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Hochpustertal: Skischaukel Helm-Rotwand als Quantensprung

Wer schon einmal im Hochpustertal war, der wird begeistert sein und den wird es immer wieder dorthin ziehen. Das sagen die Einheimischen – und sie haben recht. Allein schon die drei Ortschaften Innichen, Toblach und Sexten sind sehenswert, ganz zu schweigen vom faszinierenden Pragser Wildsee, dem beschaulichen Fischleintal, der einladenden Plätzwiese und den famosen Drei Zinnen. Und seit dieser Wintersaison haben die Tourismus-Verantwortlichen mit einer tollen Neuerung aufzuwarten – der Verbindung der beiden Skigebiete Helm und Rotwand.

Innichen mit seinen 3300 Einwohnern ist eine Perle des Hochpustertals. Die Marktgemeinde, eine von wenigen Märkten in Südtirol, zeichnet sich durch seine urbane Struktur, seine einladenden Geschäfte und seine Vielfalt an erstklassigen Restaurants aus. Vor allem bei italienischen Gästen ist San Candido, so der italienische Name, beliebt – 90 Prozent aller Urlauber kommen vom „Stiefel“. 2019 feiert der Ort seine 1250-Jahr-Feier. – Foto: Tourismusverband Hochpustertal / H. Oberhofer

Innichen mit seinen 3300 Einwohnern ist eine Perle des Hochpustertals. Die Marktgemeinde, eine von wenigen Märkten in Südtirol, zeichnet sich durch ihre urbane Struktur, ihre einladenden Geschäfte und ihre Vielfalt an erstklassigen Restaurants aus. Vor allem bei italienischen Gästen ist San Candido, so der italienische Name, beliebt – 90 Prozent aller Urlauber kommen vom „Stiefel“. 2019 feiert der Ort seine 1250-Jahr-Feier. – Foto: Tourismusverband Hochpustertal / H. Oberhofer

Konnten die beiden Destinationen bislang entweder nur von Vierschach (Helm) oder nur von Sexten/Bad Moos (Rotwand) aus erreicht werden, so besteht seit Dezember 2014 die Möglichkeit, jetzt alle Pisten beider Reviere der Sextner Dolomiten in einem Zug zu befahren. Die zwei nagelneuen 8er-Kabinenbahnen “Drei Zinnen” und “Stiergarten” haben die Voraussetzung geschaffen, dass der Brettlfan nun von einem Skigebiet zum anderen “schaukeln” kann.

Allen Widerständen getrotzt

Das ist einem Mann zu verdanken, der 15 Jahre lang gegen Widerstände jeglicher Art zu kämpfen hatte, sich letztlich aber durchsetzte und sich damit einen Traum erfüllte. Erwin Lanzinger heißt dieser Ski-Pionier der Neuzeit, ist Präsident des Tourismusverbandes Hochpustertal und erfolgreicher Hotelier.. “Unser Gebiet hat durch die Skiverbindung eine neue Qualität erreicht, und wird von unseren Gästen prächtig angenommmen, die ausnahmslos zufrieden sind,” berichtet der 72-Jährige. “Es war zwar ein langer Kampf, aber in ein paar Jahren werden wir in der ersten Liga mitspielen.” Da ist sich Lanzinger ganz sicher. Dass es in der Vergangenheit zahlreiche Defizite gab, verhehlt er nicht. “Wir haben 20 Jahre lang nicht in unser Skigebiet investiert. Wir sind einfach stehengeblieben, und das haben wir arg gespürt. Jeder, der überleben will, muss investieren”. Und Geduld haben.

Mit dem Zug in 38 Minuten zum Kronplatz

Die nagelneue Kabinenbahn „Stiergarten“ führt hinauf auf 2092 Meter; von dort kann man seit dieser Wintersaison das Skigebiet Rotwand erreichen. – Foto: Dieter Warnick

Die nagelneue Kabinenbahn „Stiergarten“ führt hinauf auf 2092 Meter; von dort kann man seit dieser Wintersaison das Skigebiet Rotwand erreichen. – Foto: Dieter Warnick

Zusammen mit dem Familienskiberg Haunold (mit Kids-Ski-Cross-Strecke und Kinderspielplatz), das von Innichen aus erreicht wird, stehen dem Skifahrer im Hochpustertal 93 Pistenkilometer aller Schwierigkeitsgrade zur Verfügung. Zusammen mit den Pisten am nahegelegen Kronplatz bei Bruneck kommt man auf insgesamt 200 Kilometer. Und kann überaus bequem das dortige Skigebiet erreichen – ganz ohne Auto. Denn seit dieser Saison fährt der “Ski Pustertal Express” im 30-Minuten-Takt. Die direkte Zugverbindung verbindet die neue Bahnstation Helm in Vierschach (Gemeinde Innichen) mit der Talstation Ried-Kronplatz in Percha; die Fahrt dauert 38 Minuten. Es gibt kein lästiges Ausziehen der Skischuhe mehr! Das Zugticket ist für Gäste von Unterkünften, die Mitglied bei den örtlichen Tourismusvereinen sind, kostenlos.

Zahlreiche Hütten im Skigebiet verführen zum „Einkehrschwung“. Dass es dort Südtiroler Schmankerl gibt, versteht sich von selbst. – Foto: Tourismusverband Hochpustertal / Photogrüner

Zahlreiche Hütten im Skigebiet verführen zum „Einkehrschwung“. Dass es dort Südtiroler Schmankerl gibt, versteht sich von selbst. – Foto: Tourismusverband Hochpustertal / Photogrüner

Als Bindeglied und moderne Drehscheibe fungiert dabei das neue Ski- und Servicezentrum “Punka” an der Talstation Vierschach-Helm mit Skipassverkauf, Skischule, Skiverleih, Skidepot, Geschäften und Après-Ski-Zone. Der zentrale Einstiegspunkt für das Skivergnügen Sextner Dolomiten wurde am 18. Dezember 2014 eröffnet; es befindet sich gegenüber dem Bahnhof Vierschach. Im Sommer soll eine Fußgängerbrücke gebaut werden, so dass die Skifahrer beide Punkte sicher und schnell erreichen können.

Zwei herrliche, neue Abfahrten

Die Talstation Signaue könnte durchaus als Knotenpunkt für die Skifahrer, die sich im Gebiet Helm-Rotwand aufhalten, bezeichnet werden. – Foto: Dieter Warnick

Die Talstation Signaue könnte durchaus als Knotenpunkt für die Skifahrer, die sich im Gebiet Helm-Rotwand aufhalten, bezeichnet werden. – Foto: Dieter Warnick

Genussvolle und abwechslungsreiche Pisten findet der Skibegeisterte überall im Hochpustertal vor, und durch die beiden neuen Strecken (Stiergarten-Piste und Drei-Zinnen-Piste) hat das Gebiet zwei weitere herrliche Abfahrten vorzuweisen. Die “Stiergarten” hat eine Länge von knapp 1400 Metern und eine mittlere Neigung von 27 Prozent, die “Drei Zinnen” ist knapp 2400 Meter lang, bei einer mittleren Neigung von 28 Prozent. Also auch für Anfänger und Kinder durchaus leicht zu bewältigen – ideal für die ganze Familie. Das grandiose Bergpanorama tut sein Übriges.

Knotenpunkt Signaue

Der Anblick dieser Riesenschneemannfamilie erfreut Jung und Alt. – Foto: Dieter Warnick

Der Anblick dieser Riesenschneemannfamilie erfreut Jung und Alt. – Foto: Dieter Warnick

Man muss natürlich auch erst hinaufkommen auf den Berg. Die Drei-Zinnen-Bahn verbindet den Knotenpunkt Signaue an der Rotwand mit dem auf 2092 Meter hoch gelegenen Stiergarten. Zum Anschluss an das Skigebiet Helm im Nordwesten führt eine zweite 8er-Kabinenbahn mit dem Namen “Stiergarten” ab der Bergstation “Drei Zinnen” bis an den Beginn des Kristlerhanges an der Talabfahrt Helm-Sexten. Die Bergstation der Kabinenbahn “Stiergarten” liegt direkt an der Bergstation “Drei Zinnen”. Die vom Stiergarten kommende Abfahrt endet bei der Mittelstation. Der Abschnitt hinüber zur Helmhanghütte kann nicht mit Skiern erreicht werden; man muss in beide Richtungen die Goldenbahn benutzen.

Diese Vierlingslärche ist gut 200 Jahre alt und fiel bei der Neugestaltung der beiden Skipisten am Stiergarten nicht der Säge zum Opfer; Landschaftsschützer wird`s freuen. – Foto: Dieter Warnick

Diese Vierlingslärche ist gut 200 Jahre alt und fiel bei der Neugestaltung der beiden Skipisten am Stiergarten nicht der Säge zum Opfer; Landschaftsschützer wird`s freuen. – Foto: Dieter Warnick

“Die Drei-Zinnen-Piste” so verrät Alfred Prenn, der Marketingdirektor der Sextner Dolomiten AG, “ist die zurzeit meistbefahrendste Piste im Skigebiet. Das macht uns natürlich stolz, dass gerade eine neue Abfahrt so toll von unseren Gästen angenommen wird”. Kein Wunder: Bei perfekter Präparierung und Sonne pur – weil ein Südhang – lädt die Piste zu einem regelrechten Schwungfestival ein.

Die steilste Piste Italiens

Die Felsformationen im Hochpustertal sind ein Genuss für alle Sinne. – Foto: Tourismusverband Hochpustertal / Photogrüner

Die Felsformationen im Hochpustertal sind ein Genuss für alle Sinne. – Foto: Tourismusverband Hochpustertal / Photogrüner

Wer es allerdings “krachen” lassen und sich den ultimativen Adrenalinschub geben will, der begibt sich auf die Holzriesen-Piste an der Rotwand, die mit 71 Prozent Neigung (304 Höhenmeter, 720 Meter Länge) die steilste Piste Italiens ist!

Für den passionierten Skifahrer bietet sich eine Tagestour an, der sogenannte “Giro delle Cime”, eine Erlebnis-Gipfelrunde über vier Berge und durch drei Täler, bei der man immer die Sextner Dolomiten im Blickfeld hat. Der Weg führt vom Helm über die Rotwand und den Kreuzberg bei Sexten zur neuen Skiarea Comelica, der nördlichsten Gemeinde der Provinz Belluno, und zurück. 34 Kilometer an Abfahrten sind dabei zu bewältigen, und 10.000 Höhenmeter. Einige kleinere Teilstücke müssen allerdings mit dem Skibus zurückgelegt werden. Das tut aber der Freude bei dieser Skisafari keinen Abbruch.

Auf dem Unesco-Weg Richtng Kreuzbergpass

Die Drei Zinnen sind das wohl meistfotografierte Motiv im Hochpustertal; links die Drei-Zinnen-Hütte. – Foto: Tourismusverband Hochpustertal / H. Oberhofer

Die Drei Zinnen sind das wohl meistfotografierte Motiv im Hochpustertal; links die Drei-Zinnen-Hütte. – Foto: Tourismusverband Hochpustertal / H. Oberhofer

Um zum Kreuzbergpass zu kommen, muss man den Tellerlift Porzen nehmen; dann führt ein gut ausgebauter Ziehweg, der Unesco-Weg, zum Hotel Kreuzbergpass. Wer von dort wieder zurück will ins Skigebiet, muss die Straße überqueren mit dem Skibus nach zwei Stationen aussteigen. In wenigen Minuten ist der Knotenpunkt Signaue erreicht.

Fährt man auf dem Unesco-Weg Richtung Kreuzbergpass, so hat man stets den Knieberg vor Augen – das Matterhorn Südtirols. – Foto. Dieter Warnick

Fährt man auf dem Unesco-Weg Richtung Kreuzbergpass, so hat man stets den Knieberg vor Augen – das Matterhorn Südtirols. – Foto. Dieter Warnick

Auffällig in den Sextner Dolomiten ist die Vielzahl der Kabinenbahnen, von denen es mehr zu geben scheint als Sessellifte. “Das hat schon seinen Grund,” sagt Tourismusmanager Prenn, “denn wir haben hier viele Familien mit Kindern. Und in einer Kabine ist es einfach sicherer als in einem herkömmlichen Lift”. Insgesamt gibt es 33 Bergbahnen und Lifte.

Nachtskilauf am Haunold

Große und nicht zu übersehende Schilder weisen den Weg. – Foto: Dieter Warnick

Große und nicht zu übersehende Schilder weisen den Weg. – Foto: Dieter Warnick

Nachtskilauf bei perfekten Lichtverhältnissen ist möglich dienstags und freitags von 19 bis 22 Uhr am Haunold, Innichens Hausberg; mit einem Vierer-Sessellift, der vom Ortszentrum in wenigen Minuten erreichbar ist, geht es hinauf zur Riese-Haunold-Hütte. In urigem Ambiente ein Gläschen zu trinken und den lukullischen Genüssen zu verfallen, ist fast schon ein Muss.

Rentierrudel erfreut nicht nur Kinder

Der Verantwortliche für den Fremdenverkehr im Hochpustertal, Alfred Prenn, erklärt anhand einer Panoramakarte das Skigebiet. – Foto: Dieter Warnick

Der Verantwortliche für den Fremdenverkehr im Hochpustertal, Alfred Prenn, erklärt anhand einer Panoramakarte das Skigebiet. – Foto: Dieter Warnick

Eine besondere Attraktion sind schließlich fünf Rentiere, die an der Bergstation Rotwand seit einigen Jahren eine neue Heimat gefunden haben. Jeden Donnerstag ab 14 Uhr dürfen Kinder bei der Fütterung des kleinsten Renntierrudels der Alpen (im Übrigen auch das einzige Renntierrudel in Italien) nicht nur zusehen, sondern auch helfen.

Informationen: Tourismusverband Hochpustertal, Dolomitenstraße 29, I-39034 Toblach, Tel.: (0039 0474) 91 31 56; E-Mail: info@hochpustertal.info; Internet: www.hochpustertal.info

Raushier-Reisemagazin

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