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Wangerooge: Pottwal-Skelett findet seinen endgültigen Platz

Gut ein Jahr nach der Strandung zweier Pottwale am Ostende von Wangerooge ist einer der imposanten Meeressäuger auf die Insel zurückgekehrt. Im Beisein zahlreicher norddeutscher Politprominennz wurde das Exponat des Skeletts an seinem Standort vor dem Nationalparkhaus eingeweiht.

Das Pottwal-Skelett hat seinen endgültigen Platz vor dem Nationalparkhaus Wangerooge gefunden. - Foto: Kurverwaltung der Gemeinde Nordseeheilbad Wangerooge

Das Pottwal-Skelett hat seinen endgültigen Platz vor dem Nationalparkhaus Wangerooge gefunden. – Foto: Kurverwaltung der Gemeinde Nordseeheilbad Wangerooge

Damit endet die Reise, die der Pottwal nach seinem tragischen Tod im Januar 2016 angetreten hat: von Wangerooge nach Wilhelmshaven, von dort nach Loenen (Niederlande) zur Werkstatt des Präparators Aart Walen und Anfang April 2017 über Harlesiel zurück nach Wangerooge. Zehn Tage hat der Aufbau des elf Meter langen Knochen-Puzzles gedauert. Dank großzügiger Förderung durch die Niedersächsische Wattenmeerstiftung und weitere Stiftungen, Firmen und Vereine ist es der kleinen Inselgemeinde gelungen, das Projekt zu realisieren. „Mir ist es persönlich wichtig, mit dem Skelett das Thema Vermüllung der Meere auch als Bedrohung für unseren heimischen Schweinswal zu verdeutlichen“, betonte Bürgermeister Dirk Lindner. Im Verdauungstrakt dieses und anderer gestrandeter Pottwale wurde Plastikmüll bis hin zu verknäuelten Fischernetzen gefunden.

Ein solch wertvolles Exponat unter freiem Himmel zu präsentieren, ist ungewöhnlich. Im Nationalparkhaus, das erst im Herbst 2015 nach komplettem Umbau mit einer neuen Ausstellung zum Schwerpunktthema Zugvögel wieder eröffnet wurde, war dafür kein Platz.

Ungewöhnlich war auch die Bergungsaktion im Januar 2016, galt es doch, die beiden riesigen Kadaver aus Gründen der Sicherheit und Hygiene schnellstmöglich zu entsorgen. Zwei Schlepper zogen die Wale vom Strand zum JadeWeserPort in Wilhelmshaven. Das THW hatte dort zwei große Folienwannen vorbereitet. Vom Schlauchboot aus wurden die Kadaver mit Gurten versehen und von einem Schwerlastkran in die Wannen gehoben. Unter Leitung des Präparators Aart Walen machte sich ein großes Team haupt- und ehrenamtlicher Helfer ans Zerlegen und das Verladen der Reste in Container. Das Fleisch wanderte in die Tierkörperverwertung und eines der Skelette zum Präparator Aart Walen.

Raushier-Reisemagazin

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