zurück



Arabba: Remmidemmi und Schickimicki haben keine Chance

Die Fahrt nach Arabba, am Fuße des Sellastockes gelegen, kann ganz schön strapaziös und langwierig sein. Vor allem dann, wenn der Winterhimmel seine Schleusen geöffnet hat und Frau Holle die Kissen ausschüttelt. Dann muss der Winterdienst Schwerstarbeit leisten, damit die Straßen passierbar bleiben. Lawinenabgänge und die Pass-Straßen können nämlich so manche Verbindung unmöglich machen.

Ein Skidorf  im Herzen der Dolomiten

Da geht’s lang - es wartet eine Tour zur Civetta (im Hintergrund). - Foto: Birgit Weichmann

Da geht’s lang – es wartet eine Tour zur Civetta (im Hintergrund). – Foto: Birgit Weichmann

Wir kommen von Bruneck im Südtiroler Pustertal und fahren in südliche Richtung über Pedraces, La Villa (Stern), Corvara und den Campolongo-Pass (1875 m) nach Arabba (deutsch: Buchenstein, ladinisch: Reba). Wir sind jetzt nicht mehr in Südtirol, sondern in der Provinz Belluno in der Region Venetien. Hier wird italienisch gesprochen, viele Einheimische sind auch noch dem Ladinischen mächtig. Arabba liegt 1602 m über dem Meeresspiegel und ist ein Skidorf im Herzen der Dolomiten, wie man es sich schöner und reizvoller nicht vorstellen kann – ein Paradies für Liebhaber der Berge.

Schneesicherheit garantiert

Das Skigebiet rund um Arabba und die Civetta (Mitte) lässt absolut keine Wünsche offen. - Foto: Ghedina

Das Skigebiet rund um Arabba und die Civetta (Mitte) lässt absolut keine Wünsche offen. – Foto: Ghedina

Schneesicher ist Arabba mit seinen 62 Pisten-Kilometern allemal. Schon der Hausberg, die Porta Vescova (2478 m), deren Form an eine Bischofsmütze erinnert, bietet Pisten, die zu den schönsten in den Dolomiten gehören.

Für sportlich orientierte Skifahrer ist Arabba ein geeigneter Platz für vielfältige Exkursionen. - Foto: Birgit Weichmann

Für sportlich orientierte Skifahrer ist Arabba ein geeigneter Platz für vielfältige Exkursionen. – Foto: Birgit Weichmann

Von dort ist es auch nicht allzu weit, um über den Padon-Pass (2370 m) zum Passo die Fedaja (2057 m) zu kommen. Schließlich erreichen wir Malga Ciapela (1446 m). Von dort geht es hoch zur “Königin der Dolomiten”, der Marmolada (3342 m).

Eine Tour zum Passo Pordoi (2239 m) ist ebenfalls empfehlenswert, vor allem dann, wenn man sich mit der Gondel zum Sass Pordoi (2950 m) bringen lässt. Dort ist die Aussicht grandios. Unzählige Dolomitengipfel sind zum Greifen nah.

Abstecher nach Alleghe

Unberührte Natur - ein Wintermärchen. - Foto: Fotoriva Alleghe

Unberührte Natur – ein Wintermärchen. – Foto: Fotoriva Alleghe

Ein Abstecher nach Alleghe (1000 m) sollte auch ins Programm aufgenommen werden. Die bezaubernde Landschaft liegt zu Füßen des mächtigen Massivs des Monte Civetta (3218 m). 80 Kilometer Skipisten warten, meist leicht oder mittelschwer, bestens geeignet für Familien mit Kindern. Wer die Möglichkeit hat, startet in Malga Ciapela und nimmt den Ziehweg durch das wildromantische und bizarre Serai-Tal. Eine Schlucht, die keine Wünsche offen lässt. Riesige, zu Eis erstarrte Wasserfälle zu beiden Seiten, lassen uns immer wieder stoppen und nach oben blicken. Es ist ein Eldorado für Eiskletterer. Am Ende der Schlucht kommen wir nach Sottogudo, von wo aus Skibusse uns zurückbringen nach Malga Ciapela oder die nach Alleghe fahren.

Einst ein armes Bergdorf

Unberührte Natur - ein Wintermärchen. - Foto: Fotoriva Alleghe

Unberührte Natur – ein Wintermärchen. – Foto: Fotoriva Alleghe

Wieder in Arabba. Einst ein armes Bergdorf, hat sich die 200-Seelen-Gemeinde mit ihren 2000 Gästebetten vollständig dem Tourismus verschrieben. Aber von Kommerzialisierung ist so gut wie nichts zu spüren – Arabba ist in erster Linie ein Ziel für sportlich Orientierte. Ruhe ist das oberste Gebot, Remmidemmi und Schickimicki – diese Worte kennt man hier nicht.

“Früher lebten nur 15 bis 18 Bauernfamilien hier, die zwei bis drei Kühe hatten, sonst nichts”, erzählt ein Pionier des Tourismus in Arabba, und die Augen des alten Manes glänzen. “Im Ersten Weltkrieg ist Arabba völlig zerstört worden.Danach sind wir zu Italien gekommen. Bis dahin haben wir deutsch gedacht, dann mussten wir mit einer anderen Kultur klar kommen. Das war nicht so einfach.”

Der Krieg zerstörte die Hoffnung

Ein herrlicher Tag kann beginnen. - Foto Dolomiti Superski

Ein herrlicher Tag kann beginnen. – Foto Dolomiti Superski

In drei Sommern wieder aufgebaut, kam in der 1930er Jahren der Wintersport nach Arabba. Doch der Zweite Weltkrieg zerstörte die schnellen Hoffnungen auf bessere Zeiten. Erst im Jahr 1956 wurde der erste Einzel-Sessellift in Betrieb genommen, hinauf auf den Burz (1943 m). “Von da an ging es richtig los”, verrät Grones, “immer mehr Lifte wurde gebaut, die Einheimischen gaben nach und nach ihre kleinen Bauernhöfe auf und setzten auf den Tourismus.”

Die Schneekanonen arbeiten teilweise Tag und Nacht. - Foto: Dolomiti Superski

Die Schneekanonen arbeiten teilweise Tag und Nacht. – Foto: Dolomiti Superski

Heutzutage leben alle Einheimischen in Arabba in irgendeiner Form vom Fremdenverkehr. Einen riesigen Aufschwung erlebte der Ort im Jahr 1974 mit dem Einstieg in die “Sella-Ronda”, einer 42 Kilometer langen Panoramatour rund um den Sellastock. Neben Arabba bieten unter anderem die Bergdörfer Corvara, Canazei (Fassatal) und Wolkenstein (Grödnertal) einen direkten Zugang in diese weltbekannte Umrundung des Sella-Massivs.

Informationen: Tourismusverein Arabba Fodom Turismo, Via Mesdì 66/A-B Arabba, I-32020 Livinallongo del Col di Lana(BL), Tel.: (0039 0436) 7 91 30, E-Mail: info@arabba.it

Raushier-Reisemagazin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.