Reisegeschichten



Südjütland: Die Suche nach den Bausteinen der Hygge

Dorte Amelung, Frank Hansen und die Inhaber des Lokals, Sune Axelsen und Jesper Kock (von links), präsentieren die Bestandteile einer typischen südjütländischen Kaffeetafel

Wie Tapas zieren die kleinen Brötchen, aus denen bescheiden die Käsescheiben zu erkennen sind, die Tische. Umrahmt werden sie von Kuchenstücken, die ein Fünfjähriger als portionsgerechtes Häppchen empfindet. Liebevoll zubereitet und zu Hunderten auf den Tischen verteilt. Mit Blaubeeren und Sahne gefüllt oder auch nur als fester Teig mit Zucker dekoriert. Jesper Kock und Sune Axelsen dekorieren die Tische mit ihrem Team, das für die Feier zuständig ist, die ein- bis zweimal jährlich im Zentrum von Sonderborg stattfindet. Südjütländische Kaffeetafel wird die Zusammenkunft genannt, zur der sich im Laufe des frühen Nachmittags Dutzende von Menschen einfinden, die miteinander reden, gemeinsam singen und eben die kulinarischen Leckerlies vertilgen, für die es eine festgelegte Rezeptfolge gibt. Weiterlesen



Tobago: Liming im Reggae-Rhythmus in Trinidads Vorgarten

Trinidad is nice, Tobago is paradise – so heißt es hier ohne jede Spur von Bescheidenheit gegenüber der größeren Schwesterinsel. Der Inselstaat Trinidad und Tobago liegt vor der Nordküste Südamerikas und gehört zu den Kleinen Antillen. Das kleine Tobago liegt zwischen der südlichen Karibik und dem Atlantik – hier kann man also in zwei Meeren tauchen! Dieses Eiland in der Karibik gleich mit einer ganzen Reihe von Superlativen auf: Herrliche Strände, die der Phantasie von Location Scouts für Werbespots zu entstammen scheinen, phantastische Tauchgründe in zwei Meeren, eine einzigartige Vogelwelt, das wahrscheinlich älteste Naturschutzgebiet der Welt im Main Ridge Forest Reserve und unfassbar grundentspannte Einwohner, die gegenüber Touristen eine freundliche Neugier zeigen, sich aber auch gern wieder ihren eigenen Angelegenheiten zuwenden. Der Sound Tobagos ist geprägt von den Steel Pans, der Rhythmus der Insel vom allgegenwärtigen Reggae. Weiterlesen



Geschichte der Glücksspiele

Glücksspiel ist eine Form der Unterhaltung für viele Jahrzehnte. Die ersten Beweise für Kartenspiele wurden im 9. Jahrhundert in China gefunden. Die chinesische Karte war in Form von Papierblättern anstelle von Papierrollen und das erste Kartenbuch wurde von Frauen geschrieben. Im 11. Jahrhundert wurden Charaktere aus beliebten chinesischen Romanen auf den Karten gezeigt und begannen, sich durch ganz Asien zu verbreiten. Weiterlesen



Großarltal: „Im Tal der Almen“ gibt es viel zu erleben

Hüttschlag ist ein Bergsteigerdorf und somit Ausgangspunkt für herrliche Wanderungen und Bergtouren. - Foto: www.großarltal.info

Ohne markige Sprüche geht in der Tourismusbranche nichts mehr. Da wird –  vielleicht sogar ohne einen adäquaten Vergleich vorgenommen zu haben – geworben mit dem Berg, der die längste Skiabfahrt und die steilste Downhillstrecke zu bieten hat; oder es wird philosophiert über ein spektakuläres Gebirge mit den schroffesten Zacken und Zinnen. Oder es wird auf eine Bergflanke aufmerksam gemacht, die den spektakulärsten Klettersteig ihr Eigen nennt. Oder eine Talschaft rühmt sich, das beste Radwegenetz von allen zu haben. Oder – wie am westlichsten Zipfel Portugals gesehen, wo die letzte Imbissbude vor Amerika zu einer allerletzten Stärkung einlädt. Und, und, und… Dem Feriengast wird es heutzutage also nicht gerade leicht gemacht, aus den Superlativen das Richtige für sich auszuwählen. Es geht aber auch anders.  Weiterlesen

 

Kapstädter G´schichten – Wein und Musik

Weltrentner auf Lions Head.

Südafrika. 15. September 2013. Wir sitzen im Restaurant Delaire Graff auf dem Helshoogte Pass zwischen Stellenbosch und Franschhoek und denken über unsere Zukunft nach. Wir, das sind meine Frau und ich. Der 15. September 2013 ist mein 60. Geburtstag. Es ist kühl und wolkig. In den Morgenstunden hat es geregnet. Dennoch ist unsere Stimmung gut. Denn wir freuen uns auf die kommenden Jahre, auf den Start in eine spannende Zukunft. Weiterlesen



Fassatal: Auf Skiern zwischen drei Welten

Eine gewaltige Bergwelt wartet auf die Gäste des Fassatals.

3256 Meter! Höher geht es in den Dolomiten nicht. Auf jeden Fall nicht mit Skiern. Wir stehen auf der Marmolada, blicken von der Hütte, die wirkt als stamme sie noch aus der Zeit zwischen den Weltkriegen, auf die steile Südseite des Massivs und auf die weiten Skihänge des einzigen Gletschers im Gebiet von Dolomiti Superski. Weiterlesen



Mit dem Motorrad durch Vietnam

Vietnam ist reine Faszination. Kaum ein anderes Land auf dieser Welt hat so viele unberührte Landschaften. Es ist voll von eindrucksvollen Gebirgen, wildem Dschungel, abertausenden von Reisfeldern, reißenden Flüssen und kristallklaren Seen. Und dies ist nur ein kleiner Teil des gesamtem Spektrums. Dennoch sind, mit großem Abstand, die Menschen das Beste was dieses Land zu bieten hat. Es gibt kaum eine Nation, in der man trotz ihrer grausamen jüngeren Vergangenheit, so viele herzensgute Menschen vorfindet wie in Vietnam. Werte wie Liebe, Freude und Gutherzigkeit werden einem jedem Tag aufs Neue näher gebracht und in diesem Land ganz groß geschrieben. Weiterlesen



Wildschönau: Als sich die komplette Landesregierung den Allerwertesten abfror

Breit öffnet sich dem Betrachter das beschauliche Alpachtal. - Foto: Wildschönau Tourismus

Die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg waren, das ist ja hinlänglich bekannt, vom Bemühen geprägt, die verloren gegangene Ordnung wiederherzustellen. Ferner die am Boden liegende Wirtschaft in Gang zu bringen und die Schäden an der Infrastruktur zu beheben. Das war in den vielerorts zerbombten Städten so, auf dem flachen Land ebenso und natürlich auch in den Bergen. Ab1947 begann der Nachkriegsboom, auch Wirtschaftswunder genannt. Weiterlesen



Kigali – Eine Hauptstadt voller Gegensätze

Die Innenstadt Kigalis.

Kigali ist mit 1,2 Millionen Einwohnern die größte Stadt und gleichzeitig die Hauptstadt Ruandas. Auf gefühlt hunderten Hügeln verteilt, liegt die Millionen-Stadt im Herzen des kleinen ostafrikanischen Landes. Besonders auffällig ist das Grün in Mitten der Stadt. An beinahe jedem Wegrand finden sich Avocado-Bäume und verschiedenste andere Gewächse, die das Stadtbild prägen. Ebenso prägend sind die drastischen Unterschiede der Stadtviertel. Während in reichen Gegenden eine Villa nach der anderen mit einer großen Mauer geschützt ist, gibt es in den ärmeren Gegenden nur Lehmstraßen und kleine Lehmhütten, in denen die Einheimischen leben. Doch was auf dem ersten Blick nach einer Kluft zwischen Arm und Reich aussieht, ist in Wirklichkeit ein Zusammenleben. Weiterlesen



Thailand: Unvergessliche Naturerlebnisse im Regenwald

Mod Dang genießt ein Schlammbad. – Foto: Anke Sieker

Ein Selfie vom Rücken eines Elefanten aus mag das ultimative Urlaubssouvenir eines jeden Snapchatters sein. Auch im Süden Thailands gehört der Ritt auf dem asiatischen Elefanten zur beliebten Touristenattraktion. Nicht so für uns. In dem von uns angesteuerten und als besonders tierfreundlich zertifizierten Urlaubs- und Naturparadies dürfen sich die vom Aussterben bedrohten liebenswerten Dickhäuter noch in ihrem natürlichen Lebensraum frei und artgerecht bewegen, müssen keine Kunststückchen aufführen und auch nicht, wie am Fließband, Touristen-Massen durch die Gegend tragen. Weiterlesen



Garmisch-Partenkirchen: Hier wächst der Likör auf der Bergwiese

Historisches Ensemble – die Ludwigstraße im Ortsteil Partenkirchen. - Foto: Markt Garmisch-Partenkirchen / Marc Hohenleitner

Wer Garmisch-Partenkirchen nur auf Wintersport, Sommerfrische, die Zugspitze und Olympia 1936 reduziert, der wird ziemlich unwissend die Heimreise antreten. Denn die Marktgemeinde mit ihren 29 000 Einwohnern und 10 000 Gästebetten hat weit mehr zu bieten als nur Wandern, Skifahren, urige Wirtshäuser oder sonnenüberflutete Straßencafés. Weiterlesen



Fremdes Japan: Wie ich versuchte, 88 Tempel zu erobern, und mich dabei verlor

Impression.

≫Itadakimasu*≪, sagt Herr Matsugami und lächelt unergründlich. Erfolglos suche ich im Gesicht meines Gastgebers nach einem Hinweis, wie ich mich verhalten soll. Hat er gerade einen Witz gemacht? Soll ich lachen oder wäre das unangebracht? Ich probiere es mit einem freundlichen Augenaufschlag und senke gleich darauf den Blick auf das vor mir stehende Tablett. Herr Matsugami hat Köstlichkeiten der japanischen Küche zu einem Gesamtkunstwerk komponiert. Schälchen mit rohem und gebratenem Fisch grenzen an andere mit Reis und Algen. In der Mitte steht eine dampfende Schüssel Miso-Suppe, auf der zwei hölzerne Essstäbchen liegen. Weiterlesen