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Rund um den Kronplatz: Es muss nicht immer Ski sein

Wer an den Kronplatz denkt, also an Südtirols Skiberg Nummer eins, der wird natürlich immer das alpine Vergnügen im Kopf haben. Denn als einer der bekanntesten alpinen Hotspots südlich des Brenners mit 114 Pistenkilometern und Abfahrten in alle Himmelsrichtungen ist der 2275 Meter hohe Berg geradezu dafür prädestiniert, elegante Schwünge in den Schnee zu zaubern. Und dennoch: Rund um die „Glatze“, wie der Hausberg von Bruneck im Volksmund genannt wird, gibt es Freizeitbeschäftigungen, die rein gar nichts mit dem alpinen Skifahren zu tun haben. Zum Beispiel in den lieblichen Seitentälern des Pustertals. Hier einige Beispiele.

Schneeschuhwandern im Antholzertal

Die Aussicht vom Kronplatz ist phänomenal – "Kaiserwetter" vorausgesetzt. - Foto: Dieter Warnick

Die Aussicht vom Kronplatz ist phänomenal – „Kaiserwetter“ vorausgesetzt. – Foto: Dieter Warnick

Ein paar Kilometer hinter Bruneck, bei Olang, öffnet sich das beschauliche Antholzertal in Richtung Nordosten. Das Tal gehört zum Gemeindegebiet Rasen-Antholz.

Concordia 2000 ist der Name der Glocke auf dem Gipfel des Kronplatzes. Sie wurde im Sommer 2003 anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Skigebietes Kronplatz an der Spitze einer Aussichtsplattform installiert, und soll auch an die Erschließungspioniere des Kronplatzes erinnern. - Foto: Dieter Warnick

Concordia 2000 ist der Name der Glocke auf dem Gipfel des Kronplatzes. Sie wurde im Sommer 2003 anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Skigebietes Kronplatz an der Spitze einer Aussichtsplattform installiert, und soll auch an die Erschließungspioniere des Kronplatzes erinnern. – Foto: Dieter Warnick

Niederrasen am Taleingang liegt etwas höher als 1000 Meter, die Fraktion Antholz-Mittertal ist mit knapp 700 Einwohnern der größte Ort im Tal. Vorbei geht es am romantischen Antholzer See, der auf exakt 1642 Metern liegt, und zum Naturpark Riesenferner-Ahrn gehört. Das Tal erstreckt sich über 21 Kilometer bis hin zum Staller Sattel, dem Übergang nach Osttirol.

Das Antholzertal eignet sich perfekt für erholsame Schneeschuhwanderungen. Die anmutige Winterlandschaft und die wohltuende, kalte Luft – mitunter duften die Bäume nach Harz – lassen bald den Alltag vergessen. Kaum ein menschliches Wesen ist zu sehen; hin und wieder sind im Neuschnee frische Wildspuren zu entdecken. Ruhig ist es, nur das Quietschen unter unseren Schneeschuhen ist zu hören – ein wahres Naturerlebnis!

Wir starten direkt am See und haben uns die Steinzgeralm (1891 Meter) zum Ziel gesetzt. Zwei Stunden benötigen wir für die 250 Höhenmeter; der Aufstieg ist nicht allzu schwer. Zurück geht es dann die selbe Strecke. Auch für Ungeübte ist diese beschauliche Wanderung leicht zu machen.

Biathlon in der Weltcuparena

Das Biathlon-Zentrum in Antholz ist weit über die Grenzen Italiens hinaus bekannt. - Foto: Dieter Warnick

Das Biathlon-Zentrum in Antholz ist weit über die Grenzen Italiens hinaus bekannt. – Foto: Dieter Warnick

Wenn sich einmal im Jahr die Biathlon-Weltelite in Antholz versammelt, dann geht es rund in dem sonst so beschaulichen Tal. In und um das Biathlonzentrum herrscht Ausnahmezustand. Denn weit über 60 000 Zuschauer vereinnahmen an den Trainings- und Wettkampftagen das Tal für sich. Das Gastgewerbe jubelt ob der vielen Gäste aus nah und fern, die Organisatoren indes stöhnen – alles muss schließlich glatt gehen. Gravierende Fehler dürfen da nicht passieren. Schließlich ist der Biathlon-Weltcup die größte Wintersportveranstaltung Italiens. Und da muss alles perfekt sein.

Biathlon-Trainer Willi gibt erste Anweisungen und erklärt den Umgang mit dem Kleinkalibergewehr. - Foto: Dieter Warnick

Biathlon-Trainer Willi gibt erste Anweisungen und erklärt den Umgang mit dem Kleinkalibergewehr. – Foto: Dieter Warnick

Die Landschaft rund um das Biathlon- und Langlaufzentrum Südtirol Arena Alto Adige ist großartig. Die TV-Kameras senden die Bilder dieser Bilderbuchlandschaft hinaus in die ganze Welt. Biathlon ist IN!

los gehts: Kimme – Korn und Schuss. - Foto: Dieter Warnick

Los gehts: Kimme, Korn und Schuss. – Foto: Dieter Warnick

Ist der Weltcupzirkus weitergezogen, bietet die Skischule Antholzertal im Biathlonzentrum Schnupperkurse für jedermann an. Schon das Schießen mit dem Kleinkalibergewehr aus 50 Metern auf die 11,5 Zentimeter große Scheibe hat es in sich. Gar nicht daran zu denken, wenn man abgehetzt vom Langlauf den Puls herunterbringen muss, um zu treffen – den Profis gebührt allergrößter Respekt.

Wer die Möglichkeit hat, an einem Schnupperkus teilzunehmen, der sollte dies tun. Erst dann kann man ermessen, was ein Biathlet vollbringen muss.

Rodelpartie auf dem Klausberg

Eine Rodelpartie am Klausberg ist eine rasante Angelegenheit. - Foto: Dieter Warnick

Eine Rodelpartie am Klausberg ist eine rasante Angelegenheit. – Foto: Dieter Warnick

Ein weiteres Seitental des Pustertals, nämlich das nördlichste Seitental Südtirols, ist das Tauferer Ahrntal, das ebenfalls bei Bruneck abzweigt und sich in nördliche Richtung ausdehnt. Und es zieht sich. Der Weg führt über Gais, Uttenheim, Sand in Taufers, Luttach, St. Johann nach Steinhaus. Weiter, bis zum idyllischen Talschluss nach Kasern, wollen wir aber nicht.

Die Kristall-Alm bietet eine ganz besondere Erlebnisgastronomie. - Foto: Dieter Warnick

Die Kristall-Alm bietet eine ganz besondere Erlebnisgastronomie. – Foto: Dieter Warnick

Wir fahren mit der Kabinenbahn in die Skiarena Klausberg. Dort ließe es sich auf 30 schneesicheren Pistenkilometern vorzüglich Skifahren, aber wir besorgen uns an der Talstation Schlitten und „düsen“ von der Kristall-Hütte aus rasant talwärts. Der 5,5 Kilometer lange Rodel- und Skiweg (jeden Dienstag mit Flutlicht befahrbar) hat es in sich. Immer wieder staubt es auf. Konzentriert sollte man deshalb schon bleiben. Aber es macht höllisch Spaß.

Alternativ dazu bietet sich eine Fahrt mit dem „Klausberg-Flitzer“ an. Es ist die mit 1800 Metern längste Alpen-Achterbahn Italiens, eine Bobbahn auf Schienen. Bis zu 40 km/h geht es hinab. Die Geschwindigkeit kann jeder „Pilot“ selbst regulieren. Mit einem Hebel, der nach vorne (Gas) und nach hinten (Bremse) bewegt werden kann, reguliert jeder Fahrer für sich sein Tempo eigenständig.

Besuch des Mountain-Messner-Museums Corones

Reinhold Messners sechstes und letztes MMM-Museum, das Corones auf dem Kronpatz, überzeugt durch Lage, Aussicht und Architektur. Entworfen wurde der Bau von einem Weltstar der zeitgenössischen Architektur, Zaha Hadid. Die Irakerin starb am 31. März 2016 in Miami. - Foto: Dieter Warnick

Reinhold Messners sechstes und letztes MMM-Museum, das Corones auf dem Kronpatz, überzeugt durch Lage, Aussicht und Architektur. Entworfen wurde der Bau von einem Weltstar der zeitgenössischen Architektur, Zaha Hadid. Die Irakerin starb am 31. März 2016 in Miami. – Foto: Dieter Warnick

Reinhold Messners sechstes und letztes MMM-Museum widmet sich dem Thema „Fels und die großen Wände“. Das Besondere an diesem Museum ist die Kombination aus Lage, Aussicht und Architektur. Das MMM Corones ist Frucht einer außergewöhnlichen Zusammenarbeit zwischen drei Autoritäten ersten Ranges, jede in ihrem Fachbereich: Reinhold Messner als Koryphäe der Historie des traditionellen Alpinismus; die Skirarena Kronplatz in Hinsicht auf den Bergtourismus mit ausgezeichneten Infrastrukturen, und nicht zuletzt der Weltstar der zeitgenössischen Architektur, Zaha Hadid. Die Irakerin starb am 31. März 2016 im Alter von 65 Jahren in Miami völlig überraschend an einem Herzinfarkt .

Vom Eingangsbereich aus führen Treppen und Kaskaden über drei Ausstellungsebenen in die Tiefe; zahlreiche Gemälde und Fotos ziehen den Besucher in seinen Bann. - Foto: Dieter Warnick

Vom Eingangsbereich aus führen Treppen und Kaskaden über drei Ausstellungsebenen in die Tiefe; zahlreiche Gemälde und Fotos ziehen den Besucher in seinen Bann. – Foto: Dieter Warnick

Das Museum ist zu einem großen Teil unterirdisch in mehreren Ebenen angelegt, weshalb mit 1000 Quadratmetern nur eine vergleichsweise geringe Fläche bebaut wurde. Vom Eingangsbereich führen Treppen ins Untergeschoss. An den Wänden hängen Gemälde und Zeichnungen, in den Vitrinen werden Bücher, Aufzeichnungen und alpine Requisiten gezeigt, und an einer der Wände versucht ein Bergsteiger nach oben zu gelangen.

Im untersten Geschoss passieren die Besucher auf ihrem Rundgang verglaste Aussichtsfenster und gelangen zu einer knapp 40 Quadratmeter großen Terrasse, von der aus sie ein herrliches 240-Grad-Panorama von den Zillertaler Alpen über den Ortler bis zu den Dolomiten genießen können. So wird ein Bezug zwischen der Bergwelt draußen und dem Thema des Museums, den großen Wänden als Königsdisziplin des Alpinismus, hergestellt. Außerdem gibt es auf dieser Ebene ein Kino mit 20 Sitzplätzen. – Informationen: MMM Corones, Kronplatz Plateau, I-39030 Enneberg, Tel.: (0039 0471) 63 12 64; E-Mail: mmmcorones@kronplatz.org

Gastrotipps

Eine zünftige Brotzeit mit Speck, Wurst, Schinken und Käse gehört einfach dazu. - Foto: Dieter Warnick

Eine zünftige Brotzeit mit Speck, Wurst, Schinken und Käse gehört einfach dazu. – Foto: Dieter Warnick

  • Hotel Seehaus am Antholzer See: Antholz-Obertal 16, I-39030 Rasen-Antholz, Tel.: (0039 0474) 49 23 42; E-Mail: info@hotel-seehaus.eu

 

  • Hotel Ansitz Heufler: Oberrasen 37, I-39030 Rasen/Antholz, Tel: (0039 0474) 49 62 18; E-Mail: info@ansitz-heufler.it

 

  • Kristall-Alm am Klausberg: I-39030 Ahrntal, Tel.: (0039 0474) 65 14 32; E-Mail: info@kristallalm.it

Anreise

Ein Highlight ist der Ski-Pustertal-Express, die direkte Anbindung vom Zug ins Skigebiet Kronplatz. Er führt von Franzensfeste aus über Bruneck, Percha und Vierschach im Hochpustertal nach Lienz/Osttirol. In Percha kann man vom Zug aus direkt in die Gondel zum Kronplatz steigen. - Foto: Manuel Kottersteger

Ein Highlight ist der Ski-Pustertal-Express, die direkte Anbindung vom Zug ins Skigebiet Kronplatz. Er führt von Franzensfeste aus über Bruneck, Percha und Vierschach im Hochpustertal nach Lienz/Osttirol. In Percha kann man vom Zug aus direkt in die Gondel zum Kronplatz steigen. – Foto: Manuel Kottersteger

Ohne Stress, ohne Stau und ohne zu Tanken: Schon ab 39 Euro kommen Besucher aus Deutschland mit der Deutschen Bahn und der Österreichischen Bundesbahn schnell und günstig in die Ferienregion Kronplatz. Vor Ort ist der Gast mobil mit dem Holiday-Pass, der die unbegrenzte Fahrt mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln an drei bzw. sieben aufeinander folgenden Tagen in ganz Südtirol ermöglicht.

Informationen: Tourismusverband Ferienregion Kronplatz, I-39031 Bruneck, Michael-Pacher-Str. 11 a, Tel.: (0039 0474) 55 54 47; E-Mail: info@kronplatz.com; Internet: www.kronplatz.com

 

Raushier-Reisemagazin

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