Fern-Reisen



In acht Tagen durch das Heilige Land

In Jerusalem wird die imposante Tempelmauer unterbrochen durch das Goldene Tor, durch das der Messias, wie die Juden glaubten, die Stadt betrete. Deshalb und aus strategischen Überlegungen vermauerten die Araber das Tor und legten einen Friedhof davor an. Links neben dem Tor die vergoldete Aluminium-Kuppel des Felsendoms.

Ohne Ahnung und voll eifrigen Tatendrangs rennen die Touristen in die Falle, schrieb Anna Mitgutsch in ihrem Roman „Abschied von Jerusalem“ (Berlin 21995). Denn „die Einheimischen lesen in ihnen wie in offenen Büchern“ und sehen, „ob sie ein Ziel haben oder sich treiben lassen.“ Wie Hellseher sagen sie einen Satz, „der neugierig macht.“ So ähnlich erging es uns als Tourist in Jerusalem. Als wir auf den Stadtplan schauten, bot sich uns ein Sepharde an, der umständlich und weit ausholend von der jüdischen Geschichte sprach und eigentlich nur den Weg zeigen wollte. Er führte uns kreuz und quer durch die engen Gassen des jüdischen Viertels, zeigte eine Synagoge nach der anderen und forderte immer wieder auf, Fotos zu machen von den allerbesten Motiven, die allein er kannte. Weiterlesen



Die bunten Berge der Quebrada de Humahuaca

Serranías del Hornocal, Humahuaca.

Nördlich von Salta und San Salvador de Jujuy, eingebettet in die Quebrada de Humahuaca, findet der Reisende eine faszinierende und vielfarbige Bergwelt, in welcher indigene  Bräuche mehr als anderswo in Argentinien noch erlebt und erfahren werden können: Indigenes Kunsthandwerk, die Küche der Anden und eine Kultur, in der sich prä-kolumbische und christliche Einflüsse in einer spannenden Mixtur verbinden. Dazu diese unbeschreiblichen Farben in der Natur – phantastisch! Weiterlesen



Parque Natural do Caraça: Verschnaufpause im Paradies

Caraça liegt inmitten eines Biosphären-Reservats mit üppiger Flora und Fauna.

In engen Kurven schlängelt sich die Straße durch dichte Wälder, steil bergan, gesäumt von undurchdringlichem Grün. Weit und breit keine Menschenseele, die letzten Fazendas liegen längst hinter uns. Eine Schranke markiert die Zufahrt zu einem kleinen Paradies: dem Parque Natural do Caraça. Doch erst nach weiteren gut 15 Kilometern erreichen wir das Santuário do Caraça – eine Oase der Ruhe und des Friedens im sonst vor Lebenslust und  Hektik brodelnden Brasilien. Weiterlesen



Quito: Ein bunter Höhenrausch

Auf den Hochflächen sind Pferde die wichtigsten Begleiter der Menschen.

Im Juli 2013 als bestes Reiseziel in Südamerika ausgezeichnet, mit einem neuen, beruhigenden Flughafen ausgestattet (die Landebahn ist jetzt die längste des Kontinents, sehr im Gegensatz zu den bisherigen Angstlandungs-Bedingungen) hat Quito, die höchste Hauptstadt der Welt, viel zu bieten: einen bunten Stadtkern, grandiose Aussicht vom Hausberg Pichincha, auf den eine angenehm langsame Gondelbahn hinaufführt – immerhin von 2800 auf 4200 Meter – und eine erlebnisreichen Umgebung: Die Hauptstadt von Ecuador hat ein ganz besonderes Flair. Weiterlesen



Urtümliche Karibik: Dominica – die junge Insel der Zentenare

Die Natur scheint zu explodieren auf Dominica!

Die jüngste der Karibikinseln zeigt sich wild: Ungeglättet von Erosion und Winden, mit explodierender Flora, beeindruckenden Grotten, unzähligen Schluchten, Wasserfällen und Schwefelquellen. Entdecker Christoph Kolumbus begnügte sich damit, den Namen des aktuellen Wochentages zu wählen: Sonntag. Angeblich ist Dominica die einzige Insel, die er noch heute wieder erkennen würde.  Weiterlesen



Sint Maarten und St. Martin: Frankreich, Holland und die Karibik auf einer Insel

Maho Beach: Beim Landeanflug empfiehlt es sich, den Kopf einzuziehen …

Antillen-Insel für Partyvolk, Shopping-Victims und Gourmets: Nirgendwo sind sich Frankreich und Holland geografisch näher als auf der Karibikinsel Sint Maarten beziehungsweise St. Martin. Touristisch ist das Eiland im Norden der Kleinen Antillen stark erschlossen. Hier findet man vielerlei Zerstreuung, aber auch Ruhe, wenn man sie denn wünscht. Rustikal präsentiert sich der kleinere, niederländische Teil der Insel im Süden, während der etwas größere, französische im Norden der Grande Nation vor allem in Sachen Gourmetfreuden alle Ehre macht. Weiterlesen



Mongolei: Das Land der Musik und der Stille

Eine Jurte bei Nacht.

Die laute mongolische Musik betäubt gnadenlos meine Ohren während der junge Fahrer gleichzeitig schamlos singt, von Bayern München schwärmt und versucht, mir seine Lebensgeschichte zu erzählen. Nach einer zwanzig-stündigen Flugreise bin ich endlich auf dem Weg nach Ulan Bator.  Die fremde Stadt, die ich aus dem Fenster betrachte, erscheint mir trüb. Der sowjetische Fußabdruck prägt sich in der Architektur. Die faden, farblosen, gleichgebauten Gebäude sind über die ganze Stadt willkürlich verstreut, der stickige Staub und der wolkige Himmel hinterlassen einen eher schwermütigen Eindruck. Weiterlesen



Thailand unknown: Strandurlaub abseits der Touristenströme

Die Strände von Chanthaburi. Nur an Wochenenden besucht.

Dem neuerlichen Ansturm von russischen und chinesischen Touristen ist die lokale Hotellerie kaum noch gewachsen. Pattaya, Phuket und Phi Phi Island platzen aus allen Nähten. Dabei hat Thailand weit mehr zu bieten. Mit gut 2800 Küstenkilometern ist Thailand reich an Regionen, die zum entspannten Verweilen an der Andamanensee oder dem Golf von Siam einladen. Wahrhaft paradiesische Flecken, die dem Reisenden ein Thailand bescheren, wie es vor zwanzig oder gar dreißig Jahren einmal war, gibt es sonder Zahl. Weiterlesen



Mit dem Fahrrad durch die Karibik

Sonne, Strand und blaue See, eine Bilderbuch-Vorstellung von der Karibik. Ungewöhnlich das Rad. Es half bei der Entdeckung der vielen Inseln der Kleinen Antillen.

Als erstes steigt der Duft von Gewürzen in die Nase, wenn man von Bord der MS Hamburg geht, den Pier verlässt und mit dem Rad hinaus fährt nach Grenada, einer der südlichsten Inseln der Kleinen Antillen. Hier gedeihen, oft wild, Nelken, Lorbeer, Ingwer, Vanille, Safran, Pfeffer, Piment, Kurkuma sowie Zimt, die Rinde des gleichnamigen Baumes, der überall wie Unkraut sprießt. Ähnlich ist es mit vielen Früchten: Bananendolden hängen am Wegesrand, es wachsen Mangos und Papayas und auf Bäumen die Muskatnuss, die wie eine Pfirsich aussieht und, wenn reif, aufplatzt, sodass der Kern offen liegt. Die Muskatnuss ist eines der edelsten Gewürze, denn ihr Aroma verfeinert sowohl salzige als auch süße Speisen. Um sich die Verarbeitung der Muskatnuss, Grenadas Exportschlager, genauer anzuschauen, sollte man in den Norden der Insel fahren. Weiterlesen



Frühe Arktis-Kreuzfahrt: Alex Eckeners Reise nach Spitzbergen

Der Dampfer "Lofoten". Foto: Archiv Hurtigruten-Museum

„Da haben Sie aber eine schöne Reise vor sich“, bekam Alex Eckener zu hören, als er von seinem Plan erzählte, nach Spitzbergen zu reisen. „‚Schön‘ wurde dabei so breit und saftig gesprochen wie wenn man einen Pfirsich zerbeisst“, notierte er auf der ersten Seite seines in rotbraunes Leder gebundenes Taschentagebuchs, das am 10. Juni 1897 mit den eng geschriebenen Aufzeichnungen beginnt. Weiterlesen



Melbourne und Victoria: Wombats, Wilsons Prom, Walhalla und Wein

Wilsons Promontory National Park.

Der Südosten Australiens ist über die Vier-Millionen-Metropole Melbourne gut zu erreichen. Und wer die berühmte Great Ocean Road nach Westen bereits erlebt oder Phillip Island und seine Zwergpinguine schon gesehen hat, der sollte sich für die muntere Metropole Melbourne einige Tage mehr Zeit nehmen und danach den Rest des Bundesstaates Victoria besuchen. Weiterlesen



Finnland ist irgendwie anders

Der Tag geht, die Nacht bricht herein.

Warum nach Finnland fahren? Das Wetter verlockt nicht wirklich – außer im Winter, wenn dickes Eis auf Meer und Flur das Gefühl von Polarexpeditionen vermittelt. Und die endlosen Nächte Geheimnis und Abenteuer. Aber im Sommer? „Nimm Dir ja Mückenspray mit!“ hört man da immer als erste Reaktion. „Und eine Regenjacke“ als zweite. Wenn man zwei Wochen am Strand liegen möchte, dem wäre abzuraten – außer gebürtigen Finnen, die offenbar kälteresistent geboren werden. Doch wenn man das Modewort „Entschleunigen“ in seinem Wortschatz hat und es nicht nur mit Panflötengebläse und Wellnessmassagen in Verbindung bringen will, sollte man sich einen Besuch dieses kuriosen Landes überlegen. Es ist anders. Nicht nur „Es“, sondern jeder einzelne, den man trifft, macht so sein Ding. Und gemeinsam werden ebenfalls recht individuelle Vergnügungen verfolgt. Weiterlesen



Saba: Tanz auf dem Vulkan

Putzig schmiegen sich die Häuschen in die grünen Gebirgsfalten.

Wenn sich irgendwo auf der Welt Elfen, Trolle und Hobbits niederlassen würden, dann ganz sicher auf Saba. Diese fast kreisrunde Insel entzückt: Zwischen den in Falten geworfenen Bergzügen schmiegen sich kleine Ortschaften ins tropische Grün, die weißen Häuser mit roten Dächern, deren geschnitzter Saum Gingerbread genannt wird, mit grün umrahmten Fenstern und Türen – blitzblanke Puppenstuben mit Erkern, Säulen und Terrassen. Kaum zu glauben, dass wir uns hier quasi in Holland befinden, genauer gesagt: Saba ist eine „besondere Gemeinde“ der Niederlande in der östlichen Karibik. Weiterlesen



Finnisch Lappland: Auf der Jagd nach den Polarlichtern

Die eindrucksvollste Polarlicht-Sichtung während des Aufenthalts in Saariselkä.

Ich klammere meine Karte in der Hand, während ich erfolglos versuche, den verquirlten Namen der schneeverwehten Straße unter der Straßenleuchte zu entziffern. Der Weg ist nicht markiert und gefrosteter Schnee sammelt sich auf den Schildern. Dies und meine Sehschwäche verhindern jeden Versuch einer fundierten Ortung, wo ich mich gerade befinde. Der holprige Beginn einer – am Ende erfolgreichen – Jagd nach den beeindruckenden Polarlichtern in Finnisch Lappland. Weiterlesen