmt, die bis in unsere Tage gepflegt wird.

„Reise zum Mittelpunkt der Erde“

Sehenswert ist in Aracena ferner die Tropfsteinhöhle, die Gruta de las Maravillas, Schauplatz für die Verfilmung von Jules Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“. Mit 12 Sälen und sechs Seen, in denen man die fantasievollsten Gebilde aus Stalagmiten und Stalaktiten bewundern kann, gehört sie zu den ausgedehntesten Spaniens (1 500 Meter Länge).

Eine der wertvollsten Naturlandschaften Europas

In der Gruta de las Maravillas kann man fantasievolle Gebilde aus Stalagmiten und Stalaktiten bewundern. Foto: TURESPAÑA-Frankfurt

In der Gruta de las Maravillas kann man fantasievolle Gebilde aus Stalagmiten und Stalaktiten bewundern. Foto: TURESPAÑA-Frankfurt

Ein Drittel der Provinz Huelva ist geschützte Natur. Das mehr als 100 000 Hektaren umfassende Naturschutzgebiet ist eine der wertvollsten Naturlandschaften Europas und wurde 1994 in die Liste der zum Welterbe zählenden Regionen aufgenommen.  Allein der Nationalpark Donana überzieht eine Fläche von 53.709 Hektar mit ausgedehnten Sümpfen, Dünen, Buschland. Der Donana-Park ist Zufluchtsort für viele Tierarten, beispielsweise für den iberischen Luchs, den Kaiseradler und weitere seltene Vogelarten. Gleichzeitig stellt er ein Reservat für Hirsche, Wildschweine oder Damhirsche dar, die hier in großer Zahl grasen.

Auf einer Rundfahrt in gigantischen Geländefahrzeugen kann man den Nationalpark auf bequeme Art kennenlernen. Die von einem Parkwächter begleitete Fahrt führt durch die verschiedensten Parklandschaften: über Dünen, durch Pinienhaine, entlang der Lagunen oder am Rand der Marschgebiete vorbei. Eine grandiose Naturlandschaft.

El Rocio – ein ergreifender Ort

El Rocio. Dort findet jeweils am Pfingstmontag die traditionelle Marienprozession statt. Foto: TURESPAÑA-Frankfurt

El Rocio. Dort findet jeweils am Pfingstmontag die traditionelle Marienprozession statt. Foto: TURESPAÑA-Frankfurt

Ein guter Ausgangspunkt für den Nationalpark-Besuch ist das kleine, rund 15 Kilometer von der Stadt Almonte entfernte Dorf El Rocio. Dort findet jeweils am Pfingstmontag  die traditionelle Marienprozession statt. Die jungen Männer klettern dann über das hohe Altargitter (Salto de la reja), nehmen Besitz von ihrer Schutzherrin und tragen die „Blanca Paloma“ (Weisse Taube), wie die Jungfrau im Volksmund genannt wird, aus der Kirche. Im Morgengrauen beginnt dann die Prozession, inmitten einer hunderttausendköpfigen Pilgerschar, die immer wieder versucht, die Jungfrau zu berühren.

Doch nicht nur die historischen Sehenswürdigkeiten, die kulinarischen Köstlichkeit und die Naturschutzgebiete verführen zu einem Aufenthalt in Huelva. Im Sommer zieht es die Besucher an den Atlantikstrand: den Costa de la Luz.

Die sogenannte „Küste des Lichts“ zieht sich entlang der Atlantikküste bis nach Portugal hoch und ist aufgrund der hervorragenden Wassersportmöglichkeiten ein Paradies für Surfer und Badetouristen.

Informationen

Empfehlenswerte Restaurants& Hotels

  • Restaurant Jacaranda, Plaza de la Constitución, Higuera de la Sierra. 959 19 63 93/665 46  87 80.
  • Bar- Restaurante El Manzano, Plaza del Marqués de Aracena, Aracena. Tel .: 959 102 320.
  • Restaurant Montecruz, San Pedro Straße,  Aracena. ,Tel .: 959 126 013, www.restaurantemontecruz.com
  • Hotel Essentia, José Nogales Straße, 17, Aracena. Tel .: 959 12 78 22. www.hotelessentia.es.
  • Hotel und Restaurant Toruño, Plaza Acebuchal 16, El Rocío. Almonte. Tel: 959 442.323 / 959 442.422
  • Restaurant Arrieros. Calle Arrieros, 2. Linares de la Sierra. Tel: 667.59.96.73 www.arrieros.net.
  • Konditorei Rufino, Constitution Street, 3, Aracena. Tel: 959 128 121. Pilar Rodríguez 652 069 356, www.confiteriarufino.com

Weitere Tipps

Führung durch Linares de la Sierra: Babel Nature, Jesús María Nr. 10, Linares de la Sierra. Tel .: 655 30 52 01, www.babelnature.com.

Touren durch den Doñana-Nationalpark sollten unbedingt im Voraus gebucht werden bei Doñana National Park Tours, Plaza Acebuchal 22, 21750 El Rocio, Telefon 0034 959 43 04 32 oder Fax 0034 959 43 04 51.

Besichtigung einer Schweinefarm: Jamones Eíriz, C/Pablo Bejarano Straße 43, Corteconcepción. Tel: 959 120 019, Kontakt: Domingo Eíriz. 678 733 443, www.jamoneseiriz.com

Exquisite Schinken-Verkostung: Cinco Jotas. C/San Juan del Puerto, s / n, Jabugo. María Castro 670.922.008, www.cincojotas.com

Raushier-Reisemagazin

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