Reisegeschichten



Mit dem Fahrrad durch die Karibik

Sonne, Strand und blaue See, eine Bilderbuch-Vorstellung von der Karibik. Ungewöhnlich das Rad. Es half bei der Entdeckung der vielen Inseln der Kleinen Antillen.

Als erstes steigt der Duft von Gewürzen in die Nase, wenn man von Bord der MS Hamburg geht, den Pier verlässt und mit dem Rad hinaus fährt nach Grenada, einer der südlichsten Inseln der Kleinen Antillen. Hier gedeihen, oft wild, Nelken, Lorbeer, Ingwer, Vanille, Safran, Pfeffer, Piment, Kurkuma sowie Zimt, die Rinde des gleichnamigen Baumes, der überall wie Unkraut sprießt. Ähnlich ist es mit vielen Früchten: Bananendolden hängen am Wegesrand, es wachsen Mangos und Papayas und auf Bäumen die Muskatnuss, die wie eine Pfirsich aussieht und, wenn reif, aufplatzt, sodass der Kern offen liegt. Die Muskatnuss ist eines der edelsten Gewürze, denn ihr Aroma verfeinert sowohl salzige als auch süße Speisen. Um sich die Verarbeitung der Muskatnuss, Grenadas Exportschlager, genauer anzuschauen, sollte man in den Norden der Insel fahren. Weiterlesen



Department Allier: „Süßes“ Leben im Herzen Frankreichs

In Charroux scheint die Zeit still zu stehen.

Rémi Harrel und sein Sohn Valerian begrüßen uns wie Freunde in ihrem eigenen Haus, genannt „Les Templiers“, deren fünf  Zimmer sie auch Gästen zur Verfügung stellen und deren Restaurant „A l’envie“ in Charroux und darüber hinaus in ganzen Department Allier und vermutlich auch in der Region Auvergne ein Magnet ist. Rémi Harrel war ein internationaler Schiedsrichter Frankreichs, der die Holländer 1988 bei der Europameisterschaft zum 2:0-Finalsieg über die UdSSR pfiff und auch beim Sieg des FC Bayern gegen die Raith Rovers 1996 den Ton angab. Sein Sohn war Innenarchitekt in Paris, beide kommen ursprünglich aus dem Süden des Landes. Doch sie flohen vor „der Hektik der Hauptstadt und vor der Verfälschung und Vermassung an der Côte d´Azur“ in die Ruhe und Ursprünglichkeit Frankreichs, die sie im „Herzen“, in Charroux in Allier, fanden. Weiterlesen



Frühe Arktis-Kreuzfahrt: Alex Eckeners Reise nach Spitzbergen

Der Dampfer "Lofoten". Foto: Archiv Hurtigruten-Museum

„Da haben Sie aber eine schöne Reise vor sich“, bekam Alex Eckener zu hören, als er von seinem Plan erzählte, nach Spitzbergen zu reisen. „‚Schön‘ wurde dabei so breit und saftig gesprochen wie wenn man einen Pfirsich zerbeisst“, notierte er auf der ersten Seite seines in rotbraunes Leder gebundenes Taschentagebuchs, das am 10. Juni 1897 mit den eng geschriebenen Aufzeichnungen beginnt. Weiterlesen

  

Gadertal: Tipps für entspannte Urlaubstage in Ladinien

Der Heiligkreuzkofel begrenzt das Gadertal ostseitig. Unterhalb der Westwand liegen die Wallfahrtskirche Heiligkreuz (rechts) und das Schutzhaus Heligkreuz-Hospiz (links). – Foto: Dieter Warnick

Vom Pustertal in Südtirol aus zweigen zwei große Seitentäler ab, und zwar jeweils in der Nähe von Bruneck: das Ahrntal, auch Tauferer Ahrntal genannt, erstreckt sich gen Norden und wird von den Zillertaler Alpen und der Riesenfernergruppe abgeschlossen. Es ist ein Tal, so scheint es, das sich ein bisschen von der Außenwelt abkapseln will. Urige Bergdörfer geben ihm ihr Gepräge, und uralte Traditionen, wie z.B. das Klöppeln, sind noch heute das Markenzeichen der Ahrntalerinnen. Fast genau gegenüber, gen Süden, erstreckt sich ein Tal, das den Gegensatz dazu zu bilden scheint, nämlich das Gadertal, auch Abteital genannt. Mit dem weithin bekannten Skiort Corvara und der Ortschaft La Villa als touristische Zentren, wird das Tal umrahmt von mächtigen Dolomitengipfeln. Die Straßen sind kurvig, die Dörfer (neben Corvara und La Villa sind das Kolfuschg, St. Kassian, Badia und La Val) ein wenig mondän, und die Einwohner sprechen eine eigene Sprache: ladinisch. Wir befinden uns in Ladinien. Rund 30.000 Ladiner wohnen in fünf Tälern (in drei Provinzen), eines davon ist das Gadertal. Weiterlesen



Melbourne und Victoria: Wombats, Wilsons Prom, Walhalla und Wein

Wilsons Promontory National Park.

Der Südosten Australiens ist über die Vier-Millionen-Metropole Melbourne gut zu erreichen. Und wer die berühmte Great Ocean Road nach Westen bereits erlebt oder Phillip Island und seine Zwergpinguine schon gesehen hat, der sollte sich für die muntere Metropole Melbourne einige Tage mehr Zeit nehmen und danach den Rest des Bundesstaates Victoria besuchen. Weiterlesen



Finnland ist irgendwie anders

Der Tag geht, die Nacht bricht herein.

Warum nach Finnland fahren? Das Wetter verlockt nicht wirklich – außer im Winter, wenn dickes Eis auf Meer und Flur das Gefühl von Polarexpeditionen vermittelt. Und die endlosen Nächte Geheimnis und Abenteuer. Aber im Sommer? „Nimm Dir ja Mückenspray mit!“ hört man da immer als erste Reaktion. „Und eine Regenjacke“ als zweite. Wenn man zwei Wochen am Strand liegen möchte, dem wäre abzuraten – außer gebürtigen Finnen, die offenbar kälteresistent geboren werden. Doch wenn man das Modewort „Entschleunigen“ in seinem Wortschatz hat und es nicht nur mit Panflötengebläse und Wellnessmassagen in Verbindung bringen will, sollte man sich einen Besuch dieses kuriosen Landes überlegen. Es ist anders. Nicht nur „Es“, sondern jeder einzelne, den man trifft, macht so sein Ding. Und gemeinsam werden ebenfalls recht individuelle Vergnügungen verfolgt. Weiterlesen



Saba: Tanz auf dem Vulkan

Putzig schmiegen sich die Häuschen in die grünen Gebirgsfalten.

Wenn sich irgendwo auf der Welt Elfen, Trolle und Hobbits niederlassen würden, dann ganz sicher auf Saba. Diese fast kreisrunde Insel entzückt: Zwischen den in Falten geworfenen Bergzügen schmiegen sich kleine Ortschaften ins tropische Grün, die weißen Häuser mit roten Dächern, deren geschnitzter Saum Gingerbread genannt wird, mit grün umrahmten Fenstern und Türen – blitzblanke Puppenstuben mit Erkern, Säulen und Terrassen. Kaum zu glauben, dass wir uns hier quasi in Holland befinden, genauer gesagt: Saba ist eine „besondere Gemeinde“ der Niederlande in der östlichen Karibik. Weiterlesen



Auf den Spuren Tutanchamuns

Magisch: Im Morgengrauen den Blick auf das Tal der Könige sowie den Nil vom Heißluftballon aus genießen.

Dieses Land lässt einen so schnell nicht mehr los! Seine Hauptstadt Kairo ist laut, seine Bewohner impulsiv, durch die Straßen ertönt ein ständiges Hupkonzert, auf den Basaren – einem Meer voller Farben – preisen Händler lautstark ihre Waren an. In Ägyptens 18-Millionen-Stadt pulsiert das Leben. Doch die Reise nach Ägypten ist auch ein mystisches Abenteuer. Im Land der Pharaonen in die Kultur des Alten Ägypten einzutauchen und seine unermesslichen jahrtausendealten Schätze zu entdecken, bleibt ein unvergessliches Erlebnis. Weiterlesen



Umbrien: Hügelland mit Krönchen

Umbrien - ein weiches, unspektakuläres Stückchen Italien, mit vielen Hügeln und vielen Klöstern.

Umbrien? Irgendwo zwischen Rom und Florenz gelegen, keine Toskana und kein Veneto, kein Meer und kein Gebirge. Ein weiches, ein unspektakuläres Stückchen Italien, mit vielen Hügeln und vielen Klöstern, Dörfern, Heiligen. Ein Wohlfühl-Land, meint der italienische Tourismus, und fördert die Idee, Wellness anzubieten. „Benessere“: Ruhe und Stille, Genuss und Geschmack. Und dazu viel greifbare Geschichte. Weiterlesen



Finnisch Lappland: Auf der Jagd nach den Polarlichtern

Die eindrucksvollste Polarlicht-Sichtung während des Aufenthalts in Saariselkä.

Ich klammere meine Karte in der Hand, während ich erfolglos versuche, den verquirlten Namen der schneeverwehten Straße unter der Straßenleuchte zu entziffern. Der Weg ist nicht markiert und gefrosteter Schnee sammelt sich auf den Schildern. Dies und meine Sehschwäche verhindern jeden Versuch einer fundierten Ortung, wo ich mich gerade befinde. Der holprige Beginn einer – am Ende erfolgreichen – Jagd nach den beeindruckenden Polarlichtern in Finnisch Lappland. Weiterlesen



Auf dem Nil mit Agatha Christie

Sonnenuntergang am Nil. Foto: Gisela Marzin

„Lass uns nach Ägypten fahren“, murmelte eine der Hauptpersonen in Agatha Christies Roman „Tod auf dem Nil“ und vernahm die Antwort: „Sicher, es ist keine Frage auf Leben und Tod.“ Wahrscheinlich stimmt diese Antwort aus den Dreißigerjahren des letzten Jahrhunderts, als Christies Roman entstand, auch für eine Nil-Kreuzfahrt im Winter des Jahres 2014. Doch bereits auf der Busfahrt vom Flughafen Hurghada nach Luxor durch die Wüste und beim Passieren einer Straßensperre nach der anderen verspürt der Reisende von heute ein merkwürdiges Gefühl: Nicht wegen der eintönigen Wüste, nicht wegen der zahllosen Bodenwellen, die jeden gehörig durchschütteln, sondern wegen der vielen Bewaffneten, die an den Kontrollpunkten, an jeder Kreuzung stehen. Was schützen bloß die Soldaten in der Wüste? Weiterlesen



Hochpustertal: Skischaukel Helm-Rotwand als Quantensprung

Die Drei Zinnen sind das wohl meistfotografierte Motiv im Hochpustertal; links die Drei-Zinnen-Hütte. – Foto: Tourismusverband Hochpustertal / H. Oberhofer

Wer schon einmal im Hochpustertal war, der wird begeistert sein und den wird es immer wieder dorthin ziehen. Das sagen die Einheimischen – und sie haben recht. Allein schon die drei Ortschaften Innichen, Toblach und Sexten sind sehenswert, ganz zu schweigen vom faszinierenden Pragser Wildsee, dem beschaulichen Fischleintal, der einladenden Plätzwiese und den famosen Drei Zinnen. Und seit dieser Wintersaison haben die Tourismus-Verantwortlichen mit einer tollen Neuerung aufzuwarten – der Verbindung der beiden Skigebiete Helm und Rotwand. Weiterlesen