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Ostern im Spreewald: zwischen Biosphärenreservat und Tradition

Der Spreewald bietet eine einzigartige Naturlandschaft im Osten Deutschlands. Ein Kurzurlaub in der Region lohnt sich vor allem zu Ostern. Dann werden hier besondere Bräuche und Traditionen gepflegt.

Im Osten Deutschlands liegen die Lausitz und der Spreewald. Hier in der Grenzregion zu Polen leben die Sorben, ein westslawisches Volk, das in Teilen Brandenburgs und Sachsen lebt und als nationale Minderheit in Deutschland anerkannt ist. Neben der sorbischen Sprache pflegen die Einwohner dieser Region auch bestimmte Bräuche wie das Tragen der traditionellen Spreewaldtracht. Doch nicht nur kulturell bietet der Spreewald eine bunte Mischung, auch landschaftlich fühlt man sich, nur eine Autostunde von Berlin entfernt, wie in einer anderen Welt. Die lagunenartige Flusslandschaft mit einem Netz von 1.500 Kilometern Fließgewässern ist als Biosphärenreservat Spreewald von der UNESCO geschützt und zieht jährlich zehntausende Besucher in ihren Bann. Die Wasserstraßen verbinden kleine Inselhöfe und langgezogene Wiesenflächen miteinander und lassen das Gebiet um Lübben, Lübbenau und Burg wie ein „ländliches Venedig” wirken.

Teuflisch schöne Landschaften

Der Sage nach wurde der Spreewald vom Teufel höchstpersönlich geschaffen. Der soll einst mit zwei schwarzen Ochsen das Spreeufer gepflügt haben. Allerdings ging ihm die Arbeit schwer von der Hand, und so warf der Teufel vor Wut seine Mütze nach den Ochsen. Diese erschraken, rannten daraufhin kreuz und quer durch die Landschaften und schufen so das verzweigte Netz aus Fließgewässern. Ebenso märchenhaft wie diese Geschichte ist das Erscheinungsbild des Spreewalds noch heute. Die kleinen Flussarme der Spree schlängeln sich kreuz und quer durch die Wiesen und Wälder. Viele der hier gepflegten Traditionen und Bräuche sind im Rest Deutschlands ganz und gar unbekannt. Die sorbischen und wendischen Einflüsse spürt man vor allem an Fest- und Feiertagen. So werden auch zum nahenden Osterfest eine Reihe sorbischer Traditionen gepflegt, zu denen das Einholen von Osterwasser und die mittlerweile weitverbreitete Tradition des Osterfeuers zählen. Zudem wird bei den Sorben das Verzieren der Ostereier besonders zelebriert. Durch Wachs- und Kratztechniken entstehen kleine Kunstwerke mit typisch sorbischen Ornamenten. Auch im übrigen Jahr werden viele weitere Bräuche zelebriert.

Übernachten in der Natur

Dass der Spreewald von Jahr zu Jahr beliebter wird, zeigen die gestiegenen Übernachtungszahlen, die das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg kürzlich veröffentlichte. Von Januar bis Dezember wurden über eine Million Übernachtungen im Land Brandenburg registriert. Vor allem im Spreewald ist das Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten deshalb entsprechend groß. Auf Hotelspecials.de finden Urlauber eine Auswahl an Unterkünften, die sich speziell für einen Kurzurlaub eignen. Wer der Natur noch ein Stück näher sein möchte, kann auch im Freien übernachten. Das wollen immer mehr Urlauber – die Zahl der Campinggäste stieg 2014 um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr und lag bei 311.178 registrierten Campern. Bei einer Rad- oder Wandertour sowie zu Wasser mit dem Kahn oder Paddelboot kann man diese sagenumwobene Welt am besten entdecken.

Lehde/Spreewald

Bildrechte: Flickr Lehde/Spreewald Derbeth CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Raushier-Reisemagazin

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