Nah-Reisen



Verblasste Kenntnisse auffrischen: Der Rote-Pisten-Führerschein der Tiroler Zugspitz Arena

Die Teilnehmer halten stolz ihren "Rote-Pisten-Führerschein" in Händen. Ganz links Skilehrer Reinhard Singer. - Foto: Tiroler Zugspitz Arena / Birgit Linder

Skifahren lernen in vier beziehungsweise sechs Stunden!? Ist das denn überhaupt möglich? Dies jedenfalls versprechen die sieben Skischulen der Tiroler Zugspitz Arena. Ziel ist es, am letzten Kurstag erfolgreich und sicher sowie mit einem guten Bauchgefühl eine rote, also mittelschwere Piste, ohne größere Probleme zu meistern – wofür es als Belohnung den „Rote-Pisten-Führerschein“ gibt. Wer den nicht besteht, bekommt das Geld für den Skikurs wieder zurück. Aber dazu muss schon alles schiefgehen. So unbedarft kann sich nämlich niemand anstellen, der schon einmal auf Skiern gestanden hat. Weiterlesen



B wie Bayreuth, Biergenuss und Brauereigeschichte

Die Brauerei der Gebrüder Maisel ist ein stattlicher Backsteinbau. - Foto: Brauerei Gebr. Maisel

So eine Bierprobe kann ganz schön anstrengend sein. All die vielen edlen Biere, die verkostet werden dürfen, all die Informationen, die gespeichert werden sollen, und natürlich all die netten Mitstreiter, mit denen man einen sehr unterhaltsamen Abend verbringt. Und das noch dazu im Jubiläumsjahr des Reinheitsgebots von 1516. Denn das älteste noch gültige Lebensmittelgesetz weltweit feiert in diesem Jahr seinen 500. Geburtstag. Wer alles probiert, was der Bier-Sommelier kredenzt, darf sich nicht wundern, wenn die Zunge mit zunehmender Zeit locker wird. Und er sollte vor allem das Auto stehen lassen. Denn der Alkoholgehalt einzelner Biere geht bis in den mittleren zweistelligen Bereich! Weiterlesen



Herbst auf Sylt

Selbst bei trübem Herbstwetter macht es sich der Sylt-Besucher behaglich in einem Strandkorb oder spaziert am weiten weißen Strand. Währenddessen die Möwe Ausschau hält nach Nahrung, die sie sogar aus den Händen der Besucher stibitzt.

Seufzend in geheimer Klage / Streift der Wind durch das letzte Grün; / Und die süßen Sommertage, / Ach, sie sind dahin, dahin! Tatsächlich, eine steife Nordseebrise wirbelt nicht nur die letzten Blätter und Blüten durcheinander, sondern auch die Kleider der Spaziergänger. Und der Tourist bedauert bang wie Theodor Storm (1817-1888) in seinem Gedicht „Herbst“, dass Mitte Oktober der Sommer längst dahin und Sonnenbaden am Strand nun fast unmöglich ist. Aber weder der kühle Wind, noch kältere Temperaturen halten Urlauber, Enthusiasten und Familien mit Kindern von der Visite d e r deutschen Insel ab. Sylt ist auch in der trüben Jahreszeit bestens besucht. Weiterlesen



Altenmarkt-Zauchensee: Authentisch zwischen Tradition und Moderne

Eine Winterlandschaft wie gemalt – Altenmarkt-Zauchensee gilt als sehr schneesicher. - Foto: Altenmarkt-Zauchensee Tourismus

Beide Ortschaften trennen zwar nur zehn Straßenkilometer und 500 Höhenmeter, und sie firmieren unter einem Namen – unter Altenmarkt-Zauchensee nämlich, weshalb die Tourismusverantwortlichen gerne vom doppelten Urlaubs-Paradies sprechen – rein ski-technisch gesehen liegen aber Welten zwischen den beiden Gemeinden. Das ist aber alles andere als negativ gemeint, denn Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an. Nur einen kleinen Makel gibt es: Um von Altenmarkt nach Zauchensee zu kommen, benötigt man ein Auto oder den Skibus (fährt in der Hochsaison alle 15 Minuten). Denn eine direkte Skiverbindung gibt es nicht Weiterlesen

 

Der Teufel wandert mit zu den vier Quellen im Gotthard-Massiv

Das Gotthardmassiv am Morgen.

Ächzend schiebt sich die Gotthard-Matterhorn-Bahn auf ihrer Zahnradspur den steilen Berg hinauf von Göschenen nach Andermatt. Steile Schluchten und hohe Berge säumen ihren Weg hier im Kanton Uri. Ich blicke hinaus auf die Schöllenenschlucht, die links von mir erscheint und von der Teufelsbrücke überquert wird.  Denn der enge Felsriegel oberhalb Göschenen versperrte seit je her den Zugang zum Gotthard und damit zum Übergang Richtung Süden in den Kanton Tessin. Dort eine Brücke zu errichten, erwies sich deshalb als besonders schwer. Es war den Urnern – den Bewohnern des Kantons Uri – nicht gelungen, einen Weg durch die unwegsame Schöllenenschlucht zu treiben und eine Brücke an jener Stelle zu errichten, an der sich der junge Fluss Reuss durch die Felswände schlängelt. Da rief um das Jahr 1230 das Oberhaupt des Kantons Uri, der Landamann, den Teufel zur Hilfe und schloss einen Pakt mit ihm, die Brücke zu bauen. Weiterlesen



„Schneeschüssel“ Obertauern: Kreisverkehr bis in den Mai

: Bei diesem Wetter dürfte die Stimmung alles andere als im Keller sein. – Foto: Tourismusverband Obertauern

Die Beatles waren schon vor 50 Jahren da, „Kaiser“ Franz Beckenbauer hat hier ein Domizil, und Mitglieder der Dynastie der Habsburger ebenso. Ehemalige Fußballgrößen wie Uwe Seeler kommen regelmäßig, Ex-Rallye-Weltmeister Walter Röhrl schwört auf das Ambiente genauso wie Willi Holdorf  (Olympiasieger im Zehnkampf 1964) oder der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber. Auch der eine oder andere bekannte Schauspieler und das eine oder andere Filmsternchen tummeln sich hier auf den Pisten und beim Après Ski. Teils, um zu sehen und gesehen zu werden, teils, um im Schutz des Getümmels auf und neben den Skipisten inkognito zu bleiben. Auch B- und C-Promis kommen im Winter gern hierher. An Berühmtheiten fehlt es also nicht. Weiterlesen



Flevoland bei Amsterdam: Wasser, Luft und Neuland

Alles im Griff hat Käptn Hujen Zweedijk.

Gemächlich schippert der Kahn von Skipper Hujen Zweedijk auf der schmalen Vechte durch Muiden in Nordholland entlang prachtvolle Villen und großzügiger Gartenanlagen. Hujen ist ein echter Aussteiger. Erst vor fünf Jahren hat er sein Hobby zum Beruf gemacht und vom Art-Direktor auf Ausflugskapitän umgesattelt. Das 9,80 Meter lange und 2,85 Meter breite Holzboot mit seinem Dreizylinder Dieselmotor und seinen 13 km/h Höchstgeschwindigkeit fasst zwölf Personen und ist ein typisches Boot dieser Gegend. Wasser ist das Element, von dem und mit dem hier oben in Nordholland und vor allem dem benachbarten Flevoland alle leben. Hat man dieses Land doch erst seit 1924  dem Wasser abgetrotzt und Neuland gewonnen durch Pumpenwerke und Deichbildung. Auf mehr als 1800 Quadratkilometern wurde dem Markemeer, dem Seegewässer in der Bucht von Amsterdam Land abgerungen. Ohne starke Deiche würde hier alles unter Wasser stehen, denn man befindet sich etwa sechs Meter unterhalb des Meeresspiegels. Moderne Städte wie Almere und Lelystad sind hier entstanden, fast 400.000 Menschen wohnen auf dem Neuland. Weiterlesen



Griechenland-Törn im Saronischen Golf: Wirklich ganz ohne Männer

Hoch am Wind bei Windstärke 5.

„Habt ihr wirklich gar keine Männer dabei?“, fragt ein älterer Herr, der beim Check-in in Athen hinter uns in der Schlange steht. Die Frauengruppe mit den dunkelblauen Crew-Shirts und der Aufschrift „Women only“ erregt Aufmerksamkeit – wie schon häufiger in der vergangenen Woche. 13 Frauen auf zwei Booten: Ein wunderbares Segel-Abenteuer im Saronischen Golf geht zu Ende. Weiterlesen



Von Märchen und Menschen des Chiemgaus

Preußlers kleiner Wassermann.

Lauschige Buchten, verträumte Inseln – und am Horizont erheben sich die herrschaftlichen Gipfel der Alpen, so beginnen oft die Lobpreisungen des Chiemsees. Dann folgt als Empfehlung ein Sprung in einen der saubersten Seen Deutschlands oder ein Ausflug mit einem historischen Raddampfer zur Benediktinerabtei Frauenwörth. Unerwähnt bleiben die Scharen von Besuchern, die alle diesen schönen Ort aufsuchen und zum Beispiel den gepflegten Chiemsee-Radrundweg zu einer Kopie der verstopften Autobahn München – Salzburg machen.  Macht aber nichts, denn der Chiemgau kann mit Alternativen aufwarten. Weiterlesen



Elsass im Herbst: Von Kühen, Milch und Käse

Wenn die Küeh von den Almen herabgetrieben worden sind, dann beginnt im Elsass die vielleicht schönste Zeit – und das ist der Herbst. Und Küeh sind, das ist nicht schwer zu übersetzen, die schwarz-weiß gesprenkelten, robusten Kühe der Vogesen. Sie haben auf uns auf ihren Hochweiden gewartet, während wir in der Ferme-Auberge du Treh noch eine Rast einlegten, auf einer Höhe von 1139 Metern. Übernachtet hatten wir in der Ferme Auberge le Grand Hêtre hoch über Metzeral bei Jean-Mathieu Spenlé, der uns die Ehre gab, mit seiner Familie an einem Tisch das Abendbrot zu essen. Dabei, und das ist die Besonderheit der Fermes Auberge, kommen fast nur Produkte des eigenen Hofes auf den Tisch, in unserem Fall ein Käse-Kartoffelauflauf, ein Baeckeoffe. Der Käse stammte natürlich aus dem Münstertal, einer der ersten Adressen Europas für dieses Milchprodukt. Weiterlesen



Nin in Kroatien: Heimliche Königin der Adria

Die auf einer künstlich geschaffenen Insel liegende Altstadt von Nin ist durch zwei Brücken (eine davon hier im Bild) mit dem Festland verbunden. Die Statue zeigt den Fürsten Branimir, den ersten gesetzlichen Herrscher eines unabhängigen kroatischen Staates.

Wenn die Sonne hinter den Dünen versinkt, erwacht das Städtchen zum Leben. Entlang der nach dem Fürsten Branimir, dem ersten gesetzlichen Herrscher eines unabhängigen kroatischen Staates, benannten Hauptstraße drängen dann die Nachtschwärmer durch das historische Stadttor den wohlriechenden Verlockungen der Altstadt entgegen. Vor den bunten Häusern sitzen die Einheimischen, das illustre Treiben aufmerksam beobachtend. Begleitet wird die Szenerie vom in den verwinkelten Gassen widerhallenden Stimmengewirr. In der Ferne gesellt sich das Zirpen der Grillen hinzu und der durch die Parkanlagen streifende laue Meereswind trägt den Duft des Sommers von den Pinien hinaus in die engen Straßen. Weiterlesen



Hausboot-Tour auf der Mecklenburgischen Seenplatte: Mit Finchen auf großer Fahrt

An der Mecklenburgischen Seenplatte warten traumhafte Landschaften. Foto: kuhnle-tours.de

Finchen zickt rum. Sie macht, was sie will, ist bockig, reagiert einfach nicht, wie sie soll. Geht ja gut los. Ganz schön launisch, die Dame. Dabei liegt es gar nicht an ihr. Es mangelt einfach an Routine im Umgang mit dieser Art von Frauen. Immerhin ist sie 15 Tonnen schwer – und ein Hausboot. Die vier Leichtmatrosen an Bord haben beim Ablegen vom Hafendorf Müritz arg zu kämpfen. Finchen tuckert aus ihrer Parklücke am Anleger. Links Boote, rechts Boote, gegenüber Boote. Ganz schön eng – und der aufkommende Wind tut sein Übriges. Uns fehlt das Gefühl für das Ruder und prompt keilt sich Finchen am Steg gegenüber zwischen zwei Yachten ein. Quer. Aber das immerhin auf den Zentimeter genau. „Ich brauch‘ mal ’ne Pause“, sagt Finchens Kapitän, gerade erst in diese Rolle geschlüpft. Nach drei Minuten? Weiterlesen