Reisegeschichten

  

Gadertal: Tipps für entspannte Urlaubstage in Ladinien

Der Heiligkreuzkofel begrenzt das Gadertal ostseitig. Unterhalb der Westwand liegen die Wallfahrtskirche Heiligkreuz (rechts) und das Schutzhaus Heligkreuz-Hospiz (links). – Foto: Dieter Warnick

Vom Pustertal in Südtirol aus zweigen zwei große Seitentäler ab, und zwar jeweils in der Nähe von Bruneck: das Ahrntal, auch Tauferer Ahrntal genannt, erstreckt sich gen Norden und wird von den Zillertaler Alpen und der Riesenfernergruppe abgeschlossen. Es ist ein Tal, so scheint es, das sich ein bisschen von der Außenwelt abkapseln will. Urige Bergdörfer geben ihm ihr Gepräge, und uralte Traditionen, wie z.B. das Klöppeln, sind noch heute das Markenzeichen der Ahrntalerinnen. Fast genau gegenüber, gen Süden, erstreckt sich ein Tal, das den Gegensatz dazu zu bilden scheint, nämlich das Gadertal, auch Abteital genannt. Mit dem weithin bekannten Skiort Corvara und der Ortschaft La Villa als touristische Zentren, wird das Tal umrahmt von mächtigen Dolomitengipfeln. Die Straßen sind kurvig, die Dörfer (neben Corvara und La Villa sind das Kolfuschg, St. Kassian, Badia und La Val) ein wenig mondän, und die Einwohner sprechen eine eigene Sprache: ladinisch. Wir befinden uns in Ladinien. Rund 30.000 Ladiner wohnen in fünf Tälern (in drei Provinzen), eines davon ist das Gadertal. Weiterlesen



Melbourne und Victoria: Wombats, Wilsons Prom, Walhalla und Wein

Wilsons Promontory National Park.

Der Südosten Australiens ist über die Vier-Millionen-Metropole Melbourne gut zu erreichen. Und wer die berühmte Great Ocean Road nach Westen bereits erlebt oder Phillip Island und seine Zwergpinguine schon gesehen hat, der sollte sich für die muntere Metropole Melbourne einige Tage mehr Zeit nehmen und danach den Rest des Bundesstaates Victoria besuchen. Weiterlesen



Finnland ist irgendwie anders

Der Tag geht, die Nacht bricht herein.

Warum nach Finnland fahren? Das Wetter verlockt nicht wirklich – außer im Winter, wenn dickes Eis auf Meer und Flur das Gefühl von Polarexpeditionen vermittelt. Und die endlosen Nächte Geheimnis und Abenteuer. Aber im Sommer? „Nimm Dir ja Mückenspray mit!“ hört man da immer als erste Reaktion. „Und eine Regenjacke“ als zweite. Wenn man zwei Wochen am Strand liegen möchte, dem wäre abzuraten – außer gebürtigen Finnen, die offenbar kälteresistent geboren werden. Doch wenn man das Modewort „Entschleunigen“ in seinem Wortschatz hat und es nicht nur mit Panflötengebläse und Wellnessmassagen in Verbindung bringen will, sollte man sich einen Besuch dieses kuriosen Landes überlegen. Es ist anders. Nicht nur „Es“, sondern jeder einzelne, den man trifft, macht so sein Ding. Und gemeinsam werden ebenfalls recht individuelle Vergnügungen verfolgt. Weiterlesen



Saba: Tanz auf dem Vulkan

Putzig schmiegen sich die Häuschen in die grünen Gebirgsfalten.

Wenn sich irgendwo auf der Welt Elfen, Trolle und Hobbits niederlassen würden, dann ganz sicher auf Saba. Diese fast kreisrunde Insel entzückt: Zwischen den in Falten geworfenen Bergzügen schmiegen sich kleine Ortschaften ins tropische Grün, die weißen Häuser mit roten Dächern, deren geschnitzter Saum Gingerbread genannt wird, mit grün umrahmten Fenstern und Türen – blitzblanke Puppenstuben mit Erkern, Säulen und Terrassen. Kaum zu glauben, dass wir uns hier quasi in Holland befinden, genauer gesagt: Saba ist eine „besondere Gemeinde“ der Niederlande in der östlichen Karibik. Weiterlesen



Auf den Spuren Tutanchamuns

Magisch: Im Morgengrauen den Blick auf das Tal der Könige sowie den Nil vom Heißluftballon aus genießen.

Dieses Land lässt einen so schnell nicht mehr los! Seine Hauptstadt Kairo ist laut, seine Bewohner impulsiv, durch die Straßen ertönt ein ständiges Hupkonzert, auf den Basaren – einem Meer voller Farben – preisen Händler lautstark ihre Waren an. In Ägyptens 18-Millionen-Stadt pulsiert das Leben. Doch die Reise nach Ägypten ist auch ein mystisches Abenteuer. Im Land der Pharaonen in die Kultur des Alten Ägypten einzutauchen und seine unermesslichen jahrtausendealten Schätze zu entdecken, bleibt ein unvergessliches Erlebnis. Weiterlesen



Umbrien: Hügelland mit Krönchen

Umbrien - ein weiches, unspektakuläres Stückchen Italien, mit vielen Hügeln und vielen Klöstern.

Umbrien? Irgendwo zwischen Rom und Florenz gelegen, keine Toskana und kein Veneto, kein Meer und kein Gebirge. Ein weiches, ein unspektakuläres Stückchen Italien, mit vielen Hügeln und vielen Klöstern, Dörfern, Heiligen. Ein Wohlfühl-Land, meint der italienische Tourismus, und fördert die Idee, Wellness anzubieten. „Benessere“: Ruhe und Stille, Genuss und Geschmack. Und dazu viel greifbare Geschichte. Weiterlesen



Finnisch Lappland: Auf der Jagd nach den Polarlichtern

Die eindrucksvollste Polarlicht-Sichtung während des Aufenthalts in Saariselkä.

Ich klammere meine Karte in der Hand, während ich erfolglos versuche, den verquirlten Namen der schneeverwehten Straße unter der Straßenleuchte zu entziffern. Der Weg ist nicht markiert und gefrosteter Schnee sammelt sich auf den Schildern. Dies und meine Sehschwäche verhindern jeden Versuch einer fundierten Ortung, wo ich mich gerade befinde. Der holprige Beginn einer – am Ende erfolgreichen – Jagd nach den beeindruckenden Polarlichtern in Finnisch Lappland. Weiterlesen



Auf dem Nil mit Agatha Christie

Sonnenuntergang am Nil. Foto: Gisela Marzin

„Lass uns nach Ägypten fahren“, murmelte eine der Hauptpersonen in Agatha Christies Roman „Tod auf dem Nil“ und vernahm die Antwort: „Sicher, es ist keine Frage auf Leben und Tod.“ Wahrscheinlich stimmt diese Antwort aus den Dreißigerjahren des letzten Jahrhunderts, als Christies Roman entstand, auch für eine Nil-Kreuzfahrt im Winter des Jahres 2014. Doch bereits auf der Busfahrt vom Flughafen Hurghada nach Luxor durch die Wüste und beim Passieren einer Straßensperre nach der anderen verspürt der Reisende von heute ein merkwürdiges Gefühl: Nicht wegen der eintönigen Wüste, nicht wegen der zahllosen Bodenwellen, die jeden gehörig durchschütteln, sondern wegen der vielen Bewaffneten, die an den Kontrollpunkten, an jeder Kreuzung stehen. Was schützen bloß die Soldaten in der Wüste? Weiterlesen



Hochpustertal: Skischaukel Helm-Rotwand als Quantensprung

Die Drei Zinnen sind das wohl meistfotografierte Motiv im Hochpustertal; links die Drei-Zinnen-Hütte. – Foto: Tourismusverband Hochpustertal / H. Oberhofer

Wer schon einmal im Hochpustertal war, der wird begeistert sein und den wird es immer wieder dorthin ziehen. Das sagen die Einheimischen – und sie haben recht. Allein schon die drei Ortschaften Innichen, Toblach und Sexten sind sehenswert, ganz zu schweigen vom faszinierenden Pragser Wildsee, dem beschaulichen Fischleintal, der einladenden Plätzwiese und den famosen Drei Zinnen. Und seit dieser Wintersaison haben die Tourismus-Verantwortlichen mit einer tollen Neuerung aufzuwarten – der Verbindung der beiden Skigebiete Helm und Rotwand. Weiterlesen



Abenteuer Assam: Flusskreuzfahrt auf dem Brahmaputra

Elefanten-Safari im Kaziranga Nationalpark.

Lautlos schiebt die Kulisse sich vorbei, während ich an Deck meines Kreuzfahrschiffes die scheinbar leeren Sandbänke links und rechts der Ufer nach Leben absuche. Der Brahmaputra ist zu dieser Jahreszeit friedlich. Entspannung breitet sich aus nach dem langen Weg, den die Reisenden zurückgelegt haben, um in diesen entlegenen Winkel in Indien zu gelangen, um Ruhe und Erholung in einer völlig anderen Welt zu finden. Weiterlesen



In König Laurins Reich fühlen sich nicht nur Kinder wohl

Dreimal in der Woche heißt es in Obereggen: Flutlicht an! – Foto: Paolo Codeluppi

Wer im Südtiroler Eggental rund um die felsigen Schönheiten des Rosengartens und des Latemars unweit der Landeshauptstadt Bozen seinen Ski-Urlaub verbringt, der kann bis in den April hinein gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Ganz abgesehen von dem einmaligen Panorama, das das Weltnaturerbe dem Gast bietet. Weiterlesen



Deutschnofen: Wandern zu kulturhistorischen Kostbarkeiten

Die Pfarrkirche zu den Heiligen Ulrich und Wolfgang wurde vor über 500 Jahren errichtet. – Foto: Helene Thaler

Herbert Pichler ist ein gebildeter Mann. Seine Wortwahl ist pfiffig, seine Ansichten kritisch. Er kennt sich aus. Vor allem in Südtirol, und in erster Linie in seinem Heimatort Deutschnofen. Dort ist er als eloquenter Wanderführer bekannt wie ein „bunter Hund“. Die Gäste hängen an seinen Lippen, wenn er zu erzählen beginnt. Eine kulturhistorische Panoramawanderung. Weiterlesen