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Frankfurt – Stadt der Museen

Wie Perlen auf einer Schnur reihen sich die Museen am Frankfurter Museumsufer aneinander. Zehn sind es allein am südlichen Mainufer. Zwei liegen direkt am nördlichen Ufer, dreizehn in unmittelbarer Nähe und eines direkt auf der Maininsel. Darüber hinaus sind weitere Museen über die ganze Stadt verteilt.

Die „Jahrhundertidee Museumsufer“ wurde in den achtziger Jahren realisiert. Das Museumsufer ist eine Synthese aus anspruchsvoll dem Kulturangebot und durchdachter Stadtgestaltung. Einige erhaltenswerte Gebäude aus dem neunzehnten Jahrhundert wurden entkernt und erhielt en ein neues Innenleben. Ihre historischen Fassaden prägen nach wie vor die Mainfront auf der Südseite des Flusses. Unter den Neu- und Erweiterungsbauten sind gestalterische Juwele herausragender Architekten von international em Rang.

Der Holbeinsteg, eine 1991 fertig gestellte Fußgängerbrücke, bildet den geeigneten Ausgangspunkt für einen Spaziergang entlang des südlichen Museumsufers. Einige Schritte mainabwärts befindet sich das im Jahr 2000 eröffnete Haus Giersch – Museum Regionaler Kunst (Schaumainkai 83), das sich der Kunstgeschichte der Region Frankfurt Rhein-Main widmet. In zwei Wechselausstellungen pro Jahr werden Werke von Künstlern des 19. und 20. Jahrhunderts gezeigt, deren Leben und Schaffen mit der Region um Frankfurt am Main verknüpft war.

Gleich nebenan liegt das Liebieghaus (Schaumainkai 71). In einer ehemaligen Villa und auf dem dazugehörigen Parkgelände zeigt das Museum alter Plastik seine Sammlung. Das Haus aus dem Jahr 1896 erhielt 1990 einen zum Galerietrakt symmetrischen Erweiterungsbau. Das Liebieghaus stellt neben Kleinplastiken aller Art auch eine umfangreiche Skulpturensammlung mit Werken von der Antike bis in die neuere Zeit aus.

Wenige Schritte weiter befindet sich das Städel Museum (1878 eröffnet als Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie, Schaumainkai 63), eine Stiftung des Kaufmanns und Kunstsammlers Johann Friedrich Städel. Diese Gemäldegalerie zeigt Werke europäischer Künstler vom 13. bis zum 20. Jahrhundert, darunter berühmte Maler wie Dürer, Elsheimer, Rembrandt oder Botticelli. Die Dauersammlung umfasst Impressionisten und Expressionisten, Holzschnitte und Lithographien sowie Kupferstiche und moderne Graphiken ausgestellt. Herausragende Sonderausstellungen sowie das Café-Restaurant Holbein’s sorgen immer wieder für neue Attraktionen.

Dem Städel Museum folgt das Museum für Kommunikation Frankfurt (Schaumainkai 53). Es ist in einer 1891 erbauten Villa untergebracht, die 1990 von den Architekten Günther Behnisch & Partner um einen Neubau mit kühner Glaskonstruktion erweitert wurde. Es beherbergt eine anschauliche Sammlung und Dokumente zur Geschichte der Nachrichtenübermittlung von den Zeiten der Fürsten Thurn und Taxis bis zum modernen Fernmeldeverkehr. Postkutschen, historische Uniformen, alte Briefkästen und Postschalter sowie moderne Amateurfunkstationen und hochtechnisierte Geräte der Fernmeldetechnik können besichtigt werden. Briefmarken, Poststempel und Gemälde von Spitzweg, Beuys und Dalí, die deren künstlerische Auseinandersetzung zum Thema Kommunikation widerspiegeln ergänzen die Objekte.

Wenige Meter weiter steht ein schönes Patrizierhausaus dem Jahr 1912, das der Architekt Oswald Mathias Ungers zum Museumsbau umgestaltet hat. 1984 wurde hier das Deutsche Architektur Museum (Schaumainkai 43) eröffnet, das erste seiner Art in der Bundesrepublik. Es verfügt über eine umfangreiche Sammlung von Plänen, Zeichnungen, Skizzen, Entwürfen und Modellen der Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts sowie das in das Museum hineingestellte „Haus im Haus“. Wechselnde Ausstellungen unterstreichen den Anspruch, Forum für die Präsentation von Gegenwartsarchitektur zu sein und einen Beitrag zur internationalen Architektur-Diskussion zu liefern.

Gleich nebenan befindet sich die nächste „Perle“ der Museumskette. Das Deutsche Filmmuseum (Schaumainkai 41) öffnete 1984, in einem von Bofinger&Partner umfunktionierten Patrizierhaus aus dem Jahr 1910, erstmals die Pforten. Hier dürfen Exponate berührt werden und Besucher können mit den vielen wunderbaren Dingen aus der Welt des Kinos spielen. Eine Dauerausstellung führt durch die Filmgeschichte. Kameras, Projektoren, Filmplakate und -fotos sind hier zu bestaunen. In einem nachgebauten Studio lassen sich filmische Techniken simulieren. Das Kommunale Kino im Haus bietet täglich, außer montags, Vorstellungen historisch oder cineastisch bedeutender Filme sowie Retrospektiven und Filmforen.

Einblick in fremde Kulturen erhalten Interessierte im Weltkulturenmuseum (Schaumainkai 29-37), das sich auf drei Gebäude erstreckt. Mit großen Themen-Ausstellungen verwirklicht das Haus seinen Anspruch, die Andersartigkeit fremder Völker mit ihren Religionen und Kulturen deutlich zu machen und auch Gegenwartsprobleme  aufzuzeigen. Das Museum besitzt mit rund 70.000 Objekten die europaweit größte  Sammlung von Gegenwartskunst aus der „Dritten Welt“ und zeigt in der Galerie 37 Werke von nahezu unbekannten Künstlern indianischer, afrikanischer, ozeanischer und indonesischer Abstammung. Seit Januar 2003 sitzt im hinteren Parkbereich das Bibelhaus am Museumsufer (Eingang Metzlerstraße 19), das mit seinem Konzept eines  Erlebnismuseums von den Anfängen im Nomadenzelt bis in die Multimediawelt von heute über die Geschichte des „Buchs der Bücher“ informiert.

Der New Yorker Richard Meier konzipierte das „weiße Haus am Main“, welches zu den baulichen Schmuckstücken des  Museumsufers zählt. Im 1985 eröffneten Erweiterungsbau, welcher neben der 1804  errichteten Villa Metzler errichtet wurde, ist das Museum für Angewandte Kunst (Schaumainkai 17) zu Hause. Das MAK Frankfurt zeigt unterschiedliches Kunsthandwerk. Kleinode aus Glas, Porzellan, Keramik, Bronze, Elfenbein und Edelsteinen befinden sich ebenso unter den Exponaten wie Teppiche, Möbel, mittelalterliche Handschriften und Objekte aus der Buchdruckerkunst sowie der neue Sammlungsschwerpunkt Digital Craft („digitale angewandte Kunst“). Mit etwa 30.000 Objekten zählt es zu den bedeutendsten Museen für angewandte Kunst weltweit. Das im Spätsommer 2007 von Kengo Kuma errichtete japanische Teehaus im Park des Museums führt den Besucher an den japanischen Teegenuss und die damit verbundenen Traditionen und Rituale heran.

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